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Veröffentlicht am 24.03.2026

Märchenhafter Spaß auf dem Ponyhof

Die Märchenponys, Band 1 - Schneewittchen hat jetzt vier Hufe
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Die Märchenfiguren gehen auf die Barrikaden und fordern Urlaub. Fee Endora ist genervt und macht ihnen einen Vorschlag. Sie dürfen ihren Urlaub in der Menschenwelt verbringen, allerdings in Gestalt von ...

Die Märchenfiguren gehen auf die Barrikaden und fordern Urlaub. Fee Endora ist genervt und macht ihnen einen Vorschlag. Sie dürfen ihren Urlaub in der Menschenwelt verbringen, allerdings in Gestalt von Ponys auf einem Ponyhof. Sieben von ihnen gehen auf den Deal ein. Der Haken an der Sache: Sie können erst in die Märchenwelt zurückkehren, wenn sie sieben gute Taten vollbracht haben.

Das Cover dürfte hier schon viele Kinder magisch anziehen. Es ist wunderschön gestaltet mit goldenen Highlights und vielen Märchenelementen am Rand. Auch Ponybegeisterte kommen auf ihre Kosten. Im Innern des Buches gibt es in den Buchdeckeln jeweils eine Übersicht über den Ponyhof, die sehr hilfreich für das Verständnis ist. Zudem werden alle Märchencharaktere/-ponys vorgestellt, was den Einstieg in die Geschichte sehr erleichtert.

Die Idee, dass die Märchenfiguren Schneewittchen, Dornröschen, Hans im Glück, Froschkönig Frodo, Rapunzel, Aschenputtel und die kleine Meerjungfrau Nixe rebellieren und daraufhin in Urlaub in die Menschenwelt geschickt werden ist wirklich witzig. Der Hof eröffnet ganz neu und die Ponys sind gleich im Einsatz. Ich mochte Jonna, die Tochter der Hofbesitzerin sehr, sie hat immer eine positive Ausstrahlung. Für viel Trubel sorgt, dass die Märchenponys besondere Fähigkeiten besitzen, die sie selbst jedoch noch nicht kennen. Jedes Pony hat einen einzigartigen Charakter und ich kann gar nicht sagen, welches ich am liebsten mochte. Gemeinsam suchen sie nach einer guten Tat, die sie der Heimreise näher bringt. Als die unsichere Mila mit Reitstunden beginnt, ist das die perfekte Gelegenheit zu zeigen, was sie können. In Mila können sich sicher viele Kinder einfühlen, denn war war nicht schon mal in irgendeiner Situation unsicher. Ob es wie im Märchen ein Happy End gibt, müsst ihr selbst herausfinden.

Die zauberhaften, farbigen Illustrationen sorgen für zusätzlichen Lesespaß und sind einfach bezaubernd. Insgesamt eine tolle Geschichte für Kinder, die vom Erstlesebuch zu längeren Geschichten wechseln. Ich freue mich schon auf den nächsten Band samt guter Tat, der im September erscheinen soll. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Eindringliche Zeitreise mit viel queerem Einschlag

Die verborgenen Bilder
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Frieke hat es gerade nicht leicht Ihre Eltern haben sich getrennt und sie muss aus der gewohnten Umgebung in eine neue Wohnung ziehen. Ihre Schwester Henri und ihre Mama scheinen damit gut klar zu kommen, ...

Frieke hat es gerade nicht leicht Ihre Eltern haben sich getrennt und sie muss aus der gewohnten Umgebung in eine neue Wohnung ziehen. Ihre Schwester Henri und ihre Mama scheinen damit gut klar zu kommen, doch für Frieke hat der Vater einen Verrat begangen, den sie einfach nicht verzeihen kann. Doch bald schon ziehen Zeichnungen, die sie in ihrem Zimmer an der Wand finden Friekes Aufmerksamkeit auf sich, denn wenn Frieke sie berührt, kann sie in die Vergangenheit reisen. Dort lernt sie Ilsabeth, die Urheberin der Bilder kennen, die vor etwa 100 Jahren gelebt hat. Bei ihrer neuen Freundin findet sie den Familienzusammenhalt, den sie in ihrer Zeit vermisst. Doch mit der Zeit hört sie auch Dinge, die sie schmerzlich daran erinnern, dass die 1930er nicht nur Positives hervorgebracht haben und die Nachwirkungen noch heute zu spüren sind.

