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Veröffentlicht am 23.12.2025

Silvers Anfänge

Off to the Races
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Eine Leseleben ohne Elsie Silver, das ist inzwischen kaum noch vorstellbar. Da es damit einigen sehr ähnlich geht, haben wir Glück, dass Lyx auch die ältere Reihe von der Autorin nun nach und nach übersetzt ...

Eine Leseleben ohne Elsie Silver, das ist inzwischen kaum noch vorstellbar. Da es damit einigen sehr ähnlich geht, haben wir Glück, dass Lyx auch die ältere Reihe von der Autorin nun nach und nach übersetzt und da ist „Off to the Races“ nun der Auftakt.

Man kann es schon deutlich erkennen. Silver lernt beim Schreiben und Veröffentlichen. Besonders deutlich habe ich das an der Tiefe von „Off to the Races“ bemerkt, was mir etwas zu wenig war. Beide Figuren, Vaughn und Billie, haben angedeutet schwere Vergangenheiten, aber das wurde nicht wirklich aufgearbeitet. Ich habe Vaughn und Billie im Jetzt sehr gut kennengelernt, aber man ist die Summe seiner Erlebnisse und da fehlte viel von der Vergangenheit, sodass ich jetzt im Nachhinein nicht unbedingt sagen könnte, dass ich die beiden vollumfänglich begriffen habe. Insgesamt glaube ich auch, dass mir die Inhalte nicht wirklich lange im Kopf bleiben werden. Das kenne ich von Silver anders und dementsprechend ist es doch umgekehrt cool, dass sie sich entwickelt hat und das kein Kritikpunkt mehr sein muss.

Silver schreibt immer in einem sich ähnelnden Setting, vor allem das Farmleben betreffend. Hier haben wir nun einen Rennstall von Pferden und das passt hervorragend zur Autorin und der Schwerpunkt auf Pferde fand ich sehr interessant. Vielleicht wäre da noch mehr gegangen, zumal Billies Job als Trainerin nur beschränkt auf DD erzählt wurde, was es sicherlich aber nicht ist. Aber speziell die dargestellte Beziehung von Billie und dem wilden Pferd, das sie für Rennen zähmen muss, das ist einfach ein Thema, das immer geht. Die Liebe zu Pferden war deutlich zu spüren und für mich wurde auch die Entwicklung, mitsamt Rückschritten, mitreißend erzählt. Um es vielleicht etwas zu überspitzen, DD habe ich am Ende wohl am besten gekannt.

Grundsätzlich hat mir die gemeinsame Geschichte von Billie und Vaughn auch gut gefallen. Da war direkt Chemie da und es hat schnell geknistert. Aber mehr Tiefe hätte ihrer gemeinsamen Geschichte in jedem Fall gut getan. Ich fand ihn dann leider hinten raus etwas anstrengend und borniert, aber das habe ich als Folge davon abgetan, das vorher zu wenig ausgebaut wurde. Abseits ihrer gemeinsamen Geschichte waren auch die anderen Figuren zumindest interessant. Mit dem Bruder und dem gegnerischen Rennstallbesitzer gibt es zwar auch suspekte Figuren, aber da sind auch einige, die Lust auf mehr machen und sicherlich in den weiteren Bänden noch eine Rolle spielen. Vielleicht kann dann auch noch mal mehr zu Billie und Vaughn eingeflochten werden, wer weiß das schon.

Fazit: „Off to the Races“ kann man gut als eines der ersten Werke von Elsie Silver erkennen. Mit dem Setting und der Art von Chemie erkennt man ihren Stil wieder, ansonsten ist aber alles eine Nummer simpler. Billie und Vaughn hätten noch deutlich mehr Tiefe vertragen und davon hätte auch ihre Liebesgeschichte profitiert. Für mal flott ist diese Reihe aber sicherlich immer empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Clevere Idee, aber ein Aiden

Not in My Book
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Bei einigen klassischen Herbstbuchcovern bin ich dieses Jahr spät dran, umso besser, wenn man beim Lesen dann feststellt, dass es gar nicht an eine Jahreszeit gebunden ist. Das gilt für „Not in My Book“ ...

