Anton, 60 Jahre alt, ist Stepptänzer. Ja, er ist nicht mehr so schnell wie früher, aber mit seiner Erfahrung und Ausdruckskraft tanzt er – noch – allen davon. Wer sollte ihm also die Stelle als Choreograf an einer Theaterbühne streitig machen? Doch die neue Intendantin sieht das anders – und engagiert ausgerechnet Emma, Antons Tochter. Anton ist verletzt, wütend, traurig und zugleich stolz auf seine Tochter. Zeigen kann er ihr das nicht.
Die Absage spült etwas in ihm hoch, das er nicht länger verdrängen kann: das Gefühl des Älterwerdens. Plötzlich spürt er die eigene Endlichkeit und fragt sich, ob er sein Leben richtig gelebt hat. Eine Frage, die ihn wieder an eine alte große Liebe denken lässt. Jo war damals einfach spurlos verschwunden. Hätte er mit ihr ein besseres Leben gelebt? Es ist Emma, die auf Jos Spur stößt. Mit ihr reist er nach Irland. Alte Konflikte zwischen Vater und Tochter brechen wieder auf. Für Anton wird es eine Reise zu sich selbst und er begreift: Zu Ende ist es erst, wenn es zu Ende ist. Bis dahin will das Leben gelebt werden.
In der Geschichte geht es um Anton. Er ist 60 Jahre alt und Stepptänzer, zwar nicht mehr so schnell wie früher, aber er tanzt trotzdem noch allen davon. Doch die neue Intendantin am Theater stellt ausgerechnet ...
In der Geschichte geht es um Anton. Er ist 60 Jahre alt und Stepptänzer, zwar nicht mehr so schnell wie früher, aber er tanzt trotzdem noch allen davon. Doch die neue Intendantin am Theater stellt ausgerechnet seine Tochter Emma als neue Choreografin ein, die ihn ersetzen soll. Es kommt plötzlich das Gefühl des Älterwerdens in ihm hoch und er kann auch seiner Tochter nicht zeigen, dass er stolz auf sie ist und er fragt sich noch zusätzlich, ob er sein Leben richtig gelebt hat. Diese Frage lässt ihn wieder an seine alte große Liebe Jo denken und reist deshalb mit seiner Tochter nach Irlands, die für Anton zu einer Reise zu sich selbst wird.
Die Geschichte hat mich tief im Herzen berührt und war auch sehr lehrreich für mich. Nur habe ich bisher noch nicht herausfinden können, was ich mit dem Gelernten anfangen kann. Von mir gibt es aber jetzt erst einmal sehr gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Arenz macht der Kunst auf der Tanzbühne und dem künstlerischen Leben an sich eine Liebeserklärung.
In dem Buch: Fünf Sechs Sieben Acht von Ewald Arenz, im Dumont Verlag erschienen, geht es um Anton. Er ...
Arenz macht der Kunst auf der Tanzbühne und dem künstlerischen Leben an sich eine Liebeserklärung.
In dem Buch: Fünf Sechs Sieben Acht von Ewald Arenz, im Dumont Verlag erschienen, geht es um Anton. Er ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt, als Stepptänzer und als Choreograf. Anders als Fußballer oder andere Profisportler, die mit vierzig ihre Karriere beenden, denkt er mit seinen sechzig noch nicht ans Aufhören. Allerdings wird er kurz nach der Premiere seines jüngsten Stückes von der neuen Intendantin davon in Kenntnis gesetzt, dass er von einer jungen Kollegin ersetzt werden soll. Sie bekommt seinen Posten. Das Theater, an dem er inszeniert, soll sich verjüngen. Die neue ist ihm nicht unbekannt. Ausgerechnet seine erwachsene Tochter Emma soll nun die Stücke choreografieren. Er ist geschockt. Niemand hat ihn vorgewarnt. Mit diesem Ereignis kommen die Dinge ins Rollen.
Anton zweifelt alles in seinem bisherigen Leben an und macht sich auf die Suche nach der Lücke in seinem Leben, der verpassten Chance, dem ungelebten Leben. Seine erste große Liebe verschwand vor 35 Jahren von dem einen auf den anderen Tag aus seinem Leben. Doch was er in Irland, wohin ihn seine Suche führt, erfährt, ist nicht das, was er erwartet. Alles erscheint in neuem Licht und sein Leben ist doch gar nicht so schlecht, wie er noch zuletzt gedacht hat. Sein Blick zurück ermöglicht es ihm wieder, nach vorne zu sehen. Er kann jetzt endlich seine sorgenvollen Gedanken übers Altern loslassen und sich an dem Erfolg seiner Tochter erfreuen. Erst jetzt kann er stolz auf sie sein und sich darauf zu konzentrieren, seine Erfahrungen an die jüngere Generation weiterzugeben und neue Tanztalente zu fördern. Anton lebt seine Kunst und tanzt das Leben. Alles ist für Anton Bewegung und kann in die Inszenierung als Tanzpart eingebaut werden. Emma ist wie er.
