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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2026

Grandioser Auftakt eines Brüsseler Kommissares

Spicy Files
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Inspektor Marcel Vermeylen ist etwas eigen: Er fährt seine alte Schrottkiste, liebt Chansons von Jacques Brel und gutes Essen. Außerdem hört er nicht wirklich gerne auf Befehle seiner Chefetage und geht ...

Inspektor Marcel Vermeylen ist etwas eigen: Er fährt seine alte Schrottkiste, liebt Chansons von Jacques Brel und gutes Essen. Außerdem hört er nicht wirklich gerne auf Befehle seiner Chefetage und geht einem Geheimnis lieber auf die Spur anstatt im Büro Akten zu wälzen.
Kurzum: Ein Protagonist zum Verlieben!
Er ermittelt in dem schönen und multikulturellen Brüssel, wohin die Leser auf eine spannende und facettenreiche Reise mitgenommen werden. In seinem ersten Fall bestimmt ihn das Mordopfer, welches laut dem ersten Eindruck der Polizei lediglich ein Unfallopfer ist, per Notar zum ermittelnden Inspektor. Marcel erkennt recht schnell, dass ihm das Opfer, der Journalist Trevor Chesterfield, eine Liste mit seinen Erpressungsopfern hinterlassen hat: Von Politik über Kultur ist die High Society quasi komplett dabei. Einer von ihnen scheint sich die Erpressungen nicht gefallen gelassen zu haben. Oder befindet sich Marcel auf einem Irrweg?
Auf seinen Ermittlungen begegnen ihm diverse Menschen, davon einige durchaus sehr interessante Charaktere wie die Historikerin Malaika Kombo, der Geruchtsmediziner Gaston Tryphon oder auch den im EU-Parlament sitzenden Jürgen Todtmann.
Dominique Elsaesser versteht es, den Menschen in seinem Krimi ein Leben einzuhauchen, dass man die Personen plastisch vor sich sieht und fühlt ebenso wie man förmlich Brüssel vor sich hat beim Lesen. Der Krimi ist zudem gespickt mit historischen sowie kulturellen Informationen, ohne dabei zu lehrhaft zu sein.
Ich freue mich jetzt schon auf weitere spannende Fälle des Inspecteurs Vermeylen und vergebe fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Spannender Detektivcomic für Kinder

Detektiv Spatz und die gebrochene Feder
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Bei "Detektiv Spatz und die gebrochene Feder" handelt es sich um einen kurzweiligen und amüsanten "Fall", den der kleine Spatz lösen möchte. Vögel fallen vom Himmel, und niemand kann sich erinnern, warum ...

Bei "Detektiv Spatz und die gebrochene Feder" handelt es sich um einen kurzweiligen und amüsanten "Fall", den der kleine Spatz lösen möchte. Vögel fallen vom Himmel, und niemand kann sich erinnern, warum und wie das passiert sein könnte. Gemeinsam mit seiner neuen Freundin, der Raufusskäuzin Boreala, ermittelt Detektiv Spatz und sucht nach den potentiellen Tätern. Mit einer ordentlichen Portion Humor stellen die beiden die Stadt auf den Kopf, um den oder die Täter zu finden.
Die Illustrationen sind schön gestaltet - weder zu niedlich noch zu skizziert. Die Sprechblasen sind in einer gut leserlichen Schrift und auch groß genug.
Besonders schön ist, dass es zwischen den einzelnen Kapiteln immer kurze detaillierte Erläuterungen und Antworten auf Fragen zu Vögeln in der Stadt gibt.
Diese sind auch die Kinder verständlich erklärt.
Meine Tochter fand sie etwas anstrengend - aber auch nur, weil sie den Comic gerne am Stück durchgezogen hätte. Sie sagte, dass die Informationen darin sehr gut seien, aber dass es ein wenig schwierig war, nach der spannenden Geschichte auf quasi wissenschaftliche Texte umzusteigen.
Alles in allem hat uns das Buch sehr gefallen, und wir würden uns bei einem nächsten Band diesen sogleich zulegen.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Und sie wussten es doch

Zurück unter Mördern
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Henry Mahler, der kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges Fahnenflucht begangen hat, versucht sich nach Kriegsende mit lauter Aushilfsjobs und Alkohol über Wasser zu halten. Sein erstes Staatsexamen als ...

