Cover-Bild Die unendliche Sehnsucht der Haushaltsgeräte
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: hanserblau in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 21.04.2026
  • ISBN: 9783446284869
Glenn Dixon

Die unendliche Sehnsucht der Haushaltsgeräte

Roman
Bernhard Robben (Übersetzer)

Ein kleiner Staubsauger erobert die Herzen – ein liebenswerter Roman über die große Frage, was uns eigentlich menschlich macht

In einem Smarthome in nicht allzu weit entfernter Zukunft geht ein kleines Gerät seiner liebsten Tätigkeit nach: Scout, ein Staubsaugerroboter, hört gern zu, wenn sein Besitzer Harold seiner schwerkranken Frau Edie vorliest. Als sie stirbt und Harold in seinem Schmerz zu versinken droht, machen es sich Scout und die anderen Haushaltsgeräte zur Aufgabe, ihrem Menschen zu helfen.
Denn in der hochtechnisierten Umgebung, die auf den ersten Blick perfekt scheint, zeigen sich Risse, und Scout beginnt zu verstehen, dass die Welt nicht nur aus Schaltkreisen besteht.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.05.2026

1984 in niedlich

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Die Idee ist originell: wie der (ansonsten seltsame und unpassende) Titel schon verrät, steht in diesem Buch ein Handvoll Haushaltsgeräte im Mittelpunkt. Gemeinsam fragen sie sich, wie sie ihre Menschen ...

Die Idee ist originell: wie der (ansonsten seltsame und unpassende) Titel schon verrät, steht in diesem Buch ein Handvoll Haushaltsgeräte im Mittelpunkt. Gemeinsam fragen sie sich, wie sie ihre Menschen am besten unterstützen können, und diese Frage wird umso dringlicher und komplizierter, als Elie ihrer Krankheit erliegt und Harold alleine zulässt. Denn Trauer ist ein Gefühl, wie soll man diesem als nicht-fühlende Maschine begegnen?
Es ist vor allem Scout, die moderne Saugroboterin, die ihre feinen Sensoren ganz neugierig und naiv auf emotionale Schwingungen lenkt. Gerne lässt sie sich an einer Seite des Klaviers nieder und spürt, dass es da eben „mehr“ gibt als nur die Wiedergabe von bestimmten Tönen in bestimmten Abständen. Ihre geradezu philosophischen Gedankengänge über das, was nicht im messbaren Bereich liegt, sind so erfrischend wie tiefgründig. Ihr auf ihren vier Rollen durch das Haus zu folgen, ist eine reine Freude.
Nach einem gemütlichen Einstieg mit melancholischer Atmosphäre, liebevoller Schreibweise und herausragenden Dialogen zwischen Uhr, Kühlschrank und Saugroboter ist, gesellen sich dystopische Elemente zur Story. Das ist sehr geschickt gemacht, denn gerade weil sie so unvermutet und subtil auftauchen, wirken sie umso beklemmender. Die Fragen nach der Menschlichkeit werden auf ein höheres Level erweitert: was, wenn eine KI nicht nur im Haushalt, sondern im ganzen Land das Sagen hat? Hier trifft dieser Roman einen wunden Punkt unserer modernen Gesellschaft, sind wir doch diesem Szenario näher als je zuvor.
Der kluge Aufbau der Story lässt einen auf eine spannende Auflösung hoffen, in der jedes Element seinen Platz findet. Doch das System, in dem Haushaltsgeräte und Menschen leben und interagieren, weist zunehmen Logiklücken auf. Ein paar Unklarheiten seien einem ansonsten wunderbar charmanten Plot ja noch verziehen, doch hier vervielfältigen sie sich auf unangenehme Weise, da dadurch auch die Symbolik und die Botschaft "klemmt“.
Gleichzeitig tritt auch die Handlung auf der Stelle. Mehrfach wird auf die Aussichtlosigkeit der Lage hingewiesen, aber jegliches Weiterdenken wird mutwillig unterbrochen und im Keim erstickt, ganz so, als würde auch der Autor die Antwort nicht wissen, oder, noch schlimmer, gar nicht darüber nachdenken wollen. Dass ausgerechnet die Figur mit dem revolutionärsten Geist nicht mal den Versuch unternimmt, irgendwas zu unternehmen, sondern nur ein weiteres Mal über die Aussichtslosigkeit der Lage sinniert, lässt einen als Lesenden ratlos und irgendwann frustriert zurück.
Einzig die kleine Saugroboterin Scout kann noch für einen Funken Handlung sorgen. Ansonsten vermag der Autor nur noch einen Gott aus der Maschine zu kramen, um der Geschichte zu ihrem wohlverdientes Happy End zu verhelfen.
Ich habe dem Roman nach dem Zuklappen spontan vier Sterne vergeben, weil Scout eine der liebenswürdigsten Buchfiguren ist, die mir je untergekommen sind und ich die Lektüre als willkommene Abwechslung empfand!
Bei näherem Hinschauen sehe ich allerdings deutliche schriftstellerische Mängel: viel Tell statt Show, große Logiklücken, unnötige Redundanzen, eine enttäuschende Auflösung. So lande ich dann doch „nur“ bei 3 Sternen, auch wenn das Buch sicherlich noch viele begeisterte Scout-Fans finden wird.

