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Veröffentlicht am 17.05.2022

Fantasy meets Krimi

Dark and Shallow Lies: Von seichten Lügen und dunklen Geheimnissen
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Bei "Dark and Shallow Lies" hat mich allein schon das Cover magisch angezogen, ebenso wie die Inhaltsangabe, sodass ich das Lesen kaum abwarten konnte. Die Mischung aus Fantasy und Krimi ist für mich immer ...

Bei "Dark and Shallow Lies" hat mich allein schon das Cover magisch angezogen, ebenso wie die Inhaltsangabe, sodass ich das Lesen kaum abwarten konnte. Die Mischung aus Fantasy und Krimi ist für mich immer besonders verlockend, da dies meine Lieblingsgenre sind.

In der Geschichte begleitet man Grey, deren Zwillingsflamme (und beste Freundin) Elora sechs Monate zuvor in La Cachette, einem Ort der Magie, verschwunden ist. Grey selbst kehrt in ihren Sommerferien dorthin zurück und begibt sich auf die Suche nach ihrer Freundin. Während dieser Suche werden nicht nur Antworten gefunden, sondern allerhand weitere Fragen und vieles hängt nicht nur mit den Jugendlichen der jetzigen Generation zusammen, sondern auch mit deren Eltern...

Grey war mir sofort sympathisch. Sie ist ein ruhiger, nachvollziehbarer und mitfühlender Charakter, der vor allem nicht auf der Suche nach unnötigem Drama, sondern der Wahrheit ist. Die Liebe zu ihren Freunden wird durch Myers tollen Schreibstil stets fühlbar. Auch Greys Freunde wirken perfekt unperfekt und da viele von ihnen etwas zu verbergen scheinen, rücken bald einige von ihnen in den Fokus, bei wem es sich um Eloras Mörder handeln könnte. Die Verzweiflung und Gebrochenheit der Charaktere wird dabei spürbar vermittelt - was vor allem an dem Schreibstil liegt.

Der Schreibstil war neben dem Spannungsaufbau für mich ein Highlight des Buches. Er ist gleichzeitig bildgewaltig, als auch poetisch, ohne je übertrieben zu wirken. Ich empfand viele Vergleiche der Autorin toll gewählt und hatte sofort Bilder im Kopf.

Und zu guter Letzt die Handlung: Der Fantasy-Teil des Buches wirkt sehr realitätsnah, als könnte es (zumindest einige) der Gaben wirklich geben. Das hat mir gefallen. Die Auflösung von Eloras Verschwinden ist auch absolut nachvollziehbar und fügt sich rund in die Handlung mit ein. Gut gefallen hat mir auch, dass es neben diesem noch viele weitere Geheimnisse in La Cachette gibt, die es zu lösen gilt.

Fazit: Ein toller Mix!

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Veröffentlicht am 13.05.2022

Ganz viel Drama

SOMERSET. Sehnsucht und Skandal (1)
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Auf "Somerset", dass etwas für LeserInnen von Bridgerton sein soll, habe ich mich sehr gefreut. Man begleitet Isabella, die sich nach einem einschneidenden Ereignis nach Bath begibt, um schnellstmöglich ...

Auf "Somerset", dass etwas für LeserInnen von Bridgerton sein soll, habe ich mich sehr gefreut. Man begleitet Isabella, die sich nach einem einschneidenden Ereignis nach Bath begibt, um schnellstmöglich einen Ehemann zu finden, um so eine mögliche Schande von sich und ihrer Familie abzuwenden.

Zunächst begleitet man Isabella dabei, wie sie sich bei ihrer Tante in Bath einlebt. Der Beginn lässt einem einerseits Zeit, anzukommen, anderseits trifft Isabella recht bald auf Alexander, wodurch Spannung aufkommt. Denn obwohl die beiden in einem hitzigen Argument aneinandergeraten, spürt man die Chemie zwischen den beiden.

