Profilbild von tigerbea

tigerbea

Lesejury Star
online

tigerbea ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tigerbea über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2025

Absoluter Wohlfühlroman

Sommerglück am Chiemsee
0

Josefine möchte den Kontakt zu ihren Eltern wiederherstellen und fährt dazu an den Chiemsee. Um erstmal Mut zu sammeln, sucht sie im Nachbarort eine Unterkunft. Diese findet sie bei dem ehemaligen Schreiner ...

Josefine möchte den Kontakt zu ihren Eltern wiederherstellen und fährt dazu an den Chiemsee. Um erstmal Mut zu sammeln, sucht sie im Nachbarort eine Unterkunft. Diese findet sie bei dem ehemaligen Schreiner Peter. Sein Riesenschnauzer verursacht bei Josefine erstmal einen Hexenschuss. Da ist es eigentlich ein großes Glück, daß Peters Sohn Adrian mit im Haus wohnt und Physiotherapeut ist. Doch Josefine versteckt ihre Schmerzen, denn sie hasst Berührungen, auch wenn sie sich in ihrem Inneren danach sehnt

„Sommerglück am Chiemsee“ von Leonie Werdenfels ist ein absoluter Wohlfühlroman. Hier kommt man zur Ruhe und wird von Peters Weisheiten zum Nachdenken gebracht, von Josefines Briefen und ihren Handlungen und Gedankengängen am Herzen berührt. Dabei wird das Buch zu keiner Zeit kitschig - es sind einfach wunderbare Worte, die hier genutzt werden, um den Leser zu verzaubern. Auch wenn es sich hier um einen Liebesroman handelt, liegt der Handlung ein starkes Thema zugrunde, welches für Tiefe sorgt und nachdenklich macht. Man fragt sich automatisch, was es für ein Gefühl ist, Berührungen zu hassen und sich gleichzeitig Nähe zu anderen Menschen zu wünschen. Dies reißt an der Seele und dies zu vermitteln ist der Autorin perfekt gelungen. Diese Schwere wird durch eine gelungene Prise Humor gut ausgeglichen, so daß dieses Buch beim Lesen trotzdem sehr viel Spaß bereitet!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2025

Zwischendurch etwas langatmig

The Surf House
0

Das Model Bea flieht vor ihrem Job aus einem Hotel in Marrakesch. Prompt verläuft sie sich dort in den Gassen und wird von zwei Männern ausgeraubt und bedrängt. Zu Hilfe kommt ihr Marnie, die zusammen ...

Das Model Bea flieht vor ihrem Job aus einem Hotel in Marrakesch. Prompt verläuft sie sich dort in den Gassen und wird von zwei Männern ausgeraubt und bedrängt. Zu Hilfe kommt ihr Marnie, die zusammen mit ihrem Freund Ped das Surf House betreibt. Als Marnie von einem der Männer gewürgt wird, greift Bea zu Marnies Messer und ersticht den Mann. Da Bea nun ohne Reisepass und Bargeld da steht, nimmt Marnie sie mit ins Surf House. Dort fühlt Bea sich wohl - bis sie Gerüchte über eine verschwundene Urlauberin hört, deren Bruder sie verzweifelt sucht. Für Bea stellt sich die Frage, ob ihr neues Paradies wirklich so paradiesisch ist...

"The Surf House" von Lucy Clarke fängt grandios spannend an. Man erlebt Bea in einer Notsituation, aus der sie zwar gerettet wird, sich ihre Lage aber sehr verschlechtert. Ihre Not ist hier deutlich spürbar und da Bea in dieser Geschichte Sympathieträgerin ist, würde man ihr gern helfen. Die anderen Charaktere sind absolut nicht einzuschätzen. Marnie, Ped und Aiden konnte ich lange Zeit charakterlich nicht einordnen, es war nur klar, daß Aiden etwas auf der Seele drückt. Polizist Momo spielt hier von Beginn an die unsympathische Rolle. Man weiß wirklich nicht, wem man hier trauen kann. Es dauert sehr lange, bis man die Charaktere durchschaut. Leider hält die anfängliche Spannung nicht kontinuierlich durch. Zum Mittelteil des Buches sackt die Spannung rapide ab, um am Ende noch einmal eine rasante Steigerung zu erfahren. Für mich lebte dieses Buch streckenweise lediglich durch die wunderbaren Beschreibungen Marokkos, dem Strand, den Wellen und dem Thema surfen. Der eigentliche Thriller wurde dabei tatsächlich manchmal zur Nebensache.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2025

Krimi der ruhigen Art

Jenseits der Baumgrenze
0

Förster Arie Daamen will in seinem Revier nach dem Rechten sehen, als er zwischen gestapelten Baumstämmen eine menschliche Hand entdeckt. Als die Leiche geborgen wird, stellt sich heraus, daß der Mann ...

Förster Arie Daamen will in seinem Revier nach dem Rechten sehen, als er zwischen gestapelten Baumstämmen eine menschliche Hand entdeckt. Als die Leiche geborgen wird, stellt sich heraus, daß der Mann erschossen wurde. Die Landespolizei Innsbruck muß nun klären, um wen es sich handelt und wie er überhaupt zwischen die Baumstämme geraten ist und Arie wird klar, daß nun nicht nur die Waldbader aus dem Wellnesshotel die Ruhe im Wald stören, sondern die Ermittlungen auch Unruhe bringen.

