Ein Finale auf Augenhöhe mit kleinen Startschwierigkeiten
Mit „The Games We Play“ führt Anna Lane ihre Boston-Reihe zu einem runden Ende. Im Mittelpunkt stehen Harper und der ehemalige Football-Profi Everett, deren gemeinsame Vergangenheit von einem tiefen Bruch ...
Mit „The Games We Play“ führt Anna Lane ihre Boston-Reihe zu einem runden Ende. Im Mittelpunkt stehen Harper und der ehemalige Football-Profi Everett, deren gemeinsame Vergangenheit von einem tiefen Bruch überschattet wird. Als sie für ein TV-Format beruflich kooperieren müssen, prallen alte Wunden und ungeklärte Fragen aufeinander.
Die Geschichte besticht vor allem durch ihre authentischen Zwischentöne. Lane verzichtet dankenswerterweise auf toxische Dynamiken. Everett wird trotz seines Rufs nicht als typischer Draufgänger dargestellt, sondern begegnet Harper mit tiefem Respekt und lässt ihr den Vortritt, statt sie zu bevormunden. Auch das schwierige Familienkonstrukt rund um Harpers Bruder und die Sportwelt wirkt greifbar und schmerzhaft echt. Schade ist nur, dass der Einstieg unnötig gedehnt wirkt. Das Zögern vor der Zusammenarbeit nimmt viel Tempo weg, und die plötzliche Versöhnung bezüglich des alten Verrats wird etwas zu schnell abgehakt. Hier verschenkt die Handlung Potenzial, das im späteren Verlauf durch liebevolle Details – wie die rührende Interaktion mit älteren Nebencharakteren – wieder wettgemacht wird.
Lanes Schreibstil trägt die emotionale Tiefe der Erzählung mühelos. Ihre Sprache ist modern, flüssig und angenehm unaufgeregt. Sie schafft es, die Balance zwischen humorvollem Schlagabtausch und verletzlichen Momenten zu halten, ohne in kitschige Klischees abzudriften. Besonders stark zeigt sich ihr Stil in den leisen Passagen: Sie zeichnet ihre Charaktere mit feiner Klinge und transportiert echte Gefühle, anstatt auf das ganz große, laute Drama zu setzen. Wer tiefgründige Liebesgeschichten mit spürbarer Entwicklung schätzt, wird dieses Buch trotz kleinerer Längen sehr genießen.