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Veröffentlicht am 25.05.2021

Welchen Weg geht der Golden Boy?

Iassine Shaka
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Er ist 20 Jahre alt, ein Megastar, der "Golden Boy", das weltweit größte Talent im Fußball. Iassine Shaka, dem "König von Paris", stehen alle Türen offen. Er hat sich in Rekordzeit aus dem Armenviertel ...

Er ist 20 Jahre alt, ein Megastar, der "Golden Boy", das weltweit größte Talent im Fußball. Iassine Shaka, dem "König von Paris", stehen alle Türen offen. Er hat sich in Rekordzeit aus dem Armenviertel Abidjans über Belgien bis an die Spitze des französischen Fußballs gekämpft. Aber er hat keine Lust mehr auf Paris - sagt er. Deshalb wechselt er den Verein - ganz normal im modernen Fußball. Aber er geht nach....Katar!


Unverständnis überall, keiner kann diese Entscheidung aus sportlichen Gesichtspunkten nachvollziehen. Warum schmeißt Iassine Shaka seine Karrire weg, fragen sich alle? Die Antwort ist einfach - Geld. Denken alle. Aber es steckt mehr dahinter - viel mehr...


In "Iassine Shaka. König von Afrika" beschreibt Stefan Zackariat in beeindruckender Art und Weise den Weg eines in jungen Jahre zum Megastar gehypten Fußballers. Der Autor glänzt mit fundiertem Hintergrundwissen und läßt den Protagonisten durch viele schwere Situationen dribbeln. Der Leser weiß in diesem spannenden Buch nie: folgt jetzt ein Hoch? Ein Absturz? Ein Zwischenhoch, gefolgt von einem noch tieferen Totalabsturz? Oder schafft Iassine Shaka die Wende zum Guten?


Die Geschichte bleibt über die gesamten knapp 250 Seiten hinweg spannend, sie ist realistisch erzählt und startet im Jahr 2025, was die fiktive Story noch realistischer werden läßt, da die Vergleiche zu aktuellen oder ehemaligen "Megatalenten" entfallen. Ein geschickter Schachzug vom Stefan Zackariat.


Insgesamt ein spannender Fußball-Roman, der nicht romantisiert und der für junge und ältere Fußball-Interessierte ebenso geeignet ist, wie für Leser, die mit dem Spiel sonst nicht viel am Hut haben. Von mir gibt es fünf Sterne und ein uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Das Pfälzer Seelenheil ist in Gefahr...

Weingartengrab
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Wir schreiben das Jahr 2021 - ganz Deutschland ist von Bürokratie und Regularien bestimmt. - Ganz Deutschland? Nein! Elwenfels, ein kleines pfälzisches Dorf leistet diesem fremdbestimmten "Lebenstil" entschlossen ...

Wir schreiben das Jahr 2021 - ganz Deutschland ist von Bürokratie und Regularien bestimmt. - Ganz Deutschland? Nein! Elwenfels, ein kleines pfälzisches Dorf leistet diesem fremdbestimmten "Lebenstil" entschlossen Widerstand und die Einwohner leben ihr Leben nach dem Motto: "Wir regeln die Dinge hier unter uns."


Aber jetzt ist die Idylle und das eigene Lebensmodell der Elwenfelser massiv in Gefahr. Der alte Kirchturm senkt sich zur Seite und die darunterliegenden Funde locken nicht nur Archäologen, Denkmalschützer und Historiker an, sondern auch Fernsehteams und Abenteurer. Das ruhige Leben in Elwenfels droht aus den Fugen zu geraten, plötzlich steht die Pfalz im Mittelpunkt des bundesweiten Interesses. Aber die kreativen Elwenfelser wären nicht Sie selbst, wenn sie nicht ebenso ungewöhnliche wie wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen könnten.


