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Veröffentlicht am 17.01.2026

Ein neuer Anfang

Mörderfinder – Die Spur der Mädchen
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Max Bischoff ist eigentlich nur noch Dozent an der Fachhochschule und möchte nur noch Polizisten unterrichten, doch er soll einen Fall übernehmen, der noch nicht geklärt ist. Es juckt ihn ein bisschen ...

Max Bischoff ist eigentlich nur noch Dozent an der Fachhochschule und möchte nur noch Polizisten unterrichten, doch er soll einen Fall übernehmen, der noch nicht geklärt ist. Es juckt ihn ein bisschen in den Fingern, als ihn ein Vater bittet seine vor sechs Jahren verschwundene Tochter wieder zu finden.Er kämpft mit sich, doch am Ende übernimmt er den Fall und muss mit dem ersten Hauptkommissar Menkhoff aus Köln zusammenarbeiten. Als dann Dinge der verschwundenen Tochter wieder auftauchen, wird der Fall sehr mysteriös. Aber es scheint ein neuer Anfang für Max zu sein.
Der Thriller aus der Reihe "Mörderfinder - Die Spur der Mädchen" mit dem ehemaligen Oberkommissar Max Bischoff, ist ein neuer Anfang für Max. Die Figur war ja schon vorher in einigen Thriller von Arno Strobel ein Mittelpunkt bei den Ermittlungen. Das ist auch in diesem ersten Band der Mörderfinder wieder der Fall. Das Cover ist sehr einfach aber eindeutig gehalten, es geht um den Inhalt, nicht um den Einband. Und doch ist das Cover in meinen Augen aussagekräftig und eindeutig. Der Fall ist sehr gut beschrieben und die Ermittlungen lassen sich gut nachempfinden. Ebenso die Bedenken, die sich im Kopf von Max abspielen, sind eindeutig und gut beschrieben. Erst ein unbeliebter Kommissar bringt Max dazu, sich wieder mit seinen Stärken zu beschäftigen. Dieses wird vom Autor sehr gut aufgebaut und so ist die Geschichte auch sehr plausibel erzählt. Die Spannung wird bis zum Ende hochgehalten und es sind einige Twitches dabei, die die Spannung befeuern. Die Sprache ist sehr bildhaft und läuft wie ein Film ab, in dem man sich hineinbegeben kann und sich unterhalten lässt.
Ich finden dieses Buch sehr gut, da es spannend geschrieben ist und ich mich gut unterhalten fühle. Ich kann mich gut mit der Hauptfigur Max identifizieren, nicht mit seinen Fällen, aber mit seinem Wesen. Das hilft mir beim Eintauchen in diesen Thriller. Ich kann ihn mit gutem Gewissen empfehlen.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Ein familiäres Verbrechen

Lügen auf Friesisch
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Sven Christiansen leitet einen Markt für Restposten. Eines morgens wird er ermordet aufgefunden. Doch wer der Täter ist, kann die Kripo nicht auf Anhieb ermitteln. Der Chef der Kripo muss auch noch ins ...

Sven Christiansen leitet einen Markt für Restposten. Eines morgens wird er ermordet aufgefunden. Doch wer der Täter ist, kann die Kripo nicht auf Anhieb ermitteln. Der Chef der Kripo muss auch noch ins Krankenhaus, so dass die Beamten Michi und Ulf auf sich gestellt sind. Nicht ganz, wie sich herausstellt, denn ihr Chef zieht die Strippen auch aus dem Krankenhaus. Er kennt halt eine Menge Leute in Husum und so kommen ganz allmählich einige Geheimnisse ans Licht.
„Lügen auf Friesisch“ aus der Reihe Tatort Waterkant von Thomas Herzberg ist der vierte Band aus dieser Reihe. Das Cover zeigt eine typische Waterkant Szene und passt ganz gut zu diesem Krimi. Die Story ist auch gut nachvollziehbar, die Sprache ist ein bisschen langatmig, in meinen Augen. Die beiden Kommissare hingegen gefallen mir sehr gut. Vor allem das Küken Michi ist ganz schön auf Zack. Nicht nur dass sie ihren Chef Kruse gut im Griff hat, naja sie versorgt ihn ja auch ganz, so kann sie sich auch manchmal einen frechen Spruch erlauben. Auf kriminalistisch gibt sie ihr Bestes und zusammen mit ihrem, manchmal brummigen Kollegen Ulf, bilden sie schon ein gutes Team. Die Krone ist allerdings Kruse, der Gott und die Welt kennt und so vom Krankenbett aus den Fall mit seinen beiden Kollegen zum Abschluss bringt. Gut vorstellen kann ich es mir schon, dass so ein langjähriger Kommissar viele Leute kennt und auch irgendwo immer etwas guthat, um an Informationen zu kommen. Die Szenen im Krankenhaus sind schon etwas Besonderes. Allerdings ist so ein kleines Manko, dass der Krimi sehr langsam in die Gänge kommt und so am Anfang schon so seine Längen hat. Die Spannung ist gut bis zum Ende entwickelt und im Laufe der Handlung wird es dann auch interessanter.
Ich finde diesen Krimi gut in seiner Art, aber nicht überragend. Er lässt sich gut lesen und ist als regionaler Krimi auch gut. Für mehr fehlt so ein bisschen die Spritzigkeit von Anfang an.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Leben in unterschiedlichen Kulturen

