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Veröffentlicht am 10.06.2018

Amanda

Der einsame Bote
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Kommissar Tommy Bergmann kann nicht aufhören, nach Amanda zu suchen. Obwohl alle glauben, sie muss tot sein und auch ihr mutmaßlicher Mörder gilt als verstorben. Es gibt keinen Beweis, Bergmann will unbedingt ...

Kommissar Tommy Bergmann kann nicht aufhören, nach Amanda zu suchen. Obwohl alle glauben, sie muss tot sein und auch ihr mutmaßlicher Mörder gilt als verstorben. Es gibt keinen Beweis, Bergmann will unbedingt die Wahrheit finden. Doch er riskiert seinen Job, wenn er nicht locker lässt. Unerwartet jedoch bekommt ein Beteiligter Postkarten, die so aussehen, als könnten sie nur vom Täter stammen. Bergmann begibt sich nach Vilnius, von wo die Karten angeblich abgeschickt wurden. Kann er dort eine Spur finden? Indessen wird an der norwegischen Grenze eine Leiche gefunden, die offensichtlich auf eine ähnliche Art zu Tode kam wie frühere Opfer.

Dieser dritte Teil der Reihe um Tommy Bergmann schließt direkt an den zweiten Teil an. Es könnte ratsam sein, nochmal ein wenig im Vorgängerband zu blättern, um sich einiges in Erinnerung zu rufen. Der Eindruck, die beiden Bücher wären besser gleichzeitig veröffentlicht worden möglicherweise sogar in einer zusammengefassten Ausgabe, lässt sich nicht ganz vermeiden. Trotz dieser Ausgangslage ist der geschilderte Fortgang der Handlung sehr spannend. Auch wenn Bergmann und seine Kollegin Susanne Bech nicht Hand in Hand ermitteln, sondern eher nebeneinander her, ergibt sich gerade daraus für den Leser ein echtes Potential, da er zum Teil mehr weiß als jeder Ermittler für sich.

Nachdem man diesen sehr ins Persönliche des Kommissars gehende Fall gelesen hat, ist man etwas verunsichert, wie man Tommy Bergmann charakterisieren soll. Steht er schon zu Beginn seiner Nachforschungen am Rande einer Suspendierung, kann er dieser nun noch entgehen. Seine teilweise sehr erschreckenden Handlungsweise passen mitunter nicht zu seiner begnadeten Kombinationsgabe. Nichtsdestotrotz ist man gefesselt von der Lektüre und man drückt den Ermittlern in jedem Moment die Daumen, sie mögen den Wettlauf gegen die Zeit gewinnen. Doch es wird immer knapper und damit unwahrscheinlicher, dass es zu einem glücklichen Ende kommen kann. Selbst in letzter Minute noch hält der Autor einige Überraschungen bereit, die dafür sorgen, dass es einem kalt den Rücken runterläuft.

Veröffentlicht am 08.06.2018

Die Suche

Der Schock
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Zu Viert machen sie Urlaub in Südfrankreich, doch leider verläuft nicht alles so harmonisch wie erhofft. Als Laura auf einmal nicht da ist, sind sie dennoch besorgt. Schnell taucht Laura wieder auf, nur ...

Zu Viert machen sie Urlaub in Südfrankreich, doch leider verläuft nicht alles so harmonisch wie erhofft. Als Laura auf einmal nicht da ist, sind sie dennoch besorgt. Schnell taucht Laura wieder auf, nur um erneut zu verschwinden. Diesmal hat es Jan ungleich schwerer die anderen davon zu überzeugen, dass sie unbedingt nach Laura suchen müssen. Als sie jedoch einen seltsamen Film auf Lauras Handy finden, unterstützen sie die Suche. Jan reist zurück nach Berlin, weil er glaubt, nur dort könne er eine Spur von Laura finden. Bald wird eine Leiche gefunden, bei der es sich allerdings nicht um Laura handelt.

Ein wenig wie Brainstorming wirkt dieser zweite Roman des Autors. Ein Handlungsansatz, aus dem sich schnelle Szenenwechsel, schnelle Gedanken, schnelle Aktionen ergeben. Etwas, das die Lektüre sehr flüssig macht und die Lesezeit wie im Fluge vergehen lässt. Man jagt mit Jan durch Berlin und folgt seiner Suche, während der er in immer bedrohlichere Situationen gerät. Je mehr er über Laura erfährt, desto mehr werden seine Zweifel an ihr genährt. Wer ist Laura wirklich? Eine liebenswerte junge Frau oder ein egomanes Monster, das nur an sich selbst denkt. Doch Jan glaubt an Laura und mit immer größerer Verzweiflung setzt er seine Suche fort.

