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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2026

Wissenschaftlich fundiert und lehrreich, anfangs neurolinguistisch/fachsprachlich dominiert, dann erfreulicherweise unterhaltsamer!

Ich rede, also bin ich
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Die Kohärenz von Somatosensorik, Sulcus interparietalis, Utilitarismus etc. pp. oder die Kraft von 100 Billionen Synapsen!

In ihrem Buch „Ich rede, also bin ich“ verspricht Julia Mailänder, 42 Geheimnissen ...

Die Kohärenz von Somatosensorik, Sulcus interparietalis, Utilitarismus etc. pp. oder die Kraft von 100 Billionen Synapsen!

In ihrem Buch „Ich rede, also bin ich“ verspricht Julia Mailänder, 42 Geheimnissen der Sprache auf den Grund zu gehen und sie bei dieser literarischen Reise durch unser Sprachuniversum, sprich durch unser Gehirn, auf unterhaltsame Weise für uns Leserinnen und Leser verständlich zu machen.

Die Autorin nimmt uns mit in ihre Welt der Sprache, präsentiert informative und wissenschaftlich fundierte Fakten sowie zahlreiche neurolinguistische Details.

Besonders dann, wenn diese Fakten und Daten anhand interessanter Beobachtungen und lebensnaher Beispielsituationen erläutert und somit verständlich entschlüsselt werden, wird die Lektüre unterhaltsam.

In kurzen Kapiteln, die stets mit einem als Frage formulierten Titel und drei wichtigen Gesichtspunkten zu dem jeweils gewählten Thema beginnen, entführt die Neurolinguistin in einem sehr angenehmen Schreibstil in die Welt des Gehirns und der Gedanken, in Denkweisen und Dialektik, reist in die Sphären der Neurolinguistik und gelangt über die Geschichte der Neandertaler und anderer Völker hin zur Kommunikation und, ja, auch zur KI, dabei stets diverse Aspekte der Sprache im Allgemeinen und im Besonderen beleuchtend.

Von der Entstehung und Verbreitung der Sprache sowie von der Sprachentwicklung unseres Nachwuchses zu lesen, die möglichen Einflüsse auf die Gesellschaft zu erkennen und die Macht zu entdecken, die von Sprache und Sprachen ausgehen kann, ist wirklich faszinierend.

Zusätzlich zu den sehr umfangreichen Quellenangaben am Ende des Buches, die es Interessierten ermöglichen, tiefer und gezielter in das Thema respektive diverse Unterthemen einzutauchen, hätte ich mir allerdings ein Fremdwörter-Glossar gewünscht, denn wenn man keine Neurowissenschaften der Sprache studiert hat, erscheinen manche Termini selbst einem wissenschaftlich interessierten und mehrsprachigen Leser fremd und erklärungsbedürftig.

Das mag sich nun alles recht nüchtern lesen, ist aber, wenn man das Buch häppchenweise genießt und sich peu à peu durch die wissenschaftlichen Passagen durcharbeitet, schlussendlich lehrreich und trotzdem zunehmend unterhaltsam.

Bei so manchem nun folgenden Gespräch werde ich wohl genauer auf Mimik, Gestik und Wortwahl achten, werde Sprache und Gesprochenes mit anderen Augen sehen, sprich mit anderen Ohren hören , wissend, dass mich entgegen der These des Buches, Füllwörter seien hilfreich, eben diese - zudem von gefühlt immer mehr Menschen inflationär genutzte - Einschübe wie „äh“, „ähm“ und „genau“ auch weiterhin stören werden.

Dieses Buch werde ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wiederholt zur Hand nehmen, um das eine oder andere nachzulesen, denn auch aufgrund der durchdachten Auf- und Einteilung kann man es gut als Nachschlagewerk nutzen.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Ein Nicht-Ratgeber, der Augen öffnet, Denkanstöße liefert und wie eine Befreiung wirken kann!

Du musst gar nichts
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Müssen oder nicht(s) müssen, das ist die hypothetische Frage!

