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Veröffentlicht am 03.05.2026

Vertreibung und Neuanfang

Schwesternland
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Inhalt:

Havelland 2025:

Antonia kehrt zum 100. Geburtstag ihrer Großmutter in das Ferienhaus der Familie zurück. Dieser Ort ist für sie mit schönen Erinnerungen verbunden, doch seit dem Tod ihres Vaters ...

Inhalt:

Havelland 2025:

Antonia kehrt zum 100. Geburtstag ihrer Großmutter in das Ferienhaus der Familie zurück. Dieser Ort ist für sie mit schönen Erinnerungen verbunden, doch seit dem Tod ihres Vaters ist nichts mehr so wie es war. Der Familienzusammenhalt zeigt Risse. Eines der Geschenke für ihre Großmutter ist ein Ahnengutachten der Familie. Ein Name prägt sich Antonia ein, Jeanne Beauvais, einen junge Hugenottin aus Lyon. Sie wurde im 17. Jahrhundert wegen ihres Glaubens aus ihrer Heimat vertrieben und musste einen Neuanfang in Berlin-Brandenburg wagen. Antonia macht sich auf die Suche nach Jeannes Geschichte.

Meine Meinung:

Zusammen mit Antonia macht sich der Leser auf die Suche nach Jeannes Geschichte. Schritt für Schritt folgt Antonia den Hinweisen auf Jeannes Leben in der Schweiz und in Lyon, erfährt so viel über die Fluchtgeschichte, Jeannes Verluste und ihren Neuanfang in Berlin-Brandenburg. Man hat als Leser immer das Gefühl sehr dicht an Antonias Entdeckungen dran zu sein und sie zusammen mit ihr zu finden.

Antonia scheint in einer schwierigen Lebensphase nach dem Tod ihres Vaters zu sein und der bis dahin gute Zusammenhalt in der Familie schein angeschlagen zu sein. Auf mich wirkte die Reisen zu Jeannes Spuren wie eine Reise in die eigenen Vergangenheit mit dem Versuch auch die eigenen Wunden zu heilen.

Sehr gut hat mir auch die enge Verbindung zwischen den beiden Handlungen gefallen, so entsteht eine enge Verbindung zwischen den beiden Frauen über die vielen Jahrhunderte hinweg. So entsteht eine spannende Familiengeschichte, verbunden mit der Geschichte der Hugenotten, ihrer Flucht, die Suche nach einem Neuanfang und neuem Glück.

Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und man kann sich sehr gut in sie hineinversetzten, der Schreibstil ist angenehm flüssig und es macht Freude dieses Buch zu lesen.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Auf der Suche nach dem eigenen Mörder

Noch fünf Tage
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Inhalt:

Lis Castrop findet sich in einer Silvesternacht im Krankenhaus wieder. Die ist Köchin bei einer reichen Familie in Davos und diese Familie wurde in dieser Nach vergiftet. Lis hat auch etwas von ...

Inhalt:

Lis Castrop findet sich in einer Silvesternacht im Krankenhaus wieder. Die ist Köchin bei einer reichen Familie in Davos und diese Familie wurde in dieser Nach vergiftet. Lis hat auch etwas von diesem Gift abbekommen und weiß, dass sie noch fünf Tage zu leben hat. Diese Zeit nutzt sie, um sich auch die Suche nach dem Mörder zu machen. Es beginnt eine Reise in die Vergangenheit, um so dem Täter auf die Spur zu kommen.

Meine Meinung:

Die Konstellation ist etwas ungewöhnlich. Ein Frau weiss, dass sie noch 5 Tage lebt und somit die Chance hat ihren eigenen Mörder zu finden. Schon das macht die Geschichte interessant. So erfahren wir während dieser Suche viel über Lis Leben in der reichen Familie Harman, ihre Besonderheiten und die ihrer Freunde und Bekannten. Soweit also „normale“ Ermittlungen im Fall eines Mordes.

Leider hatte das Buch auch einige Längen, da das Thema „Vergehen der Zeit“ doch sehr betont wurde. Auch habe ich mich bei einigen beschriebenen Episoden aus der Vergangenheit gefragt, was diese jetzt mit den Ermittlungen zu tun haben.

Mich hat auch etwas gewundert, wie locker Lis mit der Tatsache umgeht, dass sie nur noch eine sehr kurze Zeit zu leben hat. Aber da geht wohl jeder anders mit um.

Insgesamt war mir die Geschichte etwas zu wirr, hatte teilweise etwas Längen. Das Ende hält dann doch noch einige Überraschungen bereit, aber so richtig rund war das Buch für mich nicht.

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Reise in die Zeit des 30-jährigen Krieges

TINTE und SCHWERT
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Inhalt:

1618, Deutschland im 30-jährigen Krieg:

Jacob Wolffen ist Priesteranwärter und bereitet sich auf das Seminar vor, als er mit seiner Familie in einen Hinterhalt gerät. Seine engsten Angehörigen ...

Inhalt:

1618, Deutschland im 30-jährigen Krieg:

Jacob Wolffen ist Priesteranwärter und bereitet sich auf das Seminar vor, als er mit seiner Familie in einen Hinterhalt gerät. Seine engsten Angehörigen werden ermordet und er gerät in Gefangenschaft. Er wird in den Schanzdienst gezwungen. Nur der Gedanke an Rache an den Mörder läßt ihn durchhalten. Zusammen mit Anna, Hebamme und Heilerin, macht er sich daran seine Rachepläne umzusetzen.

