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Veröffentlicht am 17.10.2025

Als Hörbuch ein echtes Erlebnis

The Pumpkin Spice Latte Disaster (Lower Whilby 1)
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Ich kann mich noch an die Anfangszeiten mit Kyra Groh erinnern. Da war sie bei Forever noch eine kleine Nummer, aber ich fand die Titel immer schon super lustig und genauso ließen sich dann auch die Bücher ...

Ich kann mich noch an die Anfangszeiten mit Kyra Groh erinnern. Da war sie bei Forever noch eine kleine Nummer, aber ich fand die Titel immer schon super lustig und genauso ließen sich dann auch die Bücher sowie ihre Social Media-Beiträgen lesen. Einfach eine Autorin, mit der man sofort gerne befreundet wäre, weil kein Auge trocken bleibt vor Lachen. Deswegen ist es auch so genial, dass sie inzwischen richtig durch die Decke gegangen ist. Auch wenn ich nicht alles von ihr lesen konnte, zumal sie schreibt wie am Fließband, aber bei dem Auftakt ihrer neuesten Reihe, „The Pumpkin Spice Latte Disaster“, war ich jetzt gerne dabei.

Ich habe den Auftakt als Hörbuch gehabt und ich muss einfach sagen, wer gerne auch mal hört, dem kann ich nur allerwärmstens ans Herz legen, es hier auch mit der Hörbuch-Version zu probieren, denn diese ist ein echtes Erlebnis! Sarah Dorsel und Leonard Hohm habe ich beide das erste Mal gehört und ich kann nur sagen, immer gerne wieder. Dorsel war auf die ganze Art von Jude herrlich besetzt, weil sie das Schlagfertige, das Sprüchefeuerwerk und alles damit Verbundene spritzig-locker rübergebracht. Für mich die aber noch größere Entdeckung war Hohm als James. Da gab es so viele Szenen, in denen man regelrecht dachte, da spricht nicht nur jemand, da schauspielert jemand. Die ganzen witzigen Szenen wurden dadurch nochmal intensiviert und ich musste doch da sehr lachen.

Kommen wir jetzt aber zum eigentlichen Buch. Man merkt schon, dass sich Grohs Stil etwas geändert hat. Ihre ersten Forever-Titel habe ich immer abseits des Mainstreams empfunden. Während andere unbedingt alles ins Ausland als Setting verlegen mussten, waren Grohs Geschichten einfach herrlich deutsch. Ich fand sie sehr unangepasst und genau deswegen fiel sie auf. Mit größerem Marketing, aber natürlich auch mehr Schreiberfahrung kann sich vieles ändern und ich finde, dass man es der Reihe anmerkt. Aber kritisch sehe ich das keinesfalls. Kleinstadtfeeling in England, mehr konkret zu konstatierende Tropes, Titel, die ein Muster ergeben, das ist einfach heute Standard und es zieht an. Wem könnte ich das also vorwerfen, zumal mir eins ja auch am wichtigsten ist: Ich wollte immer noch Grohs unverkennbare Erzählstimme haben und die ist da. Ihre ganzen Geschichten, die schrulligen Figuren, die Dialoge, der ganze Humor, das fühlt sich wirklich herbstlich-gemütlich an.

Durch die Buchreihen bei Loewe Intensiv wurde auch schon deutlich, dass Groh Humor nicht mehr als einziges Markenzeichen sieht, sondern sich auch gerne mit tiefgründigeren Themen auseinandersetzt. Ich finde zwar, dass „The Pumpkin Spice Latte Disaster“ das übertrieben bedient, aber es ist Tiefgang drin und das macht daraus insgesamt eine so reiche Geschichte. Jude ist als Charakter extrem weit weg von mir. Ihre Rastlosigkeit, ihre Unbeständigkeit, wie sie Beziehungen führt, und dennoch habe ich sie als Mensch so gut verstehen können. Spätestens die Erklärung, was einst in Lower Whilby passiert ist, rundet das Bild dann ab. Genauso ist aber auch James‘ wilde Familiengeschichte unterhaltsam und voller Entdeckungen. Und bei Paaren, die sich solche Wortgefechte liefern, da bin ich immer schnell am Haken. Zudem werden die nächsten Bände auch schon gut vorbereitet. Da habe ich richtig Brock drauf, wenn ich an das Potenzial schon denke.

