Roman - "Noch nie hat mich eine Liebesgeschichte so berührt." Jodi Picoult - SPIEGEL-Bestseller
Wibke Kuhn (Übersetzer)
Ein wunderschöner Roman über die grenzenlose Kraft der Liebe und darüber, dass selbst in den dunkelsten Momenten des Lebens Hoffnung und Schönheit verborgen liegt.
Evelyn und Joseph wachsen an der malerischen Küste New Englands auf, an der ihre Familien schon seit Generationen leben. Sie sind unzertrennliche Freunde von Kindesbeinen an, und als sie älter werden, verlieben sie sich ineinander. Gemeinsam übernehmen sie die Pension von Josephs Eltern am Meer und ziehen dort ihre drei Kinder groß. Nach sechzig bewegten Ehejahren versammeln die beiden ihre Familie in dem wunderschönen alten Haus am Strand. Denn Evelyn hat eine erschütternde Diagnose erhalten, und Joseph weiß, dass er ohne sie nicht sein will. Stets haben sie festgehalten an ihrer unverbrüchlichen Liebe, auch wenn die Zeiten stürmisch waren und Widrigkeiten drohten, sie zu entzweien. Aber nun stehen sie vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: Wie soll ihre Geschichte enden?
Im Sommer 1940 lernen sich Evelyn und Joseph kennen und lieben. Sie übernehmen das Oyster Shell Inn von Josephs Eltern und bekommen drei Kinder. Nach sechzig Jahren trifft sich die ganze Familie, ...
Im Sommer 1940 lernen sich Evelyn und Joseph kennen und lieben. Sie übernehmen das Oyster Shell Inn von Josephs Eltern und bekommen drei Kinder. Nach sechzig Jahren trifft sich die ganze Familie, weil Evelyn eine schlimme Diagnose erhalten hat. Wie soll nun diese lange Liebe enden?
Das Cover und auch der Klappentext haben mich schon neugierig gemacht und ich musste das Buch unbedingt lesen. Zunächst muss man mal in den Vordergrund stellen, das die Autorin zehn Jahre an dem Buch gearbeitet hat und es ist ihr ein wunderbares Buch gelungen. Die Charaktere in dem Buch sind wunderbar beschrieben und man mag sie. Es wird in verschiedenen Zeitzonen geschrieben, die manchmal etwas verwirrend sind, aber man gewöhnt sich daran. Viele Themen werden aufgegriffen: Krankheit, Drogen, Terror, Eifersucht, Geschwisterkämpfe usw. und bei manchen Szenen kommen einem wirklich die Tränen, weil es teilweise sehr emotional ist. Auch wenn es manchmal sehr langatmig wirkt, kann ich dieses Buch aber wärmstens empfehlen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn es mich etwas aufgewühlt zurück lässt.
Seit sechzig Jahren sind Evelyn und Joseph ein Paar. Sie haben ihren drei Kindern Jane, Thomas und Violet vorgelebt, dass es sie gibt: die grosse Liebe.
Diese Liebe, die so gross ist, dass Joseph beschliesst, ...
Seit sechzig Jahren sind Evelyn und Joseph ein Paar. Sie haben ihren drei Kindern Jane, Thomas und Violet vorgelebt, dass es sie gibt: die grosse Liebe.
Diese Liebe, die so gross ist, dass Joseph beschliesst, ohne Evelyn nicht weiterzuleben zu wollen. Denn die Tage von Evelyn sind nach einer niederschmetternden Diagnose gezählt.
Den Kindern, deren Partnern und den Enkeln bleibt ein Jahr, um von den beiden Abschied zu nehmen. Ein Abschied, der sehr schmerzhaft ist, die Familie jedoch näher zusammenrücken lässt.