Bei einigen klassischen Herbstbuchcovern bin ich dieses Jahr spät dran, umso besser, wenn man beim Lesen dann feststellt, dass es gar nicht an eine Jahreszeit gebunden ist. Das gilt für „Not in My Book“ von Katie Holt, das ich nun per Hörbuch konsumiert habe.

Wir haben eine Stimme, Josephine Hochbruck, die uns durch das Geschehen leitet. Ich fand die Stimme angenehm, aber ich habe mich gefragt, ob es so clever war, alles nur durch eine Stimme erzählen zu lassen. Wir haben nämlich neben den Kapiteln, die aus Rosies Sicht sind, auch immer wieder Auszüge aus dem gemeinsamen Buch, das sie und Aiden schreiben müssen. Da beides aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, war es für das Hörerlebnis manchmal etwas irritierend, vor allem wenn man mal kurz die Konzentration verliert, was bei Hörbüchern ja durchaus mal passieren kann. Vor allem wusste bei den Auszügen aus dem Buch ja auch nie sofort, ob es nun Hunter oder Maxines Perspektive ist, das ist erst über die Wahl der Personalpronomen dann zu klären gewesen. Das war also etwas herausfordernd und wäre mit einer zweiten Stimme cleverer zu lösen gewesen. Aber als Hörbuch ist es deswegen keinesfalls nicht zu empfehlen.

Inhaltlich muss ich sagen, dass ich die Idee unglaublich toll fand. Ich mag Bücher, die sich mit der Buchwelt beschäftigen. Da fällt mir Anna Savas ein, die mit ihrer London is Lonely-Reihe in die Verlagswelt eingetaucht ist, aber natürlich auch Emily Henry mit „Book Lover“. Hier haben wir nun Rosie und Aiden, die gemeinsam studieren und in einem gemeinsamen Schreibkurs wie Feuer und Wasser sind, bis sie gemeinsam an einem Buch schreiben sollen. Es war schon herrlich, wie viel man widergespiegelt bekommen hat, wie so über verschiedene Genres gedacht hat. Genauso herrlich war aber auch diese Meta-Ebene, wie ein Buch zu schreiben ist, wenn wir genau gerade selbst ein solches Buch lesen/hören. Das war ein cleveres Zusammenspiel, was mein persönliches Highlight an der Geschichte ist.

Rosie ist mir aufgrund ihrer Einstellungen und ihrer Familienbande sofort emotional nahe gewesen. Sie war zwar sehr impulsiv und in ihre Reaktionen gerne mal drüber, aber sie fühlte sich in sich sehr schlüssig und nahbar an. Bei Aiden gibt es vielerlei Gründe, warum es da nicht so einfach war. Zum einen war es eine echte Ironie, dass die beiden ihr gemeinsames Buch in zwei Perspektiven schreiben, wir bekommen aber nur Rosie. Aiden bleibt so lange ein Buch mit sieben Siegeln. Zum anderen soll er anfangs unnahbar und abweisend sein, das entspricht seiner Mauer, die er um sich aufgerichtet hat. Aber er war auch nicht gleich die Figur, bei der ich sofort dahinter schauen wollte, weil er zu extrem und verbohrt wirkte. Aber er war dann Erste, der in dem gemeinsamen Schreiben die Gefühlsebene eingenommen und seine Gefühle für Rosie klar transportiert hat. Das war dann der Punkt, wo es doch langsam bei mir schmolz und ab da passten für mich Idee und Umsetzung dann gut zueinander.