Auf diesen Ratgeber, der partout keiner sein will, war ich sehr gespannt, machte er doch durch Aussagen wie „ich muss keine Challenge mitmachen“, ...

Müssen oder nicht(s) müssen, das ist die hypothetische Frage!

Auf diesen Ratgeber, der partout keiner sein will, war ich sehr gespannt, machte er doch durch Aussagen wie „ich muss keine Challenge mitmachen“, „ich schulde niemandem eine Erklärung“ und „ich darf widersprüchlich sein“ neugierig auf eine zum gängigen Gesellschaftsbild angenehm konträre Sichtweise.

Insbesondere interessierte mich an diesem Buch, wie der Autor es schafft, „die Glaubenssätze der Selbstoptimierungskultur ohne Zynismus und ohne erhobenen Zeigefinger zu zerlegen“ und deutlich zu machen, dass man nicht jedem Trend folgen muss und womöglich gerade dadurch bei sich selbst landet respektive bleibt.

Die Reflektionen zu den Ansprüchen unserer Zeit, zu dem Muss, online und am besten ständig präsent zu sein sowie an (un)sozialen Medien teilzuhaben, die Überlegungen des Autors zu den Ansprüchen, stets achtsam zu sein und sich beständig optimieren zu wollen, besser gesagt, zu müssen, all diese Gedanken waren und sind es, die mich das Buch mit Enthusiasmus haben lesen lassen.

Möchte ich mich diesem – wie der Autor den Druck nennt – „Lärm“ aussetzen? Bin ich nicht gut so wie ich bin? Muss ich jedem Trend folgen? Muss ich bei allem dabei sein? NEIN, das muss ich nicht! Ich muss gar nichts! Auch diese Rezension muss ich nicht schreiben, aber ich möchte es.

Das recht dünne Buch mit dem Untertitel „Für alle, die nicht mehr mitmachen wollen“ präsentiert in etwas mehr als 50 sehr kurzen, nur maximal eine Buchseite füllenden Kapiteln des Autors Gedanken zu diesem und jenem „Muss“, dem wir uns ausgesetzt sehen.

Bezugnehmend auf meine Anmerkung oben fühlt es sich für mich zwar nicht so an, als „zerlege“ der Autor die Glaubenssätze der Selbstoptimierung, er macht aber sehr wohl deutlich, worin genau die Zwänge bestehen, wie sehr wir diese schon lange, teils schleichend und unbewusst, verinnerlicht haben und wie befreiend es sein kann, sich davon zu lösen.

In klarem, prägnantem Schreibstil und in kurzen Sätzen bringt der Autor seine Ansichten auf den Punkt, sodass die Nicht-Ratschläge auf mich manchmal etwas zu komprimiert und nüchtern wirken. Gleichwohl ist es genau diese Konzentration auf das Wesentliche, die Denkanstöße gibt und eigene Gedanken ins Rollen bringt.

„Du musst gar nichts“ ist kein Ratgeber und will es auch gar nicht sein. Für mich ist es eher ein kleines, feines Nachschlagewerk, das mir in mancherlei Hinsicht die Augen geöffnet hat und das ich sicher immer mal wieder zur Hand nehmen werde, um das Gelesene erneut Revue passieren zu lassen. Mir ist bewusst, dass ich das nicht muss, aber ich weiß auch, dass ich es kann und möchte. Und ich bin dem Autor dankbar dafür, dass er dieses Buch geschrieben hat, wissend, dass ich nicht dankbar sein muss.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Zum 12. Mal „Prost, auf…“ heißt zum 12. Mal beste Regional-Krimi-Unterhaltung! Charakter- und humorvoll! Lesen, mitermitteln, Fall lösen!

Prost, auf die Fischer
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Brunngries und die T-U-F-Methode = eine Heimat für mitermittelnde Leser:innen!

„Prost, auf die Fischer“ ist bereits Band 12 dieser bayerischen Krimireihe, die immer wieder beste Unterhaltung bietet, ...

