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Veröffentlicht am 15.07.2025

Licht und Schatten auf Mallorca

Hinter Mallorcas Fassaden
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Die frisch gebackene Steueroberamtsrätin Nele erhält einen Tag nach ihrer Beförderung die Nachricht, dass ihre Schwester Doreen auf Mallorca Selbstmord begangen habe. Sie ist wie vor den Kopf gestoßen ...

Die frisch gebackene Steueroberamtsrätin Nele erhält einen Tag nach ihrer Beförderung die Nachricht, dass ihre Schwester Doreen auf Mallorca Selbstmord begangen habe. Sie ist wie vor den Kopf gestoßen und nimmt das nächste Flugzeug Richtung Süden. Im Flughafen Palmas lernt sie zufällig den Mediziner Ben kennen. Aus der höflichen Floskel „Rufen Sie mich gern an, wenn Sie Unterstützung brauchen“ wird echtes Engagement als Nele den Arzt tatsächlich anruft und um Hilfe bittet. Sie ist mittlerweile der Überzeugung, dass ihre Schwester ermordet wurde und will unbedingt den Täter zur Strecke bringen, da die Polizei den Fall bereits als Suizid abgeschlossen hat. Doch damit kommt Nele nicht klar, hat sie doch mit ihrer Schwester das letzte Familienmitglied verloren. Ben, seine Ärzteclique und Bens Freundin Cleo beschließen, Nele zu unterstützen, da ihr Verdacht schlüssig erscheint. Noch weiß die Steuerfahnderin nicht, dass die geplante Mörderjagd ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellen wird.

Mallorca-Experte H. G. Schulz versteht es, seine Leser zu fesseln. Er schreibt flüssig und bildhaft. Mit ihm gemeinsam die beeindruckende Landschaft der Sonneninsel zu erkunden und die mallorquinischen Spezialitäten zu genießen, macht Spaß. Seine Charaktere überzeugen. Ob die taffe Nele, deren spezielle Erfahrungen und Kenntnisse als Steuerfahnderin sich als äußerst praktisch erweisen oder ihre Helfer. Die Ärzte sind gut vernetzt auf der Insel und verfügen über nützliche Beziehungen. Besonders der Chirurg Sam, ein ehemaliger Einzelkämpfer der US-Army, kann einschätzen, in welche Gefahr Nele sich begibt und steht ihr hilfreich zur Seite.

H. G. Schulz beschränkt sich nicht darauf, „nur“ einen Krimi zu schreiben. Mit „Hinter Mallorcas Fassaden“ bietet er spannende Einblicke in die Abgründe einer schillernden Touristenmetropole. Korruption, Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Betrug, Urkundenfälschung, Preisabsprachen sowie Grundstückspekulation sind hier nichts Ungewöhnliches, so wie in den anderen Hotspots der Urlaubsbranche auch. Mord steht dabei eher selten auf der Agenda, weil sich großes mediales Interesse nur schlecht mit den Schattengeschäften verträgt. Warum also wurde Doreen ermordet und ging bei Werners Unfall alles mit rechten Dingen zu?

Der Autor findet zu einem angenehmen Gleichgewicht bei der Schilderung der Sonnen- und Schattenseiten des Sehnsuchtsort der Deutschen. Die Probleme der Einheimischen werden nicht unterschlagen, die von Wohnungsknappheit betroffen sind und die dem Ausverkauf ihrer Insel hilflos gegenüber stehen. Erschüttert hat mich das Problem der Obdachlosigkeit, das am Beispiel des fiktiven Schlüssel-Dieter aufgezeigt wird, der laut Autor ein reales Vorbild hat. Überhaupt ist die gründliche Recherche von H. G. Schulz jederzeit zu spüren, was ich sehr schätze.

Bei allen ernsten Themen kommt der Humor trotzdem nicht zu kurz. Sei es Bens sehr spezielle Arbeitskleidung oder die Geburtstagsfeier seiner Mutter, es gibt einiges zu schmunzeln. Ein Highlight für mich war das alljährlich von Bens Ärzteclique veranstaltete MASH-Festival. Als bekennender Fan dieses Kultfilms nebst Kultserie war ich begeistert von dieser Idee des Autors. Mein Kopfkino lief auf Hochtouren!

