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Veröffentlicht am 16.05.2026

Ein Highlight!

Die Briefträgerin
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Auf "Die Briefträgerin" bin ich zufällig im Buchladen aufmerksam geworden. Ich hatte die US-Ausgabe vor einer Weile schon mal gesehen, sie aber dann nicht gekauft, weil ich erstmal die Bücher von meinem ...

Auf "Die Briefträgerin" bin ich zufällig im Buchladen aufmerksam geworden. Ich hatte die US-Ausgabe vor einer Weile schon mal gesehen, sie aber dann nicht gekauft, weil ich erstmal die Bücher von meinem TBR-Stapel lesen wollte. Der deutschen Ausgabe konnte ich ich jetzt aber nicht mehr widerstehen - auch, weil das Cover der deutschen Ausgabe viel, viel schöner ist.

Unsere Hauptfigur im Buch ist Anna - 1934 zieht sie gemeinsam mit ihrem Mann Carlo von Norditalien in sein Heimatdorf Lizzanello in Apulien. Für Carlo bedeutet die Rückkehr Heimat, für Anna dagegen beginnt ein Leben als Fremde. Sie ist unabhängig, direkt, trägt Hosen, stellt Fragen und passt mit ihrer selbstbewussten Art so gar nicht in die konservativen Vorstellungen des Dorfes. Dass sie schließlich sogar die erste Briefträgerin des Ortes wird, sorgt natürlich für Misstrauen, Tratsch und Widerstand.

Was mich besonders beeindruckt hat, war die Art, wie Anna ihren Weg geht. Nicht laut oder rebellisch, sondern mit einer ruhigen Entschlossenheit, die unglaublich viel Stärke ausstrahlt. Sie kämpft für Selbstbestimmung, für Gleichberechtigung und dafür, als Frau ernst genommen zu werden – in einer Zeit und Gesellschaft, in der Frauen vor allem funktionieren sollten. Gerade weil der Roman zeigt, wie eng die gesellschaftlichen Grenzen damals waren, wirkt Annas Mut umso eindrucksvoller.

Gleichzeitig lebt die Geschichte aber nicht nur von Anna allein. Nach den ersten Seiten war ich überrascht von der Vielzahl an Figuren und Handlungssträngen. Jede Figur bringt ihre eigenen Sehnsüchte, Verletzungen und Konflikte mit - all diese Geschichten verweben sich zu einem unglaublich lebendigen Bild des Dorflebens. Ebenso gelungen fand ich die Atmosphäre. Francesca Giannone beschreibt das Leben in Lizzanello so anschaulich, dass ich die Hitze Apuliens beinahe spüren konnte. Gerade dieses lebendige Miteinander macht den Roman so authentisch.

Auch die historischen Entwicklungen werden wunderbar in die Handlung eingebunden. Faschismus, Krieg, gesellschaftlicher Wandel und die Rolle der Frau fließen ganz selbstverständlich in die Geschichte ein, ohne jemals belehrend zu wirken. Viele Themen fühlen sich dabei erstaunlich aktuell an – besonders die Frage, wie viel Freiheit Frauen zugestanden wird und wie schwer es sein kann, gegen festgefahrene Erwartungen anzuleben.

Insgesamt ist "Die Briefträgerin" für mich ein warmherziger, eindringlicher und unglaublich atmosphärischer Roman über Mut, Freiheit, Zugehörigkeit und die Kraft, trotz aller Widerstände man selbst zu bleiben. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Toller Auftakt!

Fever Dream
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Auf Elsie Sivers neuestes Buch "Fever Dream" war ich besonders gespannt, weil ich schon ihre vorherigen Reihen verschlungen habe. Egal ob "Chestnut Springs", "Gold Rush Ranch" oder "Rose Hill" - ihre Settings ...

Auf Elsie Sivers neuestes Buch "Fever Dream" war ich besonders gespannt, weil ich schon ihre vorherigen Reihen verschlungen habe. Egal ob "Chestnut Springs", "Gold Rush Ranch" oder "Rose Hill" - ihre Settings und Charaktere haben mich immer wieder begeistern können. Ich durfte das Buch schon vor Erscheinen im Rahmen einer Buchpremiere bei Lovelybooks lesen - vielen Dank dafür!

Der Auftakt ihrer "Emerald Lake"-Reihe verspricht nun eine Mischung aus Cowboy-Romance, Reality-TV und emotionaler Familiengeschichte. Die männliche Hauptperson, Emmett Bush ist ein bekannter Bullenreiter - und ein ebenso bekannter Junggeselle, der abgesehen von one night stands kein Interesse an Beziehungen hat. Weil die Familien-Ranch in finanziellen Schwierigkeiten steckt, kommt ihm das Angebot einer TV-Produktion gerade recht: er soll bei einer Dating Show teilnehmen, die auf der Ranch gedreht wird. Nach anfänglichem Widerstand willigt er ein - nicht um eine Partnerin zu finden, sondern um mit der Gage die Ranch zu retten.

Genau dieses Setting rund um die Dating-Show „Romance Ranch“ fand ich unglaublich unterhaltsam. Ein professioneller Bullenreiter, der nur wegen des Geldes als TV-Bachelor mitmacht, sich dann aber ausgerechnet in die Frau verliebt, die absolut tabu ist? Genau die Art von Drama, die einfach funktioniert.

Was mich, wie auch in den vorherigen Reihen, von Anfang an abgeholt hat, war die Atmosphäre. Die Ranch, die enge Familienbindung und der lockere, emotionale Schreibstil sorgen dafür, dass ich sofort mitten in der Handlung war. Hinter Emmetts Ruf als Frauenheld steckt deutlich mehr, als man zunächst erwartet, und gerade die Szenen mit seiner Familie haben der Geschichte viel Wärme und Tiefe verliehen. Auch Julia mochte ich unglaublich gern – sie ist zielstrebig, schlagfertig und lässt sich nicht von Vorurteilen leiten. Die Dynamik zwischen ihr und Emmett war für mich definitiv eines der Highlights des Buches. Ihr Schlagabtausch war humorvoll, die Anziehung spürbar und gleichzeitig entwickelt sich ihre Beziehung angenehm langsam und glaubwürdig. Ich bin allgemein ein Fan von banter und hier wurde das super umgesetzt.

Ab der zweiten Hälfte hatte das Buch für mich leider auch ein paar Schwächen. Manche Konflikte wirkten recht schnell gelöst und einige Entwicklungen ein wenig vorhersehbar. Vor allem das Drama zum Ende hin war mir stellenweise etwas zu viel, während andere Themen – wie die Rivalität zwischen Emmett und Julias Bruder – dafür überraschend oberflächlich geblieben sind. Auch der Spice konnte mich nicht immer überzeugen, weil er manchmal eher platt und unauthentisch wirkte, statt die emotionale Entwicklung der Figuren wirklich zu unterstützen.

Trotzdem hatte das Buch etwas, das mich durchgehend weiterlesen ließ: die emotionale Nähe der Figuren, die humorvolle Stimmung und dieses warme, fast sommerliche Gefühl, das sich durch die ganze Geschichte zieht. Fever Dream ist keine perfekte Romance, aber eine, die unterhält, emotional berührt und sich perfekt für ein paar entspannte Lesestunden eignet – besonders, wenn man Geschichten mit gesunder Beziehung, viel Chemie und Cowboy-Vibes liebt.

Von mir gibt es eine klare Empfehlung für alle Elsie Silver Fans und für alle, die einfach Lust auf eine packende Cowboy Romance haben.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

So ein schönes Buch

Der Sommer unseres Lebens
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Carley Fortune gehört für mich schon seit "Fünf Sommer mti dir" zu meinen "autobuy authors" – einfach, weil sie diese besondere Mischung aus sommerlicher Leichtigkeit und emotionaler Tiefe so treffsicher ...

