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Veröffentlicht am 27.09.2024

Spannend

Stalker – Er will dein Leben.
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Eric Sander ist ein Theaterschauspieler, der nicht unbedingt Karriere gemacht hat. Jetzt hat er allerdings in einem Tatort mitgespielt und plötzlich scheint es steil aufwärts zu gehen. Da wird sein Facebook-Account ...

Eric Sander ist ein Theaterschauspieler, der nicht unbedingt Karriere gemacht hat. Jetzt hat er allerdings in einem Tatort mitgespielt und plötzlich scheint es steil aufwärts zu gehen. Da wird sein Facebook-Account gehackt und er bekommt mysteriöse Drohungen, dass er sich um seine Vergangenheit bemühen soll und eine schreckliche Tat gestehen muss. Um das zu unterstreichen, werden sein Sohn seine Frau entführt

Das Buch ist sehr spannend. Und das auf mehreren Ebenen. Am Anfang will man eigentlich nur wissen, warum diese komischen Geschehnisse passieren. Danach vor allem, ob in der Vergangenheit wirklich so ein großes Geheimnis ist. Und am Ende natürlich, wer der Täter ist. Letzteres ahnt man nach einer Weile. Trotzdem gibt es immer noch genügend Wendungen und einige Überraschungen, so wie man das von dem Autor gewöhnt ist. Von daher gibt es von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.09.2024

Etwas verschenkt

Im Warten sind wir wundervoll
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Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in Marburg. Die Amerikaner haben die Stadt befreit. Die Menschen versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen. Luise lernt den Soldaten Jo kennen. Mehr zufällig ...

Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in Marburg. Die Amerikaner haben die Stadt befreit. Die Menschen versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen. Luise lernt den Soldaten Jo kennen. Mehr zufällig trifft sie ihn wieder, als sie in Marburg studiert. Sie verlieben sich ineinander und wollen heiraten. Doch die amerikanischen Gesetze stehen dagegen. Jo muss Deutschland verlassen und durch einen Fehler bei der Gesetzesänderung hat Luisa 1948 die Möglichkeit, nach New York zu fliegen und so zu heiraten. Dafür bleiben ihr nur wenige Tage und Jo ist nicht da, um sie abzuholen. Eine große Suche beginnt

Das Buch lässt sich relativ gut lesen. Dazu musste ich mich an den etwas eigenartigen, manchmal abgehackten Stiel gewöhnen. Doch dann kommt man zügig vorwärts. Leider wird in meinen Augen sehr viel Potenzial verschenken. Die parallelen Stränge in der Vergangenheit und Gegenwart machen es am Anfang schwer zu erkennen, um welche Geschichte es sich gerade handelt. Später ist es durch die Namen einfacher. Gerade Luises Geschichte ist sehr berührend und zeigt auf, welche Schwierigkeiten es damals gab. Dazu hätte es die in meinen Augen unheimlich kitschige Geschichte der Gegenwart gar nicht benötigt. Diese ist für mich so banal, dass sie auch die Geschichte der Vergangenheit irgendwie abwertet. Das ist wirklich schade. So bleibt das Buch für mich leider nur Durchschnitt.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Leben auf See

Wavewalker
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Sue ist 7, ihr Bruder ein Jahr jünger. Die Eltern eigentlich Lehrer. In der Mitte der 1970er Jahre eine normale Familie in England. Bis der Vater Gordon (damals Mitte 30) beschließt, weil die Familie mit ...

Sue ist 7, ihr Bruder ein Jahr jünger. Die Eltern eigentlich Lehrer. In der Mitte der 1970er Jahre eine normale Familie in England. Bis der Vater Gordon (damals Mitte 30) beschließt, weil die Familie mit Nachnamen Cook heißt, wollen sie die Weltumseglung (die 3. Reise) von James Cook 200 Jahre nachvollziehen. Das Segelboot Wavewalker wird gekauft. Dafür wird jeglicher Besitz der Familie veräußert und Sponsoren gesucht und gefunden. Und zahlende Passagiere an Bord aufgenommen. Damit beginnt ein großes Abenteuer, was für einige Monate gedacht war und für Sue 10 Jahren dauern sollte.