Letztlich wird der Fall logisch aufgeklärt und alle offenen Fragen beantwortet, wobei auch die Ordnungsmacht ihren Anteil hat.
Wie zu lesen war, hat mich der Krimi überzeugt. Vielleicht könnten die Kapitel etwas ausführlicher sein, aber das ist nicht gravierend. Bei der Fortsetzung bin ich gern wieder dabei. Von mir gibt es 4,5 Punkte und eine Leseempfehlung an alle Krimifans.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Wenn die Vergangenheit nicht ruht

Das geheime Zeichen
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Der frisch gebackene Hausbesitzer Roland Wilkes erlebt eine böse Überraschung. Als er sein gerade gekauftes Domizil renovieren will, stößt er auf die buchstäbliche "Leiche im Keller". Kommissarin Evelyn ...

Der frisch gebackene Hausbesitzer Roland Wilkes erlebt eine böse Überraschung. Als er sein gerade gekauftes Domizil renovieren will, stößt er auf die buchstäbliche "Leiche im Keller". Kommissarin Evelyn Holm und ihr bewährtes Team finden schnell heraus, dass die Tote vor ca. 30 Jahren eingemauert wurde. Die mit verrostetem Draht gefesselten skelettierten Unterarme legen den Schluss nahe, dass sie einem Mord zum Opfer fiel. Doch erst das bei den menschlichen Überresten gefundene Medaillon verschlägt der Kommissarin den Atem. Das eingravierte Symbol verfolgt sie seit ihrer Kindheit und sorgt zuverlässig für Albträume.

Dreißig Jahre zuvor: Viola, eine talentierte junge Künstlerin, wünscht sich nichts sehnlicher als von ihren Bildern leben zu können. Gerade drücken sie wieder Mietschulden, als sie zufällig eine frühere Mitschülerin trifft, die es offensichtlich weit gebracht hat. Anna, so ihr Name, stellt Viola einen Karriereschub in Aussicht, falls sie von einem geheimnisvollen "Club" als Mitglied akzeptiert wird. Der gemeinsame Plan gelingt und Viola wird als Neuzugang des Netzwerks zugelassen. Umgehend bekommt sie eine Vernissage und verkauft ihre ersten Bilder. Sie könnte überglücklich sein, wäre da nicht ihre Beobachtung, dass Anna jemanden vorsätzlich vergiftet und so im Auftrag des "Clubs" für mehrere Tage schachmatt gesetzt hat. Zwar überlebt das Opfer knapp, aber Viola will nur noch eins: Raus aus diesem Club! Sie weiß nicht, wem sie trauen kann und gerät leider an die Falschen ...

Zwei Zeitschienen, zwei Schicksale? Der Autorin gelingt es mühelos, die beiden Erzählstränge zusammenzuführen. Ein verbindendes Element ist dabei das Titel gebende geheime Zeichen, das die junge Kommissarin seit ihrer Kindheit unheilvoll verfolgt - wie eine schwelende Erinnerung an die Ermordung ihrer Eltern. Die Erzählung gewinnt ständig an Tempo, Spannung und, ja, Grauen. Dass das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven, der von Evelyn, als Kind und Erwachsene, und der von Viola erzählt wird, verleiht dem Roman noch zusätzliche Tiefe und Spannung. Überhaupt schreibt Saskia Calden flüssig und anschaulich. Die beiden Zeitebenen passen schlüssig. Genauso wie ihre gelungenen Charaktere, die individuell und glaubwürdig angelegt sind.

Zum Teil waren Kopfkino und Nervenkitzel schwer auszuhalten, aber ich bin auch nicht die abgebrühte Thrillerkonsumentin. Doch die Geschichte hat mich so gepackt, dass ich einfach weiterlesen musste. Zwar erzählt die Autorin unkaschiert, sie beschreibt Psychoterror und Gewalt schockierend anschaulich, doch dabei steht immer die Erzählung im Mittelpunkt. Es handelt sich nicht um bloßen Thrill für wohlige Gänsehaut. Was mich nachdenklich macht, ist die Tatsache, dass ich leider zu keiner Zeit daran zweifelte, dass es derart abscheuliche Machtmenschen und ihre perfiden Netzwerke tatsächlich gibt.

