Profilbild von the_literary_wildflower

the_literary_wildflower

Lesejury Profi
offline

the_literary_wildflower ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit the_literary_wildflower über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Berührend

Pina fällt aus
0

Nachdem ich vor 1,5 Jahren „Ava liebt noch“, den Debütroman von Vera Zischke, verschlungen habe und er ein absolutes Highlight für mich war, konnte ich es kaum erwarten, ihr neues Buch in den Händen zu ...

Nachdem ich vor 1,5 Jahren „Ava liebt noch“, den Debütroman von Vera Zischke, verschlungen habe und er ein absolutes Highlight für mich war, konnte ich es kaum erwarten, ihr neues Buch in den Händen zu halten.

Auch diesmal tauchen wir in das Leben einer Frau im mittleren Alter ein. Für Pina gibt es eigentlich nur einen Lebensinhalt: ihren Sohn Leo. Als alleinerziehende Mutter kümmert sie sich seit 20 Jahren mit viel Herz um Leos besondere Bedürfnisse. Als sie aufgrund eines komplizierten gesundheitlichen Vorfalls im Krankenhaus landet, stellt sich die Frage: Wer kümmert sich nun um Leo?
Wer außer ihr kann ihn so annehmen, wie er ist, und sich auf seine benötigte Tagesstruktur einlassen?

Wie auch schon bei ihrem ersten Roman fand ich den Schreibstil der Autorin sehr angenehm zu lesen, und den bunt zusammengewürfelten Haufen an Charakteren habe ich schnell ins Herz geschlossen.
Ganz so ein Highlight wie „Ava liebt noch“ war „Pina fällt aus“ für mich jedoch leider nicht. Der Funke ist einfach nicht komplett übergesprungen, auch wenn ich gar nicht genau sagen kann, woran es gelegen hat.

Trotz der sehr ernsten Themen ist es der Autorin gut gelungen, eine passende Menge Humor einfließen zu lassen.
Ich musste während des Lesens lachen und schmunzeln, aber auch schwer schlucken und die ein oder andere Träne wegwischen.

Das Buch regt zum Nachdenken an und ist durchweg sehr bewegend. Inklusion, Mutterschaft, Care-Arbeit, Einsamkeit sowie die Sehnsucht nach Liebe, Verbindung und Anerkennung – durch die vielen, sehr unterschiedlichen Charaktere rückt so einiges in den Fokus.
Nur die Kapitel aus Sicht eines bestimmten Charakters haben sich für mich nicht ganz stimmig angefühlt und wirkten stellenweise etwas zu lang.

Von mir gibt es 4.25/5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 31.03.2026

Frauenpower

Tödliche Freundinnen
0

Mel, eine 24-jährige Privatdetektivin, wird von einer Familie aus ihrer Umgebung beauftragt, ihre vor Jahren verschwundene Tochter aufzuspüren und nach Hause zu bringen. Mel steht dieser Aufgabe zwiegespalten ...

Mel, eine 24-jährige Privatdetektivin, wird von einer Familie aus ihrer Umgebung beauftragt, ihre vor Jahren verschwundene Tochter aufzuspüren und nach Hause zu bringen. Mel steht dieser Aufgabe zwiegespalten gegenüber, denn sie kannte und liebte Chloe nicht nur, sondern hat als Teenager auch gemeinsam mit ihr einen Mord begangen. Angespornt von ihrem eigenen Wunsch, das Verschwinden von Chloe aufzuklären und nach all den Jahren Antworten zu bekommen, begibt sie sich dann doch auf die Suche und bringt sich damit in große Gefahr.

Dies war mein zweites Buch von Tess Sharpe. Nach ihrem YA-Thriller „The Girls I‘ve Been“ war ich sehr gespannt, wie mir ihre erwachsenen Protagonistinnen und die Geschichte insgesamt gefallen würden. Besonders gut gefallen hat mir, dass es in dem Buch so viele starke Frauen gibt, nicht nur Mel und Chloe, sondern auch unter den Nebenfiguren. Absolute Frauenpower, teilweise auch queer, davon brauchen wir noch viel mehr. Gerade die bisexuelle Repräsentation bedeutet mir als selbst bisexuelle Frau sehr viel, weil sie in Büchern und anderen Medien immer noch viel zu selten vorkommt.
Für meinen Geschmack hätte die Autorin auch gerne einen noch größeren Fokus auf die Beziehung von Mel und Chloe legen dürfen, insgesamt fand ich die Mischung aus Thriller und Romance aber sehr gelungen. Und der unterschwellige Humor war auch genau mein Ding.