Isabella wirkt zunächst wie eine selbstständige, intelligente Frau, die zwar eigensinnig ist, diese Eigensinnigkeit jedoch aufgrund der damaligen Konventionen zu verstecken weiß. Alexander wirkt zuweilen zwar oft hitzig, aber auch selbstbewusst. Allerdings entwickeln sich die Charakterzüge der beiden im Verlauf der Geschichte und das nicht zum Positiven. Es ist fast so, als würden beide das Schlechteste im jeweils anderen hervorbringen. Alexander wird übergriffig, Isabella wankelmütig und naiv.

Die Nebencharaktere zeigen hier mehr Kontinuität, allen voran Isabellas Gesellschafterin und spätere Freundin Betty, die einen beständigen, sympathischen Charakter hat. Hier schließt sich ebenso Alexanders bester Freund an.

Aber nicht nur die Hauptcharaktere entwickeln sich mit der Zeit ins Negative, auch die Geschichte selbst verliert sich in ihrer Überdramatisierung, wodurch die Logik und der rote Faden der Geschichte verloren gehen. Von der anfänglichen Chemie zwischen Isabella und Alexander, die für mich unbestreitbar vorhanden war, bleibt zum Schluss nur wenig übrig.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr anschaulich. Auch dieser gefiel mir zu Beginn des Buches besser, denn am Ende mischen sich viele moderne Ausdrücke in die Sprache der ProtagonistInnen.

Alles in allem ein gelungener Start, der sich in der eigenen Dramatik verliert.

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Veröffentlicht am 13.05.2022

Raffinierte Perspektivwechsel

Kaltherz
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Nachdem mich "Ausweglos" von Henri Faber bereits in seinen Bann ziehen konnte, wollte ich unbedingt "Kaltherz" lesen. Ebenso wie sein Vorgänger konnte mich auch dieser Thriller durchweg überzeugen, was ...

Nachdem mich "Ausweglos" von Henri Faber bereits in seinen Bann ziehen konnte, wollte ich unbedingt "Kaltherz" lesen. Ebenso wie sein Vorgänger konnte mich auch dieser Thriller durchweg überzeugen, was insbesondere an Fabers Schreibstil und seinen gelungenen Perspeltivwechseln liegt.

Hinzu kommt bei "Kaltherz" die etwas andere Ermittlerin, bei der ich mir ab Mitte des Buches einfach nur noch dachte: "Wie cool ist sie denn bitte?" Etwas, was nicht gerade häufig passiert.

Aber zurück zum Anfang. In "Kaltherz" begleiten wir Komissarin Kim Lansky, die mehr oder weniger über einen Fall eines vermissten Mädchens stolpert, der sie nicht mehr loslässt. Auch die Mutter, der Vater und das verschwundene Kind geben Einblicke in die Entführung. Das Spiel mit den Perspektiven gelingt Faber auch hier grandios und man kann gewiss sein, dass nichts ist, wie es scheint.

Die Protagonisten werden dabei toll dargestellt, alle mit ihren Eigenarten und Dämonen und eigentlich traut man keinem so richtig über den Weg. Kim Lansky ist derb, unverblümt und macht einfach, was ihr in den Sinn kommt, oftmals ohne die Konsequenzen zu überdenken. Man merkt aber, dass sie ihr Herz am richtigen Fleck hat und ich würde wirklich gerne mehr von ihr lesen, auch wenn das wohl nicht geplant ist.

Fabers Schreibstil ist rasant und fesselnd und fängt die Atmosphäre toll ein. Dazu kommen immer wieder unerwartete Wendungen und emotionsgeladene Szenen. All das führte dazu, dass ich das Buch nicht mehr beiseite legen konnte und innerhalb eines Tages durchlesen musste.

Fazit: Lesen!

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Veröffentlicht am 30.04.2022

Gemeinsam mit den Bambini am Whitestone-Hospital

Whitestone Hospital - High Hopes
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Ich musste mir "Whitestone Hospital" einfach holen, weil ich riesiger Grey's Anatomy Fan bin und die Ähnlichkeiten einfach unübersehbar sind. Ich finde es toll, dass Ava Reed sich hier an das Setting Krankenhaus ...

Ich musste mir "Whitestone Hospital" einfach holen, weil ich riesiger Grey's Anatomy Fan bin und die Ähnlichkeiten einfach unübersehbar sind. Ich finde es toll, dass Ava Reed sich hier an das Setting Krankenhaus herantraut.

