Profilbild von wusl

wusl

Lesejury Star
offline

wusl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit wusl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.01.2026

etwas dünne Handlung

Ruf der Leere
0

Was mir gefallen hat war erst mal die Ausgangslage, deshalb habe ich mir das Buch zum Lesen besorgt. Ich mag Thriller, in denen die Akteure entweder durch Naturereignisse oder durch räumliche Begrenzung ...

Was mir gefallen hat war erst mal die Ausgangslage, deshalb habe ich mir das Buch zum Lesen besorgt. Ich mag Thriller, in denen die Akteure entweder durch Naturereignisse oder durch räumliche Begrenzung auf sich selbst und einander zurückgeworfen werden. Hier also auf eine Hütte im Wald.

Ich mag auch, dass das Buch sehr viele psychologische Aspekte aufgreift und sich nicht allein auf Action verlässt.
Andererseits kam irgendwann der Punkt, dass ich mehr Handlung und mehr Wendungen erwartete. Hier sehe ich ein Manko im Roman, denn die Bedrohung ist eher Innerlich in den Gedanken als Äußerlich real. Und dadurch verliert der Spannungsbogen immer wieder an Kraft.

Es war mein erstes Buch des Autors und meiner Meinung nach wurde das Potential nicht ausgeschöpft. Ich vermisste auch ein wenig, dass mir die Akteuere emotional nicht wirklich nahe kamen. Man konnte wenig Partei ergreifen und fieberte nicht mit.

Veröffentlicht am 19.01.2026

Leseempfehlung

Hazel sagt Nein
6

Was passiert, wenn der Schulleiter einer Schülerin im Abschlussjahr ein Sex-Verhältnis aufzwingen will, damit sie ein gutes Zeugnis bekommt und die junge Frau ganz laut und deutlich Nein sagt?

Eine Kleinstadt ...

Was passiert, wenn der Schulleiter einer Schülerin im Abschlussjahr ein Sex-Verhältnis aufzwingen will, damit sie ein gutes Zeugnis bekommt und die junge Frau ganz laut und deutlich Nein sagt?

Eine Kleinstadt steht Kopf, eine Familie gerät in einen Sog an Ereignissen. Der ach so ehrbare Rektor behauptet, von Hazel beschuldigt, erst mal genau das Gegenteil. Sie hätte ihm Avancen gemacht. Als sich das als Lüge herausstellt, weil andere Frauen sich melden, wird er zwar freigestellt und schließlich entlassen, aber so ganz weg ist er dennoch nicht. Und Hazel? Die muss erst mal für sich klären, was sie von all dem hält. Wie mit so etwas fertig werden? Wie weiter in einer Kleinstadt leben, in der jeder jeden kennt? Auch der jüngere Bruder und die Eltern hadern mit der Situation. Werden hin und her gerissen.

Es ist ein typisch amerikanischer Roman. Es geht ein wenig um Alles. Um Me-Too, aber auch um Coming-of-Age, um Familienprobleme, um eine teilweise übergriffige Berichterstattung. Tatsächlich scheint sich die Situation irgendwie sogar in etwas Positives für Hazel zu verwandeln. Teilweise ist es sehr skurill, was da auf die Familie einprasselt. Aber leider vieles auch durchaus realistisch. Die Autorin versucht so viele Aspekte wie möglich in der Geschichte zu hinterfragen. Für mich stand am Ende aber immer die Erkenntnis - für jeden der Betroffenen - dass man NEIN sagen muss/kann/soll. Dass man den Tätern keine Macht geben darf und sei es dadurch zu Schweigen. Dass man sich nicht vor den Konsequenzen scheuen soll, denn es gibt immer auch Menschen, die einem helfen. Immer auch Möglichkeiten, das Ganze in etwa zu wenden, mit dem man leben kann, ja durch das man sogar eine Kraft und Stärke gewinnen kann.

Das Buch liest sich flugs weg und bietet auch einiges an Stoff zum Nachdenken. Nicht so dramatisch, wie ich im ersten Augenblick erwartet hatte aber mit einer Grundstimmung und einer Aussage, die mich am Ende auch durch das positive Ende abgeholt hat. Es wird ja oft heutzutage in Büchern eine Triggerwarnung ausgesprochen. Hier von mir die Warnung, dass das Ende eines ist, dass die Leserschaft zuversichtlich entlässt. Von der Autorin würde ich gerne mehr lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 28.12.2025

guter erster Teil

Heir of Illusion
0

Vorweg - wer ein eher ungeduldiger Mensch ist, jemand der Cliffhanger hasst, der sollte vielleicht noch bis nächstes Jahr warten, bevor er dieses Buch liest, denn das Ende des ersten Bandes hat mich ziemlich ...

