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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.06.2026

Berührend, lebensklug und voller Menschlichkeit

Fünf, sechs, sieben, acht
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Mit „Fünf, Sechs, Sieben, Acht“ erzählt Ewald Arenz eine berührende Geschichte über das Älterwerden, das Loslassen und die Frage, was bleibt, wenn ein wichtiger Lebensabschnitt endet.

Anton ist leidenschaftlicher ...

Mit „Fünf, Sechs, Sieben, Acht“ erzählt Ewald Arenz eine berührende Geschichte über das Älterwerden, das Loslassen und die Frage, was bleibt, wenn ein wichtiger Lebensabschnitt endet.

Anton ist leidenschaftlicher Stepptänzer, Musik und Tanz sind sein Leben. Umso härter trifft ihn die Kündigung seines Postens am Theater – ausgerechnet seine Tochter Emma soll künftig die Choreografien übernehmen. Obwohl er stolz auf sie ist, überwiegen zunächst Wut, Enttäuschung und die schmerzhafte Erkenntnis, dass er vielleicht doch älter geworden ist, als er sich eingestehen möchte.

Besonders gefallen hat mir, wie feinfühlig Arenz Antons innere Zerrissenheit beschreibt. Gleichzeitig holen ihn Erinnerungen an seine erste große Liebe ein und der Wunsch wächst, sie wiederzufinden. So wird die Geschichte nicht nur zu einer Auseinandersetzung mit dem Alter, sondern auch mit der eigenen Vergangenheit, verpassten Chancen und den Sehnsuchtsorten, die man ein Leben lang im Herzen trägt.

Das Buch liefert keine einfachen Antworten, regt aber zum Nachdenken an. Es geht um das Akzeptieren nachlassender Leistungsfähigkeit, um die Frage, was man sich innerhalb einer Familie schuldet, und darum, dass auch im Herbst des Lebens noch neue Möglichkeiten entstehen können. Gerade die Vater-Tochter-Beziehung zwischen Anton und Emma fand ich besonders gelungen und emotional erzählt.

Mit Anton selbst konnte ich nicht immer mitfühlen, da er stellenweise etwas egozentrisch wirkt. Dennoch macht genau das ihn auch authentisch und menschlich.

Ewald Arenz schreibt gewohnt lebendig, poetisch, humorvoll und gleichzeitig nachdenklich. Sein Gespür für Menschen und ihre Emotionen ist beeindruckend – mit einer scheinbaren Leichtigkeit bringt er große Lebensthemen auf den Punkt. Ein warmherziger Roman, der zeigt, dass jeder Lebensabschnitt seinen eigenen Wert hat.

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Veröffentlicht am 22.06.2026

Die Welt als subjektive Interpretation

Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr
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Mit „Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr“ nimmt Florian Aigner seine Leserinnen und Leser mit auf eine erstaunliche Reise durch die Welt der Physik und Physiologie. Dabei gelingt ihm etwas, das nicht ...

Mit „Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr“ nimmt Florian Aigner seine Leserinnen und Leser mit auf eine erstaunliche Reise durch die Welt der Physik und Physiologie. Dabei gelingt ihm etwas, das nicht viele Sachbuchautoren schaffen: Er erklärt komplexe naturwissenschaftliche Zusammenhänge verständlich, originell und mit einer angenehmen Leichtigkeit.

Besonders spannend fand ich die zentrale Botschaft des Buches: Wir erleben nicht die Welt, wie sie tatsächlich ist, sondern die Version davon, die unser Gehirn aus unzähligen Sinneseindrücken konstruiert. Aigner zeigt eindrucksvoll, dass Farben, Geräusche, Gerüche oder Geschmackserlebnisse keine Eigenschaften der Welt „da draußen“ sind, sondern Ergebnisse physikalischer Prozesse, die erst in unserem Kopf zu einer subjektiven Wirklichkeit werden.

Sehr gelungen sind auch die vielen Beispiele aus dem Tierreich. Sie machen deutlich, wie unterschiedlich Wahrnehmung funktionieren kann und dass unsere menschliche Realität letztlich nur eine von vielen möglichen Sichtweisen auf die Welt ist. Gerade diese Mischung aus Physik, Biologie und philosophischen Fragestellungen hat das Buch für mich besonders lesenswert gemacht.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings beim letzten Kapitel über den sogenannten „6. Sinn“. Obwohl Aigner die Grenzen unseres Wissens über die Komplexität des Lebens durchaus einräumt, werden mögliche Formen von Wahrnehmung jenseits etablierter wissenschaftlicher Erklärungsmodelle für meinen Geschmack etwas zu schnell verworfen. Gerade Phänomene wie Intuition hätten hier aus meiner Sicht eine etwas offenere Betrachtung verdient.

Trotz dieses Einwands ist „Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr“ ein äußerst lesenswertes Sachbuch, das Wissenschaft verständlich vermittelt und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Wer sich für Physik, Wahrnehmung und die großen Fragen rund um unsere Wirklichkeit interessiert, wird hier viele spannende Denkanstöße finden.

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Veröffentlicht am 22.06.2026

Kommunikation und Verständnis im Fokus

Love, Peace & wir
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„Love, Peace & Wir“ punktet mit einem klaren, gut strukturierten Aufbau und vermittelt seine Inhalte verständlich und nahbar. Besonders gelungen fand ich die vielen Beispiele aus dem Alltag von Paaren, ...