In diesem Buch steckt die Geschichte über die Familie Meyers. In der Gegenwart müssen Jane, Thomas und Violet mit einem einschneidenden Entscheid ihrer betagten Eltern umgehen und versuchen, diesen zu akzeptieren. Einer Entscheidung, die nicht nur die ganze Familie betrifft, sondern auch generell Fragen über das Leben und die Liebe auslöst. Bei Evelyn und Joseph, ihren Kindern und auch ihren Enkeln. Diese Seite der Story, die Passagen in der Gegenwart haben mich gut unterhalten, aber auch Fragen aufgeworfen. Wie würden meine Kinder reagieren, wenn ich entscheiden würde, was Evelyn und Thomas entschieden haben?
Die Reaktionen ihrer Kinder fallen sehr unterschiedlich aus. Jane, die Rebellische, versucht ihre Eltern zur Einsicht zu bekehren. Thomas reagiert mit Liebesentzug und die Jüngste, Violet, mich Schmeicheleien. So verschieden wie jede Persönlichkeit, so verschieden die Reaktion auf die Eröffnung der Eltern. Sehr dicht und ausgesprochen authentisch sind diese von der Autorin in die Geschichte verwoben worden. Die durchgehende überzeugende Charakterisierung jeder der Figuren machen für mich die Stärke dieser Geschichte aus.
In diesem Buch steckt jedoch auch eine Liebesgeschichte, diese beginnt 1940. Joseph ist der beste Freund von Evelyns Bruder Tommy. Die beiden, Evelyn erst 16 Jahre alt, verlieben sich, heiraten und bekommen ihre drei Kinder. Nebenbei unterhalten sie eine Pension, das Leben ist anstrengend und hart. Die Evelyn der Vergangenheit fand ich sehr anstrengend und hat mich oft genervt. Nie ist sie zufrieden und immer geht ihr etwas gegen den Strich. Joseph springt, sobald die Gute mit den Findern schnippt. Er liebt sie bedingungslos, das weiss sie und nutzt das auch aus. Klar bringt Evelyn mit ihrer Art etwas Salz in die Handlung. Mir war sie jedoch oft zu anstrengend und zu launisch.
Obwohl die Zeitebenen, sowie die Perspektiven, regelmässig wechseln, hatte ich nie das Gefühl, dass der Aufbau dadurch wirr ist. Sehr gut gefallen hat mir, wie realitätsnah diese Familiengeschichte von Amy Neff geschrieben wurde. Ich kann mir nämlich sehr gut vorstellen, dass es Familien gibt, mit demselben oder ähnlichem Hintergrund. Die Themen, allem voran die Krankheit von Evelyn, aber auch Drogensucht, Eifersucht, Geschwisterrivalität und die Terroranschläge am 11. September 2011 machen diese Familiengeschichte abwechslungsreich. Mich hat " Warte auf mich am Meer" sehr gut unterhalten!
Evelyn leidet an einer besonders rasch fortschreitenden Form von Morbus Parkinson und entscheidet sich ihr Leben selbst beenden zu wollen. Ihr Mann Joseph möchte gemeinsam mit ihr diesen Schritt gehen. ...
Evelyn leidet an einer besonders rasch fortschreitenden Form von Morbus Parkinson und entscheidet sich ihr Leben selbst beenden zu wollen. Ihr Mann Joseph möchte gemeinsam mit ihr diesen Schritt gehen. Die beiden laden ihre drei erwachsenen Kinder ein und schockieren und erzürnen diese mit ihren Vorhaben.
Und von diesem Punkt geht die Geschichte dann weiter und man begleitet Evelyn bis zu ihrem Tod.
Die Autorin hat ein brisantes und aktuelles Thema gewählt, das mich sofort berührte und abgeholt hat. Die gut ausgearbeiteten Charaktere und die verschiedenen Perspektiven der Geschichte verliehen der Handlung Tiefe und Authentizität. Die wechselnden Zeitebenen – von den 1940er Jahren bis zum Sommer 2001 – brachten jedoch eine gewisse Unruhe in die Erzählung und störten meinen Lesefluss. Außerdem waren die Kapitel nicht abgeschlossen und vieles blieb unbekannt und Handlungen wurden einfach abgebrochen.
