Hedda hat eine Lebenskrise. Ihre Doktorarbeit raubt ihr den letzten Nerv, während sie zum ersten Mal schwanger ist, von ihrem Freund, der ihr eigentlich zu Füßen liegt. Eigentlich - bis doch alles schrecklich schiefgeht.
Und dann taucht auch noch ihr Vater wieder auf - Ex-Dotcom-Milliardär, charismatisch, ambitioniert, na ja: größenwahnsinnig und immer gerade so am Rande der Legalität balancierend.
In der Folge trifft Hedda eine Reihe semiguter Entscheidungen, denn semigute Entscheidungen liegen nun mal in der Familie, und diese Tradition schreibt sie mustergültig fort. Kann sie sich befreien aus dem selbst herbeigeführten Chaos und den Dynamiken ihres dysfunktionalen Umfelds?
Der Roman ist in einer klaren und direkten Sprache formuliert und bringt die Dinge auf den Punkt. Hedda befindet sich mitten in einer Lebenskrise, ihr gesamtes Leben steht am Wendepunkt, ihre Masterarbeit ...
Der Roman ist in einer klaren und direkten Sprache formuliert und bringt die Dinge auf den Punkt. Hedda befindet sich mitten in einer Lebenskrise, ihr gesamtes Leben steht am Wendepunkt, ihre Masterarbeit bekommt sie nicht fertig, privat kriselt es, ihre Kindheit holt sie ein und emotional ist sie am Tiefpunkt. Es ist interessant zu beobachten, wie kleine Situationen oder Konflikte in alle Lebensbereiche einwirken und das Leben von Hedda komplett und nachhaltig verändern. Es werden Alltagssituationen und Probleme beschrieben, aber bei Hedda spitzt es sich zu, sodass eine Eskalation absehbar wirkt. Hedda wird vielschichtig beschrieben, wie sie auf andere wirkt, aber auch wie sie selbst Situationen einschätzt, verdrängt und welche Gedanken sie sich macht. Die Grundstimmung ist durchgehend düster, teilweise trostlos, manchmal blitzt ein kleiner Hoffnungsschimmer durch. Für Leser*innen, die sich selbst gerade in einer deprimierenden, gefühlt ausweglosen Situation befinden, würde ich das Buch nicht empfehlen, denn es wirkt nach.
Dieses Buch hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Einerseits fand ich die Grundidee spannend, andererseits konnte mich die Geschichte nicht durchgehend überzeugen.
Was mir gut gefallen hat, ...
Dieses Buch hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Einerseits fand ich die Grundidee spannend, andererseits konnte mich die Geschichte nicht durchgehend überzeugen.
Was mir gut gefallen hat, war der Blick auf drei Generationen und darauf, wie sich bestimmte Muster innerhalb einer Familie immer wiederholen. Das wurde nachvollziehbar und stellenweise auch sehr eindrücklich dargestellt. Vor allem durch die zwei Zeitebenen – Heddas Kindheit und ihr heutiges Leben – versteht man nach und nach, warum die Figuren so handeln, wie sie handeln.
Hedda selbst war für mich die Figur, mit der ich am meisten mitgefühlt habe. Sie trägt unglaublich viel mit sich herum und wirkt oft, als würde sie mit ihren Sorgen und Problemen allein gelassen werden. Gerade die Enttäuschungen rund um ihren Vater haben mich beim Lesen beschäftigt. Seine großen Versprechungen, seine Fantasie und seine Ideen klangen oft wunderschön, wurden aber nur selten eingelöst. Das hat mich beim Lesen immer wieder traurig gemacht und erklärt vieles von Heddas späterem Verhalten.
Generell sind die Figuren gut ausgearbeitet. Selbst wenn ich manche Entscheidungen überhaupt nicht nachvollziehen konnte oder beim Lesen nur den Kopf geschüttelt habe, waren die Charaktere nicht eindimensional. Man versteht, woher ihre Verhaltensweisen kommen.
Gleichzeitig war genau dieses ständige Chaos auch mein größtes Problem mit dem Buch. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass wirklich niemand einmal zur Ruhe kommt oder aus den eigenen Mustern ausbrechen kann. Das machte die Geschichte zwar realistisch, war für mich aber auf Dauer auch anstrengend. Statt Spannung oder Entwicklung empfand ich manche Situationen irgendwann eher als Wiederholung derselben Probleme.