„Love, Peace & Wir“ punktet mit einem klaren, gut strukturierten Aufbau und vermittelt seine Inhalte verständlich und nahbar. Besonders gelungen fand ich die vielen Beispiele aus dem Alltag von Paaren, die Themen wie Kommunikation, Verständnis und Konfliktlösung greifbar machen. Wer praktische Denkanstöße für die eigene Beziehung sucht, findet hier einige hilfreiche Impulse.

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Die unterschätzten Schlüssel zu Energie und Gesundheit

Die heimlichen Heldinnen des Stoffwechsels
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"Die heimlichen Heldinnen des Stoffwechsels" hat mir auf verständliche und zugleich wissenschaftlich fundierte Weise gezeigt, wie wichtig Mitochondrien für unsere Gesundheit tatsächlich sind. Dr. Stephan ...

"Die heimlichen Heldinnen des Stoffwechsels" hat mir auf verständliche und zugleich wissenschaftlich fundierte Weise gezeigt, wie wichtig Mitochondrien für unsere Gesundheit tatsächlich sind. Dr. Stephan Barth erklärt eindrucksvoll, dass diese kleinen Zellstrukturen weit mehr leisten als nur Energie zu produzieren. Sie beeinflussen unter anderem Nerven, Hormone und sogar unsere Gene – und damit letztlich unser Wohlbefinden, unsere Belastbarkeit und unsere Gesundheit im Alter.

Besonders spannend fand ich den ganzheitlichen Ansatz des Buches. Es wird deutlich, wie eng Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stressmanagement mit der Funktion unserer Mitochondrien verknüpft sind. Gleichzeitig beleuchtet der Autor auch mögliche negative Auswirkungen von Medikamenten auf den Stoffwechsel – ein Aspekt, der oft zu wenig Beachtung findet.

Trotz der wissenschaftlichen Tiefe bleibt das Buch angenehm verständlich. Zur Hilfe kommen hier auch die sympathischen und zugleich humorvollen Illustrationen von Lea Hümbs, die dem - zum Teil etwas trockenen Fachwissen - etwas Lebendigkeit verleiht. Der integrierte Selbsttest ist ein zusätzliches Highlight, da er hilft, die eigene gesundheitliche Situation besser einzuschätzen und mögliche Ansatzpunkte für Veränderungen zu erkennen.

Wer verstehen möchte, warum Energielosigkeit, chronische Müdigkeit, Heißhunger oder Leistungsabfall entstehen können und was man selbst dagegen tun kann, findet hier viele wertvolle Informationen. Ein äußerst lesenswertes Sachbuch für alle, die sich intensiver mit Gesundheit, Stoffwechsel und Prävention beschäftigen möchten.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Zwischen Kunst, Manipulation und Abhängigkeit

The Artist
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„The Artist“ von Lucy Steeds hat mich komplett überrascht und begeistert. Die Geschichte entfaltet in diesem abgelegenen Dorf in der Provence eine ganz besondere Atmosphäre – ruhig und gleichzeitig beklemmend. ...

„The Artist“ von Lucy Steeds hat mich komplett überrascht und begeistert. Die Geschichte entfaltet in diesem abgelegenen Dorf in der Provence eine ganz besondere Atmosphäre – ruhig und gleichzeitig beklemmend. Vor allem die Dynamik zwischen Joseph, dem berühmten Künstler Tata und Ettie fand ich faszinierend. Obwohl die drei so unterschiedlich sind, verbindet sie die Kunst auf eine intensive und teilweise zerstörerische Weise.

Besonders spannend fand ich Joseph als Figur: ein sensibler Kunstliebhaber und Journalist, der sich freiwillig dem toxischen Verhalten des Malers aussetzt, absolut geblendet von dessen Ruhm und Ausstrahlung. Gleichzeitig wird immer deutlicher, wie manipulativ und kontrollierend Tata eigentlich ist. Für mich steht er sinnbildlich für das Patriarchat – ein Mann, der seine Macht mit aller Gewalt festhält und dabei längst den Bezug zu anderen Menschen und auch zu sich selbst verloren hat. Gerade Etties Situation ging mir dabei sehr nahe. Sie ist zunächst in ihrer Situation gefangen - durch Abhängigkeit, Kontrolle und Angst.

Lucy Steeds schafft es wirklich beeindruckend, die frauenverachtenden Strukturen der damaligen Zeit sichtbar zu machen. Auch die Schrecken des Krieges lässt die Autorin gekonnt miteinfließen. Interessant ist, dass sie dabei nie die grausamen Schlachten im Blickfeld hat, sondern die einzelnen Beteiligten, die mehr oder weniger freiwillig, dabei waren. Auch die medizinischen Absurditäten - nur Männer sind Ärzte - oder Elektroschockbehandlungen - zeigen das Ausmaß des monströsen Irrsinns. Das Buch zeigt schonungslos die Irrwege einer Männer-dominierten Welt - in der selbst die Kunst nicht ihrer selbst willen gefeiert wird - sondern als Wertobjekt vergöttert und entwertet wird.

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