Onigiri
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Nachdem Tod ihrer Großmutter möchte Aki mit ihrer Mutter noch einmal nach Japan zu ihrer Familie fahren, denn die Mutter leidet auch unter einer fortschreitenden Demenz. Außerdem möchte sie auch das Leben ...

Nachdem Tod ihrer Großmutter möchte Aki mit ihrer Mutter noch einmal nach Japan zu ihrer Familie fahren, denn die Mutter leidet auch unter einer fortschreitenden Demenz. Außerdem möchte sie auch das Leben in Japan erfahren, denn sie ist ein Kind zweier Kulturen. Ihr Herz pendelt zwischen der japanischen und der deutschen Kultur. In Deutschland ist sie zu Hause und auch dort ist sie eine andersartige Frau, was sie manchmal spürt. Bei ihrer Mutter war es noch anders, da sie in der Familie ihres Mannes nicht anerkannt wurde.
„Onigiri“ von Yuko Kuhn ist ein sehr interessantes Buch über eine Frau, die in der zweiten Generation in Deutschland zwischen den Kulturen lebt. Die Hauptperson Aki ist mit einem deutschen Mann verheiratet und hat drei Kinder, ebenso ihre Mutter, die auch mit einem deutschen Mann verheiratet war, aber nun geschieden ist. Diese Story beschreibt sehr eindringlich die Schwierigkeiten, die sich für die Familie ergibt zwischen den Kulturen zu leben. Das Kind Aki hat etwa gute Kontakt zu ihrer Großmutter väterlicherseits, ihre Mutter nicht. Sie fühlt sich nicht zugehörig und lebt auch noch ihre japanische Traditionen. Eine davon ist das Backen von Reisbällchen, Onigiri, die auf dem Cover sehr schön dargestellt wurden. Die Erzählung der Autorin ist manchmal ein wenig kompliziert und schwierig nachzuvollziehen, obwohl ich mir die Situation gut vorstellen kann, die sie beschreibt. Die Kultur ist etwas fremd für mich, so dass ich mich schlecht einfinden kann. Die Abschnitte sind mit japanischen Begriffen gekennzeichnet, die im Glossar am Ende erläutert werden. Die Sprache ist sehr dicht, aber verständlich. Es ist eher die Kultur, die mir verschlossen bleibt. Die Situation, die die Autorin beschreibt, ist durchaus nachvollziehbar.
Dieser Roman lässt sich schwer einordnen. Er ist keine Unterhaltungslektüre für zwischendurch, sondern fordert Aufmerksamkeit und Offenheit. Die emotionale Komponente ist stark, die Thematik komplex. Wer bereit ist, sich auf eine fremde Kultur einzulassen und mehr über die Herausforderungen bikultureller Identität erfahren möchte, findet hier einen authentischen, berührenden Einblick,
"Onigiri" ist ein Buch für Leser, die Interesse an kulturellen Zwischenräumen haben und die emotionale Tiefe schätzen, auch wenn sie manchmal unbequem wird. Es zeigt eindringlich, was es bedeutet, zwischen zwei Welten zu leben – und dass diese Erfahrung von Generation zu Generation unterschiedlich sein kann.
Für alle, die sich für japanische Kultur interessieren und bereit sind, sich auf eine anspruchsvolle, aber lohnende Lektüre einzulassen, kann ich diesen Roman empfehlen.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Ein ganz besonderer Mörder

Todesmärchen
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In Bern wird eine Frau nackt an einen Brückengeländer an den Haaren aufgehängt gefunden. Sie war die Leiterin von fedpol und hat eine Nummer auf ihrem Bauch. Horowitz ein Profiler wird hinzu gerufen und ...