Dadurch fiel es mir teilweise schwer, eine echte Verbindung zur Geschichte aufzubauen. Ich habe das Buch zwar gerne weitergelesen, weil ich wissen wollte, wie sich alles entwickelt, aber emotional hat es mich nicht so stark erreicht, wie ich es mir erhofft hatte.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, sodass sich das Buch insgesamt gut lesen lässt. Auch das Cover gefällt mir sehr gut und passt für mich zur Stimmung der Geschichte.
Am Ende bleibt für mich eine interessante Familiengeschichte mit gut gezeichneten Figuren und einer nachvollziehbaren Darstellung generationsübergreifender Prägungen. Gleichzeitig war mir das dauerhafte Chaos stellenweise zu viel, und ich hätte mir mehr Entwicklung, mehr Hoffnung oder zumindest etwas mehr Leichtigkeit gewünscht.
Wer gerne turbulente Familiengeschichten liest, in denen Menschen mit ihren Fehlern, Verletzungen und familiären Altlasten kämpfen, könnte hier durchaus fündig werden. Für mich war es ein solides Buch mit Stärken und Schwächen
Hedda steht kurz vorm Abschluss ihres Masters, als etwas unvorhergesehenes ihr Leben durcheinander wirbelt. Sie wird schwanger, aber um sie herum entsteht Chaos. Und ein Drama ist vorprogrammiert….
Mir ...
Was ein Chaos
Hedda steht kurz vorm Abschluss ihres Masters, als etwas unvorhergesehenes ihr Leben durcheinander wirbelt. Sie wird schwanger, aber um sie herum entsteht Chaos. Und ein Drama ist vorprogrammiert….
Mir hat vor allem die Sprache im Roman zugesagt. Alltagsnah, authentisch und mit sprachlichen Mitteln ließ sich das Buch sprachlich gut lesen. Mit viel Feingefühl konnte ich mir die einzelnen Situationen visualisieren.
Die Sprache hilft mir jedoch nicht über das Chaos bei Charakteren und Handlung hinweg. Hedda ist in ihrer eigenen Welt gefangen und ignoriert die Realität. Ihr Vater war früher nicht besser- ich kann nicht zu 100% nachvollziehen, was mit ihm los ist. Die anderen Charaktere sind auch nicht besser organisiert.
Was ich erkenne auch wenn es nicht offen ausgesprochen wird: die Charaktere brauchen professionelle Hilfe, um aus ihrer eigenen Welt zu flüchten. Im alltäglichen Leben sieht man die Leute ohne Kontrolle über ihre Finanzen und Lebensumstände nicht bewusst. Sie verstehen es oft, sich zu tarnen, wie der Roman versucht zu zeigen. Dadurch verschärft sich das Chaos und die Flucht erschwert sich.
Ich gebe den Roman voller Wirrwarr, aber mit wichtiger Botschaft, drei Sterne. Die Charaktere und Story sind wirr, sodass die Botschaft nahezu untergeht. Der Fokus auf die Botschaft und mögliche Hilfe (Gruppen etc.) wäre deutlich besser gewesen.
Hedda steckt tief in der Krise. Die Masterarbeit zieht sich ewig hin, die Beziehung zu ihrem Freund gerät ins Wanken, und dann taucht auch noch ihr Vater wieder auf, ein Ex-Dotcom-Milliardär mit einem ...
Hedda steckt tief in der Krise. Die Masterarbeit zieht sich ewig hin, die Beziehung zu ihrem Freund gerät ins Wanken, und dann taucht auch noch ihr Vater wieder auf, ein Ex-Dotcom-Milliardär mit einem Hang zum Größenwahn und einer losen Beziehung zur Legalität. Was das Buch dabei von Anfang an klar macht: Hedda ist nicht einfach in eine Krise hineingestolpert, sie wurde von klein auf in ein dysfunktionales Umfeld hineingeboren, das ihr nie wirklich gezeigt hat, wie ein stabiles Leben aussehen kann. Und so trägt sie dieses Erbe mit sich, trifft eine schlechte Entscheidung nach der nächsten, und man beobachtet das als Leserin mit einer Mischung aus Mitgefühl und leichter Verzweiflung.
