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Veröffentlicht am 25.08.2019

Eine neue Zeit

Amalientöchter
1

Weimar, Ende 1918. Klara ist mit ihrer Situation als gehobene Tochter eher unzufrieden. Die vielen Regeln, die sie zu befolgen hat, erscheinen ihr einfach nur unsinnig. Nur gut, dass ihr Fast-Verlobter ...

Weimar, Ende 1918. Klara ist mit ihrer Situation als gehobene Tochter eher unzufrieden. Die vielen Regeln, die sie zu befolgen hat, erscheinen ihr einfach nur unsinnig. Nur gut, dass ihr Fast-Verlobter auch eher ungewöhnliche Wege geht und als Arzt eher Interesse am gemeinen Volk, als an den Patienten seines Vaters hat.

Als Fritz wieder nach Berlin will, beschließt sie ihm zu folgen, auch wenn es dort gerade jetzt nicht ungefährlich ist. Aber sie hofft, durch ihre Anwesenheit Fritz dazu zu bringen, nicht an vorderster Front sein Glück zu suchen.


In Berlin angekommen ist sie erst einmal verwirrt und dann sehr angetan von der trubeligen Stadt. Hier scheint alles möglich, so wie in Weimar alles unmöglich ist. Erst wird der Rock und dann die Haare kürzer und auch das eigene Denken und die eigenen Wünsche nehmen zu. Vor allem der Wunsch eigenes Geld zu verdienen. Als Martha, die Frau von Fritz Onkel ihr die Möglichkeit bietet für ihre Zeitschrift zu schreiben, scheint das Glück perfekt.


Doch Fritz zieht es zurück nach Weimar und nur die Aussicht, die dort anstehende Nationalversammlung erleben zu können, bringt Klara dazu ihm zu folgen und das geliebte Berlin wieder zu verlassen. Und tatsächlich wird dann auch ein Artikel von Klara zum großen Aufreger in der Nationalversammlung.


Mir hat dieses Buch von Joan Weng wieder gut gefallen, ihre Frauenfiguren sind einfach klasse. Klara hat zwar gelernt die alten Regeln zu befolgen, aber die neue Zeit und die Möglichkeiten, die sich für Frauen dadurch ergeben faszinieren sie. Sie möchte auch ein Stück vom Kuchen haben und wird von den anderen Frauen in Berlin nur bestärkt. Die Männer hingegen, sind zwar teilweise recht fortschrittlich, aber wenn sie durch die Frauenrechte plötzlich etwas anders machen müssen, auch nicht mehr begeistert. Am Ende denken sie dann doch, dass alles nach ihrem Willen geht.


Das Buch ist ein Plädoyer dafür auch mal mutig zu sein und nicht immer das zu machen, was von einem erwartet wird. Auch wenn es dann ungemütlich wird. Denn ohne etwas zu wagen, wird sich nie etwas verändern.


Gerne hätte ich noch mehr über Klara und ihre Zukunft erfahren, das Ende blieb dann ja doch relativ offen, wie es denn nun bei ihr weiter geht. Aber vielleicht ist das ja auch einfach die Möglichkeit in einem weiteren Buch von Klara und ihrer Zukunft in der Weimarer Republik zu erzählen.


Von mir eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 23.08.2019

Schöner Liebesroman

Wohin das Herz mich führt
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Clare ist nach drei Jahren Koma wieder erwacht und muss sich nun in ihrem neuen Leben zurecht finden. Ihren Mann hat sie freigegeben für seine neue Frau, doch was bleibt für sie?

Zurück in ihrem Haus ...

Clare ist nach drei Jahren Koma wieder erwacht und muss sich nun in ihrem neuen Leben zurecht finden. Ihren Mann hat sie freigegeben für seine neue Frau, doch was bleibt für sie?

Zurück in ihrem Haus stellt sie fest, dass sie hier nicht bleiben kann, zu sehr quälen sie die Erinnerungen an die Zeiten mit Jack und ihrer Familie hier. So beschließt sie, ihrem Bruder zu helfen und die Renovierung dessen Ferienhauses in Vermont zu übernehmen.

Dort angekommen findet sie schnell Anschluss in der Dorfgemeinschaft und einen Handwerker, der nicht nur das Haus renoviert, sondern auch ihr Herz höherschlagen lässt.

Gleichzeitig bricht Kate nach Nashville auf, um dort ihre Karriere voran zu treiben. Ihr Vater stellt sie einem seiner Freunde vor, der ein Auge auf sie haben soll. Doch daraus wird schnell mehr, auch wenn der Altersunterschied beträchtlich ist.