Henry Mahler, der kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges Fahnenflucht begangen hat, versucht sich nach Kriegsende mit lauter Aushilfsjobs und Alkohol über Wasser zu halten. Sein erstes Staatsexamen als Jurist konnte er noch vor dem Kriegsbeginn ablegen, doch mittlerweile ist er im Leben recht weit unten angekommen. Er haust in einer Bruchbude, und seine Frau ist verschwunden. Eines Tages tritt ein alter Bekannter seines Vaters, Arno Kornbach, in sein Leben. Der Rechtsanwalt bietet ihm einen Job als Privatermittler, Detektiv, mit eigenem Büro in seiner Kanzlei an und offeriert ihm auch sogleich den ersten Job: Oswald Lassaly ist aus Brasilien in seine Heimat Hamburg zurückgekehrt, weil er als vertriebener Jude nicht nur Gerechtigkeit wünscht sondern selbst entscheiden möchte, ob er in Hamburg oder sonst irgendwo leben möchte. Er möchte zumindest einen Teil des ehemaligen Vermögens seiner Familie zurück erlangen und Klarheit darüber bekommen, ob sein Vater sich aus Verzweifelung wirklich selbst umgebracht hat oder mehr dahinter steckt. Doch der Sumpf ist auch 1950 noch tiefbraun. Die Besatzungsmachten haben zwar den groben Dreck beseitigt, doch immer noch besetzen ehemalige Nazi-Funktionäre Posten in wichtigen Ämtern und Behörden. Keiner will etwas gewusst oder getan haben.
Michael Jensen verbindet die wahre Geschichte der jüdischen Familie Lassaly aus Hamburg mit einer spannenden Erzählung aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Unverblümt zeigt er, wieviel brauner Dreck wirklich überlebt und Vermögen gehortet hat und wie viele Kriegsverbrechen ungeahndet blieben. Der Roman hat mich berührt und mich oft fragen lassen, "Was hätte ich getan?", "Wie hätte ich mich gefühlt?" und "Wieviel Mut hätte ich gehabt?". Keiner von uns kann etwas dafür, was damals geschehen ist, aber wir können die Augen öffnen und der Wahrheit ins Gesicht sehen statt beschämt wegzuschauen.
Ich habe viele Bücher um den Zweiten Weltkrieg herum gelesen und bin begeistert, einen so gut geschriebenen Roman in den Händen gehalten zu haben, der sich so intensiv und knallhart mit dem Geschehen nicht mit der Kriegszeit sondern auch der Nachkriegszeit auseinandersetzt.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Wundervolle Weihnachtsgeschichte - wenn auch mit etwas unweihnachtlichen Protagonisten

Ferdinand der letzte Weihnachtsdrache
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Wie das (Hör)Buch schon im Titel verrät, geht es um Ferdinand, den letzten Weihnachtsdrachen. Dieser hockt schon seit Ewigkeiten in einer Höhle und vermisst seine Mama, die er nach ihrem Tod als Stern ...

Wie das (Hör)Buch schon im Titel verrät, geht es um Ferdinand, den letzten Weihnachtsdrachen. Dieser hockt schon seit Ewigkeiten in einer Höhle und vermisst seine Mama, die er nach ihrem Tod als Stern am Himmel vermutet. Außerdem hütet er dort in der Höhle die drei Dracheneier, aus denen eigentlich seine Geschwister schlüpfen sollten. Aber ohne die Hilfe von seiner Mama wird das wohl nicht möglich sein.
Doch mit Hilfe seiner neuen Freunde, Hugo, der Fledermaus, und Henne Berta, nimmt die Geschichte eine schöne Wendung.
Beide kennen das Gefühl, alleine gelassen zu werden, weil sie anders sind. Gemeinsam mit den beiden kann Ferdinand entdecken, dass fast alles möglich ist, wenn man zusammen hält, auch wenn man noch so unterschiedlich ist.
Und schließlich muss man ja auch noch jemanden haben, der an Weihnachtsdrachen glaubt...
Meiner neunjährigen Tochter hat das Hörbuch sehr gefallen, auch wenn sie sich erst einmal an die Stimme des - wohl österreichischen - Sprechers gewöhnen musste. Die Geschichte hat eine angenehme Länge, es sind zwölf Kapitel, jedes um die zehn Minuten lang, so dass es auch nicht zu langatmig wird.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Düsterer Inselkrimi mit tiefreichenden Geheimnissen

Wolfskälte
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Die beiden Detective Inspectors Georgina und Richie werden auf die Insel Eilean Eadar geschickt, wo sie den mutmaßlichen Selbstmord des 18jährigen Alan untersuchen sollen, der sich vom Leuchtturm gestürzt ...

Die beiden Detective Inspectors Georgina und Richie werden auf die Insel Eilean Eadar geschickt, wo sie den mutmaßlichen Selbstmord des 18jährigen Alan untersuchen sollen, der sich vom Leuchtturm gestürzt haben soll. Jedoch sind die Inselbewohner mehr als nur verschlossen und wenig hilfreich bei den Untersuchungen. George und Richie werden teilweise offen angefeindet und kämpfen nicht nur mit den klimatischen Bedingungen auf der Insel sondern auch damit, dass eine Kommunikation zum Festland so gut wie gar nicht stattfinden kann. Zwischen keltischen Bräuchen, wortkargen Inselbewohnern und kalten, nassen Tagen und Nächten schreiten die Ermittlungen nur langsam voran. Laura McCluskey schreibt einen brillant fesselnden Krimi, der den Lesern nicht nur Gänsehaut verursacht sondern ein überraschendes und schockierendes Ende mit sich bringt.
Ein Lesevergnügen, gerade in der kalten und dunklen Jahreszeit, das ich absolut weiterempfehlen kann. Von mir gibt es volle fünf Sterne.

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