In Bern wird eine Frau nackt an einen Brückengeländer an den Haaren aufgehängt gefunden. Sie war die Leiterin von fedpol und hat eine Nummer auf ihrem Bauch. Horowitz ein Profiler wird hinzu gerufen und der veranlasst, dass sofort eine Nachricht an Marten S. Snijder übermittelt wird, umgehend zu kommen. Vor dieser Frau wurden in kürzester Zeit tote Frauen aufgefunden, die im Rechtssystem eine Rolle gespielt haben. Alle hatten eine Nummer eingeritzt bekommen und warne grässlich verstümmelt worden. Das ist natürlich ein Fall für Snijder und Sabine Nemetz, die erst einmal im Dunkeln tappen, da ein Mörder, der ein ähnliches Muster hatte, im Gefängnis sitzt. Aber wie hängen die Taten dann zusammen.
"Todesmärchen" von Andreas Gruber ist der dritte Thriller, der sich mit sehr besonderen Fällen beschäftigt. Gruber hat eine sehr fesselnde Sprache, mit denen er dieses Buch und auch die Vorgänger geschrieben hat. Sie sind sehr detailliert und von der ersten Seite fesselnd geschrieben. Die Fälle sind sehr brutal, aber sehr logisch aufgebaut, so dass man dieser Spannungslinie gut folgen kann. In diesem Buch benutzt der Autor dann auch drei Handlungsstränge. Die Vergangenheit, fünf Jahre zuvor über die vorherige Mordserie und deren Täter. Ein parallel verlaufender Erzählstrang im Hochsicherheitsgefängnis in der der damalige Täter eingesperrt ist und der Betreuung durch eine Psychologin und die aktuellen Fälle. Sehr geschickt werden diese Stränge zusammengeführt und mit ergänzenden Informationen bestückt, so dass die Spannung bis zum Ende erhalten bleibt und in einem Finale Furioso endet.
Die Thriller, die Andreas Gruber schreibt sind für mich aus dem obersten Regal der Autoren in diesem Genre aus Deutschland. Ich mag seine Schreibweise und fühle mich sehr gut unterhalten, auch wenn mir manchmal seine Stories zu brutal sind. Ich lese sie trotzdem gerne und kann sie auch gut weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Ein nicht alltäglicher Fall

Der Rabbi und der Kommissar: Du sollst nicht morden
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Henry Rosenbaum ist Rabbiner in Frankfurt und in seinem Job manchmal sehr kreativ unterwegs und das passt seinem Gemeindevorsitzenden meistens nicht. Als nun die Frau Appelrath tot aufgefunden wird und ...

Henry Rosenbaum ist Rabbiner in Frankfurt und in seinem Job manchmal sehr kreativ unterwegs und das passt seinem Gemeindevorsitzenden meistens nicht. Als nun die Frau Appelrath tot aufgefunden wird und er zum Ort des Geschehens gerufen wird, kommt ihm alles sehr ungewöhnlich vor. Die alte Frau Appelrath soll eines natürlichen Todes gestorben sein, doch für Henry sieht das alles nicht normal aus. Der Witwer verhält sich merkwürdig und seine Tochter, die aus Israel angereist ist, wirkt auch sehr verstört. Sie mag ihren Stiefvater nicht und beschuldigt ihn, ein Erbschleicher zu sein. Die Vermögensverwalterin, eine Rechtsanwältin ist sehr bestimmt und droht mit Klage. Doch Henry bleibt neugierig und nimmt die Ermittlungen auf, um Kommissar Berking zu überzeugen.
"Der Rabbi und der Kommissar - Du sollst nicht morden" ist ein Krimi von Michel Bergmann, der im jüdischen Milieu Frankfurts spielt. Es ist ein wirklich besonderer Krimi, der für mich lange gebraucht hat, um in Schwung zu kommen. Doch die beiden Hauptakteure werden hier erst einmal vorgestellt und das braucht seine Zeit. Michel Bergmann versteht sein Fach und so gibt es eine gute Einführung in die Arbeit in einer jüdischen Gemeinde und seine Gläubigen. Es ist mit sehr viel Augenzwinkern geschrieben, denn Rabbi Henry übt seinen Beruf in einer sehr eigenen Auslegung aus. So ist er in der Gemeinde sehr beliebt unter den Mitgliedern, doch sein Gemeindevorstand ist sehr viel konservativer und hat mit ihm Probleme. Auch Kommissar ist am Anfang nicht begeistert doch sie freunden sich hinterher an und das tut dem Krimi sehr gut. Natürlich gibt es auch Frauen in diesem Roman, da ist seine Liebe in New York, die immer wieder ihre Ratschläge übermittelt. Dann ist da noch die Chefin des jüdischen Altenheims, die Henry auch sehr interessant findet. Der Fall an sich ist schon sehr verzwickt, auch da die jüdische Tradition manchmal umgangen werden muss und das kann Henry, wie kein zweiter. Natürlich werden auch immer wieder jüdische Redensweisen eingeflochten, die am Ende des Buches in einem Glossar erklärt werden. Der Spannungsbogen ist gut entwickelt und auch die Sprache ist bildhaft und sehr gut verständlich.
Ich finde diesen Krimi sehr unterhaltsam, informativ und spannend und das ist es, was ich von einem Krimi erwarte.

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