Fazit: Kyra Groh ist in vielen Aspekten mehr Mainstream geworden, aber was für andere ein Nachteil ist, ändert bei ihr nicht ans der Qualität ihrer Bücher. „The Pumpkin Spice Latte Disaster“ war als Hörbuch ein echtes Erlebnis und ich habe Grohs Stimme darin auch wunderbar wiedererkannt. Verrückte Geschichten mit viel Humor, aber auch Tiefgang, das habe ich erhofft und auch bekommen. Daher geht eine dicke Empfehlung raus!

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Die Mischung macht's

Lügennebel
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Ich fand es gut, als Viveca Sten eine neue Reihe angefangen hat. Langlebige Krimireihen müssen nicht ausgelutscht wirken, aber das Risiko ist da und mit der neuen Are-Reihe hat die Autorin einfach neue ...

Ich fand es gut, als Viveca Sten eine neue Reihe angefangen hat. Langlebige Krimireihen müssen nicht ausgelutscht wirken, aber das Risiko ist da und mit der neuen Are-Reihe hat die Autorin einfach neue Impulse gesetzt. Dennoch war schon bei Band 3 ein etwas genervtes Gefühl da, weswegen „Lügennebel“ als Band 4 jetzt schon sehr wichtig für mich war. Ist die neue Reihe schneller auf meinem roten Radar als mir lieb ist?

Ein großer Kritikpunkt im letzten Band war die sich anbahnenden Gefühle zwischen Daniel und Hanna. Ich habe nicht grundsätzlich ein Problem damit, wenn aus beruflichen Partnerschaften mehr wird, aber es ist für mich keinesfalls ein Zwang, der storytechnisch angeboten werden muss und es ist keinesfalls etwas, das erzeugt werden kann, wenn die Chemie nicht stimmt. Da die Bände immer viel Zeit überbrücken, ist es wirklich schwierig, die Alltags-Zusammenarbeit zwischen Daniel und Hanna einschätzen zu können. Mir auf jeden Fall schnell klar, dass die Schwärmerei eher aus dem Nichts kam. Zumal dann auch Ida als Daniels Partnerin sehr viel Raum eingenommen hat und immer wieder denselben Konflikt zu erleben, das war irgendwann anstrengend. Jetzt sind wir mit „Lügennebel“ aber wieder auf Null und es gab neue Impulse sowie Entwicklungen, die ich sehr positiv einschätze. Das Privatleben spielt wieder eine große Rolle, aber es ist diesmal alles besser austariert.

Hanna in ihrer neuen Beziehung war auf jeden Fall etwas überraschend. Auch wenn es sich mit ihr und Henry angedeutet hatte, aber diese langanhaltende Beziehung war jetzt so für mich nicht zu erwarten. Aber es ist einfach völlig neu, es beleuchtet die Mutter-Tochter-Beziehung von Hanna anders und es macht sie zu derjenigen im Zwiespalt. Bei Daniel verlieren wir Ida als ständig nervige Stimme im Ohr, das war eine große Erleichterung. Als die Mutter des gemeinsamen Kinders gehört sie weiterhin dazu, aber sie ist nicht mehr so entscheidend. Auch Anton bekommt wieder viel Zeit eingeräumt und bei ihm gibt es den nächsten großen Schritt zu erzählen. Auch hier viel Konsequenz und ein nachvollziehbarer Aufbau. Das Thema der möglichen Liebesgeschichte bleibt weiter präsent, aber ich bin schon froh, dass es hier noch ein Zwischenintermezzo gibt und nicht alles völlig überstürzt angegangen wird.