Carley Fortune gehört für mich schon seit "Fünf Sommer mti dir" zu meinen "autobuy authors" – einfach, weil sie diese besondere Mischung aus sommerlicher Leichtigkeit und emotionaler Tiefe so treffsicher einfängt. Entsprechend groß war meine Vorfreude auf ihr (aktuell noch) neuestes Buch.

Der Einstieg fiel mir zunächst etwas schwerer, weil ich die Ereignisse aus Fünf Sommer mit dir nicht mehr ganz präsent hatte und Charlie für mich fast wie eine neue Figur wirkte. Doch genau das hat sich schnell gelegt: Ich habe ihn – und auch Alice - Stück für Stück neu kennengelernt und konnte mich gut auf ihre Dynamik einlassen.

Unsere Hauptfigur in diesem Buch ist Alice, die sich ausgebrannt fühlt. Sie verbringt den Sommer mit ihrer Großmutter in Barry’s Bay - ein Ort voller Erinnerungen. Dort trifft sie auf Charlie, der nicht nur charmant und nahbar ist, sondern auch eine unerwartet wichtige Rolle in ihrer Vergangenheit spielt. Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein, und gerade das macht ihre Begegnungen so lebendig. Besonders mochte ich die kleinen Wortgefechte, das Banter, die gemeinsamen Unternehmungen und dieses langsame, fast beiläufige Näherkommen – das hat sich alles sehr echt angefühlt und mir genau die romantischen, sommerlichen Vibe gegeben, auf die ich wieder gehofft hatte.

Was für mich zusätzlich heraussticht, ist der Blick über die Liebesgeschichte hinaus: Die Beziehung zwischen Alice und ihrer Großmutter sowie die Einbindung ihrer Familie geben der Geschichte eine schöne Tiefe. Auch Alices persönliche Entwicklung ist spürbar – selbst wenn sie sich an manchen Stellen ein wenig im Kreis zu drehen scheint, konnte ich ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen.

Der Schreibstil ist wieder einmal genau das, was ich an Carley Fortune so schätze: leicht, fließend und gleichzeitig voller Emotionen. Die Seiten sind nur so dahin geflogen, und ich hatte ständig das Gefühl, selbst an diesem warmen See zu sitzen. Dieses sommerliche Setting, gepaart mit ernsteren Themen wie Selbstfindung und Veränderung, macht das Buch für mich mehr als nur eine klassische Sommerromanze.

Besonders schön fand ich auch die kleinen Einblicke in das Leben von Percy und Sam, die Fans von Fünf Sommer mit dir sicher zu schätzen wissen werden.

Insgesamt ist dieser Roman für mich eine sehr gelungene, wenn auch nicht perfekte Fortsetzung: eine warmherzige, atmosphärische Geschichte über einen Sommer, der nachklingt. Wer Lust auf eine romantische, gefühlvolle Lektüre mit Tiefgang hat, wird hier definitiv fündig. Mir sind die Charaktere (wieder) sehr ans Herz gewachsen und ich freue mich unglaublich auf Carley Fortunes neues Buch "Der Sturm zwischen uns", das am 13.05.2026 erscheint.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Beeindruckend

Das Land der süßen Ewigkeit
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In "Das Land der süßen Ewigkeit" erscheinen erstmals mehrere bislang unveröffentlichte Erzählungen aus Harper Lees frühen Jahren, ergänzt durch Essays, die ihr Schreiben aus einer anderen Perspektive beleuchten. ...

In "Das Land der süßen Ewigkeit" erscheinen erstmals mehrere bislang unveröffentlichte Erzählungen aus Harper Lees frühen Jahren, ergänzt durch Essays, die ihr Schreiben aus einer anderen Perspektive beleuchten. Ich kannte die Autorin bisher nur durch "Wer die Nachtigall stört". Aber weil mir dieses Werk so nage gegangen war, wollte ich unbedingt mehr von ihr lesen. Und allein die Aufmachung des Buches hat es mir angetan.

