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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2025

Verwirrend

Die unversöhnliche Vergangenheit
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Eine bewaffnete Frau dringt in die Münchner Staatsanwaltschaft ein und sprengt ein Büro in die Luft. So weit, so gut, dass könnte ein interessanter Plot mit dem ehemaligen Polizisten Nik Pohl werden. Leider ...

Eine bewaffnete Frau dringt in die Münchner Staatsanwaltschaft ein und sprengt ein Büro in die Luft. So weit, so gut, dass könnte ein interessanter Plot mit dem ehemaligen Polizisten Nik Pohl werden. Leider gelingt es Hartung nicht das Buch stringent fortzuschreiben. Denn er verliert sich in der Geschichte, sie wird verwirrend und nicht alle Handlungsstränge werden sauber beendet. Nik Pohl ist eigentlich ein interessanter Ermittlertyp, er kann sich Freiheiten nehmen, die Polizisten nicht haben und verfügt über gute Beziehungen zu vielen hervorragenden Fachleuten. Aber all das wird im Laufe des Buches verschenkt und die Geschichte wird immer komplizierter und unlogischer.

Schade, ich hatte mehr erwartet.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Spannend!

The Surf House
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Bea ist ein gefragtes Model und eines Tages, als sie einen Job in Marokko hat, schmeißt sie von einem Moment zum anderen alles hin. Sie verschwindet in den Gassen von Marrakesch, wird überfallen und Marnie ...

Bea ist ein gefragtes Model und eines Tages, als sie einen Job in Marokko hat, schmeißt sie von einem Moment zum anderen alles hin. Sie verschwindet in den Gassen von Marrakesch, wird überfallen und Marnie rettet sie vor den Angreifern. Marnie besitzt ein Surferhotel an der Küste und nimmt Bea mit dorthin, damit sie erst einmal zur Ruhe kommen kann. Doch dann taucht Seth auf, der seine verschwundene Schwester sucht, die vor einiger Zeit genau hier zuletzt gesehen wurde. Bea wird immer misstrauischer gegenüber den Menschen um sich herum.
Das Buch ist - wie bei Lucy Clarke eigentlich immer - sehr spannend geschrieben und man kann kaum aufhören zu lesen.
Die Beschreibungen der Stadt Marrakesch und der Surferszene sind eindringlich und man sieht alles genau vor sich. Clarke kennt sich in der Szene gut aus und das spürt man auch als Laie, denn die Faszination des Wellenreitens überträgt sich auch auf die Leserinnen und Leser, die selbst diesem Sport fremd gegenüberstehen.
Im Mittelteil gibt es ein paar Längen, aber auch überraschende Wendungen, insgesamt ist das Buch sehr spannend bis zum Schluss.

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Veröffentlicht am 02.04.2025

Flache Charaktere

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
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Dies war mein erstes Buch von Gabriella Engelmann, ich hatte schon viel von ihr gehört und wollte auch mal "mitreden". Der Titel ist der erste Band einer Dilogie, ein weiterer folgt also noch.

Das Buch ...

Dies war mein erstes Buch von Gabriella Engelmann, ich hatte schon viel von ihr gehört und wollte auch mal "mitreden". Der Titel ist der erste Band einer Dilogie, ein weiterer folgt also noch.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, einmal in der Gegenwart mit der Journalistin Anna März, die ein Buch über Fenja Lorenzen schreiben will und dafür zu deren einsamen Haus am Nordende der Insel Sylt reist. Die zweite Ebene spielt ab 1937 und man ahnt gleich, dass hier schwere Zeiten auf die Bewohnerinnen und Bewohner der Insel zukommen. Zu dieser Zeit verliebt sich Fenjas Mutter Lene in den jungen Marten, der aber ganz plötzlich von der Insel verschwindet, die beiden sehen sich nie wieder. Doch Lene ist schwanger...

Der Plot hört sich erst einmal gut an, ich mag Familiengeschichten, die weit in die Vergangenheit zurückführen. Doch die Ausführung lässt meiner Meinung nach zu wünschen übrig. Das Buch verliert sich in zahlreichen Nebenhandlungen, die Hauptperson Fenja taucht erst nach etwa der Hälfte des Buches auf und bleibt blass. Auch die anderen Figuren haben wenig Tiefgang, dazu kommen die klischeehaften Beschreibungen, die manchmal in echten Kitsch abgleiten. Da heißt es z.B. auf Seite 139, Lene schmiegte sich in in seine Arme und ergötzte sich an seinen leidenschaftlichen Küssen, na ja...!

