Cover-Bild Yesteryear
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 29.04.2026
  • ISBN: 9783641337773
Caro Claire Burke

Yesteryear

Roman
Dietlind Falk (Übersetzer), Lisa Kögeböhn (Übersetzer)

Mit bedrucktem Transparentumschlag und hochwertig veredeltem Bezug

Ihr Leben ist perfekt - solange man nicht hinter die Kulissen schaut

Natalie Heller Mills hat alles: eine malerisch renovierte Farm, sechs Kinder, die um ihre Liebe buhlen, und einen Mann, der in Cowboystiefeln immerhin eine gute Figur abgibt. Vom Sauerteig bis zur Kindererziehung, nichts scheint ihr zu misslingen. Kein Wunder also, dass Millionen von Menschen ihr folgen, ihre Videos schauen, ihre Bilder anklicken. Sie gibt ihnen das, was sie wollen: eine heile Welt. Skandale werden unter den Teppich gekehrt, da, wo sie hingehören.

Doch eines Tages wacht Natalie auf und sieht sich mit einer unbequemen Frage konfrontiert: Was wäre, wenn sie keine Nannys beschäftigen könnte, es keine helfenden Hände auf der Farm gäbe, kein Produktionsteam? Was wäre, wenn sie auf einmal das Leben führen müsste, das sie immer vorgetäuscht hat?

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei PMelittaM in einem Regal.
  • PMelittaM hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.07.2026

Der Tradwife Hölle

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Natalie Heller Mills wächst in einer sehr christlich geprägten Umwelt auf, heiratet noch während des Studiums und wird schnell schwanger, so dass sie ihr Studium abbricht. Mit ihrem Ehemann Caleb kauft ...

Natalie Heller Mills wächst in einer sehr christlich geprägten Umwelt auf, heiratet noch während des Studiums und wird schnell schwanger, so dass sie ihr Studium abbricht. Mit ihrem Ehemann Caleb kauft sie eine Farm in Idaho und bekommt weitere Kinder. Ihre Instagramposts, in denen sie ihr traditionelles, christliches Leben zeigt, locken zunehmend Follower an, so dass sie bald gut als Influencerin verdient.

Eines Tages wacht sie auf und findet sich offenbar im 19. Jahrhundert wieder.

Ich muss sagen, ich war sehr neugierig auf diesen Roman, und er hat mich tatsächlich sehr schnell gepackt. Erzählt wird in drei Abschnitten, betitelt mit „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“, wobei der mittlere, also Vergangenheit, den meisten Raum einnimmt. Zunächst erlebt man Natalie in ihrem Leben als auf Instragram postende Tradwife, und hier wird schon klar, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Dann folgt der Break, Natalie erwacht in einem Leben, das nicht das ihre sein kann, oder doch? Parallel dazu erfahren wir ihre Lebensgeschichte, ihre Kindheit, ihr Studium ihre Ehe, wie sie zur Influencerin wurde, und manches mehr. Im letzten Abschnitt gibt es dann das Danach.

Natalie ist von Anfang an unsympathisch, ich kann mir tatsächlich nicht vorstellen, dass jemand der Lesenden sie mögen könnte. Nach außen hin zeigt sie sich auf eine Weise, die nicht wirklich mit ihrem Innenleben zusammenpasst, sie spielt eine Rolle. Die Autorin lässt sie selbst in ich-Form erzählen, so dass man nicht nur ihr Handeln erfährt, sondern auch ihre Gedanken und Emotionen. Und da ist sie erschreckend, missgünstig, egoistisch, manipulierend, und, was ihre Wortwahl angeht, sehr obszön.

Ihr Umfeld, das wir natürlich subjektiv gefärbt erfahren, ist, man möchte fast sagen, auch nicht besser, wobei das natürlich nicht ganz stimmt. Es gibt aber eine ganze Reihe wichtiger Personen, die mich ähnlich abgestoßen haben. Das hat auch mit dem aktuellen Bezug zu tun, der vielleicht nicht immer offensichtlich, aber sehr passend ist.

