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Veröffentlicht am 11.10.2024

Schwesterlein, komm stirb mit mir

Schwesterlein, komm stirb mit mir
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Mehrere Frauen werden ziemlich bestialisch ermordet, später auch Männer. Kommissar Stadler tippt ziemlich schnell auf einen Serientäter und holt sich als Verstärkung die Psychologin Elizabeth Montario ...

Mehrere Frauen werden ziemlich bestialisch ermordet, später auch Männer. Kommissar Stadler tippt ziemlich schnell auf einen Serientäter und holt sich als Verstärkung die Psychologin Elizabeth Montario zu Hilfe. Diese kann auch gute Tipps geben, ist aber selbst stark in den Fall verwickelt.
Die Autorin schreibt gerade ein Promotion über Val McDermid. Das merkt man dem Buch an. Wie auch bei McDermid ist hier ein Ermittlerduo die „Hauptperson“. Nur sind es in diesem Fall ein Kommissar und eine Psychologin (bei McDermid ist es eine Kommissarin und ein Profiler). Aber ich empfinde es nicht als schlecht, wenn man sich an einer der – meiner Meinung nach besten – Krimischriftstellerin ein Beispiel nimmt. Und Karen Sander ist dies mehr als gut gelungen. Ihr Buch ist absolut spannend wie auch logisch. Auch wenn man ungefähr ab Mitte des Buches eine Ahnung hat, wer der Täter ist und evtl. auch warum. Es mindert keinesfalls den Reiz am Lesen. Denn sie hat immer noch eine Idee im Ärmel, treibt die Ermittlungen auf die Spitze und trotz allem wirkt nichts überzogen oder übertrieben. Man kann die Schritte logisch nachvollziehen und auch die Beweggründe. Die Figuren sind sympathisch, ohne Superhelden zu sein. Die Ermittlungsarbeit und die Kollegen sind gleichberechtigt, es gibt auch ein Privatleben – aber in der Hauptsache geht es immer um den Fall. Das Buch hat eine sehr hohe Qualität und ich würde es uneingeschränkt jedem Krimi- und Thrillerfan weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Dreimal im Leben

Dreimal im Leben
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Dreimal im Leben treffen sich Max und Mecha. Beim 1. Mal, 1928, auf einem Schiff in Richtung Argentinien. Mecha fährt mit ihrem reichen und berühmten Mann, der Komponist ist. Max ist Eintänzer auf dem ...

Dreimal im Leben treffen sich Max und Mecha. Beim 1. Mal, 1928, auf einem Schiff in Richtung Argentinien. Mecha fährt mit ihrem reichen und berühmten Mann, der Komponist ist. Max ist Eintänzer auf dem Schiff und arm. Das 2. Mal 9 Jahre später ist es in Nizza. Mechas Mann ist im Gefängnis und Max ist eine Mischung aus Hochstapler, Ganove, Dieb und ungewollt Spion. Das 3. Mal ist gut 30 Jahre später. Mecha begleitet ihrem Sohn, der ebenfalls berühmt und ein sehr guter Schachspieler ist. Max arbeitet eigentlich als Chauffeur bei einem Doktor in der Schweiz. Als er Mecha entdeckt, „verwandelt“ er sich noch einmal in einen reichen Mann, obwohl er es nicht ist.
Die ganze Zeit springt der Roman zwischen den Treffen hin und her. Anfangs vor allem zwischen dem 1. und 3. Treffen, ab der Mitte dann fast nur noch zwischen dem 2. und 3. Treffen. Es war anfangs sehr verwirrend, mit der Zeit hat man aber nach wenigen Zeilen oder Worten den Bezug gefunden, in welcher Zeit der Absatz spielt. Die auf dem Klappentext erwähnte lebenslange Liebe konnte ich nicht oft entdecken. Ja, Max und Mecha hatten eine Beziehung – aber eine, die eher auf Sex als auf Liebe und auf noch mehr Lügen beruht. Der Autor beschreibt das alles sehr schön und vor allem schön ausführlich. Gerade in der ersten Hälfte des Buches passiert nicht sehr viel – außer langen Beschreibungen. Und ich merkte immer mehr, dass ich mich einerseits langweilte, andererseits immer noch hoffte, dass so etwas wie Spannung aufkommen würde. Ich ertappte mich mehr und mehr dabei, dass meine Gedanken beim Lesen weit weg von dem Buch waren. Ich hatte das Gefühl, gegen eine zähe Gummiwand anzulesen. Also habe ich nach der Hälfte des Buches aufgehört und erst einmal ein komplett anderes Buch dazwischen gelesen. Danach habe ich auch den 2. Teil noch gelesen und es passierte ein wenig mehr an Handlung. So wurde für mich das Lesen etwas leichter, aber insgesamt war ich nicht wirklich glücklich mit dem Buch. Und die Figuren wurden mir auch nicht sehr sympathisch.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Ich und Monsieur Roger

Ich und Monsieur Roger
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Helene ist 8 und lebt mit ihren 3 Schwestern und den Eltern, die beide Lehrer sind, in einem ziemlich heruntergekommenen Viertel. Sie sind nicht arm, aber sie kommen nur mit Mühe über die Runden. Der Vater ...