Brunngries und die T-U-F-Methode = eine Heimat für mitermittelnde Leser:innen!

„Prost, auf die Fischer“ ist bereits Band 12 dieser bayerischen Krimireihe, die immer wieder beste Unterhaltung bietet, immer mit mindestens einem Mordopfer in immer wieder anderer örtlicher respektive beruflicher Umgebung, wenngleich die Polizeidienststelle in Brunngries der Dreh- und Angelpunkt der Ermittlungen ist.

Um der kriminellen Geschichte folgen zu können, sind keine Kenntnisse aus den Vorgängerbänden vonnöten; nur in Sachen Privatleben der Ermittler, deren Kollegen, Nachbarn, Bekannten und weiterer Einwohner dieses beschaulichen Örtchens im Chiemgau kann ein wenig Vorwissen nicht schaden; gleichwohl sind die Zusammenhänge problemlos nachvollziehbar.

Details aus diesem Buch werde ich natürlich nicht preisgeben, denn um ein wenig über den Fall zu erfahren, liest man den Klappentext, und für mehr sollte man das Buch selbst lesen.

Die Charaktere, die der Autor ersonnen hat und die in jedem Buch Teil des Ermittler-Teams sind, möchte ich aber kurz vorstellen: da sind die beiden Hauptfiguren, Hauptkommissar Constantin Tischler und Polizeihauptmeister Felix Fink, die den Kern des Teams bilden, Luise Brand, die Viel-mehr-als-Sekretärin der Brunngrieser Dienststelle, Polizisten, Spurensicherer und Gerichtsmediziner. Alle kennen sich, alle schätzen sich, nun gut, mal mehr, mal weniger, aber immer arbeiten sie Hand in Hand und zielführend, die Aufklärung des Falls oder der Fälle stets im Blick.

In kleinen, aber feinen Nebensträngen erzählt der Autor vom Privatleben der Ermittler, indem er eben diese auch private Gespräche führen lässt, und von neugierigen Nachbarn, alten und neuen Bekannten sowie von Geschäftsleuten und solchen, die es zu sein vorgeben, immer mit einem Schmunzeln und stets bestens unterhaltend.

In diesem 12. Fall habe ich die Ermittlungen schon fast als Nebensache empfunden, weil das ganze Drumherum so amüsant und vergnüglich ist, dass die T-U-F-Ermittlungs-Methode hinter der heimeligen Chiemgau-Atmosphäre fast in den Hintergrund tritt.

Trotzdem kommen die Ermittlungen nicht zu kurz. Mitunter ernst, mit Fingerspitzengefühl und Blick für das Wesentliche geht es kriminalistisch logisch, aber auch sehr gerne wohlwollend frotzelnd, sozusagen wertschätzend-neckend und mit Augenzwinkern zur Sache.

Als Leser erfährt man manchmal mehr als die Ermittler, ist ansonsten aber stets an deren Seite. Ich fühle mich nach dem Lesen aller Bände inzwischen wie ein Teil des Teams, was auch daran liegt, dass man hier wunderbar eigene Ermittlungen anstellen kann! Ob die bzw. der Hauptverdächtige dann wirklich die Täterin bzw. der Täter ist, das werden Tischler & Co. schon herausfinden.

Diese „Prost, auf…“-Reihe ist angenehm unterhaltende, zum Mitermitteln einladende und mit einer gefälligen Portion Lokalkolorit sowie wohlportioniertem Humor versehene leichte, feine und beste Krimikost!

Jeder Band ist, wie bereits erwähnt, für sich und ohne Vorkenntnisse lesbar und wirklich jeder Band ist lohnend! Ich hätte auf keinen der bis dato 12 Bände verzichten wollen!
Auf wen in Band 13 angestoßen wird, ist bereits bekannt; davon zu lesen, wird mir ein Vergnügen sein. Na denn, „Prost...“!

