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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2025

Irgendwo im Nirgendwo

Kummersee
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Um es gleich zu sagen, „Kummersee“ von Iver Niklas Schwarz hat mich nicht überzeugt. Ja, die letzten 100 Seiten sind spannend, aber bis dahin habe ich mich gequält. Worum geht es?
August 1990: Tom stirbt ...


Um es gleich zu sagen, „Kummersee“ von Iver Niklas Schwarz hat mich nicht überzeugt. Ja, die letzten 100 Seiten sind spannend, aber bis dahin habe ich mich gequält. Worum geht es?
August 1990: Tom stirbt unter mysteriösen Umständen beim Baden im verbotenen Kummersee, seine 9-jährige Schwester Lena überlebt. Nun kehrt sie nach 30 Jahren als Polizistin in ihr Heimatdorf zurück und wird nicht gerade mit offenen Armen empfangen.
Mir war klar, dass es für das Böse, das Tom das Leben gekostet hat, eine rationale Erklärung geben muss. Die Geschichte hat mich ein bisschen an „Das Schweigen des Wassers“ von Susanne Tägder erinnert.
Horlow, ein Kaff im Wendland, am Ende der Welt. Lena ist für den Schutz eines Vermessungsteams zuständig, das die Salzstöcke des Horlower Moors als potenzielles Atommüllendlager prüft. Dabei verfolgt sie ihre eigene Agenda: Was war damals wirklich geschehen?
Zweimal war ich kurz davor, das Buch abzubrechen. Denn die Leseprobe ließ auf einen spannenden Mystery-Thriller hoffen. Sleepy Hollow? Akte X? Weit gefehlt! Kein Thrill, nur Langeweile.
Erst als es einen Toten gibt, steigt die Spannung. Die Tauchszenen sind lebhaft und realistisch dargestellt. Vor allem, wenn den Charakteren sprichwörtlich die Luft ausgeht.

Fazit: Solides Debüt mit viel Luft nach oben.

Veröffentlicht am 23.01.2025

Wer ist der Eisenbahnmörder?

Ostfriesennebel
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Neues Jahr, neuer Ostfriesenkrimi: „Ostfriesennebel“ - Der neunzehnte Fall für Ann Kathrin Klaasen von Klaus-Peter Wolf habe ich gern gelesen. Worum geht es?
Carina Oberdieck erzählt Kommissarin Ann Kathrin ...


Neues Jahr, neuer Ostfriesenkrimi: „Ostfriesennebel“ - Der neunzehnte Fall für Ann Kathrin Klaasen von Klaus-Peter Wolf habe ich gern gelesen. Worum geht es?
Carina Oberdieck erzählt Kommissarin Ann Kathrin Klaasen eine irre Geschichte. Sie glaubt, dass der Mann, der mit ihr und den Kindern im selben Haushalt lebt, nicht ihr Ehemann Fabian ist, sondern dessen Zwillingsbruder Florian. Fabian sei auf Lanzarote in einen Vulkan gefallen.
In einem weiteren Handlungsstrang folgen wir dem Eisenbahnmörder. Er hält junge Frauen irgendwo in Deutschland ein, zwei Tage gefangen, tötet sie und legt die Leiche dann auf den Gleisen ab. Diesmal hat es Annalena Walchum erwischt, im beschaulichen Ostfriesland.
Aquarium, Kaninchen, Schuhe, Eisenbahn. Wo ist die Verbindung? Zielfahnder Wollenweber vom BKA ermittelt. Ann Kathrin Klaasen und ihr Team sollen ihn unterstützen…
Auch der neue Fall ist spannend und unterhaltsam. Am Anfang witzig, später ein wenig albern. Menschen sterben wie die Fliegen. Viel Jugend-Sprech. Wiedersehen mit guten alten Bekannten und neue skurrile Typen. Aber am Ende ist alles stimmig aufgelöst.

Fazit: Mörderisches Verwirrspiel um wahre Identitäten.

Veröffentlicht am 23.01.2025

Wo ist Morgan?

Schmerz
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SCHMERZ von Jón Atli Jónasson hat mich begeistert. Es handelt sich um den Auftakt einer Krimi-Reihe, die in Island verortet ist. Im Mittelpunkt stehen Dora und Rado von der Kriminalpolizei Reykjavík. ...


