Wenn Samtpfoten auf Magie treffen
Heather Fawcetts Roman entführt uns in ein verschneites Montreal der 1920er-Jahre, das von einer tiefen Skepsis gegenüber allem Übernatürlichen geprägt ist. Mittendrin steht Agnes, eine resolute Witwe, ...
Heather Fawcetts Roman entführt uns in ein verschneites Montreal der 1920er-Jahre, das von einer tiefen Skepsis gegenüber allem Übernatürlichen geprägt ist. Mittendrin steht Agnes, eine resolute Witwe, die ihr Leben dem Schutz heimatloser Samtpfoten verschrieben hat. Als die Not sie in ein neues Domizil treibt, ahnt sie nicht, dass ihr Vermieter kein Geringerer als ein berühmt-berüchtigter Zaubermeister ist. Um ihre pelzigen Schützlinge zu retten, muss Agnes über ihren eigenen Schatten springen und sich mit der verhassten Magie arrangieren.
Der Schreibstil besticht durch eine herrlich unaufgeregte, gemütliche Dynamik. Fawcett nimmt sich anfangs viel Zeit, um das Fundament dieser urbanen Fantasywelt zu gießen und die Kulisse detailreich auszustatten. Das Erzähltempo bleibt angenehm entschleunigt, bricht aber in den entscheidenden Momenten mit spritzigen, humorvollen Wortgefechten aus. Besonders die Reibung zwischen der pragmatischen Agnes und dem exzentrisch-chaotischen Magier sorgt für ein wunderbares Prickeln.
Die Geschichte selbst lebt von ihren Kontrasten. Es ist ein klassisches Cozy-Fantasy-Abenteuer, das trotz ernsterer Zwischentöne wie Existenzängsten oder Vorurteilen stets ein wohliges Gefühl vermittelt. Die wahren Stars sind jedoch die authentisch gezeichneten Katzen, die keineswegs idealisiert werden, sondern mit all ihren Ecken, Kanten und majestätischen Allüren das Herz der Erzählung bilden. Ein rundum beglückendes Leseerlebnis für gemütliche Abende.