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Veröffentlicht am 21.08.2019

Viele bewegende Fragen und einige Schicksale, die zu Herzen gehen

Es wird Zeit
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Judith Rogge lebt in Wedel bei Hamburg, sie ist fast fünfzig Jahre alt, seit fast zwanzig Jahren mit einem Zahnarzt verheiratet und hat drei Kinder. Die Beerdigung ihrer Mutter führt sie zurück in ihre ...

Judith Rogge lebt in Wedel bei Hamburg, sie ist fast fünfzig Jahre alt, seit fast zwanzig Jahren mit einem Zahnarzt verheiratet und hat drei Kinder. Die Beerdigung ihrer Mutter führt sie zurück in ihre Heimat nach Jülich, dort trifft sie auf ihre ehemals beste Freundin Anne und ihre Jugendliebe Heiko. Voller Schrecken erfährt sie von Annes schwerer Krankheit und macht sich Gedanken über ihr eigenes Leben, aber auch über das ihrer Wegbegleiter. Für Anne, die nicht nur ihre berufliche Bestimmung gefunden hatte, sondern auch noch den perfekten Ehemann, steht jetzt das Leben auf der Kippe.


Ildikó von Kürthy schildert das Glück und Leid ihrer fast fünfzig Jahre alten Protagonistin Judith als Ich-Erzählerin. Dadurch kommt man ihr nicht nur sehr nahe und kann in ihre Gedanken und Hoffnungen eintauchen, man erkennt auch eigene Lebenserfahrungen und Wünsche im Leben wieder. Ich gehöre altersmäßig genau zur Zielgruppe und kann die Lebenswünsche und Abschiede gut nachvollziehen.

Die Kinder sind groß, die Ehe ist eingespielt oder eben wie bei Judith, nicht glücklich und als die Mutter stirbt, bricht der letzte familiäre Halt weg. Ist das schon das Leben gewesen oder sind da noch Ziele, Lebensabenteuer und Beziehungen, die auf sie warten. So oder so ähnlich wird es vielen Frauen gehen, die sich in dieser Lebensphase befinden.

Judith lebt in einer lieblosen Ehe, sie hat Selbstzweifel und fühlt sich alleingelassen. Soll sie ihr altes Leben hinter sich lassen und ihrem Leben eine neue Wendung geben? Der Besuch in ihrer alten Heimat wirbelt viele Emotionen und Hoffnungen auf, die neue wiederentdeckte alte Freundin Anne hat mit ihrer tödlichen Krankheit zu kämpfen und Judith steht ihr liebevoll zur Seite. Hier in ihrer Heimat nimmt sie eine Auszeit von ihrem bisherigen Leben und stellt die Weichen für die Zukunft.


Schwungvoll, heiter, bestürzend traurig und absolut lebensnah erzählt die Autorin ihre Geschichte und es gelingt ihr, diesen speziellen Erzählstil auch locker durch das ganze Buch zu tragen.

Dieser Roman schildert die Probleme in der Midlife Crisis von Frauen. Es geht um viele bewegende Fragen, einige Schicksale, die zu Herzen gehen und die für einen Roman interessante Herangehensweise wirft die Leserin mitten in die Geschichte und lässt sie hautnah miterleben.
"Schmerz öffet das Visier: Schmerz macht wehrlos. er reißt dir alle Masken vom Gesicht. Er macht den Schutzschild aus Ironie, Schlagfertigkeit und schlauen Bemerkungen durchlässig..." Zitat Seite 251

Wer im Alter der Protagonistin ist, wird viele nostalgische Produkte und Songtexte aus der Zeit wiederfinden, die bewirken, das man sich sofort an seine eigene Jugend erinnert. Die spezielle Würze bekommt die Sache aber durch die selbstironischen Bemerkungen und humorvoll eingesetzten Spitzen über das Älterwerden und das Aussehen und das nachlassende Bindegewebe.

"Es ist ja leider völlig unüblich geworden, so alt auszusehen, wie man ist." Zitat Seite 42

"Ich bin 49, und ich fühle mich keinen Tag jünger. Warum sollte ich? Ich habe doch nicht umsonst ein halbes Jahrhundert gelebt, bloß um mich jetzt immer noch jung zu fühlen." Zitat Seite 231


Die Autorin zeigt eine interessante Herangehensweise für einen Roman, indem sie viele bewegende Fragen und Schicksale aufwirft, die zu Herzen gehen und viele Frauen in diesem Lebensabschnitt betrifft.