Der Schreibstil von Amy Neff ist flüssig und angenehm lesbar. Das abrupte Ende hinterließ jedoch eine gewisse Unzufriedenheit, da mir das Buch deswegen irgendwie nicht abgeschlossen und fertig vorkommt.
Insgesamt ist es eine mitreißende Geschichte, die Liebe und Leidenschaft vermittelt und zahlreiche Lebensweisheiten enthält.
„Warte auf mich am Meer“ von Amy Neff erschien im Juli 2024. Ein Liebesroman auf 480 Seiten, über eine Liebe, die sich in der Jugend fand und bis zum Tod und darüber hinaus anhielt.
Evelyn und ...
„Warte auf mich am Meer“ von Amy Neff erschien im Juli 2024. Ein Liebesroman auf 480 Seiten, über eine Liebe, die sich in der Jugend fand und bis zum Tod und darüber hinaus anhielt.
Evelyn und Joseph wohnen nebeneinander und verbringen viel Zeit zu dritt, mit Evelyns Bruder Tommy, bis die Jungs entscheiden zur Armee zu gehen. Den Verlust ihres Bruder kann Evelyn nur schwer verkraften. Joseph gewinnt sie dennoch für dich. Gemeinsam ziehen sie ihre drei Kinder groß und betreiben das Oyster Shell Inn von Josephs Eltern, einer Pension direkt am Meer. Nach 60 turbulenten Ehejahren erhält Evelyn eine traurige Diagnose und sie möchte nur noch ein Jahr leben, in vollen Zügen, und nicht der Krankheit ausgeliefert sein. Joseph liebt Evelyn so sehr, dass er sich ebenfalls nach einem Jahr mit ihr gemeinsam umbringen möchte. Sehr unterschiedlich nehmen ihre drei Erwachsenen Kinder und natürlich auch ihre Enkel, die bis auf Rain eher Randfiguren sind, diese Nachricht auf. Und so wird man in die Liebesgeschichte über die verschiedenen Jahrzehnte und das letzte gemeinsame Jahr als Leser/in mitgenommen.
Das Cover und den Titel finde ich sehr schön und passend zur Geschichte.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, man kann den einzelnen Zeitabschnitten/ Ereignissen gut folgen. Schön ist die Abwechslung der beiden Protagonisten, und auch wird mal aus der Perspektive der Kinder geschrieben als sie erwachsen sind und wie sie mit der Verkündung ihrer Eltern umgehen. Die Sprache ist bildhaft, emotional, ich konnte mich gut in die Figuren und ihre Lebenssituationen einfühlen.
Nachdem mich die ersten Seiten sehr bewegt haben, war ich von vielen Passagen des Buches sehr enttäuscht, gelangweilt und irgendwie nahmen die Seiten kein Ende. Das Ende hingegen war für mich ebenfalls sehr emotional.
Evelyns Entscheidungen und ihr plötzliches Umdenken erscheinen mir nur schwer nachvollziehbar, daher ist sie mir nicht so sympathisch. Man weiß manchmal nicht, was genau sie nun eigentlich wirklich denkt oder fühlt. Joseph hingegen liebt sie bedingungslos, aber so manches Mal dachte ich, ich lese die Gedanken einer Frau, bis ich merkte, dass ich jetzt ins Josephs Passage bin. Es war manchmal, meiner Meinung nach, etwas übertriebene Liebesbekundungen und es wiederholt sich viel seiner Gedanken und Gefühle.
Es ist beneidenswert, dass zwei Menschen sich so lange kennen, lieben und nahezu ihr ganzes Leben miteinander teilen. Es hat mir auch gezeigt, dass das Leben einfach auch viele Schwierigkeiten bereit hält und damit auch die Ehe immer wieder „leidet“ und doch sind die beiden beieinander geblieben. An Trennung oder Weglaufen war hier nicht denken. Das finde ich einen schönen Ansatz, denn ihre Liebe war da, bis zum letzten Tag.
