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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2019

Fischbrötchen und Gaspipeline

Haifische am Strelasund
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Privatermittler Tom Brauer und seine Frau Clara wollen eine ruhige Woche an Bord ihres Schiffes in Stralsund verbringen. Doch der ehemalige Schulfreund von Carla, Rocco, braucht ihre Hilfe. Er hat Probleme ...

Privatermittler Tom Brauer und seine Frau Clara wollen eine ruhige Woche an Bord ihres Schiffes in Stralsund verbringen. Doch der ehemalige Schulfreund von Carla, Rocco, braucht ihre Hilfe. Er hat Probleme mit seiner Fischbude und vermutet, daß er vom Ordnungsamt benachteiligt wird. Als nach einem privaten Treffen mit einem Mitarbeiter des Amtes dessen erschlagene Leiche gefunden wird, ist der Verdacht schnell auf Rocco gefallen. Doch damit nicht genug für Tom: Er kommt einer politischen Auseinandersetzung auf die Spur, bei der es um den Bau einer Gaspipeline vom Greifswalder Boden bis nach Russland geht...

"Haifische am Strelasund" ist bereits der dritte Fall für Tom Brauer. Man kann ihn aber sehr gut einzeln lesen, Burkhard Wetekam führt den Leser ganz gekonnt in die Geschichte ein und man erfährt im Laufe der Zeit alles Wissenswerte über die Charaktere. Tom Brauer und Clara sind durchweg sympathisch, wenn ich auch sagen muß, daß ich Clara manchmal nicht verstehe. Ihre Handlungen sind streckenweise für mich nicht nachvollziehbar, sie bringt sich mit ihren Falschaussagen selbst in Verdacht. Gefallen hat mir hier der Lokalkolorit - man kann sich Stralsund sehr gut vorstellen. Alles spielt an real existierenden Schauplätzen, die vom Autor richtig gut beschrieben werden. Seine Schreibweise ist sehr bildlich. Er schafft eine tolle Atmosphäre und schafft es Spannung mit ein wenig Humor zu verpacken.

Veröffentlicht am 09.10.2019

Weihnachten mit Oma Imke

Omas Inselweihnacht
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Jedes Jahr feiert Familie Riewert den Heiligabend zusammen bei Oma Imke. Für Oma Imke ein Highlight, sie liebt Weihnachten, wenn nicht jedes Jahr Streit ausbrechen würde. Doch dieses Jahr soll es friedlich ...

Jedes Jahr feiert Familie Riewert den Heiligabend zusammen bei Oma Imke. Für Oma Imke ein Highlight, sie liebt Weihnachten, wenn nicht jedes Jahr Streit ausbrechen würde. Doch dieses Jahr soll es friedlich werden, denn Imke hat sich ein besonderes Fest überlegt. Doch alles kommt anders...

Janne Mommsen hat mir mit "Omas Inselweihnacht" einen großen Wunsch erfüllt: Oma Imke ist zurück. Und dies mit einer bezaubernden Weihnachtsgeschichte. Oma Imke ist einfach ein Unikat. Sie gibt sich alle Mühe, ihre Familie friedlich zusammen zu halten und geht dabei manch unkonventionellen, humorvollen Weg. Ihre Art ist einfach liebenswert und ich denke, sie wird von jedem gemocht werden, der dieses Buch liest. Janne Mommsen liebt die Insel Föhr - und das merkt man hier deutlich. So schön kann nur jemand die Landschaft und ihre Bewohner beschreiben, der selbst dort seine Heimat hat. Man fühlt sich direkt auf die Insel versetzt und fühlt sich wohl. Die Geschichte ist humorvoll, aber auch weihnachtlich - besinnlich. Die perfekte Mischung! Familie Riewert ist hier wieder komplett dabei und es macht Spaß, endlich wieder unter ihnen zu weilen.

Dieses wunderbare kleine Büchlein ist sehr zu empfehlen - und eignet sich hervorragend als Geschenk für den Nikolausstiefel!

Veröffentlicht am 08.10.2019

Familiengeschichte mit viel Hintergrund

Space Girls
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Martha Richter lebt in Köln, zerstritten mit ihren Eltern während des Zweiten Weltkrieges. Am Tag nach der Geburt von Tochter Juni macht sie sich auf den Weg zu ihren Eltern. Doch sie trifft sie nicht ...