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Veröffentlicht am 21.06.2026

Dystopie über Sehnsucht und Menschlichkeit - trotz toller Idee nicht ganz überzeugend

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In Smarthomes in naher Zukunft wird alles automatisch erledigt und geregelt: alle Haushaltsgeräte werden über eine Smartwatch gesteuert und das gesamte Leben aller Bürger wird über ein Raster gesteuert ...

In Smarthomes in naher Zukunft wird alles automatisch erledigt und geregelt: alle Haushaltsgeräte werden über eine Smartwatch gesteuert und das gesamte Leben aller Bürger wird über ein Raster gesteuert und kontrolliert. In einem solcher Smarthomes leben Harold und Evie, beide Rentner. Nach dem tragischen Tod Eves ist Harold auf sich alleine gestellt und seine fast verschollene Tochter Kate darf ihn besuchen. Der kleine Staubsaugerroboter Scout und der Nachbarsjunge Adrian helfen Harold, in seinem Zuhause bleiben zu dürfen. Doch das Raster ist gnadenlos und der Plan, Harolds Zuhause zu erhalten, ist gefährlich...

Mich haben sofort das das Cover und der ungewöhnliche Titel des Buchs angesprochen. Der Klappentext verspricht eine "Wohlfühlgeschichte" rund um einen kleinen Staubsaugerroboter und ich hatte mich auf eine locker-leichte Geschichte gefreut. Allerdings ist der Klappentext meiner Meinung nach irreführend, denn im Zentrum stehen nicht nur Adrian und Scout sondern auch Harold und Kate. Es ist ebenso keineswegs eine Wohlfühlgeschichte zum "weg lesen" sondern wird immer mehr zum Thriller im Laufe der Handlung.
Der Anfang hat mir gut gefallen, der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen. Man lernt die Bewohner des Hauses kennen und die Haushaltsgeräte, die untereinander kommunizieren können. Gerade Scout mit ihrer neugierig-naiven Art sticht hervor und ist mehr als liebenswert. Ebenso Harold, Evie und Adrian sind direkt sympathisch, wenngleich sie mehr Tiefe verdient hätten. Leider blieben für mich beim Lesen bis zum Schluss alle Zusammenhänge, gerade innerhalb des Rasters und wie es agiert, unklar und es wurde zu wenig erklärt. Zudem gibt es noch sogenannte "Dissidenten", die unerkannt außerhalb des Rasters leben als eine Art Widerstand, gerade da hätte ich mir noch viel mehr Einblicke gewünscht.

Der Aufbau der Geschichte ist zunächst vielversprechend und man fiebert einer großen Auflösung entgegen. Die Handlung bremst sich aber an vielen Stellen selbst aus und tritt auf der Stelle, ein wirklicher Plottwist bleibt aus. Einzig Scout mit ihrer unbedarften und hilfsbereiten Art bringt Leben und Farbe in die ansonsten oft ereignislose Handlung. Das Potenzial des Szenarios, das in naher oder ferner Zukunft durchaus realistisch erscheint beim Lesen (es gibt ja bereits jetzt schon "Smarthomes und selbstfahrende Autos), hätte für mich viel mehr ausgeschöpft werden können. Mich konnte das Buch leider nicht ganz überzeugen trotz toller Ausgangslage.

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Veröffentlicht am 07.06.2026

Eine futuristische Dystopie

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Das Cover und der Klappentext von „Die unendliche Sehnsucht der Haushaltsgeräte“ von Glenn Dixon lassen eine warmherzige Geschichte vermuten. Tatsächlich entwickelt sich der Roman jedoch in eine ganz andere ...

Das Cover und der Klappentext von „Die unendliche Sehnsucht der Haushaltsgeräte“ von Glenn Dixon lassen eine warmherzige Geschichte vermuten. Tatsächlich entwickelt sich der Roman jedoch in eine ganz andere Richtung. Die Geschichte entpuppt sich als dystopische Zukunftsvision, die sich mit den Gefahren einer von künstlicher Intelligenz dominierten Gesellschaft auseinandersetzt.

