Showdown auf abgelegener Insel
Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?Die Bücher von Emily Rudolf sind mir natürlich schon begegnet und einige Buchblogger haben sie auch schon fleißig in die Kamera gehalten, sodass mir schon länger klar war, dass ich gerne mal einen Thriller ...
Die Bücher von Emily Rudolf sind mir natürlich schon begegnet und einige Buchblogger haben sie auch schon fleißig in die Kamera gehalten, sodass mir schon länger klar war, dass ich gerne mal einen Thriller der Autorin lesen möchte. Nun war es mit „Die Housesitterin“ soweit.
Ich habe als Hörbuch konsumiert, dementsprechend hatte ich gleich drei Stimmen im Ohr. Ich finde es gut, wenn man sich da mehr Aufwand leistet, um verschiedene Perspektiven zu vertonen, damit man sie direkt für sich unterschieden hat. Rebecca Veil habe ich auch schon öfters gehabt. Nils Nelleßen habe ich als Synchronstimme wiedererkannt, aber auch Florens Schmidt war sehr angenehm. Ich fand auch, dass alle drei Stimmen sehr reif klangen und passten damit gut für mich auf die Figuren.
Da ich Rudolfs Stil noch nicht kenne, kann ich sie nun nicht intern vergleichen, aber es eine Stilistik, die man auf dem Buchmarkt mehrfach findet. Da würde ich wahrscheinlich die Namen Lucy Clarke und Sophie Stava. Ich mag diese Bücher, also habe ich zumindest inhaltlich richtig zugegriffen. Zunächst fängt „Die Housesitterin“ so an, als würden wir eher im Genre Horror unterwegs sein. Cecelia hütet nämlich ein Haus auf einer abgelegenen Insel, in der eine gewisse Stimmung schnell aufkommt und dann ereignen sich auch schnell seltsame Dinge im Haus. Die Autorin hat sich dann relativ früh entschieden, die erste Wendung einzubauen und ab da fällt es schwer, eine inhaltlich dominierte Rezension zu schreiben, weil sich in der Handlung doch einiges verbirgt, was man im Vorfeld keinesfalls wissen will, um sich nicht des Erlebnisses zu berauben.
Fakt ist aber, das nichts ist, wie es scheint. Und auch wenn ich solche Bücher schon wiederholt gelesen habe, aber ich bin dann immer beeindruckt, wenn es der Autorin wie in diesem Falle gelingt, dass sie dennoch Zusammenhänge herstellt, die ich nicht so erraten hätte. Die Figuren haben alle Abgründe, keiner davon ist sofort ein Sympathisant, aber das ist auch die Absicht hinter dem Buch. Verständnis für einzelne Entscheidungen werden dennoch erzeugt, denn das Buch arbeitet auch viel mit Rückblenden, in denen es aus der Perspektive des jeweilig betroffenen Charakters viel Input gibt.
An Kritik würde ich wohl anbringen, dass ich nicht immer alles logisch schlüssig fand, vor allem in dem Kontext, dass alle Figuren auf eine Art eine Agenda haben. Manches ging mir dann etwas zu einfach bzw. mir war nicht klar, ob alle Konsequenzen von der Autorin bedacht wurden. Weiterhin gibt es dann noch zwei Figuren, die irgendwann völlig verloren gehen. Auch hier kam mir der Gedanke, dass es ‚einfach‘ gehen musste. Aber das sind zwei Aspekte, die das Leseerlebnis nicht erheblich beeinflusst haben. Gerade als Hörbuch mit den verschiedenen Stimmen ist bei mir ein stetiges Interesse da gewesen, wie es wohl weitergeht und wer das letzte Ass im Ärmel hat, denn es zieht sich am Ende extrem spannend zu. Mit dem Ende bin ich auch zufrieden. Ob die letztliche Botschaft jetzt für mich das Aushängeschild wäre, wohl eher nicht, aber es ist eine Message, die bei anderen Untergenres auch gerne angeboten wurde, von daher kann ich Rudolf an dieser Stelle gut verstehen.
Fazit: „Die Housesitterin“ hat mir die Autorin Emily Rudolf näher gebracht und ich habe auf jeden Fall Interesse geweckt bekommen, sie zukünftig im Auge zu behalten. Sie ist die deutsche Antwort auf einige internationale Veröffentlichungen und sie muss sich da nicht verstecken. Es gab für mich zwar ein paar logische Fragen, aber den inhaltlichen Aufbau und den Spannungsbogen, das kann ich beides nur sehr loben. Für mich war es ein gutes Leseerlebnis.