Elma in Höchstform
In einem Ferienhaus wird ein Mann brutal erstochen, die Täterperson hinterlässt auf einer Wand über dem Toten einen biblischen Vers. Kommissarin Elma nimmt zusammen mit ihrem Team die Ermittlungen auf, ...
In einem Ferienhaus wird ein Mann brutal erstochen, die Täterperson hinterlässt auf einer Wand über dem Toten einen biblischen Vers. Kommissarin Elma nimmt zusammen mit ihrem Team die Ermittlungen auf, die zu einem tragischen Unfall von vor über fünfundzwanzig Jahren führen. Keine der damals beteiligten Personen ist jedoch bereit, mit der Wahrheit herauszurücken.
»Die Welt ist nicht wie ein Film, wo am Ende das Gute siegt. Es gibt keine verdiente Strafe. Sogar die Vorstellung von Gerechtigkeit ist relativ.« (Seite 295)
Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den fünften Teil der großartigen Island-Reihe der Autorin und den vierten Band mit der Kommissarin Elma, nachdem der vorherige Teil in der Zeit vor ihrer Rückkehr nach Akranes spielte, weswegen ich persönlich diesen etwas schwächer fand. Wie für diese Reihe typisch, springt auch die aktuelle Geschichte zwischen zwei Zeitebenen hin und her, wechselt permanent die Perspektive und verrät erst kurz vor Schluss das Motiv für die Tat. Die persönlichen Umstände der ermittelnden und sonstigen Personen vervollständigen das Bild, nehmen aber nicht überhand.
Auch wenn das Verbrechen selbst ziemlich brutal ist, geht es ansonsten überwiegend unblutig zu, sodass auch sensible Leserinnen und Leser bei dieser Buchreihe auf ihre Kosten kommen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen stehen hier meistens im Vordergrund, offenbaren Schwächen und Verfehlungen, woraus dann etwas entsteht, das die Fratze des Bösen offenlegt. Der Fall selbst wird abgeschlossen, aber bereits jetzt der Fokus auf ein neues Geheimnis gerichtet. Es bleibt spannend und ich freue mich auf das nächste Abenteuer in Akranes, und zwar sehr!