Martha Richter lebt in Köln, zerstritten mit ihren Eltern während des Zweiten Weltkrieges. Am Tag nach der Geburt von Tochter Juni macht sie sich auf den Weg zu ihren Eltern. Doch sie trifft sie nicht an. Sie erfährt, daß ihre Eltern, die Mutter Französin, der Vater Deutscher, aber Regimegegner, nach Frankreich geflohen seien. Auch Martha muß fliehen. Gemeinsam mit Juni macht sie sich auf den Weg nach Frankreich, ihre Eltern findet sie jedoch nicht. Ein paar Jahre später endet ihre Flucht in New Orleans, jedoch darf niemand wissen, daß Martha und Juni Deutsche sind. Juni ist seit ihrer Kindheit in Frankreich beseelt von dem Gedanken zu fliegen. Als Amerika die Mondlandung plant, werden auch Frauen getestet - unter ihnen Juni...

Maiken Nielsen hat sich mit ihrem Buch "Space Girls" an ein großes Projekt gewagt. Anhand einer Familiengeschichte wird hier die Kriegszeit und die Anfänge der Raumfahrt beleuchtet. Die Geschichte berührt, denn Maiken Niesen stellt hier zwei Personen in den Vordergrund, deren Leben von Höhen und Tiefen geprägt sind. Man leidet mit ihnen, freut sich mit ihnen und ist erschüttert, wie hart das Schicksal zuschlägt. Sehr lehrreich empfand ich das geschichtliche Drumherum. Zunächst die Kriegszeit mit ihren Schwierigkeiten und Nöten, die Probleme und Gefahren der Flucht und vor allem die Tatsache, daß niemand die wahre Herkunft von Martha und Juni erfahren durfte - noch nicht einmal Juni selbst kannte sie. Dies ist einfach bewegend und unvorstellbar. Als weitere Handlung bekommt man hier die Geschichte der Raumfahrt von den Planungen bis zur Mondlandung näher gebracht. Immer wieder bekommt man einzelne Episoden aus der Apollo 11 zu lesen, die einen faszinierenden Einblick in die Mondlandung geben. Die Person des Wernher von Braun wird hier auf zwiespältige Weise dargestellt. Einerseits im Dienste der Nazis, andererseits amerikanischer Raumfahrtheld. Hier betritt Maiken Nielsen einen schmalen Grat der Geschichte. Bewundernswert war der Mut der Pilotinnen, sich als Frauen dem Test zum Astronauten zu stellen. Faszinierend und mutig - zumal dies auf Tatsachen beruht.
Insgesamt ein sehr lohnendes Buch. Ich persönlich hätte mir allerdings mehr über die Raumfahrt und weniger Familiengeschichte gewünscht.

Veröffentlicht am 05.10.2019

Wunderbar

Das Geheimnis der Fjordinsel
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Im Jahr 1980 lebt Rike allein mit ihrem Großvater in Ostfriesland. Als dieser unerwartet stirbt, entdeckt Rike in seinen Sachen Briefe, die ihre Großmutter geschrieben hat. Diese Briefe beweisen, daß Großmutter ...

Im Jahr 1980 lebt Rike allein mit ihrem Großvater in Ostfriesland. Als dieser unerwartet stirbt, entdeckt Rike in seinen Sachen Briefe, die ihre Großmutter geschrieben hat. Diese Briefe beweisen, daß Großmutter Johanne in Norwegen lebt, obwohl Rike immer geglaubt hat, ihre Großmutter wäre vor langer Zeit gestorben. Kurzentschlossen reist sie deshalb nach Norwegen. Die Spur führt sie auf eine kleine Insel im Oslofjord. Dort trifft sie auf Björn und seine Freunde. Gemeinsam decken sie ein Geheimnis auf, das diese Insel schon viele Jahre verbirgt.

Im Rückblick geht es in das Norwegen des Jahres 1926. Die junge Johanne ist in einer verzweifelten Lage. Ihr Vater hat angeblich Selbstmord begangen, weil seine Firma vor dem Bankrott steht. Johanne ergreift ungewöhnliche Mittel, um ihre Familie vor dem Ruin zu retten. Zusammen mit dem undurchsichtigen Leif will sie Alkohol schmuggeln und den dann teuer verkaufen. Dabei kommen sie einem gefährlichen Gangster zu nahe und geraten in große Gefahr.



