Eine Geschichte über eine Freundschaft in Zeiten sozialer und gesellschaftlicher Ungleichheit
Villa RivoltaNachdem »Bella Germania« von Daniel Speck für mich vor einigen Jahren ein Lesehighlight war, das bis heute nachhallt, habe ich mich umso mehr auf »Villa Rivolita« gefreut.
Inhalt:
Mailand, 1979: Die ...
Nachdem »Bella Germania« von Daniel Speck für mich vor einigen Jahren ein Lesehighlight war, das bis heute nachhallt, habe ich mich umso mehr auf »Villa Rivolita« gefreut.
Inhalt:
Mailand, 1979: Die ehrgeizige Journalistin Valeria flieht mit ihrem Sohn Tonio vor der Polizei, nachdem der Junge einem Familiengeheimnis auf die Spur gekommen ist, dessen Hintergründe nur Valeria kennt. Während ihrer gemeinsamen Reise zu ihrem Kindheitsfreund Piero, teilt Valeria ihre Geschichte. Eine Geschichte von tiefer Freundschaft, aber auch Intrigen und einer Liebe, die eigentlich nicht sein darf. Oder?
Schreibstil:
Daniel Speck verbindet gekonnt spannende Elemente mit historischen Fakten und webt daraus ein spannendes Netz aus historischen Ereignissen – die allesamt grandios recherchiert sind – und einer tiefgründigen Liebesgeschichte. Trotz der unterschiedlichen Zeitsprünge ist die Geschichte flüssig zu lesen und wirkt lebendig.
Charaktere:
Dank Speck's lebendiger Beschreibungen erwachen die Charaktere zum Leben.
Piero, Sohn eines Automobilunternehmers, entstammt der oberen Gesellschaftsschicht, während Valeria, Tochter der Hausangestellten, zur Unterschicht gehört. Trotz oder gerade aufgrund unterschiedlicher Zeitsprünge lässt die Geschichte sich flüssig lesen und wirkt überaus lebendig.
Valerias Vater wurde im Zweiten Weltkrieg erschossen, wodurch auch Valerias Mutter nachhaltig geprägt wurde. In ihrem Handeln war sie durch alte gesellschaftliche Normen bestimmt und stand ihrem Arbeitgeber treu ergeben und unerbittlich zu Diensten. Infolgedessen erfuhr Valeria bereits in jungen Jahren hautnah den Unterschied verschiedener gesellschaftlicher Schichten – und die Kluft zwischen den beiden Welten.
Pieros Leben verläuft hingegen »anders«; dennoch bleibt ihre Freundschaft wie eine Verbindung, die sich durch die gesamte Handlung zieht und ihre Welten immer wieder verbindet.
Fazit:
»Villa Rivolta« beschreibt eine Liebesgeschichte vor dem sozialkritischen Hintergrund sich widersprechender gesellschaftlicher Klassenstrukturen.
Zugleich verdeutlicht der Roman, welche Grenzen trotz allen Aufbegehrens bestehen und die Handlungsmöglichkeiten der Charaktere beeinträchtigen.
Eine große Leseempfehlung!
Die Rezension beruht auf einem Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch in keiner Weise beeinflusst.