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Einnehmende Geschichte, nah am Protokoll des echten Falls (1936), chronologisch, passend ausgeschmückt, präzise, zum Mitermitteln einladend!

Kommissar Gennat und der Raubmord am Ku’damm
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DAS Urgestein der MoKo Ernst Gennat, Berlin und sein Ku´damm in politisch bedrohlichen Zeiten = Regina Stürickow in ihrem Element!

Schon das ansprechende Cover mit seiner klaren Bildaufteilung, der dominanten ...

DAS Urgestein der MoKo Ernst Gennat, Berlin und sein Ku´damm in politisch bedrohlichen Zeiten = Regina Stürickow in ihrem Element!

Schon das ansprechende Cover mit seiner klaren Bildaufteilung, der dominanten roten Schrift des Reihentitels und dem zeitgenössischen Schwarz-Weiß-Foto sowie natürlich mit dem markanten Konterfei von Kriminalkommissar und mittlerweile Regierungsrat Gennat, gefällt mir ausgesprochen gut, wie überhaupt die gesamte Gestaltung der Klappenbroschur absolut gelungen ist.

Wie der Titel schon sagt, erzählt die Autorin von einem Raubmord, der sich Ende Januar und Anfang Februar im Berlin des Jahres 1936 tatsächlich zugetragen hat, wobei viele der Charaktere im Buch auch in der Realität in den Fall eingebunden waren, ein paar Figuren aber von ihr ersonnen und geschickt integriert wurden.

Inhaltliches werde ich selbstredend nicht wiedergeben, denn dazu gibt es den interesseweckenden Klappentext, aber meine Eindrücke möchte ich gerne schildern.

Ein wesentlicher Bestandteil dieses Kriminalromans sind die Ermittlungen, die Kommissar Gennat und seine Kollegen durchführen. Sie folgen, von nur wenigen frei erfundenen und den Fall ausschmückenden Details abgesehen, den Unterlagen und Protokollen, Reportagen und Zeitungsausschnitten zu diesem Fall, die die Autorin intensiv studiert und anhand derer sie gründlich recherchiert hat.

Akribische, teils mühselige und zeitraubende Polizeiarbeit, bestehend aus der Befragung von Augenzeugen und eventuell Beteiligten sowie das Sammeln von Hinweisen und Indizien bilden dabei den Kern des Romans.

Das mag sich trocken lesen, wird aber sehr lebendig sowohl durch den Schreibstil der Autorin als auch durch detaillierte Schilderungen der Gegebenheiten vor Ort und wunderbare Beschreibungen der involvierten Personen, neben Zeugen und Kriminellen sind das natürlich allen voran Kommissar Gennat nebst Kollegen und Freunden sowie Gennats Vorzimmerdame, Stenotypistin, Protokollschreiberin, Kaffeeköchin, Kuchenlieferantin, Zuhörerin und Vertraute Gertrud Steiner.

Die Art und Weise, wie Gennat seine Verhöre führt, zugewandt und ohne Druck auszuüben, zuhörend statt sofort urteilend, wird von seinen Kollegen zwar belächelt, ist aber so richtungsweisend wie erfolgreich, denn seine „Verhöre“ haben eher Gesprächscharakter und führen dennoch bzw. gerade deswegen zum Ziel.

Man erkennt die intensive Recherche, die die Autorin und Berliner Historikerin betrieben hat, und sollte diesbezüglich auch unbedingt das Nachwort lesen.

Schon das Eintauchen in die Geschichte der damaligen Zeit, die politischen und sehr besorgniserregenden Entwicklungen, die Einblicke in die damalige Arbeit einer Mordinspektion und deren dank Gennats äußert sorgfältiger, fortschrittlicher und menschlicherer Methoden zukunftsweisenden Ermittlungen faszinieren mich.