Sehr lebendig wird diese Lebensphase in der Mitte des Lebens in allen Facetten von Emotionen aufgezeigt und damit ist der Autorin ein humorvoller, gefühlvoller und nachdenklich machender Roman über die Beziehungen im Leben, über Familie, Abschiede und Heimat gelungen. Das Leben bedeutet Veränderung, man sollte sich diesen Veränderungen mutig stellen und das Beste daraus machen. Es gibt nur dieses eine Leben.

Veröffentlicht am 20.08.2019

Ganz großes Lesekino, im doppelten Sinne des Wortes.

Das Kino am Jungfernstieg
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Der Roman "Das Kino am Jungfernstieg" ist der Auftaktband einer Familiensaga von Micaela Jary, das Buch erscheint im Goldmann Verlag.

Hamburg, 1946: Familie Wartenberg betreibt seit 1926 erfolgreich ein ...

Der Roman "Das Kino am Jungfernstieg" ist der Auftaktband einer Familiensaga von Micaela Jary, das Buch erscheint im Goldmann Verlag.

Hamburg, 1946: Familie Wartenberg betreibt seit 1926 erfolgreich ein glamouröses Kino am Jungfernstieg, das im zerbombten Hamburg nun leider an Erfolg eingebüßt hat. Tochter Lili Paal lebt in Berlin, sie ist im Sinne der Familien-Tradition Film-Cutterin geworden. Ihre Mutter ist schwerkrank und obwohl durch die Besatzungszonen Reisen fast unmöglich sind, gelingt es Lili mithilfe des britischen Offiziers John Fontaine an eine Reiseerlaubnis zu gelangen. In Hamburg angekommen, erfährt sie, dass ihre Halbschwester Hilde und deren Mann das nicht mehr lukrativ arbeitende Kino aufgeben möchten. Aber Lili hängt an dem Familienbetrieb, denn dieses Lichtspielhaus hat Tradition und bei Lili die Liebe zum Film geweckt. Gleichzeitig sucht sie nach den Negativen eines im Krieg verschollenen Streifens, den sie restaurieren möchte und sie lernt den Regisseur Leon Caspari kennen. Eine aufregende Suche nach der Filmrolle führt zu einem mysteriösenVerbrechen.


In diesem fiktiven Roman führt uns Micaela Jary zeitlich ins vom Krieg gebeutelte Hamburg der Nachkriegszeit und beleuchtet den Neustart der westdeutschen Film- und Kinoindustrie Hamburgs. Dort hat ihr Vater, der Komponist Michael Jary, maßgeblich mit seiner Filmmusik am Aufbau dieser Filmindustrie mitgewirkt.

Es ist der Autorin mit ihrem Buch gelungen, mich in diese besonders schwere Zeit mitzunehmen und das Elend der von Hunger und Kälte geplagten Menschen deutlich vor Augen zu haben und betroffen mitzuerleben.

Durch Lilis Geschichte taucht man in die schillernde Welt des Films ein, entdeckt die glamourösen und prunkvoll ausgestatteten Lichtspielhäuser vor dem Krieg und sieht, wie sehr sich die Nachkriegsfilmwelt zu einem Hoffnungsschimmer für die Bevölkerung entwickelt hat. Dort konnten sie den grauen Alltag vergessen und von besseren Zeiten träumen.

Zur Handlung möchte ich nur soviel verraten, es wird ein Familienzwist ausgehandelt, es gibt amouröse Gefühle, Intrigen und viele Menschen, die es in dieser Zeit schwer haben. Die Besatzungsmächte erlegen der Bevölkerung Grenzen auf, es gibt Lebensmittelkarten und Einquartierungen sind an der Tagesordnung.

In diesen Roman konnte ich dank des bildhaften und abwechslungsreichen Erzählstils wunderbar in das Zeitgeschehen abtauchen und es lief dabei in meinem Kopf direkt ein spannender Film ab.