So nimmt Elwenfels entschlossen den Kampf gegen das penetrante Interesse und die Neugier von Außenstehenden auf. Ob sie das drohende Unheil abwenden können? Ich sag's mal so: "Es kommt halt wie's kommt, und wenn's nicht kommt, kommt's eben anders."


"Weingartengrab" ist der vierte Band der Elwenfels-Krimi-Reihe des Autorenpaares Britta und Christian Habekost. Das Buch bereitet dem geneigten Leser stundenlanges Lesevergnügen mit einem spannenden Kriminalfall, unvorhersehbaren plötzlichen Ereignissen und jede Menge Lokalcolorit. Trotz einiger Dialekt- und Mundartpassagen war es selbst mir als gebürtigem Nordlicht jederzeit problemlos möglich der Geschichte zu folgen. Diese Passagen müssen einfach sein, sonst wäre Elwenfels nicht Elwenfels und das Buch nicht so genial.


Das "Weingartengrab" kombiniert sprachlich herausragend und zielgenau pointiert den Kriminalfall mit den Sorgen der Dorfgemeinschaft und einer riesigen Portion Humor. Und eine zauberhafte Liebesgeschichte findet auch noch ihren Platz... Einfach ein tolles Buch, dem fünf Sterne sicher sind und das ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 13.05.2021

Lucie ist auch in der Karibik unschlagbar

Mord auf Martinique
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Im mittlerweile zehnten Band seiner St. Tropez-Krimi-Reihe um die ebenso taffe, wie attraktive Commissaire Lucie Girard entführt der Autor Luc Winger seine Leser diesmal in die Karibik, ins französische ...

Im mittlerweile zehnten Band seiner St. Tropez-Krimi-Reihe um die ebenso taffe, wie attraktive Commissaire Lucie Girard entführt der Autor Luc Winger seine Leser diesmal in die Karibik, ins französische Übersee-Departement Martinique.


Lucie und Patric wollen ihre Flitterwochen nachholen und einfach nur eine schöne Zeit ohne berufliche Ablenkung mit ihrer kleinen Tochter Aude an traumhaften Stränden verbringen.


Die beiden lernen auf Martinique das Ehepaar Detour aus Paris kennen, das ebenfalls mit der Tochter Sophie ihren Urlaub auf der Karibikinsel verbringt. Die Männer verstehen sich auf Anhieb und stürzen sich in gemeinsame Unternehmungen, während die Frauen zunächst so ihre Probleme miteinander haben.


Nachdem die Männer auf eine gemeinsame Klettertour gehen überschlagen sich die Ereignisse und für die Commissaire ist der Urlaub erst einmal vorbei. Auch auf Martinique ist ihr Spürsinn und ihre Kombinationsgabe jetzt gefragt.


Ein St. Tropez-Krimi, der nicht an der Cote d'Azur spielt - kann das funktionieren? Oh ja, es kann! Lucie Girard ist einfach überall unschlagbar - und vor der traumhaften Karibik-Kulisse Martiniques erst recht.


Den Leser erwartet in diesem Band nicht nur ein spannender Kriminalfall, sondern auch viele schöne Einblicke in das Privatleben der Familie Girard/Leclerc, die letztlich auch ganz normale, menschliche Probleme und Problemchen hat.


"Mord auf Martinique" ist ein absolut empfehlenswertes Buch, das wieder einmal Lust auf die hoffentlich baldige Fortsetzung der Reihe macht.

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Veröffentlicht am 09.05.2021

Eindrucksvolle, inspirierende Biographie

GAME TIME
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Der Schweizer Patrick Fischer war über viele Jahre hinweg ein Eishockey-Star. Er lebte ein Leben auf der Überholspur, scheinbar alles fiel ihm zu - Glück im Privaten, sportlicher Erfolg und die Anerkennung ...

Der Schweizer Patrick Fischer war über viele Jahre hinweg ein Eishockey-Star. Er lebte ein Leben auf der Überholspur, scheinbar alles fiel ihm zu - Glück im Privaten, sportlicher Erfolg und die Anerkennung von Fans und Medien.


Doch je länger die aktive Karriere dauert, desto mehr erlischt das innere Feuer für den ehemaligen Lebensinhalt. Fischer wendet sich der Spiritualität zu, findet zu sich selbst und schließlich die Leidenschaft für das Spiel, das sein Leben immer geprägt hat, wieder. Heute ist Patrick Fischer erfolgreicher und anerkannter Coach der eidgenössischen Eishockey-Nati. Vor allem aber ist er ein hochinteressanter Mensch mit ebenso streitbarem wie tiefsinnigem Charakter, dessen bisherige Lebensgeschichte für den Leser enorm inspirierend sein kann.


GAME TIME ist eine sehr inspirierende Biographie eines Mannes, der ein bewegtes Leben im Profisport gelebt hat und die Leser an den Höhen und Tiefen dieses Daseins bereitwillig teilhaben läßt. In Zusammenarbeit mit Autorin Doris Büchel beschreibt Fischer nicht nur sein facettenreiches Leben, sondern legt gewohnt meinungsstark seine Überzeugungen und Einstellungen offen - sowohl den Sport, als auch das Leben betreffend.


In GAME TIME kommen viele Weggefährten und Familienmitglieder zu Wort, was dieses Buch nicht nur noch lesenswerter, sondern auch authentisch macht. Eine starke Biographie über eine inspirierende Persönlichkeit, die noch viele Ziele im Leben hat und noch viele Menschen positiv beeinflussen wird.

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Veröffentlicht am 05.04.2021

Lucie Girard macht während des spannenden Krimis eine tolle Entwicklung durch

Mord unter Models
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Im Jahr 1970 nimmt die Emanzipationsbewegung auch in Frankreich so richtig an Fahrt auf, aber viele Männer fürchten um ihre Pfründe und wollen die Gleichberechtigung mit allen Mitteln verhindern. Vor diesem ...

Im Jahr 1970 nimmt die Emanzipationsbewegung auch in Frankreich so richtig an Fahrt auf, aber viele Männer fürchten um ihre Pfründe und wollen die Gleichberechtigung mit allen Mitteln verhindern. Vor diesem gesellschaftlichen Hintergrund ermittelt Commissaire Lucie Girard in ihrem zweiten Fall, der sie in mehrfacher Hinsicht auf harte Proben stellt.


In St. Tropez wird ein Fotomodell nach einer durchfeierten Nacht mit zwei Kolleginnen und dem "Starfotografen" tot aufgefunden - vergiftet von einer Anti-Feministischen Organisation - so steht es zumindest im Bekennerschreiben.

Die selbstbewußte Commissaire Lucie Girard beginnt zu ermitteln und schon bald wird klar, dass der Fall größere Ausmaße annimmt, als dies zunächst zu erwarten war. Lucie ist plötzlich selbst mittendrin in dem Gewirr aus Verbrechen und undurchsichtigen persönlichen Beteiligungen.


Im zweiten Band der mittlerweile neun Bücher umfassenden St. Tropez-Krimireihe mit Commissaire Lucie Girard als Protagonistin greift der Autor Luc Winger ein brisantes gesellschaftliches Thema der 1970er Jahre auf, das allerdings bis heute wenig von seiner Aktualität (zwar in anderer Ausprägung, aber grundsätzlich) verloren hat. In diesem Band nimmt Winger den Leser nicht nur mit auf die Reise zu einem ebenso spannenden wie vielschichtigen Kriminalfall, sondern er läßt seine Commissaire auch eine interessante und wichtige persönliche Entwicklung durchmachen, die ihr in späteren Fällen noch oft hilfreich sein wird.


Erneut ein spannender Krimi vor der tollen Kulisse Südfrankreichs mit einer sympathischen Lucie Girard als Hauptakteurin. Absolut lesenswert und uneingeschränkt zu empfehlen.

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