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Veröffentlicht am 28.02.2026

Ein buntes Leben mit vielen Ecken und Kanten

Alt genug
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Das Cover des Buches von Ildikó von Kürthy zeigt ein buntes Etwas. Erst nach dem Lesen habe ich es so gedeutet, dass es die Buntheit des Lebens zeigt - aber in der bescheidenen Struktur des menschlichen ...

Das Cover des Buches von Ildikó von Kürthy zeigt ein buntes Etwas. Erst nach dem Lesen habe ich es so gedeutet, dass es die Buntheit des Lebens zeigt - aber in der bescheidenen Struktur des menschlichen Daseins - mit Ecken und Kanten.
Die Autorin beschreibt in ihrem Buch zahlreiche Episoden aus ihrem Leben. Bunt zusammengewürfelt, mit vielen Gedankengängen und Zeitsprüngen. Ich kann mich aufgrund des Alters und des beschriebenen Reifeprozesses gut mit der Autorin identifizieren. Viele Stellen im Buch haben mich herzhaft zum Lachen gebracht. Sie hat eine besondere Gabe, Beobachtungen und Gefühlen, in schöpferischer Weise, sprachlich zum Leben zu erwecken. Auch die Schreibweise empfand ich als erfrischend lebendig, authentisch und leicht zugänglich. Zwischendurch immer wieder ganz kurze Sätze mit zwei oder drei Worten waren wie kleine Impulse, die von ihrem Bewusstsein sofort auf Papier gebracht wurden. Ich hatte dabei das Gefühl, dass die Autorin direkt neben mir sitzt und mir von sich erzählt. Als ob sie mir nahe steht, und sich mir anvertraut. Von daher war das Lesen mit einem Gefühl verbunden, auf emotionaler Ebene bereichert zu werden.
Inhaltlich vermittelt sie vor allem Frauen, dass wir zu unseren Ecken und Kanten deutlich selbstbewusster stehen sollten. Dass wir unser Denken und Handeln nicht primär auf das Gefallen und die Erwartungen anderer ausrichten sollen. Die Autorin zeigt sich sehr ehrlich mit ihren Schwächen und widersprüchlichen Empfindungen und vermittelt dabei die Nutzlosigkeit des Strebens nach Perfektion. Sie bleibt in ihren Erfahrungsberichten immer nahbar - auch wenn so manche Einstellung oder Verhalten sehr weit weg von meinem Leben liegt. Ein Buch, was Frauen Mut macht, sie selbst zu sein und die Buntheit ihres Daseins zu feiern.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2026

Zurückgespultes Leben

You and Me - Die zweite erste Liebe
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Der Roman „You and Me – Die zweite erste Liebe“ von Josie Lloyd und Emlyn Rees ist eine romantische Komödie mit Tiefgang, die mich überraschend emotional abgeholt hat – und deshalb von mir verdiente 4 ...

Der Roman „You and Me – Die zweite erste Liebe“ von Josie Lloyd und Emlyn Rees ist eine romantische Komödie mit Tiefgang, die mich überraschend emotional abgeholt hat – und deshalb von mir verdiente 4 Sterne bekommt.

Die Grundidee mit der Zeitreise hat mich sofort neugierig gemacht: Was würden wir in der Vergangenheit verändern, um heute glücklicher zu sein? Würden kleine Änderungen zu einem anderen Leben führen?

Als Adam und Jules sich kennenlernen ist es für beide die große Liebe. Doch 35 Jahre später sieht die Realität anders aus: Alltagstrott, Kinder, Jobs, Verpflichtungen haben die damaligen Glücksgefühle abflauen lassen.

Mithilfe eines alten Kassettenrecorders gelingt es ihnen nach einem heftigen Streit, in die Anfangszeit ihrer Beziehung zurückzureisen. Hier ist es ihnen sogar möglich, die Vergangenheit zu ändern, was natürlich Folgen hat.

Die Szenen aus dem Familienalltag haben sich für mich sehr authentisch angefühlt – mit all den kleinen Spannungen, unausgesprochenen Erwartungen und dieser leisen Sehnsucht nach dem Gefühl von damals. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Dadurch bekommt man ein rundes Bild von ihrer Beziehung und versteht beide Seiten.

Natürlich ist das Zeitreise-Element ein bisschen verspielt und sorgt für einige turbulente Momente, vor allem als Gegenwart und Vergangenheit zunehmend durcheinandergeraten. Aber gerade diese Mischung aus Romantik, Humor und einer Prise Chaos macht den Charme des Buches aus.

Was mich am meisten berührt hat: die Erkenntnis, wie schnell Zeit vergeht. Dass wir oft erst im Rückblick verstehen, wie glücklich wir eigentlich waren. Und dass man manche Momente nicht konservieren oder wiederholen kann – egal wie sehr man es sich wünscht.

Der Roman ist stellenweise sehr bewegend und mit einer schönen Botschaft über zweite Chancen – nicht nur in der Liebe, sondern auch im Blick auf das eigene Leben.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Italienische Lebenswege im Wandel der Zeit

Villa Rivolta
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Der Autor, Daniel Speck entführt uns ins Italien der goldenen Sechziger, zwischen Dolce Vita, wirtschaftlichem Aufbruch und gesellschaftlichem Umbruch, und verwebt private Schicksale geschickt mit historischer ...