Von mir bekommt das Buch die volle Punktzahl und eine Empfehlung an alle Fans nervenaufreibender Thriller, die den Blick in tiefste menschliche Abgründe nicht scheuen.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Ein Strickclub auf Miss Marples Spuren

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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Im kleinen Lüttjekoog an der Nordseeküste kommen regelmäßig donnerstags die Mitglieder des Strickclubs zusammen. Ihr Treffpunkt ist Mettes kleines, aber feines Wollgeschäft. „Strickschick“ ist für sie ...

Im kleinen Lüttjekoog an der Nordseeküste kommen regelmäßig donnerstags die Mitglieder des Strickclubs zusammen. Ihr Treffpunkt ist Mettes kleines, aber feines Wollgeschäft. „Strickschick“ ist für sie die Erfüllung ihres Lebenstraums, für den sie ihr Studium abbrach. Die anderen Strickenthusiasten sind die Pastorin Anne, die Friseurin Brunhilde und als einziges männliches Mitglied Bootsverleiher Gustavsen. Die vier verstehen sich prächtig und freuen sich mit Anne, als diese einen Schatz im Watt findet. Ob die goldene Statuette tatsächlich aus dem versunkenen Rungholt stammt? Felix, Annes alter Freund vom Amt für Denkmalschutz, soll das klären, doch vorher möchte Anne ihren Fund in der Kirche für die Lüttjekooger ausstellen. Dazu kommt es nicht, denn die Figur wird geraubt und die Pfarrerin niedergeschlagen. Als Gustavsen kurze Zeit später einen Fremden tot in einem seiner Boote findet, beginnt der Strickklub zu ermitteln, da Dorfpolizist Fiete offensichtlich nichts auf die Reihe bekommt.

Mit „Mörderisch verstrickt – ein Strickklub ermittelt“ erweitert Bestsellerautorin Susanne Oswald das aktuelle Küstenkrimipersonal um einen neuen Ermittlertyp, den strickenden Amateurdetektiv bzw. den kriminalisierenden Strickclub.

Locker-flockig und mit augenzwinkerndem Humor beschreibt die Autorin den ambitionierten Strickklub, der nicht nur einen Mörder sucht, sondern auch einem archäologischen Schatz auf der Spur ist. Das kleine Team ergänzt sich hervorragend. Die neugierige Mette mit ihrer stets hungrigen Hündin Ginger, die besonnene Anne, die für fast alles Verständnis aufbringt, die quirlige Brunhilde, die Farbe einbringt und der ruhende Pol Gustavsen, der ein Naturtalent im Stricken ist. Sie ermitteln in einem idyllischen, kleinen Ort an der Nordseeküste. Ambiente und Gegend sind liebevoll und detailliert beschrieben. Vor allem die gemeinsamen Erholungspausen am Deich haben mir gut gefallen. Neben dem Alltagsleben wird auch ermittelt. So gelingt es dem Strickclub, die Identität des Toten zu lüften und das Verbrechen aufzuklären.

Der Cosy Crime hat mir gefallen, wenn auch für meinen Geschmack die Ermittlungen etwas zu kurz kamen. Ein paar Verdächtige und Verwicklungen mehr, dafür ein paar Strickbeschreibungen weniger, hätten der Spannung gutgetan. Vermutlich ist dies der Tatsache geschuldet, dass die Autorin im Auftaktband zunächst ihre Charaktere und den Handlungsort einführen wollte. „Mörderisch verstrickt – ein Strickklub ermittelt“ ist ein Cosy Crime mit sympathischen Protagonisten an einem heimeligen Ort, der scheinbar aus der Zeit gefallen scheint.

Ein Personenverzeichnis und – wie könnte es anders sein – Strickanleitungen runden den Krimi ab.

Von mir gibt es knappe vier Sterne und eine Leseempfehlung an alle Fans von mehr Cosy als Crime.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Mörderische Vergangenheit

Die Lago Maggiore-Morde - Tod im Camper
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Commissaria Roberta Casanova hat einen neuen Fall. Auf einem Campingplatz in Locarno wurde ein Toter in seinem Wohnmobil gefunden. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Mann an einer Vergiftung ...