Selten habe ich einen Roman gelesen, bei dem ich, wie hier, nicht wusste, ob ich lachen, weinen oder einfach nur abgestoßen sein soll. Und genau das hat mich wahrscheinlich auch gefesselt. Es ist wie eine Katastrophe, bei der man nicht hinsehen will, es aber dennoch tut, weil sie eine eigene, wenn auch ungute Faszination hat. Dieser Roman schrecklich aktuell und voll mit tiefschwarzem Humor, Szenen, die man gar nicht glauben mag, und einem hohen Unterhaltungswert, wenn man sich darauf einlässt.

Nach dem Break habe ich lange überlegt, wie es erklärt werden wird, dass sich Natalie auf einmal in einer anderen Zeit wiederfindet. Es gibt den einen oder anderen Hinweis, und dennoch hat es mich überrascht. Zum Glück ist die Auflösung nachvollziehbar, so dass der Roman mich auch am Ende überzeugen konnte.

„Yesteryear“ ist ein Roman, auf den man sich einlassen muss, denn seine Protagonistin ist alles andere als sympathisch, und viele ihre Handlungen, vor allem auch ihrer Gedanken und Emotionen, sind eher erschreckend, der Roman ist bitterböse und voll schwarzem Humor. Mich hat er tatsächlich sehr fesseln können, ich schwankte ständig zwischen Unglauben, Lachenmüssen und Kopfschütteln. Caro Claire Burk hat mich mit ihrem Debütroman sehr neugierig auf weitere Werke gemacht.

Veröffentlicht am 04.05.2026

Hässliches Amerika

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Yesteryear hat mich absolut faszinierend.
Es geht um Natalie, eine Vorzeigemutter und eingefleischte Christin, die ihr perfektes Leben auf Instagram präsentiert und damit eine Menge Geld verdient.
Dann ...

Yesteryear hat mich absolut faszinierend.
Es geht um Natalie, eine Vorzeigemutter und eingefleischte Christin, die ihr perfektes Leben auf Instagram präsentiert und damit eine Menge Geld verdient.
Dann wird sie gezwungen, wie im 19. Jahrhundert zu leben, ohne Personal und sonstige Hilfen.

Die perfekte Fassade bekommt schnell Risse und in den Rückblendesequenzen wird deutlich, dass eigentlich nichts so ist, wie Natalie es propagiert.

Dieses Buch zeigt für mich einiges sehr deutlich: Social Media ist das Letzte und absolut unnötig, was interessiert mich das gefilterte Leben anderer? Das dortige darstellen von Kindern ist allerdings nicht nur überflüssig, sondern Kindesmisshandlung!
Aber vor allem: Religion ist teuflisch, was hätte aus Natalie alles werden können, wäre sie nicht so indoktriniert aufgewachsen.

Das Umfeld, die Familie erinnert mich sehr an Trump: Reich, weiß, wenig gebildet, machthungrig und in seiner Beschränktheit höchst gefährlich. Ein hässliches Bild von Amerika.

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Veröffentlicht am 12.05.2026

Perfektion mit Rissen

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Mit Yesteryear gelingt ein gesellschaftskritischer Roman, der durch seine aktuelle und spannende Thematik sofort fesselt. Besonders beeindruckend ist die Art, wie das Buch die Tradwife-Bewegung analysiert, ...

Mit Yesteryear gelingt ein gesellschaftskritischer Roman, der durch seine aktuelle und spannende Thematik sofort fesselt. Besonders beeindruckend ist die Art, wie das Buch die Tradwife-Bewegung analysiert, kritisch hinterfragt und verdeutlicht, wie trügerisch die perfekte Online-Welt sein kann. Nicht alles ist so, wie es durch die Social-Media-Brille erscheint – genau das macht die Geschichte so erschreckend aktuell.