Das Buch stellt sich selbst keine einfachen Fragen. Es geht um Themen wie generationelle Prägungen, psychische Belastungen und die Frage, wie sehr uns unsere Kindheit als Erwachsene noch im Griff hat, und das alles ohne erhobenen Zeigefinger. Heddas Figur ist dabei komplex und widersprüchlich, sie ist sarkastisch, intelligent, manchmal unangenehm, aber irgendwie auch nachvollziehbar. Auch das Cover hat mich direkt angesprochen, die erschöpfte Frau mit dem Kopf auf dem Tisch trifft die Stimmung des Buches ziemlich genau. Und der Schreibstil selbst ist modern und bildhaft, man liest sich gut durch die Seiten.
Die Erzählstruktur ist bewusst chaotisch gehalten, Rückblenden und Gegenwart wechseln ohne klare Ankündigung, und das hat mich gerade zu Beginn mehr verwirrt als fasziniert. Es braucht eine Weile, bis man den Dreh raus hat, und nicht jede Verwirrung fühlte sich dabei wie ein bewusstes Stilmittel an, sondern manchmal einfach wie Orientierungslosigkeit. Dazu kommt, dass Hedda über das gesamte Buch hinweg kaum eine echte Entwicklung durchmacht. Sie bleibt sich selbst treu, was einerseits realistisch ist, andererseits aber auch frustrierend, weil man als Leserin irgendwann auf irgendeinen Moment der Erkenntnis hofft, der dann so nicht kommt. Auch das Ende wirkte auf mich etwas unfertig, als wären noch Seiten übrig gewesen, die nie geschrieben wurden.
Fazit: 'Chaos' ist kein Buch für zwischendurch, und das ist sowohl Stärke als auch Schwäche. Wer experimentelle Strukturen mag, sich gerne auf schwierige Figuren einlässt und kein sauberes Happy End braucht, wird hier durchaus etwas finden. Wer aber eine greifbare Entwicklung oder klare Emotionen erwartet, könnte sich ähnlich fühlen wie Hedda selbst: irgendwie taub. Drei Sterne von mir, denn die Ansätze sind interessant, aber die Umsetzung hat mich nicht vollständig erreicht.
Der Titel „Chaos“ trifft den Roman sehr gut. Schon zu Beginn kam mir die Erzählstruktur äußerst chaotisch vor und mehr als einmal dachte ich, wie passend dieser Titel gewählt ist. Es hat einige Zeit gedauert, ...
Der Titel „Chaos“ trifft den Roman sehr gut. Schon zu Beginn kam mir die Erzählstruktur äußerst chaotisch vor und mehr als einmal dachte ich, wie passend dieser Titel gewählt ist. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich die verschiedenen Erzählebenen richtig erfassen konnte, da die Handlung ohne klare Struktur zwischen Rückblicken und gegenwärtigen Ereignissen wechselt. Möglicherweise ist dieses Stilmittel bewusst eingesetzt worden, um das chaotische Leben der Protagonistin Hedda widerzuspiegeln.
Im Mittelpunkt steht die junge Hedda, deren Lebensgeschichte zeigt, wie stark Kindheitserfahrungen das spätere Erwachsenenleben prägen können. Sie wächst in einer wohlhabenden, aber emotional problematischen Familie auf. Geld scheint in ihrer Familie wichtiger zu sein als zwischenmenschliche Werte. Der Besitz einer Privatinsel wird fast selbstverständlich betrachtet. Hedda lernt dadurch kaum, wie man Beziehungen aufbaut oder Empathie entwickelt. Diese Defizite begleiten sie bis ins Erwachsenenalter.
Auch ihr späteres Leben verläuft chaotisch. Sie scheitert an ihrer Masterarbeit und eine Fehlgeburt wirft sie völlig aus der Bahn. Ihre finanzielle Probleme zeigen, dass sie, ähnlich wie ihr Vater, keinen gesunden Umgang mit Geld entwickelt hat. Besonders die Darstellung der familiären Prägungen fand ich interessant und nachvollziehbar.
Schwieriger fand ich jedoch den Zugang zu den Figuren. Fast alle Charaktere blieben für mich auf Distanz. Hedda selbst wirkte oft emotionslos und wenig empathisch, während ihr Vater mit seinem Größenwahn teilweise geradezu krankhafte Züge zeigt. Lediglich der Großvater brachte etwas Wärme und Menschlichkeit in die Geschichte.
Insgesamt bietet Chaos interessante Gedanken über familiäre Prägungen und die Folgen einer dysfunktionalen Kindheit.