Düstere Dystopie in niedlicher Verpackung
Die unendliche Sehnsucht der HaushaltsgeräteEine gute Idee für ein modernes „1984“, doch die Umsetzung schwächelt.
Zunächst möchte ich anmerken, dass ich eher eine cozy Wohlfühlgeschichte oder zumindest eine Tragikomödie erwartet hatte. Stattdessen ...
Eine gute Idee für ein modernes „1984“, doch die Umsetzung schwächelt.
Zunächst möchte ich anmerken, dass ich eher eine cozy Wohlfühlgeschichte oder zumindest eine Tragikomödie erwartet hatte. Stattdessen bekam ich eine Dystopie. Gerade weil ich nach einer etwas leichteren Abwechslung zu den sonst eher dramatischen Büchern gesucht hatte, die ich normalerweise lese, war ich davon zunächst überrascht. Das soll meine Bewertung allerdings nicht beeinflussen, sondern eher als Hinweis für potenzielle Leser dienen.
Grundsätzlich gefiel mir die Idee von Haushaltsgeräten, die mithilfe von KI an ein technokratisches System gebunden sind. Das Buch wirft interessante philosophische Fragen auf: Was unterscheidet Maschine und Mensch? Ab wann wird KI zu einer unterdrückenden Belastung? Wann versagt sie als Hilfe? Und sind wir möglicherweise längst auf dem Weg dorthin? Gerade angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen sind das spannende und relevante Themen.
Leider konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen. Vor allem der Schreibstil und das schleppende Tempo störten mich zunehmend. Das Buch setzt stark auf „Tell“ statt „Show“. Vieles wird erklärt und nacherzählt, anstatt die Handlung für sich selbst sprechen zu lassen. Dadurch wirkt die Geschichte oft träge. Das gesamte Setting ist düster und bedrückend, dabei aber nicht einmal besonders spannend.
Schade eigentlich, denn die Grundidee und die behandelten Themen hätten großes Potenzial gehabt. Letztendlich fühlte ich mich beim Lesen eher gequält als unterhalten. Deshalb kann ich nicht mehr als 2 Sterne vergeben.
Lasst euch davon aber nicht abschrecken. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.