Die Protagonistin Nathalie verkörpert das propagierte traditionelle Rollenbild zunächst nahezu perfekt. Doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto stärker bröckelt die Fassade. Nathalie entwickelt sich enorm: von einer zunächst sympathisch wirkenden Frau hin zu einem extrem verzerrten Selbstbild und beinahe paranoidem Verfolgungswahn. Gerade diese psychologische Tiefe macht sie als Figur unglaublich faszinierend, auch wenn manche Charakterzüge und Szenen stellenweise etwas überzogen wirken. Besonders ihre widersprüchliche Haltung gegenüber ihrem Mann sowie ihre mangelnde Erziehungskompetenz sorgen immer wieder für Irritation.

Sehr gelungen fand ich außerdem die verschiedenen Zeitstränge zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Vor allem der Handlungsstrang der Pionierzeit ließ mich anfangs ratlos zurück, entwickelte aber gerade dadurch einen enormen Sog. Die zahlreichen Plot Twists und Zeitsprünge machen das Buch außergewöhnlich spannend. Hinzu kommt der bildhafte Schreibstil, der die düstere Atmosphäre und die Abgeschiedenheit perfekt transportiert.

Insgesamt ist Yesteryear ein intensives, nachhallendes Werk, das zum Nachdenken anregt – insbesondere für Leserinnen und Leser, die sich kritisch mit traditionellen Rollenbildern auseinandersetzen möchten. Gleichzeitig eignet sich das Buch hervorragend für Lesekreise, da es viel Diskussionspotenzial bietet.

Trotz kleiner Schwächen und teilweise überzogener Szenen vergebe ich starke 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Klasse

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4,5/5 Sternen

Was für eine wilde Fahrt, was für ein fantastischer Debütroman!

Natalie ist Influencerin, geliebt (und beobachtet) von Millionen Fans.
Ihr sorgfältig inszenierter „einfacher und ursprünglicher“ ...

4,5/5 Sternen

Was für eine wilde Fahrt, was für ein fantastischer Debütroman!

Natalie ist Influencerin, geliebt (und beobachtet) von Millionen Fans.
Ihr sorgfältig inszenierter „einfacher und ursprünglicher“ Lebensstil als Trad Wife mit eigener Farm und ihre große, scheinbar heile Familie haben ihr Ruhm in den sozialen Medien eingebracht. Doch je größer der Ruhm, desto größer auch der Druck, Perfektion darzustellen. Ihr ganzer Alltag ist bis ins kleinste Detail konstruiert. Und das ist auch nötig, denn die reale Natalie hat mit der liebenden Ehefrau und aufopfernden Mutter kaum Ähnlichkeiten.

Und dann wacht sie plötzlich im 19. Jahrhundert auf. All die (vor ihren Followern versteckten) Annehmlichkeiten des modernen Lebens sind weg, die Nannys sind weg, die Farmhelfer sind weg – es bleiben verschlissene Kleidung, eine Außentoilette, ein eisiges und heruntergekommenes Zuhause und täglich stundenlang harte Arbeit.
Natalie versteht nicht, was passiert ist: Steckt sie unwissentlich in einer Reality-Show fest? Ist sie durch die Zeit gereist?

Tradwives sind seit geraumer Zeit auf Social Media sehr präsent und haben gefühlt ein Stück weit den Mommy-Blogger-Boom abgelöst (hello Ruby Franke und Ballerina Farm). Perfekt gekleidet, streng christlich, (MAGA), immer mit einem Lächeln im Gesicht, präsentieren sie sich als die „perfekten“ Mütter und Ehefrauen.

Mit dem Wissen, dass ein Leben in völliger Unterwerfung unter den Ehemann/und Gott für viele Frauen tatsächlich Realität ist, kommt man bei diesen Online-Präsenzen als Außenstehender dennoch nicht umhin, sich zu fragen, wie viel von dem, was dort dargestellt wird, tatsächlich der Wahrheit entspricht.

Das Buch gliedert sich in drei Teile: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Den größten Teil nimmt die Gegenwart ein, in der wir in abwechselnden Kapiteln erleben, wie Natalie ihr Leben (räusper – ihr „Unternehmen“) aufbaut und wie sie mit dem Leben in der Pionierzeit klarkommt.
Ich fand beide Zeitstränge gleichermaßen spannend und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Natalie ist ein interessanter, komplexer Charakter, und auch wenn sie sich schon auf den ersten Seiten unbeliebt macht, fand ich ihren Ehemann und generell das System, in dem sie aufgewachsen ist und feststeckt, mindestens genauso schlimm. In Natalies Kopf blicken zu dürfen und ihre inneren Monologe zu erleben, fand ich sehr unterhaltsam.