Mir hat das Buch wieder ausgesprochen gut gefallen, fast besser als der erste Band der Reihe. Wieder sind die Themen, um die es sich dreht nicht einfach, gerade Kates Geschichte war für mich schwierig. Dahingegen waren die Teile in Vermont einfach pure Wohlfühlmomente. Die Autorin schafft es mit ihrem Schreibstil die Orte vor dem inneren Auge erscheinen zu lassen, als wäre man selbst dort.


Ich werde die Reihe, deren nächste Teile demnächst erscheinen werden, auf jeden Fall weiterverfolgen. Auch dieses Buch war wieder sehr lesenswert und hat eine Leseempfehlung verdient.

Veröffentlicht am 17.08.2019

Toller Serienauftakt!

Vergiss die Liebe nicht
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Jack führt eine glückliche Ehe mit Clare, doch dann passiert ein Unfall und Clare fällt ins Koma. Die Ärzte geben sie auf, Jack kümmert sich weiterhin um sie. Doch eines Tages erkennt er, dass er sein ...

Jack führt eine glückliche Ehe mit Clare, doch dann passiert ein Unfall und Clare fällt ins Koma. Die Ärzte geben sie auf, Jack kümmert sich weiterhin um sie. Doch eines Tages erkennt er, dass er sein Leben weiter leben muss. Kurz darauf lernt er Andi kennen und lieben. Die beiden gehen es langsam an und fangen an, an eine gemeinsame Zukunft zu glauben. Doch dann passiert, was niemand erwartet hätte, Clare wacht auf. Für alle Beteiligten stellt sich nun die Frage, wie es weitergehen soll.


Vergiss die Liebe nicht ist der Auftakt zu Marie Forces neuer Reihe, die in Neuengland spielt. Bis jetzt sind vier Bände erschienen. Mir hat das Buch recht gut gefallen. Marie Force hat einen tollen Schreibstil durch den man die Landschaft Neuenglands vor sich sieht und schnell mit den Protagonisten warm wird.


Die Geschichte von Jack, Andi und Clare ist wirklich nicht einfach und ich war gespannt, wie die Autorin die Probleme lösen würde. Am Ende bin ich mit der Lösung wirklich zufrieden gewesen, für mich ist das Kuddelmuddel glaubwürdig gelöst worden. Auch die Nebengeschichte um Jacks Schwester Frannie hat mir richtig gut gefallen.

Die Sexszenen fand ich gut geschrieben und es waren nicht übertrieben viele. Die Protagonisten haben durchaus ihr Leben gelebt und nicht die ganze Zeit im Bett verbracht.

Kleine Abzüge gibt es, weil es mich irgendwann genervt hat, dass immer wieder wiederholt wurde, wie sehr Jack doch Andi liebt. Und auch zum Thema Schwangerschaften könnte die Autorin etwas genauer recherchieren. Aber das sind wirklich nur minimale Kritikpunkte.


Mir hat das Buch richtig gut gefallen und ich werde die Serie sicher weiter verfolgen. Band 2 liegt schon bereit.

Daher eine Leseempfehlung.


Veröffentlicht am 16.08.2019

Tolle Fortsetzung

Rückkehr ins kleine französische Landhaus
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Emmy ist endlich im La Cour de Roses angekommen, nachdem sie in England die Zelte abgebrochen hat. Die Zusammenarbeit mit Rupert klappt hervorragend, jetzt müssen nur noch regelmäßig Gäste kommen. Um Werbung ...

Emmy ist endlich im La Cour de Roses angekommen, nachdem sie in England die Zelte abgebrochen hat. Die Zusammenarbeit mit Rupert klappt hervorragend, jetzt müssen nur noch regelmäßig Gäste kommen. Um Werbung zu machen hat Emmy einen Reiseblogger eingeladen, der allerdings mit seinen Schlafgewohnheiten mehr Ärger macht als er Nutzen bringt und am Ende auch noch ungerechtfertigter Weise eine schlechte Bewertung über das Haus schreibt.

Dazu kommt, dass Gloria bei den Buchungen nur Chaos hinterlassen hat und sich herausstellt, dass sie einem großen Familienevent zugesagt hat, ohne auch nur irgendetwas zu notieren. So bleibt es an Emmy die Kohlen aus dem Feuer zu holen und alles zu retten.

Und als das alles nicht reicht, taucht Gloria plötzlich wieder auf und bringt alles Durcheinander.

Gut dass wenigstens mit Alain alle reibungslos verläuft…..zu mindestens, bis Gloria ihren großen Auftritt hat.