Dennoch war ich nach den ersten Kapitel enttäuscht von dem Roman, auch wenn er viele gute Passagen enthielt.
Evelyn und Joseph unterbreiten ihren Kindern einen schockierenden Plan: In genau einem Jahr möchten sie sich gemeinsam das Leben nehmen, da Evelyn Parkinson hat und nicht von der Krankheit besiegt werden ...
Evelyn und Joseph unterbreiten ihren Kindern einen schockierenden Plan: In genau einem Jahr möchten sie sich gemeinsam das Leben nehmen, da Evelyn Parkinson hat und nicht von der Krankheit besiegt werden will. Joseph kann sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen, denn beide waren Nachbarskinder und haben sich als Jugendliche direkt verliebt: Die große und eine Liebe. Die Kapitel schildern abwechselnd das Heute und Damals. Wir Leser/innen können in die 60 Jahre Beziehung von Evelyn und Joseph eintauchen, die aus beiden Sichtweisen erzählt wird.
Ich liebe Liebesromane und ich liebe große Emotionen, weil mich Geschichten im Herzen berühren müssen. Diese Geschichte klingt genau danach, jedoch hatte ich hier irgendwie von Anfang an das Gefühl, dass mich Evelyns und Josephs Problem nicht emotional erreichen konnte, vielmehr die ungläubige Reaktion der drei Kinder, die ich aber auch erstmal kennenlernen musste. Deswegen habe ich das Buch sogar zwei Mal begonnen, weil es mich beim ersten Versuch überhaupt nicht mitreißen konnte. Ich glaube, ich hätte zuerst von der großen Liebe zwischen den beiden Protagonisten lesen und auch zunächst ihre drei Kinder und deren unterschiedlichen Charaktere kennenlernen wollen, bevor das alte Paar die große Bombe platzen ließ, sodass ich emotional schon mit allen Buchfiguren verbunden gewesen wäre.
Dass auch die vielen schweren und glücklichen Momente in den 60 Jahren von Evelyn und Joseph erzählt werden, finde ich richtig schön. Deren Liebesgeschichte ist romantisch und schmerzhaft und hat mich schon bald berührt. Die Geschichte ist insgesamt aber nicht unbedingt leicht zu lesen, weil es im Heute immer um die lebensverändernde Entscheidung des alten Pärchens geht und diese auch schon in jungen Jahren viel durchmachen mussten, was sich auf den Beginn ihrer Beziehung ausgewirkt hat. Es folgen Höhen und Tiefen mit ihrem Umfeld, ihren Kindern, ihrem Beruf und auch sich selbst. Dabei hat mich ein Detail während der Vergangenheitskapitel sehr genervt: Evelyn erscheint irgendwann unddankbar und frustriert. Die junge Frau hat viele Träume und schwere Situationen erleben müssen, während Joseph mit Evelyn an seiner Seite in ihrer Heimatstadt vollkommen zufrieden ist. Sie will so viel mehr vom Leben und ist unzufrieden, was sie Joseph auch spüren ließ, der sie ihrerseits stets auf Händen trug. Das fand ich stellenweise unfair und ich hatte Mitleid mit ihm, denn er hätte ihr aus Liebe bestimmt Vieles ermöglicht.
Fazit:
„Warte auf mich am Meer“ bietet eine interessante Idee und eine vielversprechende Liebesgeschichte. Doch leider konnte mich das Paar und dessen Familie von Anfang an nicht emotional mitnehmen. Die Kapitel über die jungen Jahre ihrer Beziehung sind romantisch und ereignisreich, weshalb mich diese berühren konnten. Der Konflikt im Jetzt hat sich jedoch irgendwann im Kreis gedreht und ich bin mit dem Ende auch nicht vollständig zufrieden.