Dieser Thriller versteht es zu fesseln. Fast wie in einem schnell geschnittenen Film wird man durch die Handlung getrieben, so dass man kaum zu Atem kommt. Doch man bekommt auch den ein Eindruck, dass diese Schnelligkeit zu einer gewissen Oberflächlichkeit geführt hat. Da werden die Charaktere so eindeutig gezeichnet, dass ihnen ein wenig Vielschichtigkeit fehlt und Momente, die dem Roman mehr Tiefe verleihen könnten, werden dem Tempo geopfert, das in dem Buch vorherrscht. Zwar ein spannender Roman, der allerdings keinen dauerhaften Eindruck hinterlässt.

Veröffentlicht am 07.06.2018

Die Neuen

Das Paar aus Haus Nr. 9
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Die neuen Nachbarn von nebenan wirken sehr interessant. Sie sind künstlerisch tätig, wild und einfach cool. Sogar ihre drei Kinder scheinen bestens drauf zu sein. Für Sara und Neil bilden die Neuen ein ...

Die neuen Nachbarn von nebenan wirken sehr interessant. Sie sind künstlerisch tätig, wild und einfach cool. Sogar ihre drei Kinder scheinen bestens drauf zu sein. Für Sara und Neil bilden die Neuen ein Vorbild, mit denen man seinen Bekanntenkreis schmücken kann. Schnell kommen die Ehepaare in Kontakt und Sara beginnt ihr eigenes Leben zu hinterfragen. Ist ihre etwas langweilige Bürotätigkeit das Richtige für sie? Vielleicht sollte sie sich eher ihrem Roman widmen. Passen ihre Kinder noch auf die staatliche Schule oder sollte sie sie mit der Nachbarin gemeinsam von zu hause aus unterrichten. Und kann ihr Neil noch mit dem neuen Nachbarn mithalten?

Im Klappentext dieses Romans wird erwähnt, dass Veränderungen einen Preis haben können. Interessiert fragt man sich, was dieser Preis sein könnte. Möglicherweise haben die Neuen dunkle Geheimnisse oder haben sie einen Plan? Könnte sich daraus eine Spannung entwickeln wie bei einem Thriller? Von dieser Erwartung ausgehend, könnte die Lektüre dieses Romans etwas enttäuschen. Die Handlung plätschert beschreibend dahin, so wirklich gravierendes geschieht nicht. Eher scheint es so als ließen sich Sara und Neil willig ausnutzen, berauscht von dem Künstlerschein, der auch nicht so berühmt ist. Die Neuen erwecken den Eindruck als seien sie ziemlich oberflächlich und handelten häufig eigennützig. Sie bringen nicht viel mehr als hohles Gerede hervor und verstehen es, andere zu blenden. Sara und Neil fallen allem Anschein nach nur zu gerne darauf hinein.

Wenn man sich mit Büchern schwertut, die keinen wirklichen Sympathieträger haben, ist dieses Buch möglicherweise nicht die günstigste Wahl. Die Großkotzigkeit und das Selbstverständnis, mit dem die Neuen sich über die Bedürfnisse anderer hinwegsetzen ist manchmal etwas nervig. Und an den Alteingesessenen ist unverständlich, wieso sie so danach gieren, in den Dunstkreis der Neuen zu kommen. Sind sie sich selbst gar nichts wert? Ihr Sohn durchschaut die Neuen schneller als sie. Und nach und nach wird einem die Lektüre, die eigentlich recht angenehm beginnt immer schwerer. Zwar möchte man nicht in der Umgebung der Neuen leben, aber die Dummheit der Alten kann man auch nicht so sehr sympathisch sehen.

Veröffentlicht am 05.06.2018

Amphitheater

Dunkles Arles
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Endlich mal ein gemeinsames Wochenende für Capitaine Roger Blanc und seine Untersuchungsrichterin Aveline. Arles scheint dafür der ideale Ort zu sein, nicht zu weit weg, aber doch weit genug, um vor zufälligen ...

Endlich mal ein gemeinsames Wochenende für Capitaine Roger Blanc und seine Untersuchungsrichterin Aveline. Arles scheint dafür der ideale Ort zu sein, nicht zu weit weg, aber doch weit genug, um vor zufälligen Treffen einigermaßen geschützt zu sein. Allerdings geht schon beim ersten Zusammentreffen in dem berühmten Amphitheater von Arles so ziemlich alles schief. Aveline wird Zeugin eines Mordes und dem Täter gelingt es, ihre Tasche zu stehlen. Eine Tasche, in der sie wichtige Dokumente aufbewahrte, die sie nach dem Wochenende mit nach Paris nehmen wollte. So wird aus dem geplanten Kuschelwochenende eine Jagd nach einem Mörder und eine Suche nach einer Tasche.

Mal etwas anderes: Capitaine Roger Blanc wildert in einem fremden Revier, denn schließlich ist er in Arles nicht zuständig. Für die örtliche Polizei ist er nur ein Zeuge oder sogar ein Verdächtiger und mit allem, was er sagt, muss er vorsichtig sein. Schließlich darf niemand von seinem Treffen mit der verheirateten Aveline wissen. Und doch will Blanc klären, wieso das Opfer ums Leben gebracht wurde. Doch so wie Aveline und Roger hinter den Tätern her sind, so sind auch die Täter hinter den beiden heimlichen Geliebten her. Als dann auch noch der Kollege Tonon im Amphitheater auftaucht, ist Blanc vollends verblüfft. Diesen wähnte er doch in einer Kurmaßnahme.

Die Idee, seinen Capitaine quasi undercover ermitteln zu lassen, ist sehr gelungen. Damit hebt sich dieser fünfte Band von seinen Vorgängern ab und wird für die Leser besonders interessant. Spannend auch die Entdeckung von Aveline in einem anderen Umfeld und nicht nur für ein kurzes Stelldichein. Roger Blanc wird hier ein ums andere mal überrascht und nur meistens positiv. Seine Aveline ist schon ein Früchtchen. Zwar werden einige Hinweise etwas ausführlich abgehandelt, doch insgesamt bekommt man einen packenden Einblick in das Südfrankreich nach der Wahl des Herrn Macron, der nicht nur in Europa, sondern auch in seinem Land einiges durcheinander gewirbelt hat. Da scheinen einige im Geheimen zu wirken und gleichzeitig um ihre Pfründe zu fürchten. Warum aber dieser Mord geschah, wird nach und nach preisgegeben. Nach und nach durchblickt man die Hintergründe des Geschehens und man fragt sich…. Nun, dass behält die Rezensentin lieber für sich, schließlich soll jeder Leser selbst entdecken, welch ausgeklügelte Geschichte der Autor präsentiert. Ein Fall, den Roger Blanc überleben muss und der ihm vielleicht die eine oder andere Illusion nimmt.

Veröffentlicht am 02.06.2018

Unbekannte Marie

Der Sommer der blauen Nächte
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Jules Mutter ist verstorben, Jule ist untröstlich. Ihr Bruder Thomas ist ihr keine große Hilfe, er ist eher der Planer und Rechner. Schnell will er das kleine Erbe aufteilen. Anders empfindet Jule, sie ...

Jules Mutter ist verstorben, Jule ist untröstlich. Ihr Bruder Thomas ist ihr keine große Hilfe, er ist eher der Planer und Rechner. Schnell will er das kleine Erbe aufteilen. Anders empfindet Jule, sie möchte die Erinnerung an ihre Mutter Marie bewahren. Unter den Erinnerungsstücken findet Jule allerdings Fotos, die ihre Mutter mit einem unbekannten Mann zeigen. Hat ihre geliebte Mutter etwa einen Liebhaber gehabt? Hatten die Italienurlaube, die Jule als Kind so wunderbar fand, einen ganz anderen Zweck? Jule reist nach Italien, um den Spuren ihrer Mutter zu folgen. Eine Reise, die für Jule ungeahnte Folgen hat.

Jules Leben droht auseinander zu brechen. Vor nicht langer Zeit haben sie und ihr Freund Hannes sich getrennt. Als Psychologen haben sie zu viel psychologisiert, das konnte auf Dauer nicht gut gehen. Doch nun ist ihre Mutter verstorben und Jule fehlt jeglicher Halt. In dieser Situation findet sie keine liebevolle Erinnerung, sondern ein Geheimnis, das das Leben von Marie umgab. Jule stürzt sich in die Nacht, nur um festzustellen, dass ihr das auch nur kurze Erleichterung bringt. Bald erkennt Jule, dass sie ihre Mutter ganz neu kennenlernen muss, um ihren Frieden mit ihr zu machen und in ihrem eigenen Leben voran zu schreiten.

Sehr ansprechend ist das in klaren Farben gestaltete Cover des Buches. Im Zusammenspiel mit dem Titel erhofft man sich, von einer Reise in den Süden zu lesen, auf der es neben einer süßen Liebesgeschichte, ein Geheimnis um die eigene Mutter zu entschlüsseln gilt. Etwas ernster und schwermütiger ist dann Maries träumerische Geschichte. Jule muss in ihrer Trauer auch noch erkennen, dass sie ihre Mutter eigentlich kaum kannte. Dieser Schmerz kommt noch zu dem ursprünglichen Verlust hinzu. Bei diesem Unterschied zwischen Vorstellung und Wirklichkeit ist es keine große Überraschung, dass eine Annäherung an die Handlung zunächst etwas schwierig ist. Dennoch überzeugt Jule mit ihrem Ringen um ihre Mutter und deren wahre Persönlichkeit. Wie auch im wahren Leben liegt hier in jedem Ende auch ein neuer Anfang, ein sehr hoffnungsfroher Anfang,