Dennoch bin ich nicht glücklich aus dem Buch gegangen. Natürlich gibt es ein Happy End, das ist doch klar in dem Genre, aber gleichzeitig gab es auf einmal Baustellen, die mich gestört haben und wenn die so spät kommen, dann ist es niemals gut, unglücklich aus einem Buch zu gehen. Das ist hier aber passiert. Warum? Da wir Aiden aus seiner Perspektive nie erlebt haben, waren für mich die intimen Szenen unglaublich seltsam. Ich hatte den Eindruck, wir haben es mit zwei vollkommen verschiedenen Männern zu tun. Rosie war sich treu, aber Aiden, wie Welten und das hat mich durcheinandergebracht, weswegen ich die beschriebenen Szenen gerne schnell hinter mich gebracht habe. Dann haben wir zudem erzwungenes Drama, in dem Aiden ebenfalls total schlecht weggekommen ist. Es war insgesamt eine wilde Achterbahn mit ihm als männlichen Protagonisten. Es ging zäh los, dann wärmte sich alles auf, dann ging es wieder steil bergab.

Fazit: Katie Holt hat mit ihrer Idee zu „Not in My Book“ für mich einen Treffer gelandet. Der Prozess des gemeinsamen Schreibens und die Meta-Ebene, die möglich war, das war sehr amüsant. Was für mich irgendwann nicht mehr passte, das war die Darstellung von Aiden. Ich bin nicht glücklich aus der Lektüre gegangen und das ist schade, denn das hatte dieses frische Buch eigentlich nicht verdient. Aber es ist ein selbst gelegtes Ei.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Heist & Liebesgeschichte als unerwartetes Match

Royal Heist
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Unglaublich viel Promo hat uns erwartet, als der Starttermin von Lena Kiefers neuer Reihe „Royal Heist“ immer näher rückte. Ich habe das alles neugierig und begierig verfolgt, denn die Autorin ist sehr ...

Unglaublich viel Promo hat uns erwartet, als der Starttermin von Lena Kiefers neuer Reihe „Royal Heist“ immer näher rückte. Ich habe das alles neugierig und begierig verfolgt, denn die Autorin ist sehr sympathisch und gibt immer sehr interessante Einblicke. Dazu hat ihre Begeisterung für Heist mich ebenfalls angesteckt. Ich kann solche Filme/Serien gut gucken, aber es wäre jetzt nicht unbedingt meine erhoffte Nummer 1 als Wunsch an die Autorin gewesen. Aber sie war hyped und so war ich es auch, endlich Band 1 lesen zu können.

Ich musste bei einigen inhaltlichen Entscheidungen ein bisschen mit den Augen zwinkern. Aus Spoilergründen kann ich an der Stelle nicht darauf eingehen, aber ich hätte im Vorfeld die Ausgangslage des Buchs etwas anders erwartet. Aber letztlich sind es inhaltliche Bagatellen, denn in der Hauptsache ist das Geniale an dem Buch, wie zum einen durch die dargestellten Raubzüge eine unwiderstehliche Spannung erzeugt wird und wie zum anderen eine Liebesgeschichte erzählt wird, die zurecht den Verstand aussetzen lässt. Zwar poche ich definitiv darauf, dass wir in vielen Bereichen noch soooo viel Infos brauchen, aber es gibt noch zwei Bände, von daher will ich das hier nicht arg in die Kritik einfließen lassen, denn es kann noch alles kommen. Und positiv ist, dass Kiefer es geschafft hat, dass ich überall die Antworten haben will; das Interesse ist also da.

Aber ich brauche definitiv noch mehr zu Robbin Hood und den einzelnen Mitgliedern. Genauso ist aber auch bei der königlichen Familie klar, dass in Bezug auf Spencer und die Königin einige Geheimnisse da sind. Das macht es manchmal schwierig, überall immer die emotionale Verbundenheit zu spüren, wie es bei Darcy und Tristan schnell gelingt, aber es baut gut auf. Die Figur, zu der ich persönlich gerade die größte Fragezeichen habe, das ist Linus. Er ist spannend, aber er ist sehr verbohrt und wirkt dadurch lange ignorant. Erst am Ende kam eine andere Seite, aber ich kann mir vorstellen, dass es auch bei ihm noch viel zu erfahren gibt.