Mich hat sowohl das Zeitreisethema, als auch Friekes Umgang mit der Vergangenheit interessiert, doch es dauert etwas, bis das Buch sich diesen Themen zuwendet. Anfangs hat mich das verwundert, doch nun weiß ich, dass die Autorin auf diese Weise einen tollen Bogen in dieser Geschichte schlägt. Frieke lernt man als äußerst frustriertes, wütendes aber auch trauriges Mädchen kennen, das den Verrat ihres Vaters an sich selbst, aber auch an ihrer Mama nicht verwinden kann. Er hat einen neuen Partner und niemand außer ihr scheint sich daran zu stören. So bricht sie den Kontakt zu ihm größtenteils ab, leidet jedoch sehr. Diese ganzen Gefühle transportiert die Erzählweise der Autorin sehr gut. Man kann Friekes Schmerz spüren und nachvollziehen. Da kommt die Möglichkeit, dem in die Vergangenheit zu entfliehen gerade recht.

Was zunächst wie eine schöne Abwechslung wirkt, wird bald kompliziert, denn obwohl Ilsabeths Familie sie immer gern begrüßt, schleichen sich immer mehr judenfeindliche Aussagen in die Gespräche ein und damit ist Frieke, die weiß, was passieren wird, natürlich alles andere als einverstanden. Doch sie will auch ihre einzige Freundin nicht verlieren. Wie Maja Ilisch mit dieser Zwickmühle spielt, hat mich etwas an die Entwicklungen in "Die Welle" erinnert. Auch hier kommt am Ende ein abrupter Bruch, denn was einmal war, hat leider das Denken mancher Menschen immer noch nicht verändert. Für Leser*innen ab 10 Jahren kann diese Entwicklung ganz schön aufrüttelnd sein. Doch meiner Meinung nach, sollte die Erkenntnis besser früher als später stattfinden. Gerade in der heutigen Zeit, wo es wieder "schick" wird, Minderheiten als Sündenböcke zu benutzen und Gruppierungen auszugrenzen, die nicht ins eigenen Weltbild passen, ist das wichtiger denn je. Gerade, dass das Buch queere Menschen mit in den Fokus stellt, hat mich sehr angesprochen. Ein interessantes Buch, das Familienprobleme und die nationalsozialistische Vergangenheit und Gegenwart zu einer lesenswerten Geschichte vereint.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Magische Fortsetzung, sehr düster und spannend

Irida 2. Irida und das Rätsel der Ruine
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Noch immer sind die Wechselbälger auf der Suche nach dem Zugang zur Anderswelt, die sie unbedingt erobern wollen. Irida und die Furchtlosen müssen alles versuchen, um dies zu verhindern und ihre Stadt ...

Noch immer sind die Wechselbälger auf der Suche nach dem Zugang zur Anderswelt, die sie unbedingt erobern wollen. Irida und die Furchtlosen müssen alles versuchen, um dies zu verhindern und ihre Stadt Hohenburg vor den gefährlichen Plänen der Gegner zu schützen. Doch da sind dunkle, teuflische Mächte, die als Verbündete hilfreich wären für beide Seiten. Und dann ist da noch jemand, der im Hintergrund seine Strippen zieht. Es geht um nichts weniger als hunderte Menschenleben, die geopfert werden sollen. Können die Furchtlosen diese Katastrophe verhindern?

