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Veröffentlicht am 10.07.2019

Kampf nach überstandener Krebserkrankung um die Rückkehr ins Leben und die Liebe der Familie - emotional und unterstützt durch Abis Überlebens-Playlist

Ziemlich wunderbares Leben
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Abi ist 37 Jahre alt, als sie nach überstandener Krebserkrankung wieder nach Hause zu ihrem Mann John und ihrem 17-jährigen Sohn Seb zurückkehrt. Sie möchte fortan keinen Tag mehr verschwenden, das Beste ...

Abi ist 37 Jahre alt, als sie nach überstandener Krebserkrankung wieder nach Hause zu ihrem Mann John und ihrem 17-jährigen Sohn Seb zurückkehrt. Sie möchte fortan keinen Tag mehr verschwenden, das Beste aus ihrem Leben herausholen und überlegt, das Psychologiestudium aufzunehmen, das sie wegen ihrer frühen Mutterschaft nicht mehr in Erwägung gezogen hatte. Doch in dem Jahr ihrer Erkrankung hat sich vieles geändert. Ihr Mann hat seine Firma in die Insolvenz gebracht und das Familienvermögen wegen der Kosten für zusätzliche Behandlungen dezimiert. Emotional kommt sie nicht mehr an John heran und fühlt sich von ihm nicht mehr begehrt. Auch ihr Sohn macht ihr Sorgen. Seine Schulnoten haben sich derart verschlechtert, dass die Aussicht auf ein Medizinstudium gefährdet ist und hat sich darüber hinaus in seine eigene Welt zurückgezogen.

Abi kann nicht akzeptieren, dass sie nun gesund ist, aber ihre Familie an den Folgen ihrer Erkrankung zerbrochen sein soll und beginnt für ihr Leben und ihre Liebe zu kämpfen.

Der dritte Roman von Katie Marsh ist wieder eine emotionale Geschichte, in der eine Krankheit eine wesentliche Rolle spielt. Dieses Mal ist die Erkrankung aber bereits überstanden und es sind die Auswirkungen des Jahres, in dem Abi nicht da war und John in Sorge um sie die falschen Entscheidungen getroffen hat und Seb mit zu großen Druck auf die Zukunft und den Problemen der Pubertät allein gelassen wurde, die für Probleme sorgen.

Der Roman ist abwechselnd aus der Sicht von Abi bzw. Seb geschrieben. Beide Charaktere sind sympathisch und nahbar, ihre Sorgen und Probleme sind verständlich und nachvollziehbar.
Es ist kein Buch über den Kampf ums Überleben aufgrund der Diagnose Krebs, sondern ein Buch über den Kampf um Beziehungen und den Zusammenhalt in einer Familie. Es geht um Vertrauen und Geheimnisse, die gehegt werden, um sich oder andere zu schützen. Doch natürlich hat Abi auch Angst, dass der Krebs jederzeit zurückkehren könnte, hört unwillkürlich verstärkt in ihren Körper hinein und versucht seine Signale zu deuten. Es ist verständlich, dass jedes Ziepen im Bauch oder Verdauungsbeschwerde sie unsicher machen.
Die Geschichte macht bewusst, dass das Leben endlich ist und dass man seine Zeit nicht mit Nichtigkeiten und falschen Erwartungen verschwenden sollte und sein Lebensglück nicht aus den Augen verlieren sollte. Dabei ist der Roman keinesfalls vorhersehbar wie es aufgrund des Plots vielleicht zu vermuten ist, sondern überrascht durch Wendungen, so dass nicht gewiss ist, ob es für die Familie ein zufriedenstellendes Ende geben kann.

Die Kapitel werden unterbrochen durch Abis Überlebens-Playlist, eine Liste von Songs, die sie während ihrer Krebserkrankung verfasst hat und die sie ihrer Familie und Freunden als Abschiedsgeschenk hinterlassen wollte, falls sie den Krebs nicht überlebt. Es sind Lieder aus Abis Leben, die sie begleitet haben, die ihr etwas bedeuten oder sie an Schlüsselsituationen erinnern und die sie jeweils einer oder mehrere Personen gewidmet hat. Die Erklärungen zu den Songs runden die emotionale Geschichte perfekt ab und sind eine kreative Idee, die den Roman besonders machen.

Dennoch konnte mich die Geschichte nicht komplett überzeugen, da ich eine aktive Problemlösung durch die Charaktere vermisste. Für meinen Geschmack ließen sie sich zu sehr vom Schicksal leiten. Das Ende war für mich zu abgehackt und hätte nicht auf diese Weise offen enden müssen.

Veröffentlicht am 08.07.2019

Nicht so dramatisch und packend wie die Vorgängerromane, aber dennoch ein spannender Psychothriller

Das Haus am Rand der Klippen
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Elle Fielding ist Anfang 30 und wurde zuletzt für ihr Romandebüt gefeiert, ein Thriller, der ein großer Erfolg war. Nach einer Auszeit in Frankreich kehrt sie nach Cornwall zurück, um an ihrem zweiten ...

Elle Fielding ist Anfang 30 und wurde zuletzt für ihr Romandebüt gefeiert, ein Thriller, der ein großer Erfolg war. Nach einer Auszeit in Frankreich kehrt sie nach Cornwall zurück, um an ihrem zweiten Buch zu arbeiten. Ihr Mann hat sich von ihr getrennt und so ist sie allein in dem großen Haus am Rand der Klippen, das sie aufwändig hat umbauen lassen und während ihres Urlaubs per airbnb vermietet hatte. Das Geld ist knapp und der Druck aufgrund des nahenden Abgabetermins für ihr Manuskript groß.
Elle ist nervös, fahrig und unsicher, leidet an einer Schreibblockade. In ihrem Haus merkt sie Veränderungen, hat das Gefühl, dass jemand ihre Sachen durchwühlt hat und sie beobachtet. Als sie dann auch noch bei einer Lesung die Worte "Du Lügnerin" in ihrem ersten Roman markiert sieht, fühlt sie sich ertappt. Jemand muss ihr Geheimnis entdeckt haben...

Der Roman ist in der Gegenwart in der Ich-Perspektive von Elle geschrieben, deren Unsicherheit und Angst man am eigenen Leib spüren kann. Der Roman enthält daneben Rückblenden in die Jahre 2003/ 2004 und die Perspektive der Person, die während ihrer Abwesenheit in ihrem Haus war.
Dabei verschwimmen Wahrheit und Fiktion auf eine raffinierte Art und Weise. Als Leser kann man sich nicht sicher sein, was Elle tatsächlich erlebt, was ihrer Einbildung entspringt, was Erinnerungen sind und welche Teile davon Zeilen aus ihrem neuen Roman sind.

Lucy Clarke beweist auch mit diesem Roman ihr Talent bei der Herstellung von Atmosphäre, die hier düster und unbehaglich ist und den Leser gekonnt an die Küste Cornwalls versetzt.

Während man zu Beginn mit Elle leidet und sich fragt, wer sie quält und sich aus unbekannten Gründen an ihr rächen möchte, spürt man im weiteren Verlauf, dass Elle etwas zu verbergen hat und eine Mitschuld an ihrer Situation trägt. Elle ist kein offener, sympathischer Charakter. Sie teilt ihr gesamtes Leben auf Facebook und stellt sich dort anders da, als sie tatsächlich ist. Ihr Feind scheint sich ihre Posts allerdings zunutze zu machen, was sie spät registriert.

Welches Geheimnis Elle verbirgt, das sie quält und mit dem sie gequält wird, bleibt bis zum Schluss spannend zu entdecken.
Auch wenn mir die Vorgängerromane von Lucy Clarke besser gefallen haben, da sie dramatischer und noch überraschender konstruiert waren, ist "Das Haus am Rand der Klippen" ein spannender Psychothriller, wenn auch kein echter Pageturner.

Veröffentlicht am 06.07.2019

Sehr gut konstruierter Fall und durch Wendungen durchweg spannend, aber wahrlich nichts für Zartbesaitete

Er will sie sterben sehen
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Susana Macaya wird nach ihrem Junggesellinnenabschied tot aufgefunden. Die Umstände ihres Todes sind grauenvoll. Bei lebendigem Leib wurde ihr Gehirn von Maden aufgefressen, die ihr Mörder ihr durch drei ...