Solche Bücher sorgen für geschichtliche Rückbesinnung, für gute Unterhaltung und geben Einblicke in die Entwicklung der Filmwelt und Traumfabrik Hamburgs.


Diese Familiengeschichte bedeutet ganz großes Kino und ist der interessante Start einer Kino-Saga im Hamburg der Nachkriegszeit. Man darf sich auf die Folgebände freuen und auf weitere Einblicke in die Filmwelt Deutschlands.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Grausamer Mord in Boltenhagen und eine interessante Szenerie

Letzte Hoffnung Meer
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Anja Eichborns Ostsee-Krimireihe geht nach "Inselcocktail" mit "Letzte Hoffnung Meer" weiter, der Regionalkrimi erschien am 13.3.2019 im Gmeiner Verlag.


Das Schicksal schlägt manchmal wirklich hart zu! ...

Anja Eichborns Ostsee-Krimireihe geht nach "Inselcocktail" mit "Letzte Hoffnung Meer" weiter, der Regionalkrimi erschien am 13.3.2019 im Gmeiner Verlag.


Das Schicksal schlägt manchmal wirklich hart zu! Als Marie Hafen glaubt, ihre Krebserkrankung in der Privatklinik geheilt zu haben, wird sie kaltblütig ermordet. Dieser Todesfall wird in der ganzen Ostsee-Region mit Entsetzen zur Kenntnis genommen. Die Schweriner Mordkommission nimmt die Ermittlungen auf und es fallen ihnen weitere Morde mit ähnlichem Muster dazu auf. Ermittler Dr. Ernst Bender arbeitet mit Polizeipsychologin Ruth Keiser, die sich gerade in Boltenhagen aufhält und dem Polizisten Martin Ziegler, der ebenfalls zum Urlaub vor Ort ist, zusammen. Werden sie den Täter finden?

Als in Boltenhagen ein Mord geschieht, ist die Polizeipsychologin Ruth Keiser zufällig vor Ort, denn sie möchte hier während eines Urlaubs ihr Buch abschließen. Ihr Kollege Martin Zieger ist mit seiner Freundin in einer Ferienanlage untergekommen. Solche Zufälle gibt es manchmal. Dr. Ernst Bender von der Schweriner Mordkommission ist ein überkorrekter Beamter, er übernimmt die Ermittlungen.


Dieser Fall ist so grausam wie fragwürdig, denn wer könnte ein Motiv für den Mord an einer krebskranken Frau haben? Einige Verdächtige werden schnell gefunden, wie ein Krankenpfleger, ein Strandbudenbesitzer und Mitarbeiter an der Privatklinik.

In der Klinik werden spezielle, zusätzliche Heilmethoden gegen Bezahlung angeboten, da fragt man sich natürlich, wie es mit den Finanzen und der Profitgier der Klinikleitung aussieht?

Der Umgang mit den Krebskranken wird stets einfühlsam beschrieben. Egal, wie sich die Menschen verhalten, jeder hat an dieser schweren Erkrankung zu leiden und geht damit auf seine persönliche Weise um. Daher bietet der Fall neben unterschiedlichen Charakteren, die sehr tiefgründig dargestellt werden, auch eine Vielfalt an Emotionen an, denn die Krebspatienten umgibt neben Angst und purer Verzweiflung auch die Hoffnung auf Heilung. Man kann die Menschen gut verstehen, ihre Gefühle fahren in dieser schweren Zeit häufig Achterbahn, wenn sich Diagnosen verbessern oder verschlechtern.

Durch die Vielfalt an Personen und damit auch Tatverdächtigen macht das Miträtseln Spaß.

Mit den realen Beschreibungen der Gegend taucht man bildhaft in die Szenerie an der Ostsee ein und kann sich die Schauplätze gut vorstellen.

Die Ermittlung verläuft aufgrund der vielen Beteiligten relativ langwierig, die Spannung wird dabei allerdings auf einem guten Mittelmaß gehalten. Völlig schlüssig erfolgt die Auflösung des Falls und man kann sich an den Protagonisten und ihren Wesensarten erfreuen. Sie bereichern die Handlung und durch ein Personenregister kann man sich gut orientieren.

