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Veröffentlicht am 08.07.2021

Spannender Reihenauftakt

Die Verlorenen
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Simon Beckett konnte mich in den vergangenen Jahren mit seiner Reihe rund um den forensischen Anthropologen David Hunter immer wieder begeistern. Die Ankündigung, dass er mit „Die Verlorenen“ eine neue ...

Simon Beckett konnte mich in den vergangenen Jahren mit seiner Reihe rund um den forensischen Anthropologen David Hunter immer wieder begeistern. Die Ankündigung, dass er mit „Die Verlorenen“ eine neue Reihe startet, hat mich dadurch gleichzeitig etwas traurig, aber auch sehr neugierig gemacht, denn die Hoffnung, dass diese genau so genial werden würde war natürlich da.

Die Verlorenen startet direkt gewohnt actionreich und brutal, sodass ich bereits nach wenigen Seiten in den Bann des Buches gezogen wurde. Wie schon bei der David Hunter-Reihe werden die Grausamkeiten detailliert geschildert, sodass der Thriller nichts für zarte Gemüte, aber genau das richtige für mich ist. Nach dem spannenden Intro lernen die Leserinnen den neuen Ermittler Jonah genauer kennen. Durch Rückblicken wird von den Ereignissen vor 10 Jahren, bei denen sein Sohn verschwand, berichtet, die Jonah maßgeblich geprägt haben und auch die Beziehung zu Gavin, zu dem er seit dieser Zeit keinen Kontakt mehr hat wird näher beleuchtet. Die Rückblicke schaffen es zusammen mit der Gegenwart ein facettenreiches Bild von Jonah zu zeichnen, der mir als Ermittler dadurch sehr sympathisch geworden ist.

Dieser wird selbst von der Polizei verdächtigt Schuld an den Morden im Lagerhaus zu sein, versucht jedoch hinter dem Rücken der Ermittler seine eigenen Nachforschungen anzustellen. Die zahlreichen Stränge, die es anfangs in der Geschichte gibt, fügen sich mit der Zeit immer mehr zusammen und einige überraschende Wendungen schaffen es, die Spannung durchgehend aufrecht zu erhalten.

Neben Jonah gibt es keine weiteren Hauptfiguren, die eine präsentere Rolle einnehmen, was ich aber bei einem Reihenauftakt nicht bemängele, da dafür auch in den Fortsetzungen noch die Option da ist und Jonah dafür besonders gut beleuchtet wurde und seine Denkweise und sein Handeln nachvollziehbar wurden.

Auch der Showdown am Ende macht Lust auf mehr und die Aufklärung bietet noch genug Potenzial für Fortsetzungen, gleichzeitig werden aber alle wichtigen Fragen geklärt, sodass das Buch für sich abgeschlossen ist.

Mit der David Hunter-Reihe lässt sich das Buch schwer vergleichen, da der Ansatz der Geschichte sich nennenswert unterscheidet, die bildhafte Sprache, die Spannung und die Brutalität für die Beckett bekannt ist bleiben jedoch erhalten, sodass ich diesen Reihenauftakt Fans von Beckett und natürlich auch neuen Leser
innen sehr ans Herz legen kann und 5 Sterne gebe.

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Veröffentlicht am 27.05.2021

Genau so sollte ein Kinderbuch 2021 sein

Amari und die Nachtbrüder
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Amari ist genau das Kinderbuch, das das Jahr 2021 gebraucht hat. Amari ist Schwarz und lebt mit ihrer Mutter in einer Sozialbausiedlung, geht jedoch durch ein Stipendium auf eine Privatschule, die ansonsten ...

Amari ist genau das Kinderbuch, das das Jahr 2021 gebraucht hat. Amari ist Schwarz und lebt mit ihrer Mutter in einer Sozialbausiedlung, geht jedoch durch ein Stipendium auf eine Privatschule, die ansonsten von reichen, weißen Schülerinnen besucht wird, die sich über Amari und ihre Familie lustig machen. Die gehässigen Kommentare gehen ihr besonders nahe, wenn sie sich auf ihren verschollenen großen Bruder beziehen, der ihr großes Vorbild ist.