Schon das Cover dieses zweiten Bandes hat für mich alle Verspieltheit, die es beim ersten noch gab, verloren. Iridas Gesichtsausdruck und die Farben spiegeln hier wieder, wie sich die Geschichte entwickelt. Nach den Ereignissen in Band eins, der eher eine Hinführung war, schließt die Handlung hier nahtlos an. Irida, die um ihre Kräfte weiß, und ihre Freunde von den Furchtlosen, bekommen es nicht nur mit einem Gegner zu tun, der mit dem Rücken zur Wand steht, die Gruppe der Wechselbälger wird auch immer radikaler, ihre Pläne rücksichtsloser. Toll ist, dass Irida trotz ihrer wahren Identität zu ihren menschlichen Freunden steht. Die Suche nach Antworten in der Vergangenheit ihrer Familie bringt neue Informationen und es tauchen weitere, schwer einschätzbare Mächte in Hohenburg auf, die bisher im Hintergrund blieben. So spitzt sich die Lage immer weiter zu. Der Spannungsbogen ist in diesem zweiten Band wirklich hoch. Gleichzeitig kommen dem ein oder anderen aber auch Zweifel daran, ob man auf der richtigen Seite steht. Die Vielfalt der verschiedenen Gestalten aus düsteren Legenden und Sagen, die der Autor einbindet, ist hoch. Geister, Dämonen, Götter, Irrlichter, Trolle... die Story bietet viele fantastische Figuren, nicht alle kann man sofort einordnen, viele stammen aus unterschiedlichen Zeiten, so dass manchmal die Verbindung fehlt. Doch Markus Heitz schafft es, sie zu einem großen Ganzen zu verknüpfen.

Der Schreibstil ist diesmal für mich eingängiger, baut mehr Spannung auf und beschreibt sehr bildlich vor allem Orte und Personen, so dass man sich alles vorstellen kann. So macht das Eintauchen in die Welt um Hohenburg und bei gelegentlichen Abstechern in die Wälder Norwegens Spaß. Die Wechsel zwischen den Perspektiven fallen mir in diesem Band auch leichter, weil ich mich im ersten daran gewöhnen konnte. Um der Geschichte gut folgen zu können, sollte man diesen ohnehin zuerst lesen, denn er enthält wichtige Infos zu den Personen und der zweite Band baut auf ihm auf. Nur ist dieser spannender, düsterer und auch etwas brutaler geraten. Eine tolle Steigerung. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Tiefgründiger Thriller über ein interessantes Beziehungsgefüge

This Story Might Save Your Life
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Joy und Benny sind Urheber eines interessanten Podcasts mit dem Titel "This Story Might Save Your Life", in dem sich alles ums Überleben in ausweglosen Situationen dreht. Seit Jahren sind die beiden auch ...

Joy und Benny sind Urheber eines interessanten Podcasts mit dem Titel "This Story Might Save Your Life", in dem sich alles ums Überleben in ausweglosen Situationen dreht. Seit Jahren sind die beiden auch beste Freunde. Den Podcast managt Joys Ehemann. Kurz nach einem Streit zwischen Joy und Benny verschwindet diese. Auch ihr Mann ist nicht auffindbar, dafür findet die Polzei im Haus Spuren, die auf ein Verbrechen hindeuten. Benny gerät in den Fokus der Ermittlungen. War er wirklich Joys bester Freund oder hatte er Grund, sie zu ermorden?

