Ich musste einfach sofort mein aktuelles CR fallen und liegen lassen, um das neue Buch von Natalie Erlach zu lesen, das mich kürzlich erreicht hat. Bereits mit ihrer vorherigen Reihe im Verlag wurde ich zu einem großen Fan der Geschichten der Autorin und habe mich deshalb auch schon unglaublich auf diesen neuen Auftakt gefreut. Und die Geschichte von Cleo und Dax hat mein Herz gebrochen und es danach wieder Stück für Stück zusammengesetzt.
Allein das Setting in Spring Mountains war irgendwie total wholesome. Es fühlte sich ein wenig wie nach Hause kommen an, auch wenn ich als Leserin den Ort bisher noch gar nicht kannte. Dennoch waren die Menschen und das typische Kleinstadtverhalten in meinen Augen sehr gut dargestellt worden. So fand ich die Beschreibungen aber auch sehr detailvoll und konnte mir viele Momente total gut vorstellen.
Hierhin begleiten wir als Lesende Cleo (und ihre Schwestern), die nach Jahren wieder zurück in ihre Heimat kommt, die sie eigentlich hinter sich lassen wollte. Denn es gibt ein Testament, das sich die drei annehmen müssen und verschiedene Geheimnisse, die es zu lüften galt. Ich fand, dadurch hatte die Handlung sehr viele interessante Momente und ich wurde auch teilweise immer wieder von diesen Szenen überrascht. Entsprechend konnte mich die Handlung sehr von sich überzeugen, denn man erlebt als Leser*in auf jeden Fall sowohl die wundervollen Augenblicke, als auch traurige und berührende. Dass das Buch jedoch mit einem wirklich fiesen Cliffhanger endet, damit habe ich dann doch nicht so richtig gerechnet… Und jetzt weiß ich gar nicht so genau, wie ich noch bis zum nächsten Band durchhalten soll.
Generell wurden aber auch wahnsinng viele Themen wie Heilung, Familienkonflikte und der eigene Weg richtig gut erzählt in meinen Augen.
Zudem wird auch der Zusammenhalt und das sich wieder annähern der Schwestern sehr nachvollziehbar aufgegriffen sowie thematisch behandelt. Diese Entwicklung hat mir wirklich super gut gefallen und konnte mich absolut abholen. Und so habe ich mich sehr gefreut, dass sie wieder zueinander finden, sich gegenseitig aufziehen und verstehen.
Und dann ist da ja auch noch die Liebesgeschichte zwischen Dax und Cleo. Die beiden teilen eine gemeinsame Vergangenheit und als sie jetzt wieder aufeinandertreffen, scheint alles wie zuvor und ist dennoch so verändert. Ich mochte das Erzähltempo der Geschichte sehr gerne und fand, dass die beiden langsam und dennoch nachvollziehbar wieder zueinander gefunden haben. So kommt auch das Second-Chance-Trope keinesfalls zu kurz und wurde wirklich wahnsinnig gut in die Handlung integriert.
Beide Charaktere haben dabei irgendwie ihre ganz eigenen Päckchen zu tragen, was sie für mich jedoch auch sehr authentisch wirken ließen. Denn im echten Leben ist es ja genauso. Ich fand Cleo war manchmal vorsichtig, dennoch herzlich und offen zugleich. Und auch Dax war mir tatsächlich sehr sympathisch.
Der Schreibstil von Natalie Erlach war dabei wieder sehr poetisch, authentisch und ehrlich. Ihre Geschichten sind einfach wahnsinnig greifbar und ich habe jedes Mal das Gefühl, dass sie dem echten Leben entsprungen sein könnten. Vor allem fand ich auch die sehr feinfühligen und echten Dialoge so gut geschrieben! Deshalb habe ich das Buch auch super schnell ausgelesen.
Das Cover ist aber sehr hübsch anzusehen. Die Protagonisten wurden meiner Meinung nach auf jeden Fall richtig gut getroffen und ich mag auch den Zeichenstil sehr gerne. Vor allem, da so bereits durch die Optik mehr über den Inhalt der Geschichte verraten wird. Deshalb kann ich nur sagen, dass mich die Gestaltung auf jeden Fall ansprechen konnte.
Insgesamt ein sehr emotionales, berührendes und dennoch heilendes Buch (wie es der Titel bereits verrät), bei dem alte Wunden aufreißen und man die Charaktere dennoch auf eine unglaublich besondere Reise begleiten. Für alle Kleinstadt-Fans ist das Buch definitiv eine sehr große Empfehlung. Ich freue mich schon so auf den zweiten Band, auch wenn ich mich noch einen Moment gedulden muss…