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Veröffentlicht am 11.10.2024

Seelenriss

Seelenriss
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Ich habe Bücher von Hanna Winter gelesen und sie haben mir gut gefallen. Doch "Seelenriss" hat mich insgesamt eher enttäuscht. Es ist der 2. Fall um die Profilerin Lena Peters. In Berlin wird eine grausam ...

Ich habe Bücher von Hanna Winter gelesen und sie haben mir gut gefallen. Doch "Seelenriss" hat mich insgesamt eher enttäuscht. Es ist der 2. Fall um die Profilerin Lena Peters. In Berlin wird eine grausam verstümmelte Leiche gefunden und Lena muss fast das 1. Drittel des Buches damit verbringen, ihre Kollegen zu überzeugen, dass es Mord und kein Selbstmord war. Danach beginnen die Ermittlungen. Und es finden sich immer mehr grausam zugerichtete Leichen.
Achtung Spoiler: Trotz einiger vorgeführter Verdächtiger hatte ich nicht eine Sekunde das Gefühl, einer davon könnte der Täter sein. Spoiler Ende.
Mir fehlte fast im gesamten Buch die Spannung. Es war - auch dank der vielen kurzen Kapitel - gut zu lesen und nicht langweilig. Aber ich konnte in jeder Phase des Buches dieses problemlos aus der Hand legen, ohne dass Gefühl zu haben, etwas zu verpassen, unbedingt weiterlesen zu müssen.
Mein Fazit in einem Satz: Es ist ein solider durchschnittlicher Krimi, aus dem man mehr hätte machen können, der aber zumindest gut unterhält.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Ziemlich beste Freundinnen

Ziemlich beste Freundinnen
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Dieses Buch hat mich überrascht - und zwar sehr positiv. Ich erwartete so ein leichtes seichtes Frauenbuch, alles irgendwie rosarot. Aber es war ein Buch mit vielen klugen Gedanken, mit viel Humor und ...

Dieses Buch hat mich überrascht - und zwar sehr positiv. Ich erwartete so ein leichtes seichtes Frauenbuch, alles irgendwie rosarot. Aber es war ein Buch mit vielen klugen Gedanken, mit viel Humor und Wärme, aber keinesfalls nur seicht.
Angelehnt an den bekannten französischen Film treffen wir zwei völlig unterschiedliche Frauen notgedrungen aufeinander. Konstanze, Herzchirurgen, sehr erfolgreich, sehr ehrgeizig mit einem Arzt-Ehemann und 2 Kindern, hat ihr Leben im Griff. Alles ist durchorganisiert, alles auf Erfolg und Effizienz ausgerichtet. Dann bricht sie sich ein Bein und muss zur Reha. Dort trifft sie auf Jaqcueline - 3 Kinder von 3 Männern, 4 Nebenjobs, aber keine richtige Arbeit. Ihre Vorstellung vom Leben ist: ein Mann als Versorger und dann zu Hause bleiben, vielleicht ein bißchen als Kosmetikerin arbeiten. Nach einem schweren Bandscheibenvorfall landet auch sie in der Reha und beide auf dem gleichen Zimmer. Die Probleme sind vorprogrammiert bei diesen so unterschiedlichen Lebensmodellen. Und doch - so nach und nach kommen sich beide näher und werden sogar Freundinnen.
Genau diese Entwicklung wird wunderbar dargestellt. Die Hauptfiguren haben Zeit für eine Reife und für die Erkenntnis, dass das eigene Leben hinterfragt werden kann. Die Autorin vermeidet dabei aber, für eines der Lebensmodelle Partei zu ergreifen. Sie fordert den Leser zu eigenem Denken heraus. Ich habe dabei bedauert, dass die Nebenfiguren leider nicht so detailliert gezeichnet wurden. Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen.
Den Punktabzug gibt es für das Cover. Beim ersten Ansehen dachte ich: wie ideenlos für ein lustiges Buch. Nach dem Lesen dachte ich: wie wenig sorgfältig für so ein gutes Buch. Hier hätte man viel mehr draus machen können.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Himmlische Träume

Himmlische Träume
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Auf dem Cover ist der Vermerk, dass "Himmlische Träume" das Nachfolgebuch von "Chocolat" ist, was so nicht ganz korrekt ist, denn dazwischen gibt es noch ein weiteres Buch, das mir leider völlig entgangen ...