Das Buch ist heftig. Es ist auch Sicht von Sue geschrieben. Es wäre sicher interessant, die Sicht der Eltern und des Bruders zu haben. Da würde manches anders ausfallen. Das soll keine Kritik an der Autorin sein, für mich wäre es eine Ergänzung. Denn, auch wenn nicht jedes Wort oder jeder Tag wirklich genau beschrieben war, insgesamt stockte mir oft der Atem. Da wird für den Traum des Vaters alles geopfert. Und noch schlimmer, seine Frau macht alles mit und widersetzt sich ab und zu mal für ihre eigenen Bedürfnisse, kaum für die der Kinder. Wenn sie sich mehr gewehrt hätte, wäre vieles anders gekommen. Doch stattdessen ordnet sie fast alles dem Mann unter und ignoriert die Kinder mehr und mehr. Der Sohn kommt dabei noch besser weg. Zur damaligen Zeit war es mit der Gleichberechtigung nicht sehr weit. Er ist auch jünger und verkraftet einiges besser und scheint vieles weniger zu vermissen. Seine Schwester dagegen muss um ein wenig Bildung kämpfen, bekommt mehr Arbeit aufgebürdet und vermisst Schule und Freundinnen immer mehr. Beide Kinder werden scheinbar in wichtige Entscheidungen einbezogen, vorher aber oft so unter moralischen Druck gesetzt, dass die Entscheidungen nach dem Wunsch des Vaters ausfallen, zumindest in der Mehrheit. Er ignoriert völlig die Gefahren auf dem Meer, die teilweise schlechte Ausrüstung, das fehlende Geld. Selbst Jobangebote, die Hilfe gebracht hätten, lehnt er ab. Auch die zahlenden Passagiere belasten. Denn zum einen erwartet er von ihnen nur Geld und Mitarbeit, aber gibt wenig Gegenleistung und reagiert zunehmend heftiger. Zum anderen ist zwar das Geld immer knapp, aber stets mehr als genügend Alkohol an Bord. Was als eine Traumreise beginnt, wird vor allem für Sue mehr und mehr zum Albtraum. Auch zu einem ganz realen, das Trauma einer riesigen Welle und dem Fast-Untergang des Schiffes dadurch begleitet sie noch jahrelang. Man kann ihre Leistung nur hoch anerkennen, was sie noch aus ihrem Leben gemacht hat.

Trotz allem ist das Buch aber sehr gut lesbar. Die im Einband vorhandene Zeichnung der Wavewalker mit den verschiedenen Kabinen usw. war eine deutliche Hilfe, um eine Vorstellung vom Schiff zu haben. Auch die den Kapiteln vorangestellten Zeiträume, Zeichnungen über die Strecke und die verschiedenen Länder/Inseln waren sehr hilfreich bei der Einordnung.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Bücher sind gefährlich

Das elfte Manuskript
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Ebba hat gerade in einem Verlag als Lektorin angefangen. Sie übernimmt eine der wichtigsten Autorinnen und stellt dabei fest, dass das letzte Buch dieser - das sogenannte elfte Manuskript - spurlos verschwunden ...

Ebba hat gerade in einem Verlag als Lektorin angefangen. Sie übernimmt eine der wichtigsten Autorinnen und stellt dabei fest, dass das letzte Buch dieser - das sogenannte elfte Manuskript - spurlos verschwunden ist. Es gibt keine Kopie und das hat weitreichende Folgen. Zur gleichen Zeit hat der Polizist Henrik mit einem Mord an einer Frau zu tun, die scheinbar niemand kennt und niemand vermisst. Die ganzen Schwierigkeiten steigern sich noch, als die Pandemie mit Covid ausbricht und zu starken Einschränkungen im Leben führt.

Das Buch lässt sich gut lesen. Die Geschichte wird in drei unterschiedlichen Erzählsträngen vorgebracht, die sich erst ganz am Ende verbinden. Und die einiges an Überraschungen bringen, auch wenn man meint, zwischendrin eine Ahnung zu haben. Am Anfang allerdings bis etwa zur Hälfte des Buches ist die Spannung sehr niedrig gehalten. Auch sind einige der Hauptfiguren, in dem Fall der Polizist Henrik und die ehemalige Polizistin Hanne, sehr speziell und wirken oft eher unsympathisch oder nicht kompetent. Das Ende allerdings macht vieles wieder wett und daher kann ich eine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Lebensgeschichte

Der Blick reicht weit zurück von hier
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Das Buch erzählt die Geschichte von Josef. 1929 im polnischen Thorn geboren, wächst er ohne Mutter und mit einem ständig abwesenden Vater bei den Großeltern auf. Er erlebt das Erstarken der Nazis, den ...

Das Buch erzählt die Geschichte von Josef. 1929 im polnischen Thorn geboren, wächst er ohne Mutter und mit einem ständig abwesenden Vater bei den Großeltern auf. Er erlebt das Erstarken der Nazis, den Zweiten Weltkrieg und hinterher Gefangenschaft in russischen und polnischen Lagern. Er erlebt Freundschaft und Hilfe und geht nach dem Krieg in den Westen. Erst in den Harz und später ins Ruhrgebiet. Fast zum Ende seines Lebens wird er auch noch ein berühmter Fotograf.

Das Buch ist eine sehr persönliche Geschichte, die mir gut gefallen hat. Thorn kenne ich selbst und mich hat der Wiederaufbau dieser schönen alten Stadt begeistert. Auch die verschiedenen Erlebnisse sind gut beschrieben. Und besonders hat mir immer wieder gefallen, dass Josef versucht, ein anständiger Mensch zu sein und dass er immer wieder in verschiedenen Notsituationen Hilfe erhält - oft überraschend. Das Buch ist gleichzeitig Zeit- wie auch Familiengeschichte. Ich kann eine Leseempfehlung aussprechen.

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