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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2024

Der Spion, der in die Kälte geht

Kalter Sturm
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„Kalter Sturm“ von Anne Nørdby ist bereits der 4. Fall für den sympathischen Ermittler Tom Skagen von der Sondereinheit Skanpol aus Hamburg. Schauplatz ist diesmal hauptsächlich Island. Worum geht es?
Tom ...

„Kalter Sturm“ von Anne Nørdby ist bereits der 4. Fall für den sympathischen Ermittler Tom Skagen von der Sondereinheit Skanpol aus Hamburg. Schauplatz ist diesmal hauptsächlich Island. Worum geht es?
Tom wird in Stavanger von Mitgliedern einer rechten Gruppierung namens Åsgards Söhne überfallen und kann nur knapp entkommen. Statt sich in ein Safehouse zu begeben, fliegt er nach Island, um dort den Tod einer Deutschen aufzuklären.
Wiebke Brandt war tiefgläubig. Zusammen mit ihrem Mann, ihren Kindern und einer befreundeten Familie sind sie nach Island gekommen, um ›Urlaub gegen Hand‹ zu machen. Sie alle sind Mitglieder einer obskuren Sekte.
Jede Menge Verdächtige, aber weit und breit kein Motiv. Unterstützt wird Tom vor Ort von der Kollegin Halla und den Kollegen Bjarni sowie Nils aus Reykjavík.
Die Autorin hat ihren neuen Thriller atmosphärisch in Szene gesetzt. Besonders gefallen hat mir die Grenze zwischen Mystischem und der Realität. Was ist wahr und was ist nur das Ergebnis unserer Fantasie?
Eine einsame Schaffarm ohne Verbindung zur Außenwelt, starker Schneefall, das hat ein bisschen was von einem Locked Room Mystery. Der Täter oder die Täterin muss sich unter den Anwesenden befinden, denen eine Flucht unmöglich ist.
Über das Wiedersehen mit Tom, Jette und Maja habe ich mich sehr gefreut. Denn sie sind mir inzwischen ans Herz gewachsen.

Fazit: Spannende Ermittlungen im Land der Elfen und Zwerge. Abgründig!

Veröffentlicht am 23.09.2024

Was passiert mit den Kindern?

Kein Land in Sicht
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Da ich vom Kreuzfahrtvirus infiziert bin, wollte ich „Kein Land in Sicht“ von Christina Pertl gerne lesen. Die Inhaltsangabe ließ auf einen spannenden Krimi hoffen, aber ich wurde enttäuscht. Worum geht ...


Da ich vom Kreuzfahrtvirus infiziert bin, wollte ich „Kein Land in Sicht“ von Christina Pertl gerne lesen. Die Inhaltsangabe ließ auf einen spannenden Krimi hoffen, aber ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Die „Freedom of Spirit“ kreuzt im Mittelmeer. Eine Frau erwacht in ihrer Kabine. Sie weiß weder ihren Namen, noch, wie und warum sie auf dem Kreuzfahrtschiff gelandet ist. Sicher ist nur, dass sie Kreuzfahrten hasst und Angst vorm Wasser hat.
Wie sich herausstellt, gehört Stephanie Mayrhofer zum Animationsteam. Nur bruchstückhaft kehren die Erinnerungen zurück: Sarah Peters ist ihr wirklicher Name und sie ist Kriminalkommissarin. Zusammen mit ihrem Kollegen Michael wurde sie undercover eingeschleust, um einer brutalen Schlepperbande auf die Spur zu kommen.
„Kein Land in Sicht“ ist Christina Pertls Debüt. Eine wirre Geschichte, leidlich spannend. Kryptisch anmutende Dialoge deuten auf Verbrechen hin. Die unsympathische Protagonistin stolpert durch die ersten 100 Seiten, bevor ein Mord geschieht.
In einem anderen Handlungsstrang wird vom Schicksal eines Gefangenen erzählt. Möglicherweise wurde er operiert. Oder ist es der Fieberwahn? Sein Name ist Michael. Und dann sind da auch noch Kinder. Sie wurden anscheinend entführt.
Ein Krimi muss vielschichtig sein, auf mehreren Ebenen spielen, seine Spannung aus Handlungen und Dialogen und nicht zuletzt den Protagonisten selbst ziehen. All das habe ich hier schmerzlich vermisst. Zudem hätte das Buch ein besseres Lektorat verdient: „orangene“ Dinge gibt es nicht.

Fazit: Solider Krimi über ein wichtiges Thema.

Veröffentlicht am 07.09.2024

Krieg im Rotlichtmilieu

Wintersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 2)
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„Sommersonnenwende“ von Pascal Engman und Johannes Selåker hatte ich mit Begeisterung verschlungen. Auch die Fortsetzung, „Wintersonnenwende“, überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. ...