Mit diesem Regionalkrimi erlebt man nicht nur Lokalkolorit, sondern auch die Hoffnungen von Krebspatienten hautnah mit. Der Mord einer dieser Patientinnen wirft seine Schatten auf die Klinik.
Hier kann man gut mitraten und auch die Ermittler sorgen für gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 15.08.2019

Sehr berührendes und eindrucksvolles Debüt

Die Welt in allen Farben
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"Die Welt in allen Farben" ist der Debütroman von Joe Heap und erscheint im September 2019 im HarperCollins Verlag.


Die junge Nova spricht fünf Sprachen und arbeitet als Dolmetscherin am Gericht. Sie ...

"Die Welt in allen Farben" ist der Debütroman von Joe Heap und erscheint im September 2019 im HarperCollins Verlag.


Die junge Nova spricht fünf Sprachen und arbeitet als Dolmetscherin am Gericht. Sie erkennt einen Lügner am Klang seiner Stimme, nur sehen kann sie nicht, denn sie ist von Geburt an blind.

Durch eine Operation kommt die Sehkraft zurück, doch dieses Sehen bereitet Nova große Schwierigkeiten, sie findet sich plötzlich in einer Welt voller Bilder nicht mehr zurecht.

Auch Kates Vergangenheit war von Dunkelheit geprägt. Beide Frauen lernen sich kennen und gemeinsam überwinden sie die Hürden des Sehens und helfen sich, mit ihren Augen das Schöne der Welt wahrzunehmen.


Blindheit ist für Sehende ein Rätsel, doch wie geht es Blinden, wenn sie wieder sehen können? Auch das ist mit Schwierigkeiten verbunden. Diese optischen Eindrücke müssen erst einmal verarbeitet werden. Was bedeuten Farben, Formen und menschliche Züge?

Genauso ergeht es der Protagonistin Nova. Sie ist von Geburt an blind, doch sie ist optimistisch und zufrieden und ihr Leben verläuft auch ohne Sehkraft in geordneten Strukturen, sie hat einen Job und findet sich in ihrer Umgebung gut zurecht. Als ihr eine Operation die Sehkraft zurück gibt, hat sie große Schwierigkeiten, sich in der Welt der "Sehenden" zurecht zu finden. Der Autor zeigt sehr eindrucksvoll ihre Situation, ihre Bedenken und ihre Fragen, sodass man sich ihrer Figur sehr nahe verbunden fühlt.


Kate hat dagegen ein ganz anderes Schicksal, auch sie lebt in einer Dunkelheit, doch diese unterscheidet sich von Novas Welt. Es sind Gründe wie häusliche Gewalt und ein unerfülltes Leben, die Kates Leben dunkel machen.

Das Kennenlernen der Beiden ist eine Art Liebesgeschichte, Nova ist lesbisch, Kate ist noch in ihrer Ehe gefangen.

Der Roman beschreibt, wie sich die Frauen den Weg ins Leben öffnen und sich verändern. Entscheidender war für mich aber die intensive Darstellung der Sichtweise vom Sehen, hier benutzt der Autor Novas sogenannte "Sehregeln", fast 400 an der Zahl, die das Sehen bewusst in vielen Facetten hinterfragen. Der Autor nimmt das selbstverständliche Sehen zur Grundlage und versetzt den Leser in die Lage, bewusst über das Sehen nachzudenken. Bei diesen Sehregeln gibt es eine zahlenmäßige Unstimmigkeit, nach der 389. Sehregel auf Seite 369 folgt die 399 (Seite 377). Hier müsste man noch nachbessern.


Auch wenn ich mich in die Figuren etwas hineindenken konnte, so konnte ich manches Handeln nicht nachvollziehen. Kates Eheprobleme werden von ihr verschwiegen, sie redet auch mit Nova nicht darüber. Mit ihr bin ich während des Buches nicht warm geworden, denn sie lässt den Blick darauf nicht wirklich zu. Andere Figuren spielen in dem Buch eine untergeordnete Rolle, dabei hätten sie einiges zur Handlung beitragen können und auch die anfängliche Liebesgeschichte verblasst immer mehr.