Der Autor, Daniel Speck entführt uns ins Italien der goldenen Sechziger, zwischen Dolce Vita, wirtschaftlichem Aufbruch und gesellschaftlichem Umbruch, und verwebt private Schicksale geschickt mit historischer Realität.

Im Mittelpunkt stehen Piero, der Sohn eines reichen Automobilunternehmers, und Valeria, die Tochter des Dienstmädchens – zwei Kinder aus unterschiedlichen Welten, die sich ewige Freundschaft versprechen. Ihre Beziehung, voller Nähe, unausgesprochener Gefühle und innerer Konflikte, fand ich besonders spannend.

Speck erzählt in wechselnden Perspektiven und Zeitebenen, was die Geschichte lebendig und spannend macht. Sein Stil ist angenehm flüssig, die Figuren wirken greifbar und emotional, und man fühlt sich schnell in die Atmosphäre Mailands hineingezogen. Besonders gelungen ist, wie beiläufig historisches Wissen – etwa zur italienischen Autogeschichte und zum gesellschaftlichen Wandel – vermittelt wird.

Ein kleiner Wermutstropfen für mich war das Ende: Es kam recht abrupt, einige Entwicklungen wurden schnell abgehandelt, und ein paar Fragen blieben offen, bei denen ich mir mehr Raum oder Klarheit gewünscht hätte. Trotzdem bleibt die Geschichte im Kopf – gerade wegen ihres Themas von Nähe und Abschied, von Lebenswegen, die sich trennen, obwohl eine tiefe Verbundenheit bleibt.

Insgesamt ein atmosphärischer, vielschichtiger Roman, der Fans von Familiengeschichten und Italienliebhaber:innen gleichermaßen begeistern dürfte.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 19.02.2026

Berührende Tierfantasy mit starken Botschaften

Wild Stork (Band 1) - Beschützer des Waldes
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Wild Stork (Band 1) von Jiatong Chen hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte um den kleinen Storch Einar, der von seiner Mutter verstoßen und von der liebevollen Katze Wisch aufgenommen wird, ist emotional, ...

Wild Stork (Band 1) von Jiatong Chen hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte um den kleinen Storch Einar, der von seiner Mutter verstoßen und von der liebevollen Katze Wisch aufgenommen wird, ist emotional, spannend und voller Herz. Besonders schön fand ich die Idee der Ersatzfamilie und Einars Weg vom unsicheren Jungvogel zum mutigen Wächter des Waldes – das ist berührend erzählt und macht richtig Mut.

Die schwarz-weißen Illustrationen lockern die Kapitel auf, und die Charakterübersicht am Anfang ist hilfreich bei den vielen Figuren. Die Natur- und Tierbeschreibungen sind sehr bildhaft, sodass man den Tausendflügelwald förmlich vor sich sieht. Dazu kommen viele wichtige, kindgerecht vermittelte Themen wie Selbstakzeptanz, Mut, Durchhaltevermögen, Vergebung und die Erkenntnis, dass Familie nicht nur aus Blutsverwandtschaft besteht – alles ohne belehrend zu wirken.

Insgesamt ist es eine spannende Abenteuergeschichte mit Herz, Tiefgang und einer starken Botschaft. Eine klare Empfehlung für kleine (und große) Leser*innen, die tierische Geschichten mit Gefühl und Spannung lieben!

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Italienische Lebenswege im Wandel der Zeit

Villa Rivolta
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Der Autor, Daniel Speck entführt uns ins Italien der goldenen Sechziger, zwischen Dolce Vita, wirtschaftlichem Aufbruch und gesellschaftlichem Umbruch, und verwebt private Schicksale geschickt mit historischer ...

Der Autor, Daniel Speck entführt uns ins Italien der goldenen Sechziger, zwischen Dolce Vita, wirtschaftlichem Aufbruch und gesellschaftlichem Umbruch, und verwebt private Schicksale geschickt mit historischer Realität.

Im Mittelpunkt stehen Piero, der Sohn eines reichen Automobilunternehmers, und Valeria, die Tochter des Dienstmädchens – zwei Kinder aus unterschiedlichen Welten, die sich ewige Freundschaft versprechen. Ihre Beziehung, voller Nähe, unausgesprochener Gefühle und innerer Konflikte, fand ich besonders spannend.

Speck erzählt in wechselnden Perspektiven und Zeitebenen, was die Geschichte lebendig und spannend macht. Sein Stil ist angenehm flüssig, die Figuren wirken greifbar und emotional, und man fühlt sich schnell in die Atmosphäre Mailands hineingezogen. Besonders gelungen ist, wie beiläufig historisches Wissen – etwa zur italienischen Autogeschichte und zum gesellschaftlichen Wandel – vermittelt wird.

Ein kleiner Wermutstropfen für mich war das Ende: Es kam recht abrupt, einige Entwicklungen wurden schnell abgehandelt, und ein paar Fragen blieben offen, bei denen ich mir mehr Raum oder Klarheit gewünscht hätte. Trotzdem bleibt die Geschichte im Kopf – gerade wegen ihres Themas von Nähe und Abschied, von Lebenswegen, die sich trennen, obwohl eine tiefe Verbundenheit bleibt.

Insgesamt ein atmosphärischer, vielschichtiger Roman, der Fans von Familiengeschichten und Italienliebhaber:innen gleichermaßen begeistern dürfte.

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