Ebenfalls richtig gut gelungen fand ich die Atmosphäre, sowohl was die Spannung angeht als auch die bildhaften Beschreibungen der Natur und die Small-Town-Vibes. Ich bin immer auf der Suche nach Büchern mit „moody and rainy Pacific Northwest vibes“, und das hier kam dem sehr nah.

Trotzdem nur 4/5 Sternen hat das Buch von mir vor allem deswegen bekommen, weil ich mit dem Erzählstil nicht ganz warm geworden bin. Nach den sehr actionreichen und fesselnden ersten beiden Kapiteln setzt sich die Geschichte wie ein Puzzle zusammen, leider aus ziemlich durcheinandergeratenen Puzzleteilen. Man springt förmlich vor und zurück, hin und her und von POV zu POV, was mich immer wieder aus der Geschichte herausgerissen hat.

Und auch wenn ich es sehr passend fand und es sogar ein bisschen genossen habe, dass die männlichen Protagonisten durchweg sehr schlecht wegkommen, waren mir manche Szenen dann doch einen Ticken zu cheesy.

Ich kann das Buch auf jeden Fall absolut empfehlen, vor allem wenn man auf unterhaltsame, fast-paced Thriller und badass Protagonistinnen steht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.03.2026

Leider nichts für mich

A Killer Crush
4

Das Buch war leider nichts für mich. Dabei war es eines der Bücher, auf die ich mich in diesem Jahr am meisten gefreut habe, und das Konzept klang total nach meinem Geschmack. Aber ich musste mich tatsächlich ...

Das Buch war leider nichts für mich. Dabei war es eines der Bücher, auf die ich mich in diesem Jahr am meisten gefreut habe, und das Konzept klang total nach meinem Geschmack. Aber ich musste mich tatsächlich regelrecht zwingen das Buch in die Hände zu nehmen, und habe unglaublich lange gebraucht, um es zu beenden.

Die Idee der Story klang großartig: eine Slasher-Romcom, ein tödliches Speed-Dating-Event, bei dem unsere Hauptfigur in einem mehrstöckigen Nachtclub mit dem Killer und ihren Love Interests eingeschlossen ist.

Anfangs machte die Geschichte noch Spaß. Alle Charaktere tragen Namen aus Horrorfilmen, jedes Kapitel beginnt mit einem abgeänderten Filmzitat, und das Tempo war zu Beginn angenehm.

Je weiter die Geschichte jedoch voranschritt, desto mehr hat sie mich verloren, und Langeweile hat sich breitgemacht. Die Handlungen zogen sich quälend langsam und das Buch war allgemein viel zu lang. Die ständigen Film- und Popkultur-Referenzen sowie Erklärungen, was in Slashern üblicherweise passiert, wirkten repetitiv und irgendwann erdrückend. Der labyrinthartige Nachtclub war schwer vorstellbar und hat mich immer wieder aus der Geschichte herausgerissen.
Der Insta-Romance Part wirkte total gewollt und überhaupt nicht überzeugend.
Der Schreibstil war stellenweise sehr holprig.
Und vieles in der Geschichte wirkte einfach erzwungen und übertrieben.

Es ist bei weitem nicht das schlimmste Buch, das ich je gelesen habe und ich mag das Konzept der Geschichte nach wie vor. Einzelne Szenen fand ich sogar recht gelungen. Ich bin aber überzeugt, dass die Geschichte als kurze, knackige Novelle deutlich besser funktioniert hätte.

PS: Ich weiß, alle Swifties lieben es, aber ich kann echt keine weiteren Bücher mit Erwähnungen von Taylor Swift mehr sehen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 24.02.2026

Grandios

Tödliches Angebot
0

Das war eines meiner absoluten Most-Anticipated-Bücher dieses Jahr und ich bin so froh, dass es meine Erwartungen erfüllt hat.