Von Darcy und Tristan haben wir wirklich viel bekommen. Und das war schon eine clevere Entscheidung, weil die beiden gleich Chemie haben und weil es auf eine Art ein Katz-und-Maus-Spiel ist, ohne dass er es weiß und trotzdem agiert er wie der Gegner. Das hat mich an die Reihe von Kristen Ciccarelli erinnert, auch wenn es da noch deutlicher war. Aber ich fand es wichtig, dass Tristan nicht blindlings in alles hineinläuft. Nein, er ist ein starker Charakter. Es ist berührend, zunächst sein offizielles Image zu erfahren und dann mit ihm alles aufzubrechen. Die Fürsorge für seine Geschwister hat mich am meisten für ihn eingenommen. Aber neben seiner Wildheit hat auch er ein Gerechtigkeitsbedürfnis. Er und Darcy sind moralisch sehr ähnlich aufgestellt und deswegen war der Aufbau von Kiefer clever gewählt.

Die ganze Idee, wie Heist und Liebesgeschichte verknüpft wurden, extrem reizvoll. Zwar geht der Effekt irgendwann etwas verloren, weil dann nur noch Gefühle eine Rolle spielen. Ich war auch mehrfach an dem Punkt, dass ich Darcy nur noch wahnsinnig fand. Aber ich habe mich dann wieder mitreißen lassen, wie intensiv alles rüberkommt. Da hätte ich in Darcys Haut wohl auch keinen kühlen Kopf bewahrt. Der Cliffhanger ist Kiefer-typisch. Gemein, aber mega. Ich bin wieder voll dabei und freue mich auf Frühling 2026.

Fazit: „Royal Heist“ hat alles erfüllt, was ich mir nach der Ankündigung der neuen Reihe von Lena Kiefer erhofft habe. Es ist spannend, es ist düster, es ist gefährlich, es ist romantisch, es ist sexy und es macht süchtig. Es war nicht alles perfekt, aber alles Positive überwiegt, denn bei zwei ausstehenden Bänden kann alles rund zu Ende gebracht werden.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Stimmungsvoll, aber auch holprig

Copenhagen Cinnamon 1. Delicate
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Als der Herbst losgegangen ist, war „Copenhagen Cinnamon“ von Stefanie Neeb eines der Bücher, die man nur noch überall gesehen hat. Inzwischen haben wir Dezember, alle sind in Weihnachtsstimmung, offiziell ...

Als der Herbst losgegangen ist, war „Copenhagen Cinnamon“ von Stefanie Neeb eines der Bücher, die man nur noch überall gesehen hat. Inzwischen haben wir Dezember, alle sind in Weihnachtsstimmung, offiziell haben wir aber noch Herbst, also von daher war es für mich nicht so spät, nun mir mal das dazugehörige Hörbuch vorzunehmen.

Gelesen wird das ganze Geschehen durch Louis Friedemann Thiele und Aileen Wrozyna. Ihn habe ich nun schon sehr oft gehört, bei ihr war es aber das erste Mal. Ich hatte aber nichts gegen beide Stimmen auszusetzen, weil der Hörfluss gut gelungen ist. Dennoch verbindet man die Stimmen irgendwie natürlich auch mit den Charakteren und da sind wir dann bei meinem Kritikpunkt an diesem Auftaktband. Mir passiert es öfters schon mal, dass ich entweder mit ihm oder mit ihr ein richtiges Problem habe, aber dass beide mich in den Wahnsinn treiben können, das ist schon selten. Ich möchte keinesfalls behaupten, dass ich durchgängig mit Jonna und Mads nicht klar gekommen wäre, aber beide hatten ihre Momente, die es schwierig gemacht hat.

