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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2026

Romandebüt gelungen!

Karat
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Etna ist schwanger, zumindest sagt das der Schwangerschaftstest, und so macht sie sich auf, um einen Vater für ihr Kind zu suchen, weil der tatsächliche Erzeuger keine Lust auf ein Kind hat. Svenja wiederum ...

Etna ist schwanger, zumindest sagt das der Schwangerschaftstest, und so macht sie sich auf, um einen Vater für ihr Kind zu suchen, weil der tatsächliche Erzeuger keine Lust auf ein Kind hat. Svenja wiederum wird heiraten, eigentlich wollte sie bei Etna, die Goldschmiedin ist, nur fix die Trauringe abholen, nun aber sitzt sie mit Etna zusammen in einem »geliehenen« Van auf dem Weg ins Ungewisse.

Nun sitze auch ich hier und versuche, in Worte zu fassen, was ich da gerade gelesen habe. Es ging um einen Roadtrip, um die Suche nach dem richtigen Vater, um Freundschaft und Gefühle, aber auch das Thema faires Gold fand Platz in der Geschichte und fügte sich nahtlos ein. Anfangs fühlte ich mich verschaukelt, auf den Arm genommen, ich dachte, das kann nicht wahr sein, was ist hier los? Dann aber ließ ich mich vollständig auf die ungewöhnliche Reise ein und genoss zusammen mit Etna und Svenja den Fahrtwind.

Ein Buch für alle, die das Besondere mögen, die um die Ecke denken und nicht geradlinig ans Ziel wollen. Ein Buch für amüsante Stunden, ernste Zweisamkeit und die Frage danach, ob das im Leben schon alles war. Mich konnte es abholen, auch wenn ich die ein oder andere Situation etwas überzogen fand, und ich bin gespannt darauf, was diesem interessanten Debütroman noch folgen wird. Ich freue mich drauf!

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Elma in Höchstform

Verschworen
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In einem Ferienhaus wird ein Mann brutal erstochen, die Täterperson hinterlässt auf einer Wand über dem Toten einen biblischen Vers. Kommissarin Elma nimmt zusammen mit ihrem Team die Ermittlungen auf, ...

In einem Ferienhaus wird ein Mann brutal erstochen, die Täterperson hinterlässt auf einer Wand über dem Toten einen biblischen Vers. Kommissarin Elma nimmt zusammen mit ihrem Team die Ermittlungen auf, die zu einem tragischen Unfall von vor über fünfundzwanzig Jahren führen. Keine der damals beteiligten Personen ist jedoch bereit, mit der Wahrheit herauszurücken.

»Die Welt ist nicht wie ein Film, wo am Ende das Gute siegt. Es gibt keine verdiente Strafe. Sogar die Vorstellung von Gerechtigkeit ist relativ.« (Seite 295)

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den fünften Teil der großartigen Island-Reihe der Autorin und den vierten Band mit der Kommissarin Elma, nachdem der vorherige Teil in der Zeit vor ihrer Rückkehr nach Akranes spielte, weswegen ich persönlich diesen etwas schwächer fand. Wie für diese Reihe typisch, springt auch die aktuelle Geschichte zwischen zwei Zeitebenen hin und her, wechselt permanent die Perspektive und verrät erst kurz vor Schluss das Motiv für die Tat. Die persönlichen Umstände der ermittelnden und sonstigen Personen vervollständigen das Bild, nehmen aber nicht überhand.

Auch wenn das Verbrechen selbst ziemlich brutal ist, geht es ansonsten überwiegend unblutig zu, sodass auch sensible Leserinnen und Leser bei dieser Buchreihe auf ihre Kosten kommen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen stehen hier meistens im Vordergrund, offenbaren Schwächen und Verfehlungen, woraus dann etwas entsteht, das die Fratze des Bösen offenlegt. Der Fall selbst wird abgeschlossen, aber bereits jetzt der Fokus auf ein neues Geheimnis gerichtet. Es bleibt spannend und ich freue mich auf das nächste Abenteuer in Akranes, und zwar sehr!

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Fühlen wie ein Sohn

Der Junge im Taxi
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»M., der deutsche Sohn von Malusci. Du weißt doch, dass dein Großvater in Deutschland einen Sohn gezeugt hat, damals, als er am Bodensee Besatzungssoldat war. Einen Sohn mit einer Deutschen, die er ein ...

»M., der deutsche Sohn von Malusci. Du weißt doch, dass dein Großvater in Deutschland einen Sohn gezeugt hat, damals, als er am Bodensee Besatzungssoldat war. Einen Sohn mit einer Deutschen, die er ein paar Wochen lang gekannt hat, das wusstest du doch, oder?« (Seite 25)

Nachdem Simons Großvater Malusci im Kreise der Familie bestattet worden ist, wird Simon von dem Mann seiner Tante zur Seite genommen und erfährt ein Geheimnis, das ungeheuerlich klingt. Einen Sohn soll sein Großvater gezeugt haben, als Besatzungssoldat in Deutschland, den niemand je erwähnt hat. Simon, selbst gerade frisch getrennt und verletzlich, macht sich auf die Suche nach dem unbekannten Mann.

Sylvain Prudhomme verarbeitete mit dem vorliegenden Buch seine eigene Geschichte, auch er erfuhr bei der Beerdigung seines Großvaters erstmals von einem Onkel in Deutschland und musste dieses Erlebnis verdauen, bevor er es niederschrieb. Dinge aus der Vergangenheit verbanden sich plötzlich mit dem neuen Wissen und einiges, das vorher nebenbei erzählt worden ist, ergab plötzlich einen Sinn. Man merkte dem autofiktionalen Roman an, wie getroffen er war, wie sehr es ihn persönlich bewegt hat, diesem Familiengeheimnis nachzuspüren.