Die Inspiration schöpfen Anton und Emma aus dem Erlebten. Nach vielen Streitereien tanzen sie zusammen unterwegs auf einer Treppe. Spontan improvisieren sie eine neue Szene. An einer Stelle heißt es im Buch: Das war es, weshalb man tanzte. Um auszudrücken, was man nicht in Worten sagen konnte. So waren sie beide. Arenz lässt seine Sprache durch die Seiten tanzen, grazil und leichtfüßig. Emma inszeniert am Ende des Buchs König Lear neu und macht daraus eine Liebeserklärung an ihren Daddy. In ihrem Stück verarbeitet sie vieles aus dem Erlebten und integriert auch die Szene mit ihrem Vater auf der Treppe. Ewald schreibt aber nicht nur über die Vater-Tochter-Beziehung, übers Tanzen und das Altern, sondern über das Leben eines Künstlers an sich. Und Arenz weiß, wovon er schreibt. Der Schriftsteller und Lehrer hat ein Musical geschrieben und hat selbst Stepptanz gelernt. Auch er schöpft als Künstler aus dem Erlebten.
Fazit: Der Tänzer Anton entdeckt, dass es sich immer lohnt, egal wie alt man ist, nach vorn zu sehen und das Leben zu tanzen. Unbedingt lesen!
Ewald Arenz schreibt in seinem neuen Roman FÜNF SECHS SIEBEN ACHT vom Älterwerden, vom Loslassen müssen und davon, dies nicht zu akzeptieren. Es ist eine Geschichte über Familie, über die Liebe an sich ...
Ewald Arenz schreibt in seinem neuen Roman FÜNF SECHS SIEBEN ACHT vom Älterwerden, vom Loslassen müssen und davon, dies nicht zu akzeptieren. Es ist eine Geschichte über Familie, über die Liebe an sich und über eine längst verloren geglaubte große Liebe und die Gewissheit, dass diese, wäre sie gelebt worden, sehr viel besser gewesen wäre.
Anton ist Stepptänzer, mit seinen sechzig Jahren fühlt er sich noch topfit und doch hat er den Zenit eines Tänzers überschritten. Er wird aussortiert, andere, jüngere sind nun am Zuge. Anstatt seiner wird ab sofort seine Tochter Emma die Choreographie am Theater verantworten. „Als hätte sein Leben einen Sprung bekommen, so fühlte es sich gerade an.“
Der Musik setzt ein, der Tänzer zählt - fünf, sechs, sieben, acht – sein Tanz beginnt. Für Anton ist alles Musik, alles ist im Takt. Nur er ist außer Takt geraten.
Anton ist zutiefst gekränkt, er ist wütend und poltert ganz schön rum, wir folgen ihm und seinen Gedanken. Dass wir alle irgendwann von dieser Lebensbühne abtreten müssen, weiß auch er. Noch aber geht es um die Theaterbühne, von der er unsanft weggedrängt wurde und das ausgerechnet von seiner Tochter. Und da ist Katja, seine Ex, die zwischen den Fronten vermitteln will.
Man sollte sich vorbereiten auf das Danach, um nicht in ein tiefes, schwarzes Loch zu fallen. Keiner ist unersetzlich und auch bewegt sich alles weiter, alles fließt, nichts bleibt so wie es ist. Arenz stellt seine Hauptfigur als verbitterten Alten dar, der außer sich und seiner für ihn nicht akzeptablen Lage nichts sehen und nichts gelten lassen will. Das macht ihn nicht gerade sympathisch. Er ist trotz allem stolz auf seine Tochter, was er aber sehr gut zu verbergen weiß. Zugute halte ich ihm, dass er von jetzt auf gleich vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Auch seine lange gelebte Einzigartigkeit könnte dazu beitragen, dass er als gefeierter Tänzer und Choreograph total abgehoben ist. „Alles war Musik, alles Takt“ in seinem bisherigen Leben. Außer Takt sucht er nach seiner großen Liebe Jo…
„Eine Schwere, an die er sich schon gewöhnt hat“, hat er wie einen Rucksack zugunsten einer Leichtigkeit liegen lassen auf seiner Reise, die ihn zu sich selbst führt. Untermalt ist dieses kluge Buch ums Loslassen mit wundervollen Klängen wie etwa jene von Paolo Conte. Via con me. Komm mit mir, it´s wonderful...
Anton verliert eine Chance, auf die er fest gebaut hat. Doch die eigentliche Erschütterung kommt nicht von der Absage selbst, sondern von den Fragen, die dadurch plötzlich nicht mehr zu überhören sind. ...
