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Veröffentlicht am 17.09.2025

Der Wald - Vielschichtiger Kosmos

THE WOODS
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The Woods ist ein beeindruckendes Gemeinschaftswerk mit atmosphärischen Fotografien von Kilian Schönberger und Texten von Pia Franziska Kraus. Das Buch widmet sich dem Wald als eigenständigem Kosmos und ...

The Woods ist ein beeindruckendes Gemeinschaftswerk mit atmosphärischen Fotografien von Kilian Schönberger und Texten von Pia Franziska Kraus. Das Buch widmet sich dem Wald als eigenständigem Kosmos und beleuchtet seine Bedeutung durch alle Zeiten hinweg – ökologisch, gesellschaftlich und mystisch.

Besonders ins Auge fällt die hochwertige Gestaltung. Das Cover imitiert Holz mit feinen Schnitzmustern und einem Astloch, das sich sogar ertasten lässt. Auch das Inhalts-, Literatur- und Bildverzeichnis sind übersichtlich und laden zum Nachschlagen ein.

Die Texte sind informativ, abwechslungsreich und zugleich leicht verständlich. Hochwertig gedruckte Fotografien sowie Zitate berühmter Persönlichkeiten lockern den Lesefluss auf und geben dem Buch eine besondere Atmosphäre. Für mich persönlich hatte es eine beruhigende Wirkung – eine wohltuende Entschleunigung in unserer schnelllebigen, reizüberfluteten Zeit. Man muss kein Wald-Experte sein, um hier einen Zugang zu finden: sei es über die ästhetischen Fotografien oder die vertiefenden Sachtexte.



Inhaltlich ist das Buch in verschiedene Themenbereiche gegliedert:

- die geschichtliche und mystische Bedeutung des Waldes im gesellschaftlichen Kontext,

- der ökologische Kreislauf mit Schwerpunkt auf Bäume und das Netzwerk des Waldes,

- der Wald als energetischer Raum, ergänzt durch eine kleine „Waldapotheke“, die altes Wissen neu entdecken lässt,

- der Kreislauf der Jahreszeiten und des Lebens – von Entstehen bis Vergehen – und schließlich die Rückbindung an den Menschen als Teil dieser Natur.

So entsteht ein vielschichtiges Gesamtwerk, das den Wald aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und Bewusstsein wie Verbundenheit vertieft.



Kritikpunkte habe ich kaum. Wer jedoch nur schnell Informationen nachschlagen möchte, wird hier nicht fündig – The Woods ist ein Buch zum Verweilen, nicht zum Eilen. Persönlich hätte ich mir noch einen stärkeren Fokus auf die Tierwelt des Waldes gewünscht, mit passenden Fotografien von Eichhörnchen und anderen Waldbewohnern. Vielleicht eine Idee für einen Folgeband.



Fazit:

Ein stimmungsvoll gestaltetes und inhaltlich vielseitiges Buch, das Wissen, Ästhetik und Ruhe verbindet. Ein Werk, das den Wald in all seinen Facetten würdigt und zum Innehalten einlädt.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Wenn Legenden zu neuem Leben erwachen

A Forgery of Fate
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Es ist, als würde man in den Zauber alter Märchen und Legenden eintauchen – und zugleich etwas völlig Neues entdecken. So lässt sich "A Forgery of Fate" beschreiben. Die Geschichte greift vertraute Facetten ...

Es ist, als würde man in den Zauber alter Märchen und Legenden eintauchen – und zugleich etwas völlig Neues entdecken. So lässt sich "A Forgery of Fate" beschreiben. Die Geschichte greift vertraute Facetten legendärer Klassiker auf, wirkt dabei aber niemals fantasielos.

Vermarktet wird sie als eine Art „Die Schöne und das Biest“ mit Drachen. Das trifft einen zentralen Kern, doch unterscheidet sich die Erzählung in einem bedeutenden Punkt: Tru wird von Elang nicht in ein aussichtsloses Ultimatum gezwungen. Weder ihr Vater noch sie selbst werden eingesperrt. Elang wirkt zwar nicht gänzlich freundlich, aber eine Stockholm-Syndrom-Story ist dies nicht – im Gegenteil.

Darüber hinaus verweben sich Elemente aus Die kleine Meerjungfrau, Rumpelstilzchen, Pinocchio, Das Bildnis des Dorian Gray und Der Zauberpinsel. Doch all dies fügt sich stets innovativ und eigenständig zu einem eigenen Märchenuniversum. Neben Drachen begegnet man Nixen, Dämonen und sogar sprechenden Schildkröten – letztere habe ich besonders warmherzig aufgenommen, da ich diese Tiere sehr liebe.