Meine Meinung:

Die Handlung ist spannend und so nimmt das Buch den Leser mit auf die Reise in eine dunkle Zeit. Mord und Raffgier bestimmt das Leben der Soldaten unter denen Jacob lebt, ein menschliches Leben zählt in dieser Zeit wenig. Jacob, der eigentlich Priester werden möchte, schein hier vollkommen falsch am Platz zu sein, aber als Gefangener hat er keine Wahl.

Sein Racheplan stößt ihn in intensive seelisch Konflikt, ist das ein Mord vor seinem Gott nicht zu entschuldigen. Zusammen mit Anna, die selber von der Inquisition verfolgt wird, geben die beiden ein interessantes Mörderduo ab. Ich hätte mir hier aber eine bessere Erklärung gewünscht, warum Jacob seine Überzeugungen aufgegeben hat und zu diesen furchtbaren Taten fähig war.

Da Buch lebt von der interessanten Zeit in der die Handlung spiel. Auf mich wirkte die Handlung sehr gut recherchiert und sie war logisch aufgebaut. Ich hätte mir einen tieferen Einblick in die Gefühlswelt von Anna und Jacob gewünscht.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und gut zu lesen. Die Charaktere sind sehr sympathisch und auch die Stimmung in dem Feldlager ist gut beschrieben. Auf mich wirkte die Handlung aber teilweise etwas sprunghaft und unausgewogen. Einige Ereignisse hätten etwas genauer beschrieben werden können, andere waren etwas langatmig.

Abschlissend läßt sich sagen: Das Buch ist spannend, geschichtlich interessant und lebt von den Charakteren, leider fehlt dem Buch der letzte Schliff.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Zwei Frauen im Auf und Ab des Lebens

Lübecks Töchter. Der Traum von Liebe und Gemeinschaft
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Inhalt:

Lübeck 1888: Amelie ist die Leiterin ihrer Mädchenschule und des Lehrerinnenseminars. Ihr Ziehtochter Natalie tritt in die Fußstapfen und hat das Lehrerinnenseminar abgeschlossen und arbeitet ...

Inhalt:

Lübeck 1888: Amelie ist die Leiterin ihrer Mädchenschule und des Lehrerinnenseminars. Ihr Ziehtochter Natalie tritt in die Fußstapfen und hat das Lehrerinnenseminar abgeschlossen und arbeitet selber als Lehrerin an der Schule.

Amelie, die sehr auf ihre Unabhängigkeit bedacht ist, lebt unverheiratet im Richard zusammen. Der gesellschaftliche Druck auf diese Beziehung wächst. Als Amelie Richards Heiratsantrag nicht annimmt, verläßt dieser Deutschland und nimmt das Stellenangebot seines Arbeitgebers in den USA an.

Das bis dahin gute Verhältnis zwischen Amelie und Natalie leidet unter der Situation und so verfällt die unerfahrene Natalie einem adeligen Charmeur….



Meine Meinung:

Das Buch ist eine angenehm zu lesende Geschichte, von einer jungen Frau, die durch eine private Enttäuschung auf Abwege gerät. Einige Teile der Handlung sind etwas voraussehbar und wenig überraschend.

Die gesamte Geschichte lebt von den sehr sympathischen Charakteren. Besonders die beiden Hauptcharaktere Natalie und besonders Amelie sind sehr starke und für ihre Zeit, sehr unabhängige Frauen.

Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin. Sehr gut hat mir auch das Setting des Buches gefallen, die alte Hansestadt Lübeck, mit seinen kleinen Gasse und alten Häusern.

Dieses Buch ist eine Leseempfehlung für Leser, die auch mal eine etwas seichtere Geschichte lesen möchten.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Auf der Suche nach der Wahrheit

Wo der Wind die Namen trägt
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Inhalt:



2023: Inge Sundermann bekommt eine Einladung zu einem Klassentreffen in der Lüneburger Heide. Sie ist mittlerweile 85 Jahre alt und verbindet wenig gute Erinnerung an ihre Jugend in der Nachkriegszeit. ...

Inhalt:



2023: Inge Sundermann bekommt eine Einladung zu einem Klassentreffen in der Lüneburger Heide. Sie ist mittlerweile 85 Jahre alt und verbindet wenig gute Erinnerung an ihre Jugend in der Nachkriegszeit. Die Gedanken an die Zeit hat sie erfolgreich verdrängt, aber durch die Einladung brechen die Erinnerungen wieder auf. Einer ihrer ehemaligen Klassenkameraden gibt ihr die Tagebuchaufzeichnungen von Helga von Borcke zu lesen, die als Chronistin der ersten letzten Kriegsjahre gearbeitet hat und die viele Ereignisse in dieser Region aufgezeichnet hat.



Meine Meinung:



Rund um Inge entwickelt sich eine spannende Geschichte um die Ereignisse in der Region der Lüneburger Heide in der Nähe der ehemaligen KZ Bergen-Belsen. Angefangen mit dem Schicksal von Flüchtlingen und Vertriebenen, erleben wir als Leser die Arbeit von Helga mit, die mit ihren Interviews der Einheimischen erste Hinweise auf die auch hier stattgefundenen Verbrechen der Nazis findet.



Sehr geschickt entwickelt die Autorin eine fesselnde Geschichte aus Schuld, Verdächtigungen und Lügen und zeichnet so eine Bild eines kleinen Ausschnitts der Nachkriegsgesellschaft. Basierend auf realen Personen und Ereignissen entsteht so eine sehr spannender und lesenswerter Roman zu einem wichtige Thema, das nicht oft genug aufgegriffen werden kann.



Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und man kann sich so die Entwicklung der Personen während der Ereignissen sehr gut vorstellen.



Ein absolut lesenswertes Buch.

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