Kommen wir jetzt zum Fall, bei dem ich auch mit wenigen Tagen Abstand zum Lesen noch nicht völlig sicher bin, was ich denken soll. Zunächst finde ich, dass der sehr eng gewählte Personenkreis, der überhaupt mit dem möglichen Verbrechen zu tun haben kann, risikoreich ist. Je weniger Verdächtige zur Auswahl, desto leichter könnte es fallen, den Ausgang der Ermittlung richtig zu ahnen. Sten hat es aber insofern geschickt abgeschwächt, dass sie einfach mehrere verschiedene Arten von Verbrechen eingeflochten hat. So gab es mehrere Ermittlungen und die Frage, gibt es einen Täter für alles oder verschiedene, wovon einzelnes sogar nicht mal zusammenhängen muss?! Trotz dieses Kniffs im Erzählen war der Fall für mich nicht so spannend aufgebaut, wie ich es auch anderen Büchern von Sten kenne. Sie ist nie die absolute Spannungsqueen, weil es bei ihr auch schon mal gemütlicher zugeht, aber es gibt einfach Fälle, die durchgehend mitziehen. Hier war etwas wenig Zug dabei und trotzdem ließ es sich echt flott lesen.

Wir haben auch viele Perspektiven, dass wir einmal die Dynamik der Clique haben, wir haben aber auch die Nachbarn und wir haben dazu das Ermittlungsteam. Insgesamt wurde also die etwas fehlende Spannung beim Fall durch den großen Mischmasch aufgefangen. Es gab ständig was Neues zu erleben, das war wichtig. Am Ende bleibt für mich aber die große Frage, haben wir den Fall überhaupt richtig aufgeklärt? Die Ermittlungsakte wurde am Ende geschlossen. Aber es gab noch genug Zweifel, was nicht alles passiert sein könnte. Es ist ungewöhnlich, ein doch so offenes Ende zu haben. Aber es ist wohl realistisch, denn woher wissen wir immer, dass Verbrechen bis in alle Details aufgeklärt wurden? Als Leserin habe ich gerne alles bis in letzte Fitzelchen erklärt, aber ich kann mir vorstellen, dass man im Beruf bei der Polizei immer weiß, dass Fragezeichen bleiben werden.

Fazit: „Lügennebel“ ist zum Glück wieder stärker als der unmittelbare Vorgänger. Zwar hat das Privatleben wieder viel Raum eingenommen, aber es gab neue Impulse, es gab logische nächste Schritte und das hat mich unterhalten. Der Kriminalfall hat mich nicht völlig mitreißen können, aber im Gesamten habe ich einen guten Krimi mit vielen inhaltlichen Aspekten bekommen.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Ford-Bremse

Wild Love
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Die komplexe Geschichte mit mir und Elsie Silver ist um ein neues Kapitel reicher. Ich habe es schon zu oft erwähnt, dass ich mit ihrer Art der expliziten Szenen schonmal etwas hadere, aber es gibt daneben ...

Die komplexe Geschichte mit mir und Elsie Silver ist um ein neues Kapitel reicher. Ich habe es schon zu oft erwähnt, dass ich mit ihrer Art der expliziten Szenen schonmal etwas hadere, aber es gibt daneben so viel an ihren Erzählungen, das mich reizt und mitzieht, sodass ich ihre Chestnut Springs-Reihe treu begleitet habe. Die Rose Hill-Reihe ist nun die nächste der Autorin. Auch wenn ich länger etwas gezögert habe, ob ich im Überangebot an guten Geschichten dabei bleiben möchte, habe ich doch wieder viele Stimmen von begeisterten Fans gelesen, die ich sehr schätze, weswegen jetzt an „Wild Love“ kein Weg vorbeiführte.

„Wild Love“ ist das erste Buch von Silver, das ich als Hörbuch hatte. Ich war echt gespannt, wie es gerade wegen der expliziten Szenen sein wird, denn sie zu lesen und sie zu hören, sind zwei Paar Schuhe, aber zunächst möchte ich betonen, dass Emilia Weinert und Tom Schönfelder zwei sehr angenehme Stimmen für die Aufgabe waren. Ich habe dann auch im Verlauf nie ein Unbehagen gespürt, weil beide die Charaktere echt toll verkörpert haben und alles zueinander passte,

Silver geht bei „Wild Love“ clever vor, denn mit unserem ersten männlichen Protagonisten haben wir ein bekanntes Gesicht, denn es ist Ford, der Bruder von Willa, die wir schon aus Band 2 der Chestnut Springs-Reihe kennen. Das war auf jeden Fall gut, um die Fans sofort wieder einzufangen. Zum einen wird die Geschichte der Familie Grant aus einer anderen, ergänzenden Perspektive beleuchtet. Zum anderen hat Willa einen tollen Auftritt. Das war schon top gerade für die, die Silver so schon länger begleiten. Alles andere in Rose Hill ist dann völlig neu und das Bowlingteam der Single-Dads ist schon eine lustige Idee. Da ich immer wieder höre, wie viele den Trope Single Dad feiere, wird man hier in den bislang vier angekündigten Bänden wohl voll auf die Kosten kommen. Ich muss aber sagen, dass ich inhaltlich ein paar Stolperstellen hatte. Es ließ sich insgesamt schnell weghören und da waren viele typische Silver-Zutaten, aber die Reihe hat mich noch nicht so gekrallt, wie es „Flawless“ zu dem Zeitpunkt schon getan hat.

Für mich liegt das vor allem an Ford. Rosie und die Belmonts sind nämlich quasi der heimelige Faktor von Rose Hill und die ganze Dynamik dort war schon vielversprechend. Aber Ford war trotz seiner Freundschaft zu Weston eher abgeschirmt von allem. Ich fand auch die anfängliche Betonung mit dem hottesten Milliardär etwas anstrengend und übertrieben. Auch wenn solche Hypes in Zeiten von Social Media schnell entstehen, aber als Musikproduzent ist er sicherlich keine solche Nummer wie Sänger und Schauspieler, deswegen war das sehr übertrieben. Dass es für Ford etwas Privilegiertes brauchte, damit die Geschichte funktioniert, das war schnell klar, aber alles andere hätte man etwas runterfahren können. Weiterhin ist die Wahl, wie der Single Dad-Trope hier umgesetzt wurde, ungewöhnlich. Cora ist schon relativ ‚alt‘ und wie sie in Fords Leben tritt, noch verrückter. Auch wenn sich die Geschichte süß und mitreißend entwickelt hat, aber komplizierter konnte man es erstmal wohl nicht machen. Auch wenn Fords Fassade dadurch natürlich brechen soll, aber ich fand ihn als Charakter sehr schwer greifbar. Es gab genug Momente, um ihn richtig dolle zu mögen, dann wiederum fand ich ihn unnahbar beziehungsweise inkonsequent in seiner Darstellung. Auch wenn ich sagen muss, dass ich Silver fast mehr für ihre Frauenrollen mag, aber ihre Jungs möchte ich dennoch mögen und das war hier nicht so einfach, wie ich es gewohnt bin.

Was ich unfassbar geliebt habe, das waren die ausgetauschten E-Mail-Nachrichten. Das war zum Totlachen und gerade diese vorgelesen zu bekommen, herrlich! Das war mit Abstand das allerbeste am Buch, auch weil es durch Rosies Art in der Hauptsache getragen wird. Sie ist quirlig, sie ist wortgewandt, sie ist schlagfertig, da kommt viel zusammen, was mich sehr von ihr eingenommen hat. Ihre Situationship ist zwar auch seltsam, aber ich mochte sie von Anfang an und sie hat viel mitgezogen. Sie hat die Chemie zwischen den Figuren befeuert. Wegen Ford war dann am Ende die aufgebaute Dramatik auch etwas künstlich, also man merkt, alles schon typisch Silver, aber eine Komponente hat diesmal für mich nicht so gestimmt.

Fazit: „Wild Love“ ist ganz offensichtlich von Elsie Silver, weil dort alle typischen Zutaten von ihr zu finden sind. Gleichzeitig war aber Ford der erste Protagonist von ihr, der mich emotional sehr auf Abstand gehalten hat. Da wollte der Funken nicht so überspringen. Deswegen fällt hier meine Bewertung auch nur durchschnittlich aus. Das wird sicherlich eine Ausnahme gewesen sein und ich bin jetzt sehr gespannt, was die Reihe mir noch anbieten wird.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Kopie oder eigenständig?

Silver Elite
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Im Romantasy-Bereich ist zuletzt ein eindeutiger Trend zu beobachten, dabei lese ich in dem Genre gar nicht so viel, aber es ist auch an mir nicht vorbeigegangen. Wir haben im ersten Band eine Art Internat/Bootcamp-Setting, ...

Im Romantasy-Bereich ist zuletzt ein eindeutiger Trend zu beobachten, dabei lese ich in dem Genre gar nicht so viel, aber es ist auch an mir nicht vorbeigegangen. Wir haben im ersten Band eine Art Internat/Bootcamp-Setting, Ausbilder verliebt sich in Schülerin und umgekehrt und danach geht es in den großen Kampf und die Folgebände sind deutlich weiter und unberechenbarer zu erzählen. Ein altes Vorbild ist da sicherlich auch die „Divergent“-Reihe, aber natürlich auch die Drachenreihe von Rebecca Yarros. Letztere habe ich nach Band 1 bislang noch nicht weiterverfolgt, weil ich viele negative Stimmen gehört habe. Dementsprechend kam mir der Inhalt von „Silver Elite“ alleine vom Klappentext her sehr bekannt vor. Reingelesen habe ich aber trotzdem.

Auch wenn ich insgesamt wirklich bestätigen kann, dass ich viele bekannte Themen wiedergefunden habe, so habe ich mich von „Silver Elite“ von Dani Francis sehr gut unterhalten gefühlt. Das Buch ist auch nicht gerade mit wenig Seitenzahlen ausgestattet und trotzdem bin ich durch die Seiten geflogen, weil sich ein toller Lesefluss eingestellt hat. Ich habe mir zwar immer mal gewünscht, wir hätten mehr als diese eine Perspektive, um diese reiche Buchwelt noch besser ergründen zu können, aber Wren als Protagonistin eignet sich gut als Charakter, die wir bei allem begleiten. Sie ist zwar extrem anders als ich selbst, aber mir hat es unfassbar gut gefallen, dass sie im Gegensatz zu anderen Frauen dieser Reihen von Anfang unglaublich begabt, gewieft, vorlaut und mutig ist. Sie wird nicht in eine herausfordernde Situation geworfen und ist dann magisch talentiert, nein, sie kennt ihren Wert und versucht es eher zu verbergen, um ihre Identität nicht zu enthüllen. Es ist eine andere Ausgangssituation, die mich sehr unterhalten hat, zumal Wren mit vielen Figuren, auf die sie trifft, verbal richtige Gefechte ausführt. Das war sehr unterhaltsam. Ihre impulsiven Momente waren durchaus öfters anstrengend, aber ich fand, dass ihr moralisches Verständnis sowie ihre große Empathie das gut ausgeglichen haben.

Cross ist als Figur da nicht ganz so leicht für mich zu charakterisieren, weil wir seine Perspektive nicht haben, aber er hat zunächst eine ansprechende Mischung aus Unnahbarkeit, Stärke, aber auch direkt eine sichtbare Schwäche für Wren. Ich fand es auch im Gegensatz zu seinen Brüdern sehr gelungen, dass man bei ihm am meisten bemerkt, dass seine berufliche Fassade nach außen nicht seinen inneren Gedanken entspricht. Die Liebesgeschichte ist dadurch zwar von viel Konfrontation geprägt, aber auch viel von Tiefgang, von unerwartet nahen Momenten. Ich finde im Vergleich zu anderen Büchern auch, dass die Art, wie die Liebesgeschichte erzählt ist, gerade im Hinblick auf die intimen Szenen, sehr angemessen ist. Es existiert, aber nicht unangenehm viel, weil da dennoch genug andere Handlung ist. Aber die Chemie war toll, deswegen waren alle Szenen auf jeden Fall anziehend.

Auf inhaltlicher Ebene finde ich, dass das World Building vom Prinzip her eher simpler ist, aber nicht weil die Autorin zu wenig aufbaut, sondern weil das Konzept einfach simpler gedacht ist. Es bietet aber genug Potenzial, auch weil ersichtlich ist, dass die Silverbloods im Grunde viel zu unerforscht sind, was wohl auch die große Angst bzw. Abscheu ihnen gegenüber erklärt. Ansonsten gibt es viele brutale Szenen, hier geht die Autorin zu keinem Zeitpunkt zimperlich vor. Auch viel aus dem Training ist sehr unterhaltsam, weil ich da an SWAT oder andere Eliteeinheiten denken musste. Das war auf jeden Fall abwechslungsreich. Insgesamt ist die Handlung eng erzählt, weil Band 1 eigentlich fast nur die Ausbildung erzählt. Erst am Ende wird es etwas breiter und mit Band 2 wird sich auch erst entscheiden, wie gut die Idee von Francis wirklich ist. Es waren Aspekte für mich vorhersehbar. Zwar konnte ich nicht immer alles zu 100% vorhersagen, aber die Ahnungen waren zumeist richtig. Das hat mich aber nicht allzu sehr gestört, auch weil zwischendurch Wrens innerliches Dilemma viel Raum bekommen hat. Die Abwechslung war da ansprechend. Am Ende ist aber klar, dass da alles etwas über den Haufen geschmissen wurde. Die entstandenen Konflikte werden schnell aufgelöst, um am letztlichen Cliffhanger auszukommen. Das ist okay, aber unterstreicht als letzter Punkt, warum „Silver Elite“ echt gut, aber weit weg von perfekt ist.

Fazit: „Silver Elite“ von Dani Francis hat mich wunderbar unterhalten. Ein flüssiger Schreibstil, wenig zimperlicher Handlungsaufbau, ein Liebespaar mit Chemie, das aber nicht alles einnimmt, weil auch andere Charaktere und Handlungsbögen Raum bekommen. In der Sache etwas simpel und am Ende überhastet für Band 2 vorbereitet, aber wer bei den Geschichten gerne zugreift, wird hier nicht enttäuscht.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Mutige Frauengeschichte

Atmosphere
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Auch wenn ich beileibe noch nicht alles von Taylor Jenkins Reid gelesen habe, so habe ich sie mit allen Neuerscheinungen immer auf dem Schirm. Selbst wenn stilistisch immer etwas sehr Typisches für die ...

Auch wenn ich beileibe noch nicht alles von Taylor Jenkins Reid gelesen habe, so habe ich sie mit allen Neuerscheinungen immer auf dem Schirm. Selbst wenn stilistisch immer etwas sehr Typisches für die Autorin zu erkennen ist, so finde ich umgekehrt, dass sie mit ihren Geschichten immer etwas sehr Spezielles erzählt, sodass jedes für sich unverwechselbar ist.

Das gilt auch extrem für „Atmosphere“. Entweder Reid probiert sich über die Art aus, wie sie etwas erzählt, Stichwort „Daisy Jones and the Six“, oder aber sie erschafft Welten, in denen kämpferische Frauenfiguren ihren Weg finden müssen. „Atmosphere“ hat mich sehr an den oscarprämierten Film „Hidden Figures“ erinnert, aber quasi als Nachfolger. Im Film wurde die leider eher unbekannte Geschichte von drei Schwarzen Frauen erzählt, die in den 1950er und 1960er Jahren für die NASA gearbeitet haben. Reid wiederum verlegt ihr Geschehen in den 1980er, also auf jeden Fall 20 Jahre später. Hier haben wir es mit einer komplett fiktionalisierten Geschichte zu tun, wenn es historisch auch korrekt ist, dass in den 80ern immer mehr Frauen Teil von Space-Programmen wurde. Sie wurden nur nie so berühmt wie ihre männlichen Gegenstücke. Aber „Atmosphere“ zeigt für mich auch deutlich auf, dass es nie darum ging, die Ersten für etwas zu sein, sondern sich die eigenen Träume zu erfüllen.

Ich habe mich informiert, dass Reid für ihr insgesamt schon neuntes Buch viel Recherche betrieben hat und das ist dem Buch auf jeden Fall anzumerken. Auch wenn ich wahrlich keine Expertin bin, aber da wird bereits mit der Beschreibung einer Katastrophensituation in den Roman starten, war ich sofort drin. Auch später gibt es viele Beschreibungen, die man nicht einfach aus dem Ärmel schütteln könnte. Dementsprechend war Reid hier sehr bemüht, alles so getreu wie möglich abzubilden. Ich finde auch, dass ihre Beschreibungen bei mir echtes Kopfkino ausgelöst haben. Sicherlich hat auch geholfen, dass ich „Atmosphere“ als Hörbuch hatte und Sandra Voss mich als hauptsächliche Stimme von Joan durch das Geschehen geleitet hat. Sie hat eine Portion Emotionalität in die besonders dramatischen Momente eingebracht, die die Bilder im Kopf sicherlich befeuert hat. In jedem Fall ist das Astronauten-Dasein eine gute Wahl gewesen, weil wirklich nur ein sehr kleiner Anteil von Menschen überhaupt daran beteiligt ist (mal sehen, wie das mit dem Raumtourismus durch Bezos, Musk und Co. noch weitergeht) und weil es daher auch einfach spannend ist, in diese Welt einzutauchen. Wir bekommen auch echt viel geboten. Neben diesem dramatischen Einsatz, der die Geschichte rahmt, ist es auch Joans Ausbildung und das habe ich gerne mitverfolgt.

Das Buch ist aber auch nicht einfach nur eine Astronautengeschichte, weil es um Joan Goodwin mit allen Facetten ihres Lebens geht. Genau das ist auch der Teil, der mich am meisten an Reids Stilistik erinnert hat. Neben ihrem irgendwann entflammten Traum, Astronautin zu werden, ist Joan mitten in einer komplexen Familiensituation, weil ihre Schwester ungeplant schwanger wird, doch im Grunde hätte Joan das Kind auch selbst zur Welt bringen können, weil sie schnell wie die Ersatzmutter agieren muss. Dann haben wir noch Joans sexuelles Erwachen als zweiten großen Schwerpunkt. Joan wirkt durch manche Dinge manchmal etwas naiv, weil sie alt genug ist, um eigentlich schon über andere mehr mitbekommen zu haben, aber es passte für mich ganz gut in die 80er, die mit uns heute, 40 Jahre später, nicht zu vergleichen sind. Gerade die Familiengeschichte ist auch etwas, bei der ich gut nachvollziehen konnte, warum Joan da so blind agiert, weil die eigenen Familienmitglieder diese blinden Flicken gut provozieren können. Aber es war auch großartig, wie alle drei Themenkomplexe immer wieder ineinandergegriffen haben. Es hat mir insgesamt auch gezeigt, dass eine Liebesgeschichte nicht immer alles ist. Überzeugende Charaktergeschichten muss man über ein Gesamtkonstrukt rüberbringen und das war hier definitiv der Fall.

Warum ich jetzt letztlich nicht zu fünf Sternen greife, das liegt vielleicht etwas darin begründet, dass für mich das Tempo der Handlung nicht immer stimmte. Reid wollte einen längeren Zeitraum erzählen, was auch absolut richtig war. Aber es war für mich zu sehr im Ungleichgewicht, wo sie wie viel Zeit aufgewendet hat. Gerade im ersten Drittel gab es Stellen, die etwas kürzer hätten sein können, während es am Ende übertrieben schnell ging. Ich hätte keinesfalls verlangt, die Handlung grundsätzlich länger zu gestalten, nein, es war gewichtig genug, aber das Verhältnis untereinander, das war ausbauwürdig.

Fazit: Reid hat mich wieder gepackt bekommen, weil auch „Atmosphere“ eine dichte Erzählung ist, die mit vielen Facetten überzeugt. So mag ich mutige und individuelle Frauengeschichten am liebsten. Auch wenn die erzählten Zeiten gemischt mit Zeitsprüngen besser hätten ausbalanciert werden können, ist es eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

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