Susana Macaya wird nach ihrem Junggesellinnenabschied tot aufgefunden. Die Umstände ihres Todes sind grauenvoll. Bei lebendigem Leib wurde ihr Gehirn von Maden aufgefressen, die ihr Mörder ihr durch drei Bohrlöcher in den Kopf platziert hatte. Ihr Mord weist große Parallelen zum Mord an ihrer Schwester Lara vor sieben Jahren auf. Auch sie wurde kurz vor ihrer Hochzeit so bestialisch ermordet. Ein Täter wurde gefasst und verurteilt und befindet sich weiterhin in Haft.

Im aktuellen Fall übernimmt Inspectora ELena Blanco, die Chefin der Brigada de Análisis de Casos (BAC) die Ermittlungen, wobei sich der junge Polizist Ángel Zárate bei seinem ersten Mordfall in Madrid in die Ermittlungen drängt. Sie sehen sich dabei mit den Fragen konfrontiert, ob damals der falsche Täter gefasst wurde oder ob es einen Nachahmer gibt, der sich den damaligen Mord zum Vorbild genommen hat.

"Er will sie sterben sehen" ist der Auftakt einer spanischen Buchreihe um Inspectora Elena Blanco, deren fünfjähriger Sohn vor acht Jahren verschwunden ist und die dem Grappa nicht abgeneigt ist. Der Thriller besteht aus vielen kurzen Kapiteln, die der Handlung durch den schnellen Perspektivenwechsel Dynamik verleihen.
Die Entwicklung des Falls ist sehr gut konstruiert, durch Wendungen durchweg spannend und aufgrund der wechselnden Verdächtigen bis zum Showdown nicht vorhersehbar.
Die Ermittler sind eigenwillig, überschreiten zumal ihre Kompetenzen, sind aber nicht zu übertrieben als skurrile Einzelgänger dargestellt.

Der Thriller ist wahrlich nichts für Zartbesaitete. Gerade die kursiv gedruckten Abschnitte, die einen anderen Schauplatz abseits der aktuellen Ermittlungen beschreiben, sind grausam und ekelerregend. Verknüpft mit der Haupthandlung bilden diese letztlich das perfekte Konstrukt für einen Thriller über die Abgründe im Menschen.
Der Fall wird aufgeklärt, aber das dennoch nicht ganz geschlossene Ende macht neugierig auf einen zweiten Band um BAC-Ermittlerin Elena Blanco und ihren neuen Partner Ángel Zárate.

Veröffentlicht am 04.07.2019

Geschichte über einen Neuanfang, über die Liebe zum Handarbeiten und Handwerken, Do-it-yourself und Upcycling

Komme, was Wolle
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Franziska erbt überraschend von ihrer Großtante Gerlinde ein Häuschen in einer Kleinstadt an der Nordsee mit dem dazugehörigen Geschäft "Wunderkiste". Da auch ihre beste Freundin gerade nach Singapur ausgewandert ...

Franziska erbt überraschend von ihrer Großtante Gerlinde ein Häuschen in einer Kleinstadt an der Nordsee mit dem dazugehörigen Geschäft "Wunderkiste". Da auch ihre beste Freundin gerade nach Singapur ausgewandert ist, hält die 34-jährige, ungebundene Physiotherapeutin nichts mehr in ihrer Heimatstadt Nürnberg. Sie packt ihre Koffer und entscheidet sich dafür, das Ladengeschäft der Tante zu renovieren und neu zu eröffnen. Schnell lernt sie die Inhaber der Geschäfte der Umgebung kennen, bekommt handwerkliche Hilfe und schließt Freundschaften. Allerdings wird sie nicht von allen Einwohnern der Kleinstadt willkommen geheißen. Irgendjemand möchte die zugezogenen Fränkin, den "Bazi" aus dem Ort verdrängen und bringt dies zunächst durch Farbschmierereien zum Ausdruck. Als der anonyme Täter noch weitere Schritte unternimmt, wird es auch für Franzi gefährlich.

"Komme, was wolle" ist eine Geschichte über einen Neuanfang über die Liebe zum Handarbeiten und Handwerken, zum Upcycling und Do.-it-yourself. Im Vordergrund steht jedoch die Geschichte selbst, Franzis Umzug nach Ostfriesland und die Renovierung und Wiedereröffnung ihres geerbten Kurzwarenladens. Sie macht aber noch mehr daraus, als nur Wolle und Reißverschlüsse zu verkaufen. Sie bastelt, näht, häkelt und strickt selbst Dekorationsgegenstände und Accessoires oder nimmt von anderen Kreativen gestaltete Verkaufswaren in Kommission. Damit lockt sie nicht nur Einwohner des Ortes, sondern insbesondere auch Tourist(inn)en in ihr Geschäft. Spannung erzeugt der Roman durch die anonymen Drohungen, denen sich Franzi ausgesetzt sieht, auch wenn man sehr schnell ahnen kann, wer dahinter steckt und sie vertreiben möchte.