Es werden viele Themen im Laufe der Geschichte angesprochen: Religion und Glaube, Verschwörungstheorien, postpartale Depression, mentale Gesundheit, Misogynie, die Scheinwelt der sozialen Medien sowie der Druck, eine Frau und Mutter zu sein.
Die Autorin geht bei der Schilderung dieser Themen sehr schonungslos vor, was mir gut gefallen hat.

Das Ende fand ich sehr gelungen.
Ich habe durchweg versucht herauszufinden, was da vor sich geht, und mich gefragt, wie die Autorin die beiden Zeitlinien zusammenführen wird – auf den Twist bin ich aber tatsächlich nicht gekommen.

Volle 5 Sterne gibt es von mir nicht, vor allem weil es eine bestimmte Szene gab, die einen sehr bitteren Beigeschmack hinterlassen hat.

Ich kann das Buch absolut empfehlen, denke aber, dass der Lesespaß unter anderem davon abhängt, wo man sich selbst politisch/religiös einordnet. Für Tradwives ist das Buch sicherlich nichts 😅

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Perfektion mit Rissen

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Yesteryear von Caro Claire Burke ist ein außergewöhnliches Buch, das mich auf eine Weise überrascht hat, mit der ich nicht gerechnet hatte. Schon nach den ersten Kapiteln war ich tief in der ...

Yesteryear von Caro Claire Burke ist ein außergewöhnliches Buch, das mich auf eine Weise überrascht hat, mit der ich nicht gerechnet hatte. Schon nach den ersten Kapiteln war ich tief in der Geschichte gefangen und konnte kaum das Ende abwarten. Die Autorin schafft es, eine intensive Atmosphäre aufzubauen und Themen anzusprechen, die zugleich faszinierend und verstörend sind.

Besonders eindrucksvoll ist der Blick auf das Konzept der sogenannten „Tradwife“ und die damit verbundenen gesellschaftlichen Spannungen. Ein prägnantes Beispiel dafür ist die Passage:
»Trad ist die Kurzform für traditional. Manche Leute würden Ehefrauen wie mich so bezeichnen. Wir führen ja auch eine traditionelle Ehe.«
Mit »manche Leute« meinte ich die Wütenden Weiber. Sie waren es, die mich Tradwife nannten, die das Trad ausspuckten, als stünde es für etwas Schlimmes, als wäre traditionell in der Welt normaldenkender Menschen nichts Gutes. (S. 19)

Hier zeigt sich bereits früh, wie geschickt Burke gesellschaftliche Zuschreibungen und persönliche Wahrnehmung miteinander verwebt. Die Hauptfigur bewegt sich in einer scheinbar perfekten Welt, die jedoch zunehmend Risse bekommt. Diese Ambivalenz wird auch in folgendem Zitat deutlich:
„Manchmal wurde mir fast schlecht, wenn ich darüber nachdachte, wie perfekt mein Leben war und wie gut mir alles gelang.“ (S. 373)

Gerade diese unterschwellige Unruhe macht den Reiz des Buches aus und treibt die Handlung immer weiter voran. Man fiebert mit, stellt Fragen und beginnt, die Realität der Protagonistin zu hinterfragen.

Trotz der starken Spannung und der gelungenen thematischen Umsetzung hat mich das Ende allerdings etwas zwiegespalten zurückgelassen. Es kam überraschend abrupt und konnte mich nicht gänzlich überzeugen. Nach dem intensiven Aufbau hätte ich mir einen runderen, vielleicht auch mutigeren Abschluss gewünscht.

Insgesamt bleibt Yesteryear jedoch ein packendes und ungewöhnliches Werk, das noch lange nachwirkt und zum Nachdenken anregt – auch wenn es am Schluss nicht ganz das einlöst, was es zuvor verspricht.

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