SCHMERZ von Jón Atli Jónasson hat mich begeistert. Es handelt sich um den Auftakt einer Krimi-Reihe, die in Island verortet ist. Im Mittelpunkt stehen Dora und Rado von der Kriminalpolizei Reykjavík. Worum geht es?
Als im Thingvellir-Nationalpark Morgan, ein 16-jähriger Teenager, verschwindet, wird Dora mit den Ermittlungen betraut. Obwohl sie sich seit Jahren hinter ihrem Schreibtisch versteckt, weil sie bei einem Einsatz ein Auge verlor.
Aber die Kollegen sind mit einer riskanten Razzia beschäftigt. Dora zur Seite gestellt wird Rado, Sohn serbischer Einwanderer. Er ist bei der Durchsuchung nicht dabei, weil er wegen seiner Familie als befangen gilt.
Mit SCHMERZ hat der Autor einen fesselnden, unterhaltsamen Krimi über ein heikles Thema geschrieben. Spannung gepaart mit Gesellschaftskritik und trockenem Humor.
Die Figurenzeichnung ist gelungen: Dora und Rado, die sich noch zusammenraufen müssen. Zwei Protagonisten scheinbar von der Resterampe. Beide haben nichts zu verlieren, weil sie schon alles verloren haben. Zwei allseits unterschätzte Polizisten, die letztlich über sich hinauswachsen.
Gut gefallen hat mir, wie der Autor die verschiedenen Geschichten miteinander verknüpft und wie am Ende alles irgendwie zusammenpasst. Ich fand dieses Buch in vielerlei Hinsicht frisch und innovativ.
Das Buch endet mit einem kleinen Cliffhanger. Und so bin ich schon gespannt auf die Fortsetzung, GIFT, die im Herbst dieses Jahres erscheinen soll.

Fazit: Spannender Island-Krimi. Ein absolutes Muss für Nordic Noir-Fans und solche, die es werden wollen.

Veröffentlicht am 20.01.2025

Mord verjährt nicht

Dunkle Asche
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Jona Thomsens Krimi „Dunkle Asche“ führt uns an die Ostsee. Im Sommer 1992 wurde die 18-jährige Sanna Hansen in einem Ferienhaus erstochen und das Haus anschließend in Brand gesetzt, um Spuren zu vernichten. ...

Jona Thomsens Krimi „Dunkle Asche“ führt uns an die Ostsee. Im Sommer 1992 wurde die 18-jährige Sanna Hansen in einem Ferienhaus erstochen und das Haus anschließend in Brand gesetzt, um Spuren zu vernichten.
30 Jahre später wirft eine Zeugenaussage ein neues Licht auf den ungelösten Fall. Gudrun Möller und Judith Engster von der Cold Case Unit in Kiel rollen den Fall neu auf…
Brisant an der Geschichte ist, dass Gudrun zum damaligen Zeitpunkt alle involvierten Personen kannte und in der Mordnacht zusammen mit den anderen in der Disco war.
Der Prolog schildert die Ereignisse 1992, Sanna wird von ihrem Mörder überrascht. Zwei Menschen beobachten den nachfolgenden Brand vom Nachbarhaus aus, wer sind die beiden, wieso greifen sie nicht ein und verständigen die Feuerwehr?
Danach begegnen wir Gudrun und Judith. Die beiden arbeiten als Team neu zusammen und müssen sich erst mal kennenlernen. Dies ist ihr erster gemeinsamer Fall.
Die Ermittlungen laufen an, der Zeuge behauptet, seine eigene Tochter in der Mordnacht mit einem Benzinkanister gesehen zu haben. Doch ist die Auflösung wirklich so einfach? Verschiedene Personen kommen als Täter in Frage, doch der Mörder scheint den Ermittlern immer einen Schritt voraus.
Ich fand den Schreibstil flüssig, die Protagonisten sind gut beschrieben, wobei der Fokus auf Gudrun Möller liegt. Der Plot ist dicht und sorgt immer wieder für Wendungen, so dass bis zum Ende unklar bleibt, wer den Mord begangen hat.

Fazit: Spannender Ostsee-Krimi. Nicht nur für Fans von Karen Sander.

Veröffentlicht am 12.01.2025

Horrortrip in die Vergangenheit

Die Villa
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„Die Villa“ von Jess Ryder hat mich sofort an „One of the Girls“ von Lucy Clarke erinnert. Der Klappentext lies auf einen packenden Psychothriller hoffen. Doch „Die Villa“ ist kein Thriller, sondern ein ...


„Die Villa“ von Jess Ryder hat mich sofort an „One of the Girls“ von Lucy Clarke erinnert. Der Klappentext lies auf einen packenden Psychothriller hoffen. Doch „Die Villa“ ist kein Thriller, sondern ein Spannungsroman. Worum geht es?
Vor drei Jahren starb Aoife bei ihrem eigenen Junggesellinnenabschied. Sie wollte noch einmal Party machen, es so richtig krachen lassen. Der Alkohol floss in Strömen und so waren Konflikte vorprogrammiert. Nun kehren ihre Freundinnen in die abgelegene Villa am Rande von Marbella zurück um Aiofe zu gedenken. Eine verfolgt dabei ihre eigenen Ziele…
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Dani, Tiff, Beth und Celine - und auf zwei Zeitebenen, damals und heute. Alle haben ihre Geheimnisse und eins davon ist tödlich. Was war damals wirklich geschehen?
„Die Villa“ ist spannend, aber ein bisschen weit hergeholt. Es geht um Erinnerung und um Verstehen. Schuld und Vergebung. Nach etwa der Hälfte gibt es ein paar Wendungen, die mich allerdings nicht wirklich überraschen konnten, weil ich sie kommen sah.

Fazit: Nette Lektüre für zwischendurch. Gern gelesen.