Vorweg - wer ein eher ungeduldiger Mensch ist, jemand der Cliffhanger hasst, der sollte vielleicht noch bis nächstes Jahr warten, bevor er dieses Buch liest, denn das Ende des ersten Bandes hat mich ziemlich genervt, da so gar nichts klar ist und nein, ich bin nicht besonders geduldig.

Heißt aber im Umkehrschluss, dass die Story mich durchaus gepackt hat. Ivy ist in einer ziemlich miesen Lage, da ein magischer Halsring sie an einen garstigen Herrscher kettet, der sie mit seinen Wünschen knechtet und dem sie unbedingt entkommen möchte.

Sie versucht, mit Thornes Hilfe einen Ausweg zu finden. Thorne ist ein Seelenfänger und damit auch nicht unbedingt der zuverlässigste Retter. Aber langsam nähern die beiden sich an und als Leserin denkt man, ja, das könnte doch klappen mit Ivys Befreiung und dann....

Nein, spoilern finde ich noch schlimmer als Cliffhanger. Also selber lesen.

Veröffentlicht am 28.12.2025

Schwesternliebe

Die Insel meiner Schwester
0

"Die Insel meiner Schwester" ist ein sehr passender Titel und man kann schon erahnen, dass eine Familiengeschichte bzw. die Geschichte zweier Schwestern erzählt wird. Das Buch spielt in der Gegenwart und ...

"Die Insel meiner Schwester" ist ein sehr passender Titel und man kann schon erahnen, dass eine Familiengeschichte bzw. die Geschichte zweier Schwestern erzählt wird. Das Buch spielt in der Gegenwart und in der Vergangenheit und man lernt die beiden Frauen Stück für Stück kennen. Vor allem in der Vergangenheit ist ihre Beziehung geprägt von den Männern, die die beiden immer wieder in ihrem Leben die Oberhand gewinnen lassen. Die Chemie der Schwestern wird dadurch teilweise nachhaltig gestört und der Kontakt reist sogar über Jahre ab. Umso schöner, dass in der Gegenwart eine neue Nähe und eine neue Gemeinsamkeit machbar scheint.

Das Buch ist sicherlich ein Frauenroman und die Männer kommen hier nicht besonders gut weg. Aber das ist eigentlich nur Randmusik denn im Innersten ist die Beziehung der Schwestern das Kernelement und Dreh- und Angelpunkt.
Ich habe es gerne gelesen und als Frau, die selbst eine Schwester hat, fühlte ich mich von einigen Szenen auch persönlich berührt.

Veröffentlicht am 28.12.2025

mäßig spannend

Knochenkälte
0

Ich hatte lange nichts von Simon Beckett gelesen aber ihn noch in guter Erinnerung mit den ersten Bänden über seinen Forensiker David Hunter. Schön fand ich erst mal, dass die Optik der Reihe fortgeführt ...

Ich hatte lange nichts von Simon Beckett gelesen aber ihn noch in guter Erinnerung mit den ersten Bänden über seinen Forensiker David Hunter. Schön fand ich erst mal, dass die Optik der Reihe fortgeführt wurde. Eigentlich ist der Erzählstil auch angenehme lesbar. Jetzt kommt mein großes Aber.

David soll eigentlich zu einem neuen Fall fahren aber das Wetter und das fehlende Navi in den Bergen machen ihm einen Strich durch die Rechnung und er strandet in einer kleinen Stadt. Abgeschnitten von der Außenwelt durch eine zerstörte Straße, Wintereinbruch und fehlende Sendemasten. Und ganz am Anfang findet er ein Skelett, welches da wohl schon ziemlich lange gelegen hat. Eigentlich also eine durchaus interessante Grundidee. Aber es passiert einfach zu wenig. Die ersten 150 Seiten ziehen sich ganz gewaltig. Und auch danach stolpert David ziemlich viel durch Schnee und Hügel rauf und runter. Und jede Szenen wird so ausführlich und kleinteilig beschrieben, aber es fehlt bis zum letzten Drittel der Suspens. Und es ist zu wenig Forensik und Spurensuche und statt dessen viele unsympathische Leute und die Situation der Unerreichbarkeit war irgendwie gewollt aber nicht ganz vorstellbar.

Im letzten Drittel ist David dann dem oder den mutmaßlichen Mördern ausgesetzt, findet weitere Leichen, muss Verletzte, Frauen und Kinder retten und um sein eigenes Leben fürchten. Das ist dann spannend aber da hatte mich der Plot irgendwie schon verloren. Ich kann mir vorstellen, dass sich hier die Geister scheiden. Für mich war einfach die Spannung zu lange nicht gegeben und ich musste mich zwingen, das Buch zur Hand zu nehmen.

Für mich nur mittelmäßig und kommt nicht an die ersten der Reihe ran.