Im Grunde ging es gut los. Die jeweiligen Lebenssituationen von Mads und Jonna sind uns anschaulich präsentiert worden. Bis die beiden überhaupt das erste Mal aufeinandertreffen, haben wir schon genug Basics an der Hand und das hat mir gut gefallen. So ein Café als Setting ist immer etwas, was mich anzieht. Gerade wenn es so familiär rüberkommt und nicht wie ein Großcafé nur mit Durchgangsverkehr. Das hat dann auch mit der Stimmung gut in den Herbst gepasst, denn ich kenne es von mir selbst, dass es mit kälter werdenden Temperaturen reizvoller wird, Warmes zu trinken und wieder mehr Gebäck zu essen. Also man merkt, die Ausgangslage war gut. Auch die erste Begegnung war völlig okay, denn sie treffen ein wenig ungünstig aufeinander, aber es hatte schon einen gewissen Humor, auch weil das Buch später viel damit arbeitet, einige Momente verbal nochmal zu kopieren.

Angesichts von Jonnas Rastlosigkeit war es auch spannend zu sehen, wie sie in dem Café Leidenschaft findet. Ich fand insgesamt alles rund um das Café gelungen, was für mich aber holprig war, das war das Zusammenfinden als Paar und daraus resultierende Charakterentscheidungen. Mir ist der Punkt zu früh umgesprungen, an dem merkte, die beiden haben nun eine Bedeutung füreinander, die über Kollegen hinausgehen. Denn mit dem Sprung ging auf einmal Eifersucht und emotional sprunghaftes Verhalten einher. Eifersucht ist sicherlich kein Gefühl, das man per se verurteilen sollte, aber hier fand ich es unfassbar kindisch dargestellt. Gerade Jonna hatte da einen Moment, da hat mich die Geschichte fast verloren, weil sie all ihre eigenen Gefühle und Sorgen einfach auf Mads umgelegt hat und daraus dann auf einmal emotional umzuschwenken, das hat mich nicht mitnehmen können.

Die Handlung bekommt durch die Geheimnisse aus Mads‘ Vergangenheit noch eine zweite Ebene, die auch eine gewisse Spannung mitgebracht hat, weil ich mich gefragt habe, was ist genau passiert. Es hat auch eine Seite von Jonna gezeigt, die ich wieder besser nachvollziehen konnte, weil es um ein inneres Gerechtigkeitsbedürfnis geht. Da war Mads dann an dem Punkt, wo es schwer wurde. Auch wenn Trauer und Verlust Gefühle sind, die wenig mit Rationalität zu tun haben, aber man hat der gesamten Familie von ihm angemerkt, wie viele falsche Entscheidungen daraus gefolgt sind. Ich fand es fast schon etwas zu viel, wie viel die Familie da untereinander falsch verstanden hat. Insgesamt würde ich daher sagen, dass für mich einiges etwas zu übertrieben und sprunghaft war. Umgekehrt stimmte aber die Stimmung und die Spannungselemente. Vielleicht hätte ich mir bei dem Kopenhagen-Setting auch noch mehr Einblicke in die Stadt erhofft.

Fazit: Ich bin mit „Copenhagen Cinnamon“ etwas später als andere dran, aber es passte für mich noch gut in die Stimmung. Das Café als Setting war da das große Plus. Ich hatte charakterlich und mit ein paar Entscheidungen in der Dramatik Probleme, aber es war eine Welt, in der ich gerne war und wo ich gerne überprüfen möchte, wie es sich bei einem anderen Paar gestaltet.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Verworrene Geheimnisse

Eisnebel
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Kate Alice Marshall ist auf dem deutschen Buchmarkt eine noch relativ unbekannte Autorin. Ich bin auch eher zufällig auf ihren Thriller „Eisnebel“ gestoßen, aber das Cover hat so perfekt in die Zeit gepasst, ...