Helene ist 8 und lebt mit ihren 3 Schwestern und den Eltern, die beide Lehrer sind, in einem ziemlich heruntergekommenen Viertel. Sie sind nicht arm, aber sie kommen nur mit Mühe über die Runden. Der Vater ist mit seiner Arbeit totunglücklich und beginnt, mehr und mehr zu trinken. Die Mutter, versucht die Familie über die Runden zu bringen, ist aber oft an der Grenze ihrer Möglichkeiten und daher ziemlich hart geworden. Ihr Wort ist Gesetz, obwohl sie im Inneren doch einen weichen Kern hat. Helene macht sich 2 Jahre älter, nennt sich Joe und trägt Zeitungen aus, um so die Familie zu unterstützen. In die Nachbarschaft zieht Roger – ein über 80-jähriger alter verbitterter und einsamer Mann, der ständig flucht. Als er Helene aber vor einer Vergewaltigung rettet, werden sie mehr und mehr Freunde ...
Anfangs hatte ich meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Ich fand einfach keinen Zugang. Es lag nicht unbedingt am Stil, aber ich konnte mich mit den Figuren nicht so recht anfreunden. Helene ist nicht wie ein 8-jähriges Kind, egal in welchem Alter, sie ist immer ihrer Zeit um Längen voraus und spricht auch nicht wie ein Kind. Und das Buch ist aus ihrer Sicht geschrieben. Auf der anderen Seite ist sie auch sehr naiv und lebt mit einer Trickfilmfigur namens Oscar. Ab Mitte des Buches wurde es aber für mich immer besser. Ich bewunderte Helene, wie sie trotz des heruntergekommenen Viertels und ihren familiären Schwierigkeiten nie ihren Humor verliert, immer irgendwie nach vorn sieht, sehr pragmatisch ist und auch sehr optimistisch. Am Ende war es irgendwie ein sehr berührendes und nachdenkliches Buch. Die Figuren konnten sich entwickeln und waren nicht nur schwarz/weiß, sondern mit vielen Facetten dazwischen. Immer blitze auch ein gewisser Humor durch. Alles in allem doch eine angenehme Überraschung und ich würde das Buch weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Sag zum Abschied leise Blödmann

Sag beim Abschied leise Blödmann
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Auf der Rückseite des Buches steht: Charlotte wirft ihren Mann raus, weil der sie zum x-ten Mal betrogen hat. Beim Leerräumen des gemeinsamen Hauses stolpert sie über ein altes Handy. Und über eine uralte ...

Auf der Rückseite des Buches steht: Charlotte wirft ihren Mann raus, weil der sie zum x-ten Mal betrogen hat. Beim Leerräumen des gemeinsamen Hauses stolpert sie über ein altes Handy. Und über eine uralte Mailboxnachricht von Doro. Das verrücke Huhn ist schon seit Jahren untergetaucht, doch plötzlich hat Charlotte Sehnsucht nach ihrer unsteten Schwester. Charlotte macht sich auf die Suche. Ihre heißeste Spur: Doros ehemalige Liebhaber. Und jeder Mann bringt sie ihrer Schwester näher – und einem bunten Leben, das sie sich an der Seite ihres Exmannes nie hat träumen lassen.
Dieser Text fasst den Buchinhalt so treffend zusammen, dass man ihn nicht ergänzen muss.
Was auf den ersten Blick wie ein übliches Trennungsbuch mit sofort neuer Liebe und viel Kitsch aussieht, entpuppt sich als eine – oft witzige – Suche nach einem neuen Leben und nach der Schwester, die in Jugendzeiten zwar so herrlich schräg war, die aber – wie sich auch herausstellt – die oft normale Schwester so beneidet hat. Und so wird die Suche auf einmal eine Suche nach den eigenen Ansprüchen an das Leben, nach mehr Veränderung und nach der Möglichkeit, diese Veränderungen auch zu tun. Auch danach, dass die oft eigentümlichen Ex-Freunde der Schwester auch irgendwie immer liebenswert sind – jeder auf seine Art. Mich hat das Buch wirklich positiv überrascht, denn obwohl ich es quasi in einem Rutsch gelesen habe und mich herrlich dabei unterhalten fühlte, war es bei aller Leichtigkeit nicht einfach nur flach, sondern regte auch zum Nachdenken über die Nutzung der Möglichkeiten im Leben an – ohne erhobenen Zeigefinger. Ein schönes Sommerbuch – und doch nicht nur.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Bretonische Verhältnisse

Bretonische Verhältnisse
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Kommissar Dupin ist Pariser und hat so seine eigenen Ermittlungsmethoden, mit denen er oft bei seinem Chef oder der Stadtverwaltung anstößt. Deshalb wurde er in die Bretagne – für einen Pariser die tiefste ...

Kommissar Dupin ist Pariser und hat so seine eigenen Ermittlungsmethoden, mit denen er oft bei seinem Chef oder der Stadtverwaltung anstößt. Deshalb wurde er in die Bretagne – für einen Pariser die tiefste Provinz – versetzt. Nach 3 Jahren ist er dort immer noch der „Neue“ und auch seine Ermittlungsmethoden – obwohl erfolgreich – wecken nicht gerade Begeisterung. Als der 91-jährige Hotelbesitzer ermordet wird, scheint es gar keine Spur zu geben. Dann stirbt auch noch dessen Sohn und Dupin hat alle Hände voll zu tun …

Das Buch ist für mich ein solider Krimi. Gut geschrieben, wunderbar flüssig zu lesen. Es fehlt ihm ein bißchen an Spannung. Obwohl ich zwar lange nicht auf den Täter gekommen bin, hat es mich auch nicht so brennend interessiert. Nicht um den Täter zu erfahren, habe ich Seite um Seite lesen „müssen“. Aber die wunderbare Beschreibung der Bretagne, der Menschen und der Sitten dort – darüber habe ich mich einesteils sehr amüsiert, andererseits hatte ich das Gefühl, schon dort gewesen zu sein. Das macht einen großen Reiz des Buches aus. Der Kriminalfall wird damit fast zur Nebensache. Trotzdem würde ich das Buch jederzeit empfehlen.

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