"Jenseits der Baumgrenze" ist ein wunderbarer Wohlfühlkrimi. Antonia Lechner hat einen Krimi geschaffen, der sowohl spannend, als auch ruhig daherkommt. Sie braucht keine bluttriefenden, actiongeladenen Szenen, um ihre Leser zu fesseln und gut zu unterhalten. Sie schafft dies durch einen gut durchdachten Fall, bei dem es viele Spuren gibt. Man rätselt selbst mit, bekommt erst ganz am Ende eine schlüssige Auflösung und einen Täter, der überrascht. Ihre Charaktere sind absolut sympathisch. Gerade Förster Arie Daamen habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Es ist einfach so rührend, wie er sich um die betagte Dackeldame Hermine nach dem Tod des vorherigen Försters sorgt und sie wieder aufpäppelt. Auch Graf Bahrenberg mit seinen anerzogenen Eigenarten war eine erfrischend andere Charaktere, wie man sie nicht überall findet. Dies hebt das Buch aus der Menge der Krimis wohltuend hervor. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Man liest hier leicht und flüssig, hat keinerlei Verständnisprobleme und kommt durch die eher kurzen Kapitel zügig vorwärts. Dieser Krimi bereitet einfach richtig Spaß und ich hoffe, daß Förster Arie, Dackel Hermine und Vizsla Vitali noch viele Fälle in ihrem Revier lösen werden!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2025

Selten so gelacht

Der Mordclub von Shaftesbury – Eine Tote bleibt selten allein
0

Penelope St. James ist eigentlich für ein Leben auf dem Land nicht geeignet. Sie liebt London, elegante Schuhe und das Internet. Doch ausgerechnet sie will in dem Dorf Shaftesbury eine Partnervermittlungsagentur ...

Penelope St. James ist eigentlich für ein Leben auf dem Land nicht geeignet. Sie liebt London, elegante Schuhe und das Internet. Doch ausgerechnet sie will in dem Dorf Shaftesbury eine Partnervermittlungsagentur eröffnen. Die Dorfbewohner sind sich allerdings einig, daß das Büro eine Tarnung für eine Privatdetektei ist. Als allererste Tat stürmt Penelope in die Praxis des benachbarten Tierarztes Sam Bower und fällt prompt in Ohnmacht, als sie dort eine Ratte mit aufgeschnittenem Bauch sieht. Doch beim näheren Hinsehen stellt sie fest, daß der Tierarzt gar nicht so übel ist. Spätestens als Penelope einen angefahrenen Hund und eine schwerverletzte Frau findet, erweist Sam sich als guter Freund. Da kommt es zu Schwierigkeiten bei der Eröffnung der Partnervermittlung. Penelope muß sich entscheiden, ob sie kämpft oder aufgibt, doch plötzlich findet sie das Leben auf dem Land gar nicht mehr so schrecklich.

"Eine Tote bleibt selten allein" ist das erste Buch der Serie "Der Mordclub von Shaftesbury". Wer einen knallharten Krimi erwartet, ist hier falsch. Tatsächlich habe ich mich selten so amüsiert, wie bei diesem "Krimi". Die Charaktere sind total witzig, die Dorfgemeinschaft ist so herrlich schräg dargestellt, daß man die Menschen gern haben muß. Ich habe noch nie einen Krimi gelesen, der fast ohne Spannung auskommt und mich trotzdem so begeistert hat. Ich habe zu keiner Zeit die sonst für Krimis üblichen Szenen vermisst, denn ich war stattdessen mitten im Dorf Shaftesbury und Teil des Geschehens. Da hat das Lesen richtig Spaß gemacht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2025

Spannend geht anders

Die Frauen von Helgoland. Windflüchterin
0

Dora hat ihren Traumjob gefunden! Sie arbeitet seit einiger Zeit in einem Offshore-Windpark vor Helgoland. Sie genießt das Meer und die Freiheit, bis eines Tages ein Sturm aufzieht und sie von einem Windrad ...

Dora hat ihren Traumjob gefunden! Sie arbeitet seit einiger Zeit in einem Offshore-Windpark vor Helgoland. Sie genießt das Meer und die Freiheit, bis eines Tages ein Sturm aufzieht und sie von einem Windrad evakuiert werden muß. Was als Notfallübung kein Problem war, bereitet ihr jetzt blanke Angst. Dieses Gefühl hält lange an und als sie von Helgoland nach Hause zu ihrer Großmutter aufs Festland fahren will, kommt es zur nächsten Panikattacke. Dora ist nicht in der Lage, sich dem Ufer zu nähern. Das Schiff zu besteigen ist damit unmöglich. Dora fragt sich, was diese Angst ausgelöst haben kann. Ihre Großmutter Elsie könnte ihr den möglichen Grund erklären, doch sie schweigt zunächst beharrlich. Erst als Dora alte Familiengeheimnisse lüften kann, erhält sie Klarheit.

Der Roman "Windflüchterin - Die Frauen von Helgoland" versprach eine spannende Familiengeschichte. Doch ich war schwer enttäuscht. Thesche Wulff konnte mich mit ihrem Schreibstil nicht mitnehmen. Ich empfand weder Mitgefühl noch Sympathie für die Charaktere. Vor allem Großmutter Elsie wurde als verstockte alte Frau dargestellt - was ihr nicht gerecht wurde. Die Handlung ist stellenweise durchaus spannend und es könnte eine gute Geschichte daraus werden. Doch einige Stellen ziehen sich in die Länge. Deshalb braucht man beim Lesen viel Geduld. Schade, denn das Schicksal Helgolands und seiner Bewohner ist wirklich ein Thema, das eine gute Geschichte hergibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere