Clownmama
Da wo sonst das Gehirn istAlina ist siebzehn. Weil sie an ihrer alten Schule gemobbt wurde, ist sie auf eine neue Schule gewechselt. Die Klasse ist mit elf Schülern und Schülerinnen klein. Beim Kennenlernabend von Eltern, Lehrern ...
Alina ist siebzehn. Weil sie an ihrer alten Schule gemobbt wurde, ist sie auf eine neue Schule gewechselt. Die Klasse ist mit elf Schülern und Schülerinnen klein. Beim Kennenlernabend von Eltern, Lehrern und Schülern ist Alinas Mutter gleich wieder peinlich. Sie bietet sich an eine Feier zu organisieren und Corvins Vater steigt mit ein. Nach dem Abend steigen sie zusammen ins Bett. Wie gesagt, peinlich. Dass Alinas Mutter hauptsächlich als Clown arbeitet, hängt sie lieber nicht an die große Glocke. Wenigstens läuft es in der Klasse besser als vorher. Alina ist gut im Programmieren und für den Thementag programmiert sie eine Klassen-App.
Als ob Alina mit dem Erwachsenwerden nicht genug am Hals hätte. Ihre Mutter benimmt sich manchmal kindisch. Dass sie dann auch noch die Miete nicht zahlt, macht es auch nicht besser. Alinas Ziehvater könnte sich auch etwas besser kümmern. Aber als seine Ex-Familie aus der Wohnung fliegt, nimmt er noch nicht mal seine Tochter für länger auf. Und so landen Alina und Ulli bei eben jenem Vater, dem Ulli eh schon das Bett gewärmt hat. Manchmal könnte Alina echt schreien. Und die App macht ihr auch mehr Arbeit als gedacht. Irgendwas läuft nicht wie gedacht.
An der Schwelle zum Erwachsenenleben herrscht hin und wieder ein ziemliches Chaos. Das kann sowohl im Umfeld sein, aber häufig auch mehr noch im Inneren der jungen Menschen. Bei Alina kommt beides zusammen. Ihre Familie ist schon interessant zusammengesetzt, aber das Chaos im Kopf ist auch nicht leicht im Zaum zu halten. Und der Stress mit ihrer Mutter und auch der neuen Unterkunft tut ein Übriges. Irgendwann scheint die Situation kurz vor der Explosion zu stehen. In einige der Eskapaden kann man sich als älterer Leser nicht mehr so gut hineinversetzen und je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr kommt einem das Ganze etwas drüber vor. Zum Glück kommt die Story zu einem versöhnlichen Ende. Und da sich die Lektüre als spannend erweist, kann der Roman einen guten Zeitvertreib bieten.