Spannend und sehr berührend
Nachdem ich das erste Buch "Unten" um Kommissar Heinzle schon sehr gerne gelesen habe, war ich natürlich total gespannt, wie es weitergeht mit ihm und wie er sich bei seinem nächsten Fall schlagen wird. ...
Nachdem ich das erste Buch "Unten" um Kommissar Heinzle schon sehr gerne gelesen habe, war ich natürlich total gespannt, wie es weitergeht mit ihm und wie er sich bei seinem nächsten Fall schlagen wird. Schlagen kann man hier wortwörtlich nehmen, aber psst, zuviel will ich nicht verraten.
Wer bereits das erste Buch gelesen hat, weiß, dass die Autorin Rebekka Moser gerne die Finger direkt in die Wunde legt bzw. mit der Schreibfeder ganz tief bohrt und zeigt, wo die Probleme liegen. Schon in "Unten" hat mich das begeistert und fasziniert, hier noch mehr. Gleichzeitig berührt sie mit dem Schicksal der Figuren sehr. An so mancher Stelle musste ich das Buch mal zur Seite legen und tief durchatmen. Geschickt und ganz nah bringt sie ihre Leser in die Geschichte, sodass man gar nicht anders kann als mitfühlen. Und gleichzeitig zeigt sie, dass es nicht nur schwarz und weiß, gut und böse gibt, sondern viele, viele Grautöne, dass auch gute Menschen Böses tun können, und dass es eben nicht nur zwei Seiten gibt. Denn es geht irgendwann nicht mehr nur um Ben, das tote Kind - was an sich schon schrecklich genug ist - sondern um viele andere Menschen, denen das Schicksal und andere Menschen übel mitgespielt haben.
Dieses Buch ist viel mehr als nur ein Krimi. Es ist ein kritischer Blick auf unsere Gesellschaft, in der wir wieder lernen müssen, aufeinander zu achten und aufzupassen, andere Meinungen gelten zu lassen und zu verstehen, dass es nur gemeinsam geht.
Kommissar Heinzle ist eine wunderbare Romanfigur, die ich zu gerne noch öfter begleiten würde. Auch seine Mitstreiter, allen voran Sense und Heinzles Tochter Christina. Bitte mehr davon!