Schon nach wenigen Seiten stellte sich bei mir dieses leise Gefühl des Wiedererkennens ein, das ich auf "Wer die Nachtigall stört" zurückführe – auch wenn es zunächst ungewohnt war, hier "nur" Kurzgeschichten zu lesen. Doch schon die erste Geschichte hat mich so berührt, und ein ganz besonderes Lebensgefühl vermittelt, dass ich vollkommen drin war. Markant ist neben den Inhalten auch ihre unverwechselbare Art zu erzählen: klar, präzise und mit einem feinen Gespür für die leisen Zwischentöne menschlicher Erfahrungen.

Inhaltlich ist der Band erstaunlich vielseitig. Lee schreibt über Kindheit und Erwachsenwerden, über familiäre Spannungen, Freundschaft und Liebe – aber auch über gesellschaftliche Fragen, Moral und Identität. Besonders die Geschichten, die im ländlichen Alabama spielen, haben mich beeindruckt: Sie wirken authentisch, atmosphärisch dicht und geben einen eindringlichen Einblick in eine Zeit und Lebenswelt, die gleichermaßen fremd und vertraut erscheint. Gleichzeitig zeigen die in New York angesiedelten Texte eine andere, reflektiertere Seite ihres Schreibens. Ich lese viele Bücher, die in Amerika spielen - und dabei besonders gerne aus den 50er - 80er Jahren. Daher haben die Rückblicke mir sehr gefallen.

Manche Geschichten haben mir besser gefallen als andere, das ist aus meiner Sicht aber absolut normal und hat meiner Lesefreude keinerlei Abbruch getan. Ich war einfach froh, die Autorin auf einer anderen, aber doch vertrauten Ebene besser kennenzulernen: gesellschaftskritisch, aufmerksam und zugleich zutiefst menschlich. Ich habe mir zwischen den einzelnen Geschichten bewusst Zeit gelassen, um reflektieren zu können - und das würde ich immer wieder so machen, weil die Themen teilweise wirklich "Raum brauchen".

Insgesamt ist "Das Land der süßen Ewigkeit" für mich ein sehr eindrucksvolles Buch, das mich gedanklich noch lange begleiten wird. Vor allem die stärksten Geschichten machen die Lektüre absolut lohnenswert – sie zeigen eindrucksvoll, welches Talent schon in Lees frühen Texten steckte. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Tolles Debut

Yesteryear
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"Yesteryear" hatte ich zuerst beim amerikanischem Buch-Abo "Book of the Month" gesehen. Und wenige Stunden später bei Vorablesen. Da war meine Neugier geweckt, gerade auch weil das Cover so ausgefallen ...

"Yesteryear" hatte ich zuerst beim amerikanischem Buch-Abo "Book of the Month" gesehen. Und wenige Stunden später bei Vorablesen. Da war meine Neugier geweckt, gerade auch weil das Cover so ausgefallen ist, wie der Titel. Ich finde Tradwives auf social media total spannend, dementsprechend hat der Klappentext mich sehr neugierig gemacht.

Die Hauptfigur des Buches ist Natalie Heller Mills: Mutter von fünf Kindern, erneut schwanger, Ehefrau, Influencerin – und das scheinbare Sinnbild der perfekten „Tradwife“. Gemeinsam mit ihrem Mann lebt sie auf einer Farm in Idaho, mit Kühen, Hühnern und einem Alltag, der nach außen hin makellos wirkt. Auf Social Media zeigt sie genau dieses Bild: perfekt inszeniert, liebevoll, strukturiert. Doch natürlich entscheidet sie selbst, was die Öffentlichkeit zu sehen bekommt – und was eben nicht.