Das Worldbuilding ist detailliert durchdacht, voller Hintergrundgeschichten, und auch die Charaktere sind wunderbar gezeichnet. Tru ist eine junge Frau, die niemals aufgibt, allen Gefahren trotzt und trotzdem eine zweifelnde, gefühlvolle Seite verbirgt. Für ihre Schwestern zeigt sie sich oft stärker, als sie eigentlich ist. Elang wiederum hat eine harte Schale – was man von Anfang an spürt – und gerade deshalb fesselt er sofort. Auch die Nebencharaktere sind farbenreich. Besonders Trus Schwestern und die Dämonin Shani haben mich begeistert.

Einziger kleiner Kritikpunkt: Der Drachenkönig wirkt etwas klischeehaft böse. Doch in diesem märchenhaften Setting passt selbst das stimmig hinein. Der größte Wermutstropfen bleibt daher nur, dass die Geschichte irgendwann endet – weshalb ich sie wohl bald noch einmal lesen „muss“, um erneut in diese Welt einzutauchen.

Fazit:

Wer fantasievolle, bildgewaltige Geschichten liebt und zugleich eine kluge, gut durchdachte Handlung schätzt, sollte unbedingt zu "A Forgery of Fate" greifen. Die Romantik entwickelt sich langsam, nicht toxisch und stets auf Augenhöhe. Respect is key.

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Veröffentlicht am 06.09.2025

Das Mal des Phoenix

Nightblood Prince
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Die von Molly X. Chang erschaffene Welt hat mich sofort neugierig gemacht. Auch wenn ich mir stellenweise noch etwas mehr Hintergrund gewünscht hätte, war der Aufbau atmosphärisch und spannend. ...

Die von Molly X. Chang erschaffene Welt hat mich sofort neugierig gemacht. Auch wenn ich mir stellenweise noch etwas mehr Hintergrund gewünscht hätte, war der Aufbau atmosphärisch und spannend. Besonders die Idee der Prophezeiung hat mir gefallen: Fei ist nicht einfach nur eine Frau, die aus politischen Gründen verheiratet werden soll – in ihr ruht eine Macht, die ihren Gemahl zum Kaiser aller Kaiser machen könnte.

Gleichzeitig wird deutlich, dass Fei selbst von düsteren Visionen geplagt ist und mit der Vorstellung, Prinz Shiwang zu heiraten, wenig anfangen kann. Auch wenn er sich um sie bemüht, bleibt ihre Rolle als Frau in dieser Welt eine untergeordnete. Sehr interessant fand ich hingegen die Dynamik zwischen ihr und dem Herrscher des verfeindeten Königreichs, die für eine ganz andere Spannung sorgt.

Die Geschichte überzeugt mit Tiefe, einem angenehmen Erzählstil und einigen gelungenen Wendungen. Dennoch gibt es auch Längen, die es mir nicht immer leicht gemacht haben, dranzubleiben. Trotzdem hat das Buch es geschafft, meine Neugier immer wieder neu zu entfachen und mich auf die Fortsetzung gespannt zu machen.

Fazit: Nightblood Prince bietet eine faszinierende Mischung aus Magie, Prophezeiung und politischen Intrigen. Trotz kleiner Schwächen lohnt es sich, dranzubleiben – denn die Geschichte belohnt mit Spannung und macht Lust auf mehr.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Wie ein Schnellzug durch eine Traumwelt

Water Moon
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Cozy Fantasy aus Japan ist gerade ziemlich im Trend – und mit "Water Moon" ist nun auch ein längerer Roman ins Deutsche übersetzt worden. Schön fand ich, dass die Geschichte nicht episodenhaft erzählt ...

Cozy Fantasy aus Japan ist gerade ziemlich im Trend – und mit "Water Moon" ist nun auch ein längerer Roman ins Deutsche übersetzt worden. Schön fand ich, dass die Geschichte nicht episodenhaft erzählt wird, sondern man dieselben Figuren durchgehend begleitet. Ganz so cozy bleibt es allerdings nicht: Zwischendurch wird es auch mal düster oder sogar unheimlich. Besonders das kleine Pfandhaus, in dem man bereute Entscheidungen gegen Seelenfrieden eintauschen kann, hat mich sofort an mein liebstes KDrama Mystic Pop-Up Bar erinnert.



