Silvers Anfänge
Off to the RacesEine Leseleben ohne Elsie Silver, das ist inzwischen kaum noch vorstellbar. Da es damit einigen sehr ähnlich geht, haben wir Glück, dass Lyx auch die ältere Reihe von der Autorin nun nach und nach übersetzt ...
Eine Leseleben ohne Elsie Silver, das ist inzwischen kaum noch vorstellbar. Da es damit einigen sehr ähnlich geht, haben wir Glück, dass Lyx auch die ältere Reihe von der Autorin nun nach und nach übersetzt und da ist „Off to the Races“ nun der Auftakt.
Man kann es schon deutlich erkennen. Silver lernt beim Schreiben und Veröffentlichen. Besonders deutlich habe ich das an der Tiefe von „Off to the Races“ bemerkt, was mir etwas zu wenig war. Beide Figuren, Vaughn und Billie, haben angedeutet schwere Vergangenheiten, aber das wurde nicht wirklich aufgearbeitet. Ich habe Vaughn und Billie im Jetzt sehr gut kennengelernt, aber man ist die Summe seiner Erlebnisse und da fehlte viel von der Vergangenheit, sodass ich jetzt im Nachhinein nicht unbedingt sagen könnte, dass ich die beiden vollumfänglich begriffen habe. Insgesamt glaube ich auch, dass mir die Inhalte nicht wirklich lange im Kopf bleiben werden. Das kenne ich von Silver anders und dementsprechend ist es doch umgekehrt cool, dass sie sich entwickelt hat und das kein Kritikpunkt mehr sein muss.
Silver schreibt immer in einem sich ähnelnden Setting, vor allem das Farmleben betreffend. Hier haben wir nun einen Rennstall von Pferden und das passt hervorragend zur Autorin und der Schwerpunkt auf Pferde fand ich sehr interessant. Vielleicht wäre da noch mehr gegangen, zumal Billies Job als Trainerin nur beschränkt auf DD erzählt wurde, was es sicherlich aber nicht ist. Aber speziell die dargestellte Beziehung von Billie und dem wilden Pferd, das sie für Rennen zähmen muss, das ist einfach ein Thema, das immer geht. Die Liebe zu Pferden war deutlich zu spüren und für mich wurde auch die Entwicklung, mitsamt Rückschritten, mitreißend erzählt. Um es vielleicht etwas zu überspitzen, DD habe ich am Ende wohl am besten gekannt.
Grundsätzlich hat mir die gemeinsame Geschichte von Billie und Vaughn auch gut gefallen. Da war direkt Chemie da und es hat schnell geknistert. Aber mehr Tiefe hätte ihrer gemeinsamen Geschichte in jedem Fall gut getan. Ich fand ihn dann leider hinten raus etwas anstrengend und borniert, aber das habe ich als Folge davon abgetan, das vorher zu wenig ausgebaut wurde. Abseits ihrer gemeinsamen Geschichte waren auch die anderen Figuren zumindest interessant. Mit dem Bruder und dem gegnerischen Rennstallbesitzer gibt es zwar auch suspekte Figuren, aber da sind auch einige, die Lust auf mehr machen und sicherlich in den weiteren Bänden noch eine Rolle spielen. Vielleicht kann dann auch noch mal mehr zu Billie und Vaughn eingeflochten werden, wer weiß das schon.
Fazit: „Off to the Races“ kann man gut als eines der ersten Werke von Elsie Silver erkennen. Mit dem Setting und der Art von Chemie erkennt man ihren Stil wieder, ansonsten ist aber alles eine Nummer simpler. Billie und Vaughn hätten noch deutlich mehr Tiefe vertragen und davon hätte auch ihre Liebesgeschichte profitiert. Für mal flott ist diese Reihe aber sicherlich immer empfehlenswert.