Dementsprechend fiel mir der Einstieg in das Buch sehr leicht. Die Autorin hat einen angenehm flüssigen, sehr dramatischen Schreibstil, der oft Einblicke in das Innenleben der Charaktere gibt und Wörter im Sinne der Dramaturgie wiederholt, was mir insbesondere im Laufe des Buches manchmal zu viel wurde. Allerdings konnte sie das Krankenhausfeeling super rüberbringen und alles so herunterbrechen, dass man es auch als Laie verstand und sich zwischen den AssistenzärztInnen wohlfühlte.

Die Charaktere Laura und Nash machten es mir ein wenig schwer, weil mich beide nicht hundertprozentig überzeugten. Am Anfang mochte ich Laura sehr, doch sobald sie in Phoenix ankommt, ist sie sehr oft am maßregeln, was ich in manchen Situationen unangemessen empfand. Sie ist noch in der Ausbildung, stellt aber alles von ihrem Ausbilder in Frage, wobei dieser auch stets kleinbei gibt. Sie hätte einfach ein bisschen weniger Perfektionismus vertragen. Nash wiederum blieb schwer greifbar, was sicher auch zu seiner reservierten Art passt. Er wird größtenteils über seine Gedanken zu Laura definiert, da hätte ich mir noch mehr Persönliches gewünscht.

Doch die Nebencharaktere reißen das wieder raus, insbesondere Ian und Grant oder auch Lauras Schwester Jess. Generell macht es großen Spaß, die locker leichten Dialoge zu lesen, die mit viel Schlagfertigkeiten und Witz daherkommen. Daneben sind es die vielen Kleinigkeiten, wie der Spitzname der Assistenzärzte oder die Krankenhaus eigene Zeitung, die dem Buch seinen besonderen Charme verleihen.

Ich bin einfach dankbar, dass Ava Reed eine Krankenhaus-Reihe geschaffen hat, auch wenn ich im 1.Band nicht auf einer Wellenlänge mit den Protagonisten war. Das Rundherum hat riesigen Spaß gemacht.

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Veröffentlicht am 30.04.2022

5 Menschen, die uns prägen

Sommersprossen – Nur zusammen ergeben wir Sinn
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Im Roman "Sommersprossen" wird Allegra nach einer Auseinandersetzung damit konfrontiert, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Ihr wird die Frage gestellt, wer die 5 wichtigsten Menschen in ihrem Leben ...

Im Roman "Sommersprossen" wird Allegra nach einer Auseinandersetzung damit konfrontiert, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Ihr wird die Frage gestellt, wer die 5 wichtigsten Menschen in ihrem Leben seien, die sie prägen.

Allegra wirkt eher wie eine Einzelgängerin und sieht sich auch als solche, obwohl sie bereits viele Menschen in ihrem Leben hat, mit denen sie tagtäglich Zeit verbringt -nur eben nicht bewusst. Sie versucht fortan, ihre Menschen zu finden. Allegra ist allerdings sehr speziell, auch direkt und durch ihre leicht verschrobene Art fiel es mir nicht immer leicht, mich in sie hineinzufühlen. Ganz anders war das mit Tristan, welcher derjenige ist, der die 5-Menschen-Theorie in ihr Leben brachte. Ihn mochte ich aufgrund seiner treuen, freundlichen Art gerne, auch wenn die Autorin es auch hier geschafft hat, seine Gutgläubigkeit stark herauszuarbeiten.

Das ist insgesamt die Große Stärke des Buches. Auch wenn die Handlung mich nicht immer mitreißen konnte, schafft die Autorin es, ihre Charaktere stark zu charakterisieren und einem gleichzeitig einen Spiegel vor das Gesicht zu halten. Schließlich sind es vor allem die letzten Seiten, die bewegen und aufzeigen, was die Theorie der Menschen im Leben ausmacht und dass wir einfach nicht aud unserer Haut können. Vieles wird zwischen den Zeilen transportiert. Das und der tolle Schreibstil der Autorin haben dazu geführt, dass ich das Buch innerhalb weniger Tage gelesen habe.

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