Am Ende kommt es dann noch einmal zu einer dramatischen Aktion, die sehr überraschend für einen besonderen Abschluss der Geschichte sorgt.


Für ein Debüt hat sich der Autor hier sehr gut geschlagen und mit der Schilderung von Sinneseindrücken mal eine ganz andere Sichtweise aufgezeigt.

Veröffentlicht am 12.08.2019

Inspirierende Ansätze, die man gut im Alltag anwenden kann

Das Alphabet des Herzens
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Das Alphabet des Herzens ist ein Buch von James R. Doty, ein international renommierter Professor für Neurochirurgie an der Universität von Stanford, der für zahlreiche Nonprofit-Organisationen tätig ist ...

Das Alphabet des Herzens ist ein Buch von James R. Doty, ein international renommierter Professor für Neurochirurgie an der Universität von Stanford, der für zahlreiche Nonprofit-Organisationen tätig ist und Wohltätigkeitsorganisationen unterstützt. Das Buch trägt den erklärenden Untertitel "Die wahre Geschichte über einen, der sein Herz verlor und sich selbst fand" und erscheint im Juli 2019 bei Knaur MensSana.


Als 12-jähriger Junge lernt James Doty in einem Laden für Zauberbedarf die liebenswürdige Ruth kennen, sie bringt ihn durch vier Übungen dazu, seine kühnsten Träume zu verwirklichen. Er befreit sich von dem Gefühl, Opfer seiner Lebensumstände zu sein, wird Chirurg, dringt in die Tiefen der Gehirnforschung vor und hat als Unternehmer immensen Erfolg.

Dieses Buch hat sprituelle Züge, es gibt biografische Einblicke in das Leben von James Doty und zeigt, wie man Achtsamkeit erlernen kann.

James Doty hat eine schwierige Kindheit hinter sich, der Vater war Alkoholiker, die Mutter litt unter Depressionen. In einem Laden für Zauberbedarft lernt er als Kind eine Frau namens Ruth kennen. Sie hilft ihm, die rätselhafte Verbindung zwischen Gehirn und Herz zu begreifen.

Die folgenden Methoden werden ausführlich beschrieben und erklärt:

1. Entspanne deinen Körper

2. Zähme deinen Geist

3. Öffne dein Herz

4. Formuliere eine klare Absicht


Dieses Buch liest sich einfach und sehr anschaulich, es zeigt Lebensepisoden des Autors, Schwierigkeiten in seiner Kindheit mit seiner Familie, aber auch mit Gleichaltigen und zeigt viele Ansätze, die man schon als philosophische Lehren ansehen kann.

Das Buch ist aber auch sehr komplex, weil es viele Beispiele für das eigene Handeln und Verhalten aufzeigt.


Der erfolgreiche Neurochirurg und Freund des Dalai Lamas zeigt an seiner eigenen Geschichte, wie man an sich arbeiten kann und damit auch schwierige Zeiten zu akzeptieren lernt und so ohne negative Belastungen anderen Menschen gegenüber stehen kann.
Wer nur die eigenen Wünsche im Leben verfolgt, wird es schwer mit anderen Menschen haben, wer an die Folgen seines Handelns denkt und dabei sein Herz für andere öffnet, wird glücklich werden und wird reich beschenkt.

Es ist eine interessante Mischung aus ermutigendem Lebensbericht und Informationen zur heutigen Gehirnforschung. Doty gibt konkrete Anleitungen, wie er selbst sein Leben verändert hat und gleichzeitig auf Hirn und Herz gemeinsam zu hören lernte.
Alles ist möglich. Man muss nur sein Herz öffnen und den Verstand sinnvoll nutzen.

Im Grunde geht es um ein achtsam geführtes Leben, bei dem man sich bestimmte zwischenmenschliche Fähigkeiten aneignen und bewahren sollte. Diese sind folgende:
Mitgefühl, Würde, Gleichmut, Vergebung, Dankbarkeit, Bescheidenheit, Integrität, Gerechtigkeit, Güte, Liebe.



Dieses biografisch angehauchte Buch ermutigt, auf sein Herz zu hören und Achtsamkeit zu erlernen und zu leben. Ganz im Sinne des Dalai Lama. Für alle spirituell interessierten Leser ein wertvolles Buch.