In einer wunderschönen Sprache, stellenweise ohne Satzzeichen und nicht gekennzeichnet, wenn es um Gespräche ging, erzählte Sylvain mit der Stimme von Simon, wie es ihm erging. Eine Familiengeschichte, die manchmal spannender war wie ein Krimi, eine Suche, die oft aufregend war. Ein Roman, der mich berührt hat, ich bin dankbar, dass ich bei dieser sehr persönlichen Aufarbeitung zugegen sein durfte. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Am Ende der Vernunft

Trocken
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»Im Grunde kann ich mich an das Gefühl, betrunken zu sein, nur noch erinnern. Meine zum Standard gewordenen drei Promille sind jetzt meine Nüchternheit. Alles, was darüber hinausgeht, vergesse oder verdränge ...

»Im Grunde kann ich mich an das Gefühl, betrunken zu sein, nur noch erinnern. Meine zum Standard gewordenen drei Promille sind jetzt meine Nüchternheit. Alles, was darüber hinausgeht, vergesse oder verdränge ich.« (Seite 36)

Beim vorliegenden Buch handelt es sich dem Pressetext des Verlages zufolge um das zutiefst persönliche Debüt eines trockenen Alkoholikers. Mit entwaffnender Ehrlichkeit, brutaler Offenheit und in mal kurzen, mal längeren Abschnitten schildert Daniel Wagner seinen Weg, schreibt bewegend darüber, wie er es nach dreißigjähriger Alkoholabhängigkeit geschafft hat, trocken zu werden und bis heute zu bleiben.

»Auch wenn ich trocken bin, das Leben, das ich führe, führe ich auf der Basis von Alkohol. Ohne es zu merken habe ich mein Leben in seine Hände gegeben und er wird es mir nie wieder vollständig zurückgeben. Hand in Hand in eine gemeinsame Zukunft. Und ich hasse das.« (Seite 12)

Dieses Buch hat mir nicht die Augen geöffnet, ich weiß selbst ganz genau um die Gefahren von Alkohol und Drogen. Dennoch hat es mich erschreckt, wie oft ich mich wiedererkannt habe in manchen Beschreibungen, obwohl ich sicherlich kein Alkoholproblem habe. Daniel Wagner zieht sich vor den Leserinnen und Lesern förmlich aus, kehrt sein Innerstes nach außen, und schildert auch Situationen, die absolut beschämend gewesen sein müssen und dies auch im Nachhinein sind. Dies ist richtig und wichtig, um zu verstehen, wie es soweit gekommen ist und wie es passieren konnte, dass er fast gestorben ist. Nicht, dass dies zur Einsicht geführt hätte, die länger auf sich warten ließ. Ein großartiger und mutiger Bericht von einem, der gesundet ist und doch für immer krank bleiben wird. Respekt, Daniel, ich ziehe meinen imaginären Hut vor dir!

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Traf leider nicht meinen Geschmack

Das Gehöft
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Lara ist Biologin und erfüllt sich zusammen mit ihrem Freund Henry, einem weiteren Paar sowie ihrem Bruder den Traum, ein Gehöft auf der menschenleeren Hallig Westeroog ökologisch zu bewirtschaften. Bereits ...

Lara ist Biologin und erfüllt sich zusammen mit ihrem Freund Henry, einem weiteren Paar sowie ihrem Bruder den Traum, ein Gehöft auf der menschenleeren Hallig Westeroog ökologisch zu bewirtschaften. Bereits kurz nach der Ankunft verschwindet Laras Bruder Malte, danach reißt die Funkverbindung zur Außenwelt ab und die kleine Gruppe ist auf sich alleingestellt. Seltsame Dinge geschehen, Lara ist überzeugt davon, dass sich eine weitere unbekannte Person auf der Insel befindet und dann fängt auch noch Henry an, ihr Misstrauen zu wecken. Als eine weitere Person verschwindet, eskaliert die Situation.

Der Autor Leo Brandt veröffentlichte unter dem Namen Richard Brandes eine Kriminalreihe, die sich um die Kriminalhauptkommissarin Carla Stach und ihr Team dreht. Diese beinhaltet mittlerweile vier Bände und konnte mich von Band zu Band immer mehr begeistern, sodass ich umso neugieriger war, als ich erfuhr, dass der Autor nun seinen ersten Thriller geschrieben hat. Bereits auf den ersten Seiten war ich etwas ernüchtert, denn die Naturbeschreibungen nahmen überhand; statt einer bedrohlichen Atmosphäre hatte ich das Gefühl, in einer Naturdokumentation gelandet zu sein. Die Story selbst konnte mich leider auch nicht mitreißen, die widersprüchlichen Handlungen der Figuren sowie die abrupten Übergänge führten bei mir zu Irritationen, es kam keine richtige Stimmung bei mir auf, zudem fand ich die Gespräche der Akteure miteinander seltsam. Einige Fehler in der Story vervollständigten mein negatives Bild und letztendlich blieb ich nur am Ball, um zu erfahren, wie es ausgeht. Schade, aber das Buch und ich ergab einfach kein Match. Da warte ich doch lieber darauf, dass es mit Carla Stach hoffentlich irgendwann weitergeht.

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