Von Ernst Gennat, also von dem Ermittler, der schon Profiler war, als es diese Bezeichnung noch gar nicht gab, und der mit seinen Methoden und Innovationen weltweite Bekanntheit erreichte, möchte ich gerne mehr lesen. Kleine, fast unauffällig eingestreute Anspielungen auf zurückliegende Ermittlungen machen bei diesem „Raubmord am Ku´damm“ ohnehin neugierig auf andere respektive weitere Bände dieser Reihe.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Stilistisch kindgerecht, bildhaft und magisch; lehrreich und durchaus anspruchsvoll, aber thematisch etwas überfrachtet!

Die Goldene Schreibmaschine
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Wahre + falsche Freundschaften, familiäre Probleme, Empathie + Mut, Mobbing + politisch Bedenkliches…ein bisschen viel auf einmal!

Nachdem ich vor nicht allzu langer Zeit Henns „Der Buchspazierer“ gelesen ...

Wahre + falsche Freundschaften, familiäre Probleme, Empathie + Mut, Mobbing + politisch Bedenkliches…ein bisschen viel auf einmal!

Nachdem ich vor nicht allzu langer Zeit Henns „Der Buchspazierer“ gelesen habe, war dieses eigentlich für Kinder und Jugendliche gedachte Buch fast schon eine Pflichtlektüre, vor allem, weil es auch hier wieder – neben Familie und Freundschaft - um Bücher, Geschichten und die Bedeutung der Worte geht.

In Händen halte ich das Buch als Festeinband, dessen Cover den Inhalt der Geschichte gut darstellt, wenngleich das an sich hübsche, vermutlich KI-generierte Titelbild für meine Augen nicht gänzlich überzeugend wirkt. Zudem wurde das Cover leider durch einen dieser typischen und hässlichen Beststeller-Aufkleber verschandelt; ich wünschte, solche Unarten unterblieben.

Nach einem kurzen poetischen und sehr prägnanten Vorwort, dessen Aussage zu denken gibt, geht es dann los mit der Geschichte der goldenen Schreibmaschine.

Jedem der angenehm kurzen Kapitel ist eine Vignette vorangestellt, die eine antike mechanische Schreibmaschine nebst einem eingespannten Blatt Papier zeigt, auf dem die Nummer des Kapitels prangt.

Inhaltliches gebe ich in meiner Rezension nicht preis, denn erstens gibt es dafür den Klappentext und zweitens sollten alle, die das Buch noch nicht kennen, die hier erzählte Geschichte unvoreingenommen lesen und erleben.

Der Autor erzählt in kindgerechten Worten und kurzen Sätzen eine Geschichte, die nur langsam Fahrt aufnimmt, in der man sich aber von Anfang an des Autors Ambitionen bewusst wird, denn was er erzählt, handelt von familiärem Zusammenhalt, aber auch von Problemen wie Demenz oder Trennung, von wahrer Freundschaft und solchen Freundschaften, die man fälschlicherweise dafür hält; er thematisiert Mobbing und den Mut, zu sich selbst zu stehen, Selbstreflektion beim Umgang mit eigenen Schwächen und Empathie in Bezug auf Eigenheiten anderer Menschen, vor allem aber macht er deutlich, welche Kraft Worte haben, gesprochene wie geschriebene, welche Macht in ihnen steckt und welche, u.U. auch politisch bedenkliche Folgen sie haben können, besonders dann, wenn sie nicht hinterfragt werden.

Die Geschichte der goldenen Schreibmaschine ist anfangs etwas langatmig, wird dann aber zunehmend spannender; dass sie fantasievoll geschrieben ist und wirklich magisch wird, das darf ich hier wohl verraten.

Was ich aber auch betonen möchte, ist mein Eindruck, dass diese in mehrerlei Hinsicht zu Herzen gehende Geschichte durch all die oben genannten, zweifellos wichtigen und zum Nachdenken anregenden Aspekte ob deren Quantität überfrachtet wirkt. Für junge Leser ist dieses mit gut angelegten Figuren eigentlich lesenswerte Buch wegen all der eingebundenen Probleme eine Herausforderung.

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