Vorweg möchte ich anmerken, dass das Buch definitiv kein Psychothriller ist, ...

Das war eines meiner absoluten Most-Anticipated-Bücher dieses Jahr und ich bin so froh, dass es meine Erwartungen erfüllt hat.

Vorweg möchte ich anmerken, dass das Buch definitiv kein Psychothriller ist, und es in meinen Augen falsch vermarktet wurde. Ich hatte so viel Spaß an der Story, dass es mich nicht so sehr gestört hat, aber wer wirklich eine richtigen Thriller erwartet, der wird hier enttäuscht werden.
Die Hauptfigur ist total unhinged und gegen Ende wird die Geschichte ein bisschen düsterer, aber größtenteils liest es sich wie Contemporary Fiction.

Kurz zum Plot der Geschichte: Margo und ihr Ehemann sind schon länger erfolglos auf der Suche nach einem Eigenheim. Ihr Kinderwunsch verstärkt den Druck, und vor allem Margo wird immer verzweifelter. Als sie durch Zufall auf ihr absolutes Traumhaus stößt, ist für sie klar, dass sie alles tun wird, um es zu bekommen…wirklich alles.

Normalerweise bin ich kein Fan von unsympathischen Protagonisten, aber bei Margo habe ich echt mitgefiebert. Vielleicht, weil ich genau weiß, wie es ist, jahrelang nach einem Haus zu suchen und dabei fast durchzudrehen.
Und ja, vielleicht klingt das verrückt, aber Margos Abstieg in den Wahnsinn zu verfolgen und in ihre immer obsessiveren Gedanken einzutauchen, hat einfach richtig Spaß gemacht.

Dank des mitreißenden Schreibstils, der mich förmlich ans Buch gefesselt hat, kombiniert mit wunderbar sarkastischem Humor, scharfer Gesellschaftskritik und einer Handlung, die ich so noch nie gelesen habe, konnte ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen.

Ein fantastischer Debüt-Roman und eine klare Empfehlung von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2026

Leider nicht überzeugend

The Exes
0

Puh, ich hab’s geschafft.
So fühle ich mich nach dem Beenden des Buches, als hätte ich eine anstrengende Aufgabe endlich erledigt.

Ich hatte mich wirklich sehr auf das Buch gefreut, und die Story klang ...

Puh, ich hab’s geschafft.
So fühle ich mich nach dem Beenden des Buches, als hätte ich eine anstrengende Aufgabe endlich erledigt.

Ich hatte mich wirklich sehr auf das Buch gefreut, und die Story klang richtig vielversprechend:
Nach drei gescheiterten Beziehungen scheint Natalie mit James endlich ihr Glück gefunden zu haben. Als es jedoch erneut anfängt zu kriseln, hat Natalie Sorge, dass James so enden könnte wie auch ihre drei Exfreunde: tot!
Kann sie James trauen? Kann sie sich selber trauen?

Ich hatte mit dem Buch leider wirklich meine Schwierigkeiten.
Ich habe überhaupt nicht in die Story hineingefunden und bin bis kurz vor dem Ende nicht in einen angenehmen Lesefluss gekommen. Vor allem die erste Hälfte des Buches war für mich mehr Arbeit als Vergnügen. Es ist keine Spannung aufgekommen. Die Handlungen haben sich nur sehr schleppend entwickelt, und die vielen Zeitsprünge und Perspektivwechsel waren zum Teil einfach nur verwirrend.
Auch die Übersetzung hat sich zwischendurch sehr holprig gelesen.
Am interessantesten fand ich die Einblicke in die Psychotherapie-Sitzungen.

Die letzten 100 Seiten haben mir im Vergleich zum Rest des Buches deutlich besser gefallen, sodass ich trotzdem noch 3 Sterne vergeben kann. Der Ton war plötzlich ein ganz anderer, die Handlung wurde spannender, und es gab ein paar ganz gute, wenn auch nicht unbedingt glaubwürdige, Twists.

Es war definitiv nicht der fesselnde Thriller, den ich mir erhofft hatte. Stattdessen hat es sich eher wie weird girl fiction mit starkem Fokus auf toxischen Beziehungen angefühlt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere