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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2025

Psychothriller mit einer Spur Fantasy

Apartment 5B
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Diese Rezi behandelt das Hörbuch


Zum Inhalt:
Das junge Künstlerpaar Rosie und Chad hat einen kranken Verwandten bis zu seinem Tod gepflegt und erbt danach dessen Apartment in New York. Obwohl die Tochter ...

Diese Rezi behandelt das Hörbuch


Zum Inhalt:
Das junge Künstlerpaar Rosie und Chad hat einen kranken Verwandten bis zu seinem Tod gepflegt und erbt danach dessen Apartment in New York. Obwohl die Tochter des Verstorbenen zu Lebzeiten nichts von ihrem Vater wissen wollte, verlangt sie aufgebracht die Herausgabe des Erbes und will sich mit Rosie treffen, um diese mit einigen pikanten Informationen zu deren Ehemann zu versorgen. Doch zu einer Aussprache kommt es nicht mehr.

Mein Eindruck:
Genremixe sind nicht unbedingt jedermanns Sache, aber Lisa Unger macht ihre Sache in diesem Buch wirklich gut. Denn die Gegensätze sind hier Programm: Einerseits sympathische Nachbarn, andererseits eine unterschwellige Gefahr. Einerseits das vibrierende, lebendige New York, andererseits viele Leichen, welche die Geschichte rund um Rosie, Chad und das Windermere-Gebäude säumen. Das Leben, welches die sympathischen Protagonisten erwartet, ist Traum und Alptraum gleichermaßen und genau so gestaltet sich das Gefühlsleben von Rosie: Ein stetiges Auf und Ab, begleitet gleichermaßen von unheimlichen Vorkommnissen und überaus glücklichen Momenten. Lisa Unger hält dabei immer den Spannungsbogen straff gespannt und bietet einige Überraschungen auf, die man so nicht wirklich erwarten konnte.

Mein Fazit:
Ganz großes (Hör-)Kino

Veröffentlicht am 27.04.2025

Leider wenig Edelgard

Blumenlust
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Zum Inhalt:
Ein Serienmörder hat sich auf joggende Männer in Mannheim spezialisiert. Da Edelgard dort wieder auf einen Bücherladen aufpassen soll und zufällig auf ein späteres Opfer getroffen ist, gerät ...

Zum Inhalt:
Ein Serienmörder hat sich auf joggende Männer in Mannheim spezialisiert. Da Edelgard dort wieder auf einen Bücherladen aufpassen soll und zufällig auf ein späteres Opfer getroffen ist, gerät sie erneut in das Visier der Mannheimer Polizei. Und bei dieser Annäherung bleibt es nicht...

Mein Eindruck:
Claudia Schmid fängt das lokale Umfeld wirklich gut ein und die Sequenzen, die Edelgard und Norbert (Ehegatte der Hauptfigur) miteinander verbringen dürfen, beinhalten die gewohnte liebenswerte Vertrautheit und Genervtheit. Wie eben lange Beziehungen gerne einmal sind. Leider gönnt uns die Autorin diese Abschnitte meistens nur für kurze Zeit und befasst sich bedeutend mehr mit anderen Figuren, die sich teilweise sehr speziell verhalten (selbst, wenn man vom Mörder absieht). Einige davon bieten bestimmt noch Entwicklungsmöglichkeiten für weitere Krimis, die sich dann aber wieder gerne mehr mit Edelgard selbst beschäftigen dürfen.

Mein Fazit:
Macht Lust auf den Luisenpark, die Morde sind dabei eher Beiwerk

Veröffentlicht am 21.04.2025

Erst Kaugummi, dann Gaumenschmaus

Die Garnett Girls
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Zum Inhalt:
Nachdem sie von ihrem Mann Richard verlassen wurde, vernachlässigte die Mutter der Garnett-Girls - Margo - aus lauter Kummer ihre kleinen Töchter. Doch dann erfand sie sich neu, nahm ihren ...

Zum Inhalt:
Nachdem sie von ihrem Mann Richard verlassen wurde, vernachlässigte die Mutter der Garnett-Girls - Margo - aus lauter Kummer ihre kleinen Töchter. Doch dann erfand sie sich neu, nahm ihren Mädchennamen wieder an und wachte über die drei Mädchen, die alle auf ihre Weise mit den Gegebenheiten klarzukommen versuchten.

Mein Eindruck:
Der Anfang ist zäh, doch - obwohl es nicht einmal DEN Punkt in der Geschichte gibt, packt sie einen plötzlich und man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Wie sich Margo und ihre Töchter aus dem Schatten des Vaters befreien und wie ihre Geschichte mit Richard zum Schluss noch einmal rund wird, ist aller Ehren und vor allen Dingen lesens-wert. Georgina Moore erschafft für jede ihre weiblichen Figuren eine glaubhafte Lebensgeschichte, die sich perfekt am Verhältnis zu den Eltern orientiert. Die Schauplätze gefallen und die (spät)pubertären Kämpfe mit der Mutter und deren ganz eigenen Macken lassen einen gleichermaßen verzweifeln und grinsen.

Mein Fazit:
Absolut lesenswert, nicht zu früh aufgeben!

Veröffentlicht am 05.04.2025

Die perfekte Welle

The Surf House
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Zum Inhalt:
Nach einem traumatischen Erlebnis landet Bea am Strand von Marokko in einer Surfer-Community und jobbt im Ferien-Hostel ihrer neuen Freundin Marian. Als Bea in großen Geldschwierigkeiten steckt, ...

Zum Inhalt:
Nach einem traumatischen Erlebnis landet Bea am Strand von Marokko in einer Surfer-Community und jobbt im Ferien-Hostel ihrer neuen Freundin Marian. Als Bea in großen Geldschwierigkeiten steckt, bietet ein Amerikaner einen Ausweg und viel Geld, wenn Bea das Verschwinden seiner verschollenen Schwester erforscht, denn Samantha wurde zuletzt an genau diesem Ort gesehen. Bea nimmt Geld und Herausforderung an und begibt sich dadurch in große Gefahr.

Mein Eindruck:
Das einzige, was den wirklich überaus guten Eindruck das Thrillers schmälert, ist der dramatische Grund, warum Bea bei Marian landet - wenn das eine Nummer kleiner ausgefallen wäre, hätte das Buch einen Glaubwürdigkeits-Punkt zusätzlich bekommen.
Aber sonst gibt es an der Geschichte wirklich gar nichts zu meckern. Besonders gut gefällt die Charakterzeichnung der Protagonistin, die sehr viel - auch gegen ihre eigene Natur - tut, um geliebt zu werden. Dass in einem Thriller auch diese Saite angeschlagen wird, ist eher selten, - doch Lucy Clarke verwirrt ihre Leser (und Bea) genau mit diesem Aspekt. Dadurch lässt sich die Hauptperson manipulieren, interpretiert einige Umstände falsch und kann sich fast nicht aus den Fesseln befreien, die ihr Umwelt und letztendlich auch sie selbst angelegt haben. Viele Figuren haben doppelte Böden, - das macht Spaß und lässt einen bis zum Schluss raten und fiebern, ob und wo Samantha lebt und wie sich Bea durch den Showdown kämpfen kann.

Mein Fazit:
Spannende Urlaublektüre, - nicht nur für Surfer

Veröffentlicht am 29.03.2025

Abklatsch

Die Yacht
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Zum Inhalt:
Ihre Freunde haben es im Gegensatz zu Hannah geschafft - Mags und Libby (beide verheiratet) schwimmen im Geld und Harry startet mit seiner Kunst durch. Als Hannah mit ihnen und den zwei Gatten ...

Zum Inhalt:
Ihre Freunde haben es im Gegensatz zu Hannah geschafft - Mags und Libby (beide verheiratet) schwimmen im Geld und Harry startet mit seiner Kunst durch. Als Hannah mit ihnen und den zwei Gatten der Frauen auf einer Yacht den Jahreswechsel feiert, ahnt sie nicht, dass das Boot am nächsten Morgen auf dem Meer treibt - ohne funktionierendes Funkgerät, Rettungsbooten und mit wenig Proviant. Ein Kampf um das Überleben beginnt - mit- und gegeneinander.

Mein Eindruck:
Diese Geschichte erinnert leider zu sehr an den Erstling von Sarah Goodwin "Stranded", denn auch hier muss ein hässliches, ungeliebtes Entlein in einer vor allen Dingen von toxischen, hinterlistigen und gewalttätigen Männern ohne Skrupel bevölkerten Umgebung um sein Leben kämpfen. Für Menschen, die mit diesem Buch beginnen, ist es dank des guten Schreibstils deshalb eher ein Genuss als für die Leser, die "Stranded" kennen.
Die beiden Ehepaare sind sehr negativ gezeichnet, die Männer übergriffig und brutal, die Frauen nur an Äußerlichkeiten interessierte Weibchen. Dass insbesondere bei den beiden Männern überhaupt keine Verinnerlichung der schlechten Situation stattfindet und - ganz im Gegenteil - nur Bösartigkeit und Gewalt gepflegt wird, ist auch für ein fiktionales Werk irgendwann ermüdend und nicht ernst zu nehmen. Nach einem vorgezogenen Showdown wird der Überlebenskampf sogar ein bisschen zäh und dadurch langweilig - das Ende wird herbeigesehnt. Dabei gelingt der Autorin noch ein Twist, das Buch rettet sich jedoch nicht mehr wirklich. Schade.

Mein Fazit:
Eine Kopie des Erstlings, beim nächsten Mal hoffentlich wieder ein Original