Kate Alice Marshall ist auf dem deutschen Buchmarkt eine noch relativ unbekannte Autorin. Ich bin auch eher zufällig auf ihren Thriller „Eisnebel“ gestoßen, aber das Cover hat so perfekt in die Zeit gepasst, ohne ein Weihnachtsbuch zu sein. Als ich dann den Klappentext gelesen habe, dass eine Frau die Familie ihres Partners auf einem abgelegenen Gelände kennenlernen soll, da dachte ich daran, dass es ein Trend auf dem Thriller-Buchmarkt zu sein scheint, weil ich in die Richtung schon ein bisschen was gelesen habe. Dennoch habe ich „Eisnebel“ eine Chance gegeben, ob es sich von der inhaltlichen Konkurrenz absetzen kann.

Ich habe „Eisnebel“ als Hörbuch gehabt. Und auch wenn ich Heike Warmuth als Stimme keinesfalls kritisieren möchte, so war ich doch aufgrund ihrer reifen Stimmfarbe etwas irritiert, als aufgeklärt wurde, wie alt Protagonistin Theo sein soll. Wie eine Frau in ihren 30ern klang sie einfach nicht, ich hätte sie intuitiv deutlich älter geschätzt. Natürlich habe ich mich an die Stimme immer mehr gewöhnt, aber ich hätte sie wohl bis zum Ende nicht so jung als Figur eingeschätzt. Hier wäre eine andere Stimme vielleicht clevrer gewesen, aber Warmuth hat das atmosphärisch toll gelesen.

Inhaltlich muss ich sagen, dass der Einstieg sicherlich der schwächste Teil des Thriller ist, denn es gibt keine herausstechenden sympathischen Charaktere, nicht einmal Theo selbst. Aber alle anderen sollten abweisend sein, das war die Prämisse. Dazu war die Familie auch nicht klein und da muss ich immer wieder feststellen, dass es beim Hörbuch schwieriger ist, das alles zu sortieren. Aber auch beim Lesen wäre es nicht einfach gewesen. Zudem ist es auch die Beziehung von Theo und Connor, die sofort aufhorchen lässt, denn da kam einfach nichts rüber. Auch wenn ich bei Theo zu keinem Zeitpunkt den Eindruck hatte, ihr ginge es bei Connor ums Geld, so war dann doch die Frage, was ist es dann, was sie anzieht? Ich fand die geschilderte Beziehung sehr komisch. Beim Thriller muss natürlich früh eine Atmosphäre da sein, um weiterlesen zu wollen, aber Lesen lebt auch von einem emotionalen Anker und der hat mir gefehlt.

Beim Thriller muss noch ein zweiter Aspekt stimmen und das ist die Spannung. Die funktioniert im Grunde durchgängig und sie hat mir auch geholfen, über den Einstieg hinweg zu kommen. Theos Aufenthalt fängt schon seltsam an, weil sie Drohungen erhalten hat, gar nicht erst aufzutauchen. Relativ früh entdeckt sie dann auch einen Hinweis, der sie selbst und ihre Vergangenheit betrifft und von dort aus entwickelt sich ein wirklich cleveres Geflecht aus Wendungen, Action und Entsetzen, was nicht alles enthüllt wird. Es war irgendwann genug Zug drin, um es in einem Zug zu Ende hören zu wollen. Auch wenn am Ende die Schwächen des Anfangs nicht wirklich aufgehoben worden sind, so kann ich das aufgrund des Genres ganz gut verschmerzen. Der perfekte Thriller hätte mir menschlich noch mehr gegeben, aber hier war wenig vorauszusehen und dementsprechend bleibt das als Plus, denn andere Autoren beweisen oft genug ist, wie schwer es ist, den Plot nicht zu durchsichtig aufzubauen.

Fazit: „Eisnebel“ ist zwar auf menschlicher Ebene nicht richtig greifbar, weil mir die emotionalen Anker gefehlt haben, dafür hat die Spannung irgendwann exponentiell zugenommen. Es ist ein guter Thriller und da Marshall auch noch relativ unerfahren ist, macht das neugierig auf mehr.

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