Auf dem Cover ist der Vermerk, dass "Himmlische Träume" das Nachfolgebuch von "Chocolat" ist, was so nicht ganz korrekt ist, denn dazwischen gibt es noch ein weiteres Buch, das mir leider völlig entgangen ist. So fehlten mir in "Himmlische Träume" manchmal einige Zusammenhänge. Allerdings nicht in den ganz wesentlichen Themen.
"Himmlische Träume" beginnt ein wenig "umständlich". Anfangs hatte ich ein paar Probleme, mich an die oft geschwungenen Sätze zu gewöhnen. Wie ein Fluss, der nicht gerade ist, sondern ganz viele Kurven macht. Doch nach wenigen Seiten hatte ich mich an diesen Fluss nicht nur gewöhnt, ich fand ihn einfach bezaubernd. Wunderbare Beschreibungen und Szenen in dem kleinen französischen Dorf, in das Vianne nach einem "Brief aus dem Grab" mit ihren beiden Töchtern zurückkehrt. Dort hat sich vieles und eigentlich doch wenig geändert. Wenig, weil die Leute immer noch so leben wie schon immer, die Nachbarn beobachten, misstrauisch sind, aber auch lebensfroh, die Türen bleiben unverschlossen, Kriminalität gibt es fast nicht. Aber die Veränderungen: Die Flusspiraten aus dem ersten Buch sind weggezogen. Statt dessen leben in diesem Stadtteil nun Emigranten: Marrokaner, Algerien usw. - Maghrebiner genannt. Also Moslems. Anfangs gibt es sogar so etwas wie eine gute Nachbarschaft, doch das ändert sich im Laufe der Zeit in einen Krieg und der Dorfpriester ist mitten drin. Ihm wird die Ursache dieser Feindschaft nachgesagt, dabei hat gerade er sich bemüht, tolerant zu sein. Und er ist nicht in erster Linie die Ursache ... Vianne hat viel zu tun, erfährt viel, vermittelt ... es ist ein wunderbares Buch, das die Situation in Frankreich gut beschreibt (aber dieser Ort hätte auch jederzeit ein Dorf in Deutschland sein können), die Probleme zwischen den Religionen, aber auch innerhalb derselben. Nicht alles, was auf den ersten Blick so erscheint, ist auch wirklich so. Nicht jeder Moslem ist christenfeindlich, nicht jeder Christ tolerant. Doch genau dafür wirbt das Buch - aber so gut in eine Geschichte eingepackt, dass es auch ein wunderbares Lesevergnügen ist.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Ausgesoffen

Ausgesoffen
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Bisher kannte ich Bernd Thränhardt nicht, auch nicht als Bruder von Carlo Thränhardt. Ich wusste nicht, dass er einmal ein sehr guter (Sport)Filmemacher war. Ich wusste eigentlich gar nichts von ihm. Jetzt ...

Bisher kannte ich Bernd Thränhardt nicht, auch nicht als Bruder von Carlo Thränhardt. Ich wusste nicht, dass er einmal ein sehr guter (Sport)Filmemacher war. Ich wusste eigentlich gar nichts von ihm. Jetzt ist dies anders. Mit „Ausgesoffen“ hat Bernd Thränhardt mit einem Co-Autor ein berührendes und in meinen Augen sehr ehrliches Buch über sein Leben und vor allem seine Alkohol- und Kokainsucht beschrieben und von seinem Kampf gegen die Sucht. Er zeigt, wie schnell und wie einfach es geht, in eine Sucht abzurutschen. Eigentlich sogar „nebenbei“, ohne dass man es merkt. Er zeigt schonungslos die Folgen der Sucht und noch mehr die Kämpfe und vielen Niederlagen dagegen. Mich hat das Buch sehr berührt und dabei war es auch noch gut lesbar. Die lakonische direkte Schreibweise gefiel mir gut, auch die kleinen Seitenhiebe gegen einige Berühmtheiten oder das Promi-Business. Das Buch hatte stellenweise viel Humor, aber es hat auch eine große Überzeugungskraft. Man kann Bernd Thränhardt nur wünschen, dass er auch weiterhin sein Leben gegen die Sucht so im Griff hat und dass er vielen Menschen damit helfen kann.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Die Regenbogentruppe

Die Regenbogentruppe
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Das Buch spielt in Indonesien in einem kleinen Ort. Die Kinder der reicheren Leute können eine Schule der Minengesellschaft besuchen. Die Kinder der Armen - Fischer, Plantagenarbeiten, Hilfsarbeiter in ...

Das Buch spielt in Indonesien in einem kleinen Ort. Die Kinder der reicheren Leute können eine Schule der Minengesellschaft besuchen. Die Kinder der Armen - Fischer, Plantagenarbeiten, Hilfsarbeiter in der Mine - haben diese Möglichkeit nicht. Doch mit dem Zusammenbringen von 10 Kindern für eine Schulklasse besteht die Möglichkeit, eine kleine Schule weiterzuführen. Die Kinder nutzen diese Gelegenheit - die einzige Chance für Bildung und ein besseres Leben. Andrea Hirata ist selbst einer dieser Schüler und beschreibt die Zeit in der Schule, aber auch abseits derselben. Er schreibt mit viel Fantasie und Poesie. Die Schüler sind alle kleine Persönlichkeiten - sehr unterschiedlich, aber jeder ist wichtig für die Klasse. Jeder bringt sich auf seine Weise ein. Jeder kann irgendetwas besonderes - und wenn es nur die Freundlichkeit ist, die er verbreitet. Das macht die Klasse und das Buch so besonders. Es zeigt die Möglichkeiten, die Kinder mit Bildung erhalten. Es zeigt aber auch Verständnis untereinander, Hilfe und Spaß. Das Buch sollte zur Pflichtlektüre in unseren Schulen werden, damit die Jugendlichen begreifen, wie gut sie es hier mit der Ausbildung haben (auch wenn hier nicht alles in Ordnung ist). Noch mehr sollte dieses Buch aber Pflichtlektüre für alle Entscheider in Politik und Verwaltung werden, damit sie begreifen, dass eine Kürzung jeglicher Gelder für Schule und Ausbildung der absolut falsche Weg ist. All dies zeigt das Buch auf eine anrührende und trotzdem humorvolle Weise.

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