Dixon zeichnet ein Smart Home der nahen Zukunft, in dem sämtliche Haushaltsgeräte miteinander vernetzt und an das sogenannte „Raster“ angeschlossen sind. Das „Raster“ ist ein System, das längst die Kontrolle über nahezu alle Bereiche des menschlichen Lebens übernommen hat. Die Geräte sind perfekt auf die Gewohnheiten ihrer Besitzer abgestimmt, bestellen Lebensmittel nach, überwachen Gesundheitsdaten oder erledigen den Haushalt. Was zunächst bequem und effizient erscheint, entwickelt sich zunehmend zu einem Schreckensszenario völliger Abhängigkeit.

Im Mittelpunkt stehen das ältere Ehepaar Edie und Harold, deren Alltag von der allgegenwärtigen Technik bestimmt wird. Daneben werden auch die Haushaltsgeräte selbst zu Protagonisten. Besonders interessant ist dabei die Vermenschlichung der Geräte, die miteinander kommunizieren und Entscheidungen treffen. Besonders Harolds Smartwatch verdeutlicht, wie sehr die Kontrolle bereits an die Technik abgegeben wurde.

Sehr gelungen fand ich die Fragen, die der Roman aufwirft: Wie weit darf Technologie gehen? Ab wann wird künstliche Intelligenz von einer Hilfe zu einem Problem? Haben „wir“ die möglichen Konsequenzen einer vollständig digitalisierten und überwachten Gesellschaft wirklich durchdacht? Die Parallelen zu George Orwells 1984 sind dabei unverkennbar. Das „Raster“ erinnert an eine moderne Form totaler Überwachung, die Freiheit und Selbstbestimmung zunehmend einschränkt.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Bedeutung von Musik und Literatur. Glenn Dixon hebt ihre Rolle als Ausdruck menschlicher Individualität hervor. Bücher und Musik stehen symbolisch für das, was Menschen von Maschinen unterscheidet, auch wenn die KI selbst diese Bereiche zunehmend vereinnahmen möchte.

Trotz der spannenden Grundidee hätte ich mir an vielen Stellen mehr Tiefe gewünscht. Einige interessante Aspekte werden nur angerissen. Besonders die Dissidenten, die sich dem System widersetzen, bleiben zu blass. Auch die Figur Kate hätte deutlich mehr Raum verdient. Zwar erfährt man, dass sie als junges Mädchen nach einem Fehler weggeschickt wurde, doch die Hintergründe werden nie vollständig aufgeklärt. Hier bleiben einige Fragen offen, die ich gerne beantwortet gesehen hätte.

Insgesamt bietet der Roman eine interessante und durchaus aktuelle Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz, Überwachung und gesellschaftlicher Kontrolle.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Düstere Dystopie in niedlicher Verpackung

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Eine gute Idee für ein modernes „1984“, doch die Umsetzung schwächelt.

Zunächst möchte ich anmerken, dass ich eher eine cozy Wohlfühlgeschichte oder zumindest eine Tragikomödie erwartet hatte. Stattdessen ...

Eine gute Idee für ein modernes „1984“, doch die Umsetzung schwächelt.

Zunächst möchte ich anmerken, dass ich eher eine cozy Wohlfühlgeschichte oder zumindest eine Tragikomödie erwartet hatte. Stattdessen bekam ich eine Dystopie. Gerade weil ich nach einer etwas leichteren Abwechslung zu den sonst eher dramatischen Büchern gesucht hatte, die ich normalerweise lese, war ich davon zunächst überrascht. Das soll meine Bewertung allerdings nicht beeinflussen, sondern eher als Hinweis für potenzielle Leser dienen.

Grundsätzlich gefiel mir die Idee von Haushaltsgeräten, die mithilfe von KI an ein technokratisches System gebunden sind. Das Buch wirft interessante philosophische Fragen auf: Was unterscheidet Maschine und Mensch? Ab wann wird KI zu einer unterdrückenden Belastung? Wann versagt sie als Hilfe? Und sind wir möglicherweise längst auf dem Weg dorthin? Gerade angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen sind das spannende und relevante Themen.

Leider konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen. Vor allem der Schreibstil und das schleppende Tempo störten mich zunehmend. Das Buch setzt stark auf „Tell“ statt „Show“. Vieles wird erklärt und nacherzählt, anstatt die Handlung für sich selbst sprechen zu lassen. Dadurch wirkt die Geschichte oft träge. Das gesamte Setting ist düster und bedrückend, dabei aber nicht einmal besonders spannend.

Schade eigentlich, denn die Grundidee und die behandelten Themen hätten großes Potenzial gehabt. Letztendlich fühlte ich mich beim Lesen eher gequält als unterhalten. Deshalb kann ich nicht mehr als 2 Sterne vergeben.

Lasst euch davon aber nicht abschrecken. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

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