Als sie plötzlich eine geheimnisvolle Einladung zu einer übernatürlichen Sommerakademie erhält, sieht sie ihre Chance gekommen endlich herauszufinden, was mit ihrem Bruder passiert ist, denn die Polizei hat ihn bereits als „typischen Schwarzen Jungen, der in zwielichtige Geschäfte gerutscht sein muss“ abgestempelt und ermittelt eher schlecht als recht.

Plötzlich erkennt Amari, dass die Welt ganz anders ist als sie immer dachte, lernt verschiedenste magische Wesen und Menschen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten kennen und gerät beim Kampf zwischen den „bösen“ Magiern und der Behörde für übernatürliches zwischen die Fronten.

Erstmal finde ich es toll, dass die Protagonistin ein Schwarzes Mädchen ist, dass sich nicht nur in der normalen Welt, sondern auch in der übernatürlichen Akademie immer wieder dem Rassismus und den Vorurteilen anderer stellen muss und dabei große Stärke beweist. Die Art und Weise, wie gesellschaftskritische Passagen, aber auch wunderschöne Botschaften zum Thema Freundschaft in die spannende Handlung eingeflochten wurden ist genau richtig für die Zielgruppe und bereichert die Story unheimlich.

Amaris Aufenthalt auf der Sommerakademie und die verschiedenen Abteilungen und Prüfungen werden sehr bildlich und detailliert beschrieben und die normale Welt auf logische und teilweise lustige Weise mit dem Übernatürlichen verknüpft. Auch wenn der Fokus auf Amaris Ausbildungszweig liegt, gibt es immer wieder Szenen, in denen auch Einblicke in andere „Fachgebiete“ gewährt werden und der geniale Aufbau der Akademie deutlich wird.

Amari, die auch in der Sommerakademie durch ihre Magie zur Außenseiterin wird, findet dort dennoch mit Elsie eine beste Freundin, die ihr zur Seite steht, sie bei der Suche nach ihrem Bruder unterstützt und für sie da ist. Elsie und den anderen Nebencharakter
innen wurde genug Fläche eingeräumt um ihnen einen eigenen starken Charakter und auch eine Charakterentwicklung zu ermöglichen, und besonders Elsie bereichert das Buch durch ihre genialen Erfindungen und ihre Liebenswürdigkeit total.

Die Story selbst war unheimlich mitreißend. Obwohl es ein Kinderbuch ist, habe ich mit Amari bei der Suche nach ihrem Bruder und ihrem Widerstand gegen ihre gehässigen Mitschüler*innen mitgefiebert und konnte durch einige Wendungen noch überrascht werden. Die Story findet genau das richtige Maß zwischen Spannung, Geheimnissen, Details und Gesellschaftskritik, sodass ich jetzt schon sehr auf Band 2 hinfiebere. Ich kann das Buch Kindern ab 10 Jahren nur ans Herz legen, denke aber, dass auch ältere Jugendliche und Erwachsene von diesem Buch begeistert sein werden und viel daraus mitnehmen können. 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.05.2021

Typischer Mittelband

Game of Blood
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Game of Gold, der erste Band der Reihe, gehörte 2020 zu meinen absoluten Jahreshighlights. Die Fantasywelt rund um die Hexen und die Chasseure konnten mich absolut begeistern und ganz besonders die Protagonistin ...

Game of Gold, der erste Band der Reihe, gehörte 2020 zu meinen absoluten Jahreshighlights. Die Fantasywelt rund um die Hexen und die Chasseure konnten mich absolut begeistern und ganz besonders die Protagonistin Lou ist mir durch ihre derbe Art sehr ans Herz gewachsen. Dementsprechend habe ich mich natürlich sehr auf diese Fortsetzung gefreut, wurde beim Lesen aber etwas ernüchtert.

Die Handlung setzt kurz nach dem Ende von Band 1 an und Lou und Reid sind auf der Flucht und suchen nach Verbündeten. Mir fiel es anfangs etwas schwer wieder hineinzufinden, da es im ersten Teil so viele Protagonist*innen gab und ich mich insbesondere an die Nebencharaktere kaum noch erinnern konnte. Durch kleine Rückblicke habe ich dann jedoch ganz okay wieder hineinfinden können, fand jedoch die ersten 200 Seiten unheimlich langatmig.