Podcasts sind jetzt immer öfter Thema in Romanen, da sie auch in der Realität an Beliebtheit gewinnen. Ich finde den Podcast der beiden Hauptfiguren hier mindestens genauso interessant wie ihre jahrelange Freundschaft. Doch schnell fällt auf, dass hier irgendetwas im Argen lag, was nun in der Geschichte Stück für Stück aufgedeckt wird. Puzzleteil für Puzzleteil setzt Benny das Geschehene zusammen, um den Verdacht gegen sich selbst zu entkräften. Als Leser*in stellt man sich die Frage, ob er etwas vertuschen will oder wirklich unschuldig ist. Sein Verhalten deutet mal in die eine, mal in die andere Richtung. Zudem gibt es ein Buch, das Joy mit ihm schreiben sollte. Auch Ausschnitte aus diesem sind Teil des Romans und lassen Raum für Vermutungen. Immer mehr deutet darauf hin, dass die Thematik und das Motiv hier tiefgründiger sind, als es am Anfang scheint und das macht sehr viel der Spannung in diesem Thriller aus. Hier wird ein ernstes Beziehungsproblem einmal ganz anders thematisiert, als ich es gewohnt bin. Zudem gibt es viele undurchsichtige Nebenfiguren, die mehr zu wissen scheinen, als sie zugeben. Die Auflösung ist der Autorin zudem super gelungen. Ein mega gutes Buch über Beziehungsgeflechte, Liebe, Täuschung und Kontrolle, das ich nicht aus der Hand legen konnte. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Interessante Geschichte, wenn auch nicht ganz mein Ding

These Ancient Flames 1: Awake
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Mei ist Leibwächterin für die Herrscher in ihrem Kanton. Als dieser angegriffen wird und die Welt droht, in einen großen Krieg hineingezogen zu werden, sucht sich nach Lösungen. Raven, der sie vor dem ...

Mei ist Leibwächterin für die Herrscher in ihrem Kanton. Als dieser angegriffen wird und die Welt droht, in einen großen Krieg hineingezogen zu werden, sucht sich nach Lösungen. Raven, der sie vor dem Angriff seines Kanton gewarnt hat, scheint wenig vertrauenswürdig, doch ist seine Hilfe, die einzige, die greifbar scheint. Zusammen gehen sie Geschichten und Beobachtungen nach, die darauf hinweisen, dass es immer noch Drachen gibt, die das Land mit Magie speisen könnten und fähig sind, den Krieg zu verhindern, so wie sie es früher getan haben. Doch die Suche ist gefährlich, denn Mei kann niemandem trauen.

Gelegentlich lese ich ganz gerne Fantasy. Hier freute ich mich auf eine tolle Drachengeschichte. Auch die Unsicherheiten, denen Mei unterliegt, haben mich neugierig gemacht. Der Einstieg fiel mir allerdings schwerer als gedacht, was einerseits am Aufbau der Welt, andererseits an den vielen Namen lag, die ich zu Beginn schwer auseinanderhalten konnte. Dabei fängt das Buch eigentlich relativ spannend mit einer Täuschung und einem Überfall an. Die Welt ist etwas schwer greifbar, da hier die alten Traditionen und die magische Seite der Auguren mit der normalen, technisierten Welt der Menschen in vermeintlichem Einklang lebt. Die Charaktere wirken eher wie aus einer früheren Zeit, benutzen Hieb- und Stichwaffen, dann jedoch telefonieren sie mit Smartphones und gehen auf hippe Partys. Das passte für mich so überhaupt nicht zusammen. Zudem scheinen die Menschen von den Konflikten unter den vier Auguren-Kantonen nicht viel mitzubekommen, was seltsam ist, wo sie doch in ein und derselben Welt leben. Das hat mich zusehends irritiert.

Die Geschichte zwischen Mei und Raven, deren Anziehung man schon sehr früh spürt, war für mich ok. Manchmal ging es mir ein bisschen zu sehr um das Körperliche, da wurde dann auch teilweise der Verstand ausgeschaltet. Einige Plottwists kamen so nicht sehr überraschend, doch wenigstens bewegte sich die Geschichte dann vorwärts. Bei der Suche wurde etwas Potential verschenkt, denn sie ist weniger rätselhaft, als gehofft. Das letzte Drittel hat mich hingegen dann doch sehr gepackt, denn endlich geschah das, worauf ich lange gewartet hatte. Der Mythos der Drachen kommt ins Spiel und das sorgt für viel mehr Spannung, die der Geschichte zeitweise fehlte. Ich denke, dieser Einstiegsband uferte an mancher Stelle etwas auf und hätte kürzer gefasst werden können. Der Cliffhanger sorgt aber für Neugier auf die weitere Handlung. 3,5 Sterne

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