Was mir leider gefehlt hat, war die liebevolle Zeichnung der Charaktere. Kei und Hana waren praktisch sofort verliebt, während ich als Leserin noch in ihrer Kennenlernphase hing – da wurde der Schritt von Freundschaft zu Beziehung einfach übersprungen. Haruto, der erst recht spät auftaucht, wirkte auf mich noch am greifbarsten. Mit „Love at first sight“ tue ich mich generell schwer, deswegen wirkte die Entwicklung für mich ein bisschen karikaturhaft.



Die Welt selbst steckt voller spannender Ideen: Pfützen, durch die man in andere Sphären springt, Räume wie Züge, gefaltete Zeit … einiges davon fand ich richtig schön und originell. Aber kaum wurde etwas eingeführt, ging es auch schon weiter. Statt Raum zu geben, wurde Idee an Idee gereiht – fast wie eine Fahrt im Schnellzug durch ein Bilderkarussell. Auf Dauer war das für mich eher ermüdend.



In meiner Leserunde kam Water Moon übrigens sehr gut an, und ich verstehe auch, warum. Es ist kreativ, atmosphärisch und hat manchmal fast etwas Meditatives. Für mich hätte die Geschichte aber einfach mehr Ruhe gebraucht, um wirklich zu wirken. Als Anime-Film oder Serie könnte ich mir das Ganze sogar noch besser vorstellen, weil dort die einzelnen Szenen mehr Zeit bekämen. So bleibt für mich eine tolle Grundidee, die in ihrer Umsetzung zu hastig und überladen erzählt ist.



Fazit:

Innovativ und fantasievoll, aber auch chaotisch und manchmal anstrengend. Wer sich gern von einer sprunghaften Traumwelt treiben lässt, wird wahrscheinlich begeistert sein. Wer lieber tiefer in Charaktere und Ideen eintaucht, könnte sich wie ich ein bisschen gehetzt fühlen.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Süße Träume

Die kleine Spinne Widerlich freut sich auf ihr Bettchen
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Die beliebte Kinderbuchreihe Die kleine Spinne Widerlich von Diana Amft ist um einen neuen Band gewachsen: Die kleine Spinne Widerlich freut sich auf ihr Bettchen. Schon der Titel verrät, worum es diesmal ...

Die beliebte Kinderbuchreihe Die kleine Spinne Widerlich von Diana Amft ist um einen neuen Band gewachsen: Die kleine Spinne Widerlich freut sich auf ihr Bettchen. Schon der Titel verrät, worum es diesmal geht – ums Einschlafen.

Wer die Abenteuer der kleinen Spinne und ihrer Familie noch nicht kennt, hat definitiv etwas verpasst. Denn während viele Menschen Spinnen mit Angst oder Ekel verbinden, wecken diese liebevoll vermenschlichten Charaktere ausschließlich Sympathie. Unterstützt wird das durch die detailreichen, warmherzigen Illustrationen, an denen man sich kaum sattsehen kann.

In dieser Geschichte klagt die kleine Spinne über Einschlafprobleme und wendet sich zunächst an ihre Mama. Auf ihrer Suche nach einer Lösung fragt sie dann auch andere bekannte Figuren aus der Reihe nach ihren persönlichen Einschlafritualen. Jeder hat dabei seinen ganz eigenen Weg, und am Ende findet auch die kleine Spinne entspannt in den Schlaf.

Die Erzählung ist ruhig und sanft gehalten. Besonders schön: Keiner der Tipps wird als einzig richtige Lösung dargestellt. Stattdessen werden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, die kindgerecht vermitteln, dass jeder seinen eigenen Weg finden darf – ganz ohne Druck.

Ein zusätzliches Highlight ist das beiliegende Türschild – eine süße Idee, die Kinder sicher begeistert. Solche kleinen Aufmerksamkeiten finden sich auch in anderen Bänden der Reihe wieder. Außerdem lädt in diesem Band ein kleines Suchspiel zum Mitmachen ein: Auf jeder Seite versteckt sich eine Ameise, die entdeckt werden möchte. Das sorgt für extra Freude beim gemeinsamen Anschauen und Lesen.

Fazit: Ein einfühlsames, interaktives und wunderschön illustriertes Buch, das Kindern sanft beim Einschlafen hilft, Eltern Inspiration für abendliche Rituale bietet und durch liebevolle Extras noch mehr Spaß bereitet.

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