Commissaria Roberta Casanova hat einen neuen Fall. Auf einem Campingplatz in Locarno wurde ein Toter in seinem Wohnmobil gefunden. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Mann an einer Vergiftung durch Knollenblätterpilze starb und es sich um Mord handelt. Doch schnell ist Roberta den Fall wieder los, denn der Tote ist nicht, wie vermutet, ein französischer Tourist, sondern ihr Onkel Valerio Banfi. Der Commissaria war die Existenz eines Bruders ihrer Mutter nicht bekannt. Seine Familie hatte ihn verstoßen, nachdem er sich vor 40 Jahren den "Roten Brigaden", einer italienischen Terrororganisation, angeschlossen hatte. Da die Commissaria wegen Befangenheit hier nicht tätig werden darf, setzt ihr Chef sie auf den Cold Case Leutenegger an, einen Fall, den sie seinerzeit nicht lösen konnte. Mit dem Mord an Robertas Onkel bekommt die gerade beförderte Ispettrice Marta Ravelli ihre erste eigene Ermittlung.

Im dritten Fall der Lago Maggiore-Krimi-Reihe von Annemarie Regez ermittelt Ispettrice Ravelli zum ersten Mal in eigener Regie, während sich Commissaria Casanova mit ihrem ungelösten Mordfall aus Band eins konfrontiert sieht. Trotzdem lässt sich Teil drei "Tod im Camper" ohne Vorkenntnisse lesen.

Erfreut über das Vertrauen ihres Chefs, stürzt sich Marta hoch motiviert in die neuen Ermittlungen und unterdrückt ihre leichten Selbstzweifel. Roberta fällt es dagegen schwer, sich erneut mit dem Mord an Jacques Leutenegger auseinanderzusetzen. Offensichtlich schreckt sie den Täter durch die Neuaufnahme des Falls auf, den sie erhält zeitnah Drohbriefe, die in einem Giftanschlag auf ihre Frau und ihre Tochter gipfeln. Die Ermittlungen erweisen sich in beiden Fällen als fordernd. Während Marta u.a. bei der Verfolgung eines Tatverdächtigen beinahe ertrinkt und die Dienste einer Wahrsagerin in Anspruch nehmen muss, gelingt es der Commissaria einen neuen perfiden Mordanschlag im Zuge ihrer Ermittlungen zu verhindern. In beiden Fällen wird auch der sympathische, wegen seiner fehlenden Ambitionen chronisch unterschätzte, Agente Francesco Chiesa tätig. Und zumindest für Roberta erweist sich diese Zusammenarbeit als sehr hilfreich.

Annemarie Regez schreibt flüssig und bildhaft. Ihre Charaktere sind überzeugend und wirken authentisch. Sie schildert das Ambiente detailliert und lässt uns hautnah an den Gedanken und Schlussfolgerungen ihrer Ermittler teilhaben. Und nicht nur an deren. Einige Passagen des Buchs schildert die Autorin aus der Perspektive der schuldigen Person im Mordfall Leutenegger, die sich mit Hybris, Psychopathen und dem zugehörigen Themenbereich intensiv beschäftigt. Durch diesen Kunstgriff bekommt der Leser spannende Einblicke in die verstörende Gedankenwelt dieses Menschen.

Die Autorin hat erneut einen packenden Krimi vor der attraktiven Kulisse des Lago Maggiore geschrieben. Nicht nur die Ermittlungen, auch die für den Fall erforderlichen Hintergrundinformationen empfand ich als sehr aufschlussreich. So war mir bspw. nicht bekannt, dass Mitterrands Frankreich den roten Brigadisten Asyl gewährte.

Der aktuelle Fall bietet erneut fesselnde Unterhaltung mit Verwicklungen und Wendungen. Am Ende löst Marta ihren ersten Fall mit Bravour, während Roberta im Cold Case die Zusammenhänge aufdecken kann, ihr aber Beweise für eine Verhaftung (noch?) fehlen. Ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung, in der es Roberta, Marta und Francesco gelingt, den Fall Leutenegger erfolgreich abzuschließen. Genauso wie es dem Agente der Polizia Comunale von Locarno endlich glückt, den Dieb von Hundemäntelchen (!) zu fassen.

4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Sylter Morde

FriesLandGier (Küstenkrimi)
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Im Sylter Luxushotel Villa Veronica wird ein Gast so grausam ermordet, dass die Tötung an eine Hinrichtung erinnert. Da die Kriminalabteilung der Insel unter akutem Personalmangel leidet, wird die Mordkommission ...