Das Buch schließt nahtlos an seinen Vorgänger an. Emmy hat sich eingelebt und ist dabei ihre Arbeit zu optimieren. Dabei wird sie von ihren neuen Freunden unterstützt und kann sich gelegentlich auch die Gegend anschauen und Kontakte für ihr eigenes, kleines Unternehmen knüpfen. Gerade die Beziehungen der Freunde untereinander macht dieses Buch so lesenswert. Da ist immer jemand da, der hilft wenn Not am Mann ist, das ist wirklich schön. Und genau das ist es auch, was im Leben zählt.

Das Kopfkino lief wieder von Anfang an, ich konnte mir das Le Cour de Roses gut vorstellen und auch die Gegend drum herum. Ich habe mit Emmy mitgelitten und mich sehr über den echt furchtbaren Reiseblogger aufgeregt, der in seinem Bericht wirklich alles verdreht hat, was nur ging.


Ich habe sehr mit gefiebert und mich am Ende gefreut, dass sich alles dann doch wieder eingerenkt hat.

Von mir gibt es für dieses liebenswerte Buch über Freundschaft eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 12.08.2019

zweiter Teil der Schattentrilogie

Schattendämmerung
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In Schattendämmerung tritt nun die nächste Generation der Überlebenden des Verderbens nach vorne. Fallon, die die Eine ist, muss mit 13 ihr Zuhause verlassen um ihre Ausbildung zu vervollständigen. Am ...

In Schattendämmerung tritt nun die nächste Generation der Überlebenden des Verderbens nach vorne. Fallon, die die Eine ist, muss mit 13 ihr Zuhause verlassen um ihre Ausbildung zu vervollständigen. Am Ende ist sie gerüstet gegen das Dunkle in der Welt anzutreten. Aber auch die Zwillinge Duncan und Antonia aus New Hope führen den Kampf auf ihre Weise. Und zwischen Duncan und Fallon gibt es eine starke Verbindung.

Was in Schattenmond begonnen hat wird hier nun weitergeführt. Nora Roberts bezieht sich in diesem Buch immer wieder auf die Geschehnisse des Vorbandes und baut auf diesem auf. Man könnte das Buch sicher auch ohne den ersten Band lesen, allerdings nimmt man sich damit eine Menge Lesespaß.


Die Schatten-Trilogie ist eine Mischung aus Fantasy und Dystopie. Amerika und die Welt wurden durch eine Seuche fast vollständig ausgelöscht. Die Seuche hat aber auch magische Kräfte bei vielen Überlebenden freigesetzt. In dieser neuen Welt kämpfen nun Nichtmagische gegen Magische, dunkle Kräfte gegen helle Kräfte. Fallon soll die Führerin der hellen Kräfte werden. Das Buch beginnt sehr emotional, Fallon muss zur Ausbildung ihre Familie verlassen. Gemeinsam mit Mallick, ihrem Lehrmeister bricht sie auf und findet ein neues Zuhause. Bei Mallick lernt sie ihre magischen Kräfte einzusetzen und zu kontrollieren und gleichzeitig findet sie ihre tierischen Begleiter. Und natürlich auch andere Menschen, Elfen, Gestaltwandler und sonstige, die ihr Leben bereichern.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. An manchen Stellen wurde es mir allerdings zu theatralisch, immer wenn es um die Mission von Fallon ging. Die Beschreibung dessen, was Magie im Leben aller ausmacht war mir einfach oft zu viel des Guten. Der erste Teil mit Fallons Ausbildung hat mir fast noch am Besten gefallen, da blitzt das Kind in Fallon immer wieder auf. Gegen Ende des Buches, als sie anfängt Rekruten für ihre Armee zu sammeln, blieb sie mir zu distanziert. Irgendwie verschwand da dann der Mensch hinter der ihm zugedachten Rolle. Duncan und Antonia und überhaupt alle in New Hope fand ich dagegen unheimlich sympathisch. Sie haben sich eine Gemeinschaft aufgebaut, die sich nicht nur um den Selbsterhalt kümmert, sondern auch andere Bedrängte rettet. Interessant fand ich auch, wie diese Gemeinschaft auf den Führungsanspruch von Fallon reagiert und Fallon lernt, dass sie nicht immer alles alleine entscheiden kann. Hier wird wieder klar, wie jung sie eigentlich noch ist und wie groß die Aufgabe, vor die sie gestellt ist.


Alles in allem ist das Buch mitreißend geschrieben und das Kopfkino lief von Anfang an. Ich konnte mir die Landschaften und die Siedlungen hervorragend vorstellen. Ich freue mich schon sehr auf den abschließenden Teil der Reihe, auch wenn dieser erst in einem Jahr erscheinen wird.


Von mir eine absolute Leseempfehlung!