Anton verliert eine Chance, auf die er fest gebaut hat. Doch die eigentliche Erschütterung kommt nicht von der Absage selbst, sondern von den Fragen, die dadurch plötzlich nicht mehr zu überhören sind. Als er gemeinsam mit seiner Tochter den Spuren einer längst vergangenen Liebe folgt, wird aus der Reise nach Irland mehr als nur die Suche nach einem Menschen aus der Vergangenheit.
Mich hat diese Geschichte vom ersten Moment an erwischt. Vielleicht, weil sie nichts beweisen will. Sie erzählt einfach von Menschen, die mit sich kämpfen, die Entscheidungen hinterfragen, die verletzt werden und andere verletzen. Und genau deshalb fühlt sich alles so nah an.
Anton, Emma, Katja, Jörg und die vielen anderen Figuren waren für mich keine Namen auf Papier. Mit jeder Seite wurden sie vertrauter. Ich habe mit ihnen gehofft, gezögert, mich geärgert und gefreut. Ihre Gedanken und Gefühle wirken nie wie etwas, das für eine Geschichte erfunden wurde. Sie haben die Widersprüchlichkeit und Unvollkommenheit echter Menschen. Was mich nicht losgelassen hat, war diese stille Ehrlichkeit. Das Buch spricht von Zeit, von verpassten Möglichkeiten, von Liebe, Familie und dem Älterwerden, ohne dabei große Antworten liefern zu wollen. Stattdessen wirft es Fragen auf, die man unweigerlich mitnimmt. Fragen darüber, wie man gelebt hat und wie man noch leben möchte. Antons Weg hat mich dabei am meisten berührt. Nicht weil er spektakulär ist, sondern weil er so nachvollziehbar wirkt. Seine Entscheidungen, seine Zweifel und die Erkenntnisse, zu denen er gelangt, haben mich immer wieder innehalten lassen.
Zwischen diesen Seiten steckt unglaublich viel Leben. Nicht das perfekte Leben, sondern das echte. Mit Brüchen, Umwegen und Momenten, die wehtun können. Genau deshalb hat mich die Geschichte emotional so mitgenommen. Nach dem Zuklappen war da nicht nur die Erinnerung an einen schönen Roman, sondern das Gefühl, etwas Wertvolles daraus für mich selbst mitgenommen zu haben. Ein Herzensbuch, das noch lange nachhallt.
Mit „Fünf, Sechs, Sieben, Acht“ erzählt Ewald Arenz eine berührende Geschichte über das Älterwerden, das Loslassen und die Frage, was bleibt, wenn ein wichtiger Lebensabschnitt endet.
Anton ist leidenschaftlicher ...
Mit „Fünf, Sechs, Sieben, Acht“ erzählt Ewald Arenz eine berührende Geschichte über das Älterwerden, das Loslassen und die Frage, was bleibt, wenn ein wichtiger Lebensabschnitt endet.
Anton ist leidenschaftlicher Stepptänzer, Musik und Tanz sind sein Leben. Umso härter trifft ihn die Kündigung seines Postens am Theater – ausgerechnet seine Tochter Emma soll künftig die Choreografien übernehmen. Obwohl er stolz auf sie ist, überwiegen zunächst Wut, Enttäuschung und die schmerzhafte Erkenntnis, dass er vielleicht doch älter geworden ist, als er sich eingestehen möchte.
Besonders gefallen hat mir, wie feinfühlig Arenz Antons innere Zerrissenheit beschreibt. Gleichzeitig holen ihn Erinnerungen an seine erste große Liebe ein und der Wunsch wächst, sie wiederzufinden. So wird die Geschichte nicht nur zu einer Auseinandersetzung mit dem Alter, sondern auch mit der eigenen Vergangenheit, verpassten Chancen und den Sehnsuchtsorten, die man ein Leben lang im Herzen trägt.
Das Buch liefert keine einfachen Antworten, regt aber zum Nachdenken an. Es geht um das Akzeptieren nachlassender Leistungsfähigkeit, um die Frage, was man sich innerhalb einer Familie schuldet, und darum, dass auch im Herbst des Lebens noch neue Möglichkeiten entstehen können. Gerade die Vater-Tochter-Beziehung zwischen Anton und Emma fand ich besonders gelungen und emotional erzählt.
Mit Anton selbst konnte ich nicht immer mitfühlen, da er stellenweise etwas egozentrisch wirkt. Dennoch macht genau das ihn auch authentisch und menschlich.
Ewald Arenz schreibt gewohnt lebendig, poetisch, humorvoll und gleichzeitig nachdenklich. Sein Gespür für Menschen und ihre Emotionen ist beeindruckend – mit einer scheinbaren Leichtigkeit bringt er große Lebensthemen auf den Punkt. Ein warmherziger Roman, der zeigt, dass jeder Lebensabschnitt seinen eigenen Wert hat.