Diese Geschichte beinhaltet alles, was ein gutes Buch haben sollte: Momente, die traurig machen und Momente, die zum Lachen sind. Ganz viel Spannung und natürlich die große Liebe. Außerdem erfährt der Leser viel über die Geschichte Norwegens. Christine Kabus schafft es immer wieder, die Gefühle der Menschen sehr intensiv zu beschreiben. Man spürt die Verzweiflung und die Ängste der Personen ganz deutlich, genauso wie die Liebe, die sie empfinden. Auch die Liebe der Autorin zu Norwegen kommt hier wieder sehr deutlich hervor. So, wie sie die Landschaft beschreibt, bekommt man automatisch den Wunsch, alles einmal mit eigenen Augen zu sehen. Christine Kabus hat aber auch ein besonderes Gefühl dafür, ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Alle haben ihre speziellen Eigenschaften und sind glaubhaft und vor allem lebendig beschrieben. Man meint, sie tatsächlich persönlich zu kennen.

Dieses Buch ist wieder ein absoluter Genuß und bekommt von mir eine absolute Empfehlung!

Veröffentlicht am 01.10.2019

Geniale Fortsetzung

MÖWEN, MEER UND TOD
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Luna Maiwald ist zurück im Dienst. Schon ist sie wieder voll gefordert. Ein dubioser Reitunfall und mehrere plötzliche Todesfälle junger, gesunder Menschen fordern ihren Einsatz. Alle zeigen Vergiftungserscheinungen. ...

Luna Maiwald ist zurück im Dienst. Schon ist sie wieder voll gefordert. Ein dubioser Reitunfall und mehrere plötzliche Todesfälle junger, gesunder Menschen fordern ihren Einsatz. Alle zeigen Vergiftungserscheinungen. Doch die einzige Gemeinsamkeit besteht im Genuß von Zigaretten. Doch Luna bekommt noch weitaus andere Probleme - sie wird in ihren Träumen von Ingmar Wolff verfolgt, dem ehemaligen Rechtsmediziner, den Luna wegen schrecklicher Morde überführt hat. Er verfolgt sie nun nicht mehr nur in ihren Träumen - er wird auch zum Schlüssel für die Auflösung der Giftmorde. Aber auch privat häufen sich die Probleme mit Tochter Marcia und Ehemann Fred....

Emma Bieling hat mit "Möwen, Meer und Tod" ihre Serie rund um Luna Maiwald gekonnt fortgesetzt. Man trifft hier auf die Charaktere des Vorgängerbuches "Sonne, Strand und Tod" und hat das Gefühl, wieder mitten im Familienleben von Luna zu stecken. Denn dieses ist auch hier nicht einfach. Luna, die es gewohnt ist frei zu sein, hat hier mit dem Eheleben und dem Zusammensein zu kämpfen. Dies ist durchaus realistisch dargestellt und man kann ihr in allen Dingen nachempfinden. Aber auch Marcia und Fred kann man gut verstehen und empfindet für alle drei Sympathien. Man darf gespannt sein, wie sich das Private hier noch entwickelt. Aber das Buch brilliert auch durch Spannung. Die Giftmorde sind bis zum Schluß nicht zu durchschauen und da es jeden treffen könnte, würde man Luna die Zigarette gern jedesmal aus der Hand schlagen. Die Auflösung des Falles gestaltet sich als spannend und erfordert von Luna Zugeständnisse, die alles noch spannender machen. Was mir wieder besonders gefallen hat, ist die Regionalität. Gerade Hiddensee wird hier so wunderschön präsentiert, da möchte man sofort seinen Koffer packen. Durch den gekonnten Stil wird hier nicht nur Spannung erzeugt, man kann auch Entspannen. Denn man fühlt sich direkt an die Ostsee versetzt und bekommt Urlaubslaune!

Ich kann diesen Krimi einfach jedem empfehlen, der gern Regionalkrimis liest. Allerdings sollte zunächst auch Sonne, Strand und Tod gelesen werden. Die Handlung baut aufeinander auf, auch wenn die Fälle in sich abgeschlossen sind!