Am Ende des Kapitel wird jeweils auf ein DIY-Projekt hingewiesen, auf Anleitungen zum Basteln und Handwerken, die sich im Anhang des Romans befinden. So finden sich dort Beschreibungen zum Nähen von "Sockenbären", zum Sägen von Schaf-Buchstützen oder zum Filzen von Sitzunterlagen.

"Komme, was wolle" ist ein leicht zu lesender lebendiger Roman mit dem Fokus auf den Aufbau eines Geschäfts, den damit verbundenen Problemen und dem Knüpfen neuer Freundschaften, bei dem man die Liebe der Autorin zum Selbermachen verspürt und durch den selbst Laien zum Handarbeiten angeregt werden dürften.

Veröffentlicht am 02.07.2019

Sehr einfach konstruierte Liebesgeschichte mit Pariser Charme

Rendezvous mit Lou
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Nachdem Lou von ihrem Dozenten verlassen wurde, der sich klammheimlich wieder für seine Ehefrau entschieden hatte, stellt sie ihn im Moment des Schocks in der Öffentlichkeit bloß. Um ihren Abschluss an ...

Nachdem Lou von ihrem Dozenten verlassen wurde, der sich klammheimlich wieder für seine Ehefrau entschieden hatte, stellt sie ihn im Moment des Schocks in der Öffentlichkeit bloß. Um ihren Abschluss an der Hochschule noch zu retten, soll sie den adeligen Unternehmer Frédéric d'Arambault interviewen, der sich nach dem Tod seiner Ehefrau öffentlich zurückgezogen hat.
Lou ist ehrgeizig und möchte dieses Interview um jeden Preis, weshalb sie einen etwas unkonventionellen Weg wählt und in Frédérics Hotelzimmer einbricht, um mehr über ihn zu erfahren. Er erwischt auf frischer Tat und erpresst sie. Doch auch Frédéric verhält sich zweifelhaft, als er einen Geschäftspartner betrügt, um seine Firma retten zu können. Bei der Lüge ist er allerdings auf Lous Hilfe angewiesen. Richtig kompliziert wird es, als sich beide ineinander verlieben, aber aufgrund ihres Konstrukts aus Unwahrheiten und Vertrauensbrüchen sich ihre Liebe nicht eingestehen können.

"Rendezvous mit Lou" ist eine sehr einfach konstruierte Liebesgeschichte, die sich vorhersehbar entwickelt. Sie ist dennoch sehr unterhaltsam geschrieben und durch das Pariser Flair auch ganz charmant. Leider bedient die Geschichte aber auch allerhand Klischees von der einfachen Studentin, die sich in einen reichen Adeligen verliebt. Dieser hat eine harte Schale, aber ein weiches Herz und verliebt sich in die schöne junge Frau. Durch Irrungen und Wirrungen spielt sie seine Ehefrau und nach vielen Missverständnissen und Enttäuschungen finden sie am Ende doch noch zueinander.

Mir verlief die Geschichte zu wenig überraschend, so dass man jede weitere Hürde schon vor Eintritt vorausahnen konnte. Darüber hinaus empfand ich die Liebesgeschichte etwas unglaubwürdig. Mir ging sie zu schnell und die große Liebe zwischen Lou und Frédéric war mir deshalb nicht nachvollziehbar. Ihre plötzlichen, tiefen Gefühle für einander kamen bei mir nicht an. Zudem störten mich so manche leeren Floskelsätze wie "Dann liebe mich. Liebe mich noch einmal, bevor du hinuntergehst." [...] "Du bist keine Frau zwischen Tür und Angel. Ich bin eine Frau für jede Gangart: "Schritt und Schallgeschwindigkeit.", die übertrieben dramatisch, geradezu theatralisch und aufgesetzt wirkten.

Für Romantiker(innen), die süße Geschichten mit französischer Atmosphäre lieben, ist die Geschichte aber durchaus empfehlenswert.