Danach nahm das Buch an Fahrt auf und hatte auch einige spannende Szenen, die für mich aber nicht an Band 1 herangekommen sind. Ein großer Fokus des Buches liegt auf den jeweiligen Gefühlen von Lou und Reid, die sich beide erstmal selbst finden müssen, und den daraus resultierenden Beziehungsproblemen. Diese haben die Handlung stark dominiert und die jeweiligen Entwicklungen haben mir ehrlich gesagt teilweise einfach nicht gefallen. Der derbe Charakter von Lou kam kaum noch zur Geltung und die Verbissenheit der beiden ist mir irgendwann einfach auf die Nerven gegangen.

Schön fand ich jedoch, dass man in diesem Band mehr über die Welt erfährt und vor allem auch anderen magische Wesen kennenlernt. Das war definitiv das Highlight des Buches, denn einige der neu eingeführten Charaktere haben das Buch wirklich bereichert.

Gegen Ende gab es zudem auch ein oder zwei Wendungen, die mich wirklich überrascht haben, was wieder einiges wett gemacht hat.

Alles in allem ist es jedoch ein typischer Mittelband, der eher aufs Finale aufbaut und alleinstehend nicht wirklich überzeugen kann, der Cliffhanger sorgt jedoch dafür, dass ich Band 3 trotzdem kaum erwarten kann.

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Veröffentlicht am 27.04.2021

Originelle Story mit zu viel vulgärer Sprache

Highfire - König der Lüfte
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Highfire ist der erste Fantasyroman für Erwachsene von Eoin Colfer, dem Autor der „Artemis Fowl-Reihe“. Für mich war es das erste Buch des Autoren und ich hatte mich durch den Klappentext sehr auf eine ...

Highfire ist der erste Fantasyroman für Erwachsene von Eoin Colfer, dem Autor der „Artemis Fowl-Reihe“. Für mich war es das erste Buch des Autoren und ich hatte mich durch den Klappentext sehr auf eine spannende Story rund um (einen) Drachen gefreut.

Der Roman handelt von Squib, einem Halbweisen, der mit seinen Nebentätigkeiten seine Mutter unterstützen will, jedoch immer wieder ins Visier des korrupten Polizisten Hookes gerät, der gleichzeitig ein Auge auf seine Mutter geworfen hat. Unglücklicherweise wird Squib Zeuge, als Hooke sich einem Kontrahenten entledigt und steht dadurch an der Spitze seiner Abschussliste.

Auf seiner Flucht trifft Squib auf Vern, den letzten eistierenden Drachen, der in einer Hütte in den Sümpfen Louisianas lebt. Dort widmet sich der mürrische und leicht depressive Drache seiner Leidenschaft, dem Reality TV und konsumiert flaschenweise Wodka. Das plötzlich ein Mensch von seiner Existenz weiß, gefällt ihm jedoch überhaupt nicht, als er plötzlich jedoch auch auf seine Hilfe angewiesen ist arrangieren sich die beiden Wohl oder übel miteinander.

Highfire war definitiv originell, entsprach aber in keiner Weise meinen Erwartungen an das Buch. Ich hatte mir eine wesentlich „epischere“ handlungsgetriebene Story vorgestellt, es handelt sich aber um eine sehr dialog- und humorbasierte Geschichte. An sich hat mich das dann auch überhaupt nicht gestört, denn bereits die ersten Seiten führten zu einigen Lachern bei mir. Die Ernüchterung erfolgte dann jedoch recht schnell, denn ein Großteil der Witze und „lustigen“ Szenen beinhalteten „Scheiße, Pisse, Kotze, Blut oder Schwänze“. Zu einem gewissen Maß finde ich solche Ekel-Szenen oder Witze ja noch lustig, aber es gab kaum ein Kapitel, in dem einem derartiges erspart blieb.

Hinzu kam die Perspektive von Hooke, in der immer wieder auf seine Vergewaltigungsfantasien eingegangen wird. Natürlich unterstützt dies die Art und Weise, wie Leserinnen ihn als Bösewicht wahrnehmen, aber ich persönlich hätte das nicht so häufig aus seiner Perspektive wieder vor Augen geführt bekommen müssen. Gemeinsam mit den vielen Schwanz-Witzen und den vielen Körperflüssigkeiten hatte ich das Gefühl, dass das Buch eher für eine männliche Zielgruppe geschrieben wurde.