Schon zu Beginn habe ich mich gefragt, wie viel von dieser Perfektion echt ist. Und genau hier setzt die Geschichte an: schnell zeigt sich, dass Natalie gar nicht wirklich so ist, wie sie sich online verkauft. Sie ist missmutig, urteilt ständig über andere und flucht, nur um Gott dann um Verzeihung zu bitten. Und um ihre Kinder kümmern sich hauptsächlich ihre beiden Nannies, während sie mir ihrer Produzentin neue Videos dreht. Doch auch das Verhältnis zu den Angestellten ist keineswegs so unbefangen, wie es anfangs scheint.

Doch auch Natalie selbst wird damit konfrontiert, dass im Leben nicht immer alles so ist, wie es scheint: und das war für mich der Punkt, an dem das Buch richtig an Fahrt aufgenommen hat. Sie wacht plötzlich in einem Haus auf, das irgendwie ihr eigenes ist, aber irgendwie auch nicht. Sie ist auf ihrer Farm, aber alles ist anders. Auch ihr Mann Caleb und ihre Kinder. Und dann stellt sie fest: Sie befindet sich im frühen 19. Jahrhundert. Und Überraschung: Das Leben als echte Tradwife ist so ganz anders als das, was sie ihren Zuschauern vermittelt hat.

Die Handlung entwickelt sich zunehmend rätselhaft und spannend, Stück für Stück werden neue Wahrheiten aufgedeckt. Dies passiert vor allem durch Rückblicke in die Vergangenheit (der Gegenwart), wie beispielsweise das Kennenlernen und die Anfänge ihrer Ehe. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, weil ich unbedingt wissen wollte, was wirklich hinter allem steckt.

Besonders gut gefallen hat mir der Aufbau: Die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie die eingeflochtenen Interviewpassagen, in denen Natalie ihre Gedanken reflektiert, geben der Geschichte zusätzliche Tiefe. Auch das Setting der Ranch ist atmosphärisch und greifbar beschrieben. Der Schreibstil ist teilweise etwas vulgär und sehr modern. Wer nicht in der social media Bubble ist, wird viele Anspielungen vermutlich nur teilweise verstehen. Deswegen denke ich, dass sich das Buch eher an diese Zielgruppe richtet.

Natalie selbst ist eine vielschichtige Protagonistin. Ihre Gedanken als Mutter, ihr Streben nach Kontrolle und Perfektion, aber auch ihre Unsicherheiten wirken oft erstaunlich ehrlich und nahbar. Gerade diese Einblicke hätte ich mir stellenweise sogar noch ausführlicher gewünscht, weil sie für mich zu den stärksten Momenten des Buches gehören. Der stellenweise überzogene Humor ging hier etwas auf Kosten der Tiefgründigkeit.

Inhaltlich war die Geschichte allerdings etwas anders, als ich es nach der Leseprobe erwartet hatte. Der Fokus auf Social Media tritt im Verlauf etwas in den Hintergrund, während andere Themen – wie Rollenbilder, religiöse Prägung und gesellschaftliche Erwartungen – stärker in den Vordergrund rücken. Das hat mich zunächst überrascht, letztlich aber auch fasziniert, weil das Buch dadurch doch noch mehr Tiefe bekommen hat.

Der Roman zeigt auf eindrückliche Weise die Schattenseiten eines scheinbar perfekten Lebens und wirft gleichzeitig einen kritischen Blick auf das Influencer-Dasein und traditionelle Rollenbilder. Dabei ist er mal schockierend, mal subtil humorvoll – und durchgehend fesselnd.

"Yesteryear" war für mich insgesamt ein ungewöhnlicher, spannender und vielschichtiger Roman, der mich wirklich gepackt hat. Wer eine Mischung aus psychologischer Spannung, Gesellschaftskritik und einem Blick hinter die Fassade von Social Media sucht, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ich habe es sehr gern gelesen und kann es definitiv weiterempfehlen!

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