„Sommersonnenwende“ von Pascal Engman und Johannes Selåker hatte ich mit Begeisterung verschlungen. Auch die Fortsetzung, „Wintersonnenwende“, überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. Worum geht es?
Die Geschichte beginnt genau dort, wo der Vorgänger aufgehört hatte: der Untergang der Estonia, am 28. September 1994.
3 Monate später, Silvester 1994: Schüsse in einem Bordell. Bertil Runström stirbt. Er war wohl früher bei der Säpo, also beim Geheimdienst. Oder war das eigentliche Ziel die Prostituierte Lucy alias Ellen, die nackt entkam? Denn ihre Mutter war eine Geheimagentin und wurde vergiftet.
Kommissar Tomas Wolf ist am Ende, will sich gerade die Kugel geben, als er zum Tatort gerufen wird - und dort auf die Journalistin Vera Berg trifft, die eigentlich in einem Vermisstenfall recherchiert. Auch Tomas‘ Kollege Lars Johansson, genannt Zingo, ist wieder mit von der Partie.
Es gefällt mir, dass die Geschichte in der Vergangenheit spielt. »Engman & Selåker fangen den Zeitgeist der 90er auf intelligente Weise ein.« (Jönköpings-Posten)
Kurz darauf gibt es einen zweiten Toten: Morris Heckler. Er war Teilhaber eines Reisebüros, betrieb aber auch einen illegalen Nachtclub. Wo ist die Verbindung?
„Wintersonnenwende“ ist spannend und gut geschrieben. Es ist ein Buch, das Prostitution thematisiert, Aber es geht auch um Spionage und Identitätsdiebstahl. Rasant wechseln die Perspektiven und Akteure. Die Seiten blättern sich wie von selbst um.
Das Ende berührt. Und so bin ich sehr gespannt, wie es mit Tomas und Vera weitergeht.

Fazit: Fall Nr. 2 für Wolf und Berg. Eine Reihe mit Suchtfaktor.


Veröffentlicht am 04.09.2024

Ein Mann am Abgrund

Nacht der Verräter
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Seit etwa zwanzig Jahren folge ich Horst Eckert. Seine Krimis und Thriller „Kripo Düsseldorf ermittelt“, die Vincent Che Veih-Reihe sowie die Melia Adan-Reihe haben mich begeistert. Auch seinen neuen ...


Seit etwa zwanzig Jahren folge ich Horst Eckert. Seine Krimis und Thriller „Kripo Düsseldorf ermittelt“, die Vincent Che Veih-Reihe sowie die Melia Adan-Reihe haben mich begeistert. Auch seinen neuen Thriller, „Nacht der Verräter“, habe ich mit großer Freude gelesen. Worum geht es?
Schauplatz ist Düsseldorf. Im Mittelpunkt steht Polizist Max Bauer. Er verliert den Boden unter den Füßen, als seine Frau Julia während einer Party spurlos verschwindet.
Max ist seit einem Einsatz schwer traumatisiert und arbeitet seitdem im Innendienst. Julia hatte ihn aus einem tiefen Loch geholt. Und so verzeiht er ihr, dass sie ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit macht.
Als wäre das nicht schon genug, haben die Kollegen der Kripo seine Brüder, ebenfalls Polizisten, im Visier. Sie sollen mit Drogen handeln. Max wird erpresst, seine Familie zu bespitzeln. Als ein Mord geschieht, muss sich Max entscheiden, auf welcher Seite er steht.
„Nacht der Verräter“ ist ein Buch, das ein persönliches Dilemma thematisiert. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Max. Unerbittlich dreht Horst Eckert an der Spannungsschraube. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint.
Neben der neuen Hauptfigur treffen wir alte Bekannte aus früheren Krimis und Thrillern des Autors. Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Max befindet sich in einer Ausnahmesituation. Wie wird er reagieren? Wächst er über sich hinaus? Geht er daran zugrunde? Das sind die Fragen, die Horst Eckert umtreiben und denen er in seinem Thriller auf den Grund geht. Das ist spannend und unterhaltsam. Das Ende überrascht.

Fazit: Horst Eckert lesen und süchtig werden.

Veröffentlicht am 22.08.2024

Lesestoff mit Mehrwert

Die Abschaffung des Todes
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Seit „Ausgebrannt“ bin ich ein großer Fan von Andreas Eschbach. Seine Thriller und SF-Romane haben mich begeistert. „Todesengel“, „NSA“ und „Freiheitsgeld“ zählen zu meinen absoluten Favoriten. Auch „Die ...


Seit „Ausgebrannt“ bin ich ein großer Fan von Andreas Eschbach. Seine Thriller und SF-Romane haben mich begeistert. „Todesengel“, „NSA“ und „Freiheitsgeld“ zählen zu meinen absoluten Favoriten. Auch „Die Abschaffung des Todes“ habe ich mit großer Freude gelesen. Worum geht es?
Drei visionäre Unternehmer aus dem Silicon Valley wollen den Tod abschaffen und haben dafür die Firma „Youvatar“ gegründet. Um das Projekt zu finanzieren, müssen sie von reichen Investoren Geld einsammeln, sehr viel Geld.
Der Journalist James Windover vertritt eine im Rollstuhl sitzende Milliardärin bei einem Investorentreffen. Er entdeckt, dass der Philosoph und Schriftsteller Raymond Ferdurci Schweigegeld bekommen hat, um eine seiner Geschichten nicht zu veröffentlichen. Warum?
James‘ Interesse ist geweckt und er begibt sich auf die Suche nach dem Mann. Doch irgendjemand hat etwas dagegen, dass er mit Ferdurci spricht. Eine rasante Verfolgungsjagd quer durch Europa beginnt…
„Die Abschaffung des Todes“ ist gleichermaßen unterhaltsam wie informativ. Es geht um den Upload des Gehirns in einen Computer. Das hat mich an „Hologrammatica“ von Tom Hillenbrand erinnert.
„Die Abschaffung des Todes“ ist auch ein Buch, das Gedankenexperimente thematisiert. Philosophisch höchst interessant und spannend.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht von James. So entsteht „Die Abschaffung des Todes“, der Roman im Roman.
Mit jeder Seite fiebert man mit und gewinnt Sympathie für James. Denn James hat mit seinem Namensvetter Bond mehr gemeinsam als nur den Vornamen. Und natürlich gibt es auch einen Bösewicht.

Fazit: Selten so gegruselt, selten so mitgefiebert, selten so die Story verschlungen.