Die eigentliche Handlung wirkte auf mich Hingegen von der Komplexität her wie ein Jugendbuch. Ein 14-jähriger Protagonist, der sich Ärger einhandelt, auf einen mürrischen Drachen trifft und gemeinsam mit diesem ein paar Mafiosis „plattmachen“ möchte. Einzig und allein die derbe Sprache und die vielen obengenannten Szenen passten nicht zu diesem Bild.

Vern hat jedoch durch seinen lustigen Charakter einiges wieder wettgemacht, die Story lebt definitiv von diesem mürrischen Drachen und seinen Eigenheiten und ich habe auch noch nichts derartiges gelesen. Ich mochte die Beziehungen zwischen den Protagonist
innen und ihre Eigenheiten und fand besonders die Entwicklung zwischen Vern und Squib sehr angenehm zu lesen.

Wer eine epische Fantasy-Story erwartet ist hier definitiv falsch bedient, denn bis auf die Tatsache, dass Vern ein Drache ist, handelt es sich eher um eine Art Comedy-Mafia-Story. Ich kann mir vorstellen, dass viele Leser*innen, die mit den richtigen Erwartungen an die Story gehen und sich nicht an der vulgären Sprache stören, viel Spaß an der Story haben werden. Für mich hat es aber leider nur für 2.5 Sterne gereicht.

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Veröffentlicht am 25.04.2021

Gelungene Fortsetzung

The Age of Darkness - Schatten über Behesda
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Nachdem mir bereits Band 1 von Age of Darkness sehr gut gefallen hat, habe ich mich riesig auf die Fortsetzung gefreut. Nach dem Showdown von Band 1 haben sich die zahlreichen Protagonistinnen über das ...

Nachdem mir bereits Band 1 von Age of Darkness sehr gut gefallen hat, habe ich mich riesig auf die Fortsetzung gefreut. Nach dem Showdown von Band 1 haben sich die zahlreichen Protagonistinnen über das ganze Land verstreut und gehen ihren eigenen Teilzielen nach. Durch diesen Sprung fiel es mir jedoch zunächst recht schwer wieder in die Handlung hineinzufinden, da man sich nicht nur wieder in den Kopf rufen muss, wer die einzelnen Personen sind und was sie erreichen wollen, sondern schon zu Beginn neue Nebencharaktere vorgesetzt bekommt. Mit der Zeit habe ich dann aber wieder in die Geschichte hineingefunden und war erneut begeistert von den zahlreichen unterschiedlichen Perspektiven und der Art und Weise, wie diese zusammenwirken und die einzelnen Ziele sich nach und nach überschneiden.

Das Worldbuilding war wie schon in Band 1 gelungen, allerdings waren die zahlreichen Handlungsorte fast schon ein bisschen zu viel für mich, da ich dadurch nicht von allen Orten eine wirkliche Vorstellung bekommen konnte und ohne die wunderschöne Karte im Buch wohl noch weniger verstehen würde.

Der Spannungsbogen ist wie schon Band 1 sehr linear aufgebaut, die Spannung steigert sich durchgehend bis zum Ende, sodass ich das Buch nach der anfänglichen Phase, in der ich erstmal hineinfinden musste kaum aus der Hand legen konnte.

Ein klitzekleines bisschen mehr hätte ich mir vielleicht noch von der Charakterentwicklung erwartet, einige Protagonist
innen machen eine größere Wandlung durch, überwiegend konnte ich jedoch keine größere Entwicklung erkennen. Dafür haben sich aber definitiv die zwischenmenschlichen Beziehungen entwickelt. In Band 1 habe ich das langsame Herantasten zwischen den Protagonistinnen gelobt, insbesondere das es keine Liebe auf den ersten Blick gibt. Dies entwickelt sich zu großen Teilen auch so weiter, die Beziehungen vertiefen sich langsam, aber genau im richtigen Tempo damit sie glaubwürdig bleiben.

Insgesamt ist es ein gelungener 2. Band, der zwar ein bisschen Zeit braucht um sich zu entfalten, dann aber erneut eine spannende Story mit tollem Worldbuilding und vielfältigen Protagonist
innen bietet, in der Diversität mit Leichtigkeit eingewoben wird. 4 Sterne.

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