Toll
Die erwachsenen Geschwister Ulrika, Andrea und Rasmus müssen sich, nach dem Tod des Vaters, gemeinsam um ihre Mutter kümmern. Es stehen Entscheidungen für die Zukunft der Familie an, zum Beispiel das erste ...
Die erwachsenen Geschwister Ulrika, Andrea und Rasmus müssen sich, nach dem Tod des Vaters, gemeinsam um ihre Mutter kümmern. Es stehen Entscheidungen für die Zukunft der Familie an, zum Beispiel das erste Weihnachten ohne den Vater, wer erbt das Haus usw. Dadurch kommen alte Konflikte in der Familie wieder hoch und verdrängte Erinnerungen kehren zurück.
Was für ein großartiger Roman. Nachdem ich schon begeistert von den beiden vorherigen Büchern war, musste ich dieses natürlich auch lesen. Ich selbst habe keine Geschwister und war mir nicht klar ob ich die Personen im Buch so nachempfinden kann. Und wie ich das konnte. Grundverschieden sind die drei Charaktere. Andrea fühlt sich nicht gesehen, Ulrika hatte viel Pech im Leben, ist ihrer Mutter sehr nah und Rasmus? Ja, gefühlt ist er einfach nur da aber er geht Konflikten aus dem Weg, will nicht auffallen. Diese Verhaltensmuster kennen sie aus ihrer Kindheit und die lernen wir in Rückblenden sehr gut kennen. Wie bei Moa Herngren bekannt, erzählt jeder Protagonist aus seinem jeweiligen Blickwinkel. Dabei erhält der Leser einen vielschichtigen Eindruck der Familiengeschichte. Und hier wird ganz deutlich klar wie unterschiedlich die Menschen sind und wie subjektiv Erinnerungen sein können. Der Schreibstil ist ruhig und ganz präzise. Wir lesen viele alltägliche Geschichten, die sicher dem ein oder anderen Leser bekannt vorkommen dürften. Und gerade in diesen vielen kleinen Momenten, werden die Konflikte sehr deutlich.
Für mich ein besonderes Buch mit herausragender psychologischer Tiefe, dass ich euch natürlich wärmstens empfehle.