Im Sylter Luxushotel Villa Veronica wird ein Gast so grausam ermordet, dass die Tötung an eine Hinrichtung erinnert. Da die Kriminalabteilung der Insel unter akutem Personalmangel leidet, wird die Mordkommission des LKA Kiel um Amtshilfe gebeten. Mit List und Tücke gelingt es Kommissar Fabiu Covaci seinen Vorgesetzten und Teampartner Carsten Wolf aus dessen Auszeit wegen Überstundenabbaus zurück an die Arbeit zu locken. Gemeinsam mit seinem Kollegen Stefan möchte er nämlich nicht gern ermitteln. Also fahren Wolf & Covaci nach Sylt, um den Fall des ermordeten Unfallchirurgen Dr. Alexander Neubert zu übernehmen. Noch während das Spurensicherungsteam am Tatort beschäftigt ist, wird ein zweiter Mord gemeldet. Die bekannte Journalistin Frauke Simon wurde mit derselben Methode umgebracht wie Dr. Neubert. Geht ein Serienmörder auf Sylt um?

Seit ich ihr Buch „FriesLandFang“ gelesen habe, bin ich ein Fan von Nele Bruuns Ermittlerduo Carsten Wolf und Fabiu Covaci. Ihren neuen Fall „FriesLandGier“ wollte ich mir deshalb nicht entgehen lassen. Es ist die dritte Mordermittlung dieses Teams und der achte Küstenkrimi der Autorin insgesamt. Alle Bände können unabhängig voneinander gelesen werden.

Der junge Kommissar Covaci, der wegen seiner rumänischen Wurzeln an seiner ersten Stelle beim LKA München gemobbt wurde, ist jetzt seit einem Jahr in Kiel. In seinem neuen Team fühlt er sich wohl und schätzt seine Kollegen, bis auf einen. Allmählich gewinnt er an Selbstvertrauen und bewahrt jetzt seinen gelegentlich unbesonnen agierenden Chef vor einigen, aber nicht allen Fehlern. Das Team Covaci und Wolf ergänzt sich hervorragend und arbeitet gut zusammen. Trotzdem gehen die Ermittlungen nur zäh voran. Mit Unterstützung der bewährten Teammitglieder Susanne und Manu, sowie der kompetenten Rechtsmedizinerin Dr. Dunkel, können die Ermittler Hintergrundmaterial sammeln und das Hotelpersonal sowie die Gäste durchleuchten. Den ersten Durchbruch verzeichnet Fabiu.

Nele Bruun schreibt flüssig und bildhaft. Schnell kann sich der Leser ein Bild von Sylt und seinen Gegebenheiten machen. Trotz der fordernden Ermittlungsarbeit kommt der Humor nicht zu kurz, der sich nicht auf den Flachwitzwettstreit zwischen Manu und Carsten beschränkt. Die Stimmung im Team ist gut.

Das Motiv ist bei diesem Fall nicht offensichtlich und es kostet die Kommissare einiges an Arbeit, Mühe und Intuition, um den auslösenden Impuls für die Morde aufzudecken. Deshalb und dank einiger Wendungen hält die Spannung an und macht das Miträtseln Spaß. Am Ende werden alle Fragen beantwortet und der Fall ist gelöst.

Mir hat der Ausflug nach Kiel und Sylt wieder viel Spaß gemacht. Vielleicht hätten ein paar Verdächtige mehr der Spannung gut getan, aber letztendlich war der neue Einsatz von Wolf & Covaci wieder sehr unterhaltsam. Nicht zuletzt weil die Chemie in diesem Team einfach stimmt. Ich schätze das toughe Ermittlerduo samt Flachwitzen und den wiederkehrenden Diskussionen, welche Vorgehensweise legal ist. Vielleicht besinnt sich auch noch Sandalen-Stefan und mutiert zu einem angenehmen Kollegen für Fabiu?

Ein Flachwitz von Manu am Ende muss noch sein: Wie heißt der Bruder vom Werwolf? Na?

Von mir bekommen Covaci & Wolf 4,5 Sterne und beim nächsten Fall bin ich mit Sicherheit wieder dabei. Auf welche Insel nach Föhr, Sylt und Baltrum uns Nele Bruun wohl das nächste Mal schicken wird?

Manus Auflösung? Warumwolf!

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