Berührend
Pina fällt ausNachdem ich vor 1,5 Jahren „Ava liebt noch“, den Debütroman von Vera Zischke, verschlungen habe und er ein absolutes Highlight für mich war, konnte ich es kaum erwarten, ihr neues Buch in den Händen zu ...
Nachdem ich vor 1,5 Jahren „Ava liebt noch“, den Debütroman von Vera Zischke, verschlungen habe und er ein absolutes Highlight für mich war, konnte ich es kaum erwarten, ihr neues Buch in den Händen zu halten.
Auch diesmal tauchen wir in das Leben einer Frau im mittleren Alter ein. Für Pina gibt es eigentlich nur einen Lebensinhalt: ihren Sohn Leo. Als alleinerziehende Mutter kümmert sie sich seit 20 Jahren mit viel Herz um Leos besondere Bedürfnisse. Als sie aufgrund eines komplizierten gesundheitlichen Vorfalls im Krankenhaus landet, stellt sich die Frage: Wer kümmert sich nun um Leo?
Wer außer ihr kann ihn so annehmen, wie er ist, und sich auf seine benötigte Tagesstruktur einlassen?
Wie auch schon bei ihrem ersten Roman fand ich den Schreibstil der Autorin sehr angenehm zu lesen, und den bunt zusammengewürfelten Haufen an Charakteren habe ich schnell ins Herz geschlossen.
Ganz so ein Highlight wie „Ava liebt noch“ war „Pina fällt aus“ für mich jedoch leider nicht. Der Funke ist einfach nicht komplett übergesprungen, auch wenn ich gar nicht genau sagen kann, woran es gelegen hat.
Trotz der sehr ernsten Themen ist es der Autorin gut gelungen, eine passende Menge Humor einfließen zu lassen.
Ich musste während des Lesens lachen und schmunzeln, aber auch schwer schlucken und die ein oder andere Träne wegwischen.
Das Buch regt zum Nachdenken an und ist durchweg sehr bewegend. Inklusion, Mutterschaft, Care-Arbeit, Einsamkeit sowie die Sehnsucht nach Liebe, Verbindung und Anerkennung – durch die vielen, sehr unterschiedlichen Charaktere rückt so einiges in den Fokus.
Nur die Kapitel aus Sicht eines bestimmten Charakters haben sich für mich nicht ganz stimmig angefühlt und wirkten stellenweise etwas zu lang.
Von mir gibt es 4.25/5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!