Manchmal hat man den Eindruck, dass das Buch künstlich aufgebläht wurde, damit es auch noch für einen zweiten Band reicht.

Leider war das Buch für mich eine Enttäuschung. Ein weiteres Buch von Gabriella Engelmann werde ich nicht lesen.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Sehr spannend

Der irische Fremde
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Als Mary am Flughafen in Oslo zufällig einen Mann trifft, der ihr bekannt vorkommt, reißt das alte Wunden wieder auf. Vor 25 Jahren kamen ihre Eltern bei einem Brand in ihrem Hotel in Irland ums Leben, ...

Als Mary am Flughafen in Oslo zufällig einen Mann trifft, der ihr bekannt vorkommt, reißt das alte Wunden wieder auf. Vor 25 Jahren kamen ihre Eltern bei einem Brand in ihrem Hotel in Irland ums Leben, Mary gibt sich die Schuld daran, dass sie sie nicht retten konnte. Sie wuchs danach bei einer Tante in Frankfurt auf und ist nie wieder nach Irland zurückgegangen. Nun aber will sie wissen, was es mit diesem Mann auf sich hat und was damals wirklich geschah. Damit bringt sie nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch alle, die sie damals kannte. Erst ganz langsam erfährt sie, wer der geheimnisvolle Fremde ist und was wirklich hinter dem Tod ihrer Eltern steckte.

Das Buch beginnt etwas verhalten, man geht einige Nebenwege, bis man zum Kern der Sache vorstößt. Dann aber wird es richtig spannend und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil ist eingängig und lässt sich leicht lesen, das erleichtert natürlich alles. Mir haben auch die Schilderungen der irischen Landschaft gut gefallen, sie runden das Bild ab.

Insgesamt also ein lesenswerter und ungeheuer spannender Krimi, der uns nach Irland entführt.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Spannende Zeitgeschichte

Im Wind der Freiheit
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Die Geschehnisse von 1848 sind im Bewusstsein der Deutschen kaum verankert, man hat mal von "Märzrevolution" oder dem Barrikadenbau gehört, aber da die Sache bitter gescheitert ist und die Restauration ...

Die Geschehnisse von 1848 sind im Bewusstsein der Deutschen kaum verankert, man hat mal von "Märzrevolution" oder dem Barrikadenbau gehört, aber da die Sache bitter gescheitert ist und die Restauration danach sehr gründlich war, ist sie kein Datum, das im Gedächtnis der Deutschen weiterlebt. Dabei wäre sie es wert, viel mehr im Fokus zu stehen, denn nach den Bauernkriegen war es die erste kleine Revolution gegen die Macht der Fürsten und die Zensurgesetze Metternichs.
Tanja Kinkel erzählt in diesem Buch gekonnt wie immer diese Geschichte aus der Sicht von zwei Frauen. Louise Otto ist in privilegierte Verhältnisse hineingeboren worden, sie ist Schriftstellerin und schreibt für Zeitungen, ihre Freunde sind aktiv für die Freiheit und einige schaffen es in das Paulskirchenparlament, z.B. Robert Blum. Das Parlament ist allerdings auch zerstritten, einige Mitglieder wollen mit Gewalt neue Verhältnisse herbeiführen, andere lieber neue Gesetze erlassen. Doch auch die Fürsten unter der Führung Preußens sind nicht untätig.
Die zweite Hauptperson Susanne lebt in Sachsen und muss in einer Weberei schuften, die Frauen dort haben keinerlei Rechte. Als sie sich für eine Freundin einsetzt, wird sie entlassen und muss ihr Leben als Prostituierte fristen. Als ein Mann sie als Spionin anwerben will, ist das ihre große Chance auf ein besseres Leben und sie schließt Bekanntschaft mit Louise, um sie und ihren Freundeskreis auszuforschen.
Viele Dinge, die in dem Buch angesprochen werden, wusste ich so nicht. Auch die Rolle der Frauen, die eine große Rolle spielten, war mir unbekannt. So habe ich durch das Buch nicht nur viel gelernt, sondern mich auch gut unterhalten gefühlt.
Kinkels Sprache ist der Zeit angemessen manchmal etwas umständlich und das Buch hat auch ein paar Längen, aber insgesamt hat es mir gut gefallen.
Auch heute müssen wir die Freiheit des Wortes immer wieder verteidigen, dadurch hat das Buch auch einen aktuellen Bezug.

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