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Veröffentlicht am 22.04.2019

Tiefgründig und vorhersehbar

Dein fremdes Herz
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Nela hat sich wunderbar mit ihrem Vater Hannes verstanden, sie beide teilten die Liebe zum Meer. Als sie noch ein Kind war, verlässt er plötzlich sie und ihre Mutter. Kurz darauf verstirbt er bei einem ...

Nela hat sich wunderbar mit ihrem Vater Hannes verstanden, sie beide teilten die Liebe zum Meer. Als sie noch ein Kind war, verlässt er plötzlich sie und ihre Mutter. Kurz darauf verstirbt er bei einem Unfall. Nun, 15 Jahre später führt Nela ein geordnetes und strukturiertes Leben, in dem ihre Arbeit den größten Teil einnimmt und sie kaum Freizeitaktivitäten nachgeht. Ella, die Witwe ihres Vaters, schickt Nela Briefe, die Ella ihm kurz vor seinem Tod geschrieben hat. Somit erfährt Nela, dass die Organe ihres Vaters gespendet wurden. Ella bittet sie, an die Ostsee zu fahren und dort nach dem Empfänger von Hannes‘ Herz zu suchen.

Die Geschichte um Nela und ihrer Suche nach dem Empfänger von Hannes‘ Herz ist gut durchdacht und nimmt eine angenehme Wendung. Nela verlebt trotz der emotionalen Situation eine tolle Zeit an der Ostsee. Dennoch sind wichtige Situationen bei Nelas Suche typisch für Liebesgeschichten und Pilcher-Verfilmungen. Oft ahnte ich, was passieren würde, bevor die dramatische Situation eintraf. Obwohl vieles vorhersehbar war, musste ich doch mitfiebern, da die Autorin das Geschehen sehr intensiv beschreibt.



》Und Worte, das hatte ich über all die Jahre gelernt, waren etwas so Machtvolles. Sie erschufen Kinderfantasien, sie ließen Erwachsenen fliegen, wenn sie längst kein Kind mehr waren, sie formten Gesetze und Ordnung, sie brachten Träume und ganze Leben zu Papier, und manchmal auch Menschen zusammen.《
Nela, S. 28


Kati Secks Schreibstil ist wunderschön und poetisch. Vor allem die Briefe der Künstlerin Ella, die ebenfalls im Buch abgedruckt sind, sind sehr gefühlvoll und mit poetischen Worten verfasst. Während ich sie las, hatte ich oft Tränen in den Augen, weil sie mich so sehr berührt haben. Auch die normale Schilderung des Geschehens trifft durch die bildhafte und tiefgreifende Form sowie den vielen passenden und außergewöhnlichen Vergleichen mitten ins Herz. Aus jedem von Kati Secks Worten sprießen pure Emotionen, die den Leser direkt treffen.


》Ich würde manchmal gern sagen, dass ich dein Geheimnis am liebsten nie erfahren hätte. Aber Liebe, glaube ich, muss auch aushalten, wenn die Masken fallen und offenbaren, was darunterliegt. | Selbst wenn es etwas Hässliches ist.《
Ellen, S. 90


Das Ende eines Buches ist mir enorm wichtig, und dieses sticht besonders unter den gelesenen Geschichten hervor – positiv! Nachdem die Spannung und Dramatik abgeflaut ist, schließt die Geschichte mit einem Ende ab, das nicht typisch Happy End ist, sondern voller Hoffnung in Nelas Zukunft blickt. Vor allem der letzte Absatz hat es mir angetan und Kati Secks letzter Satz zu der Geschichte hat sich direkt in mein Herz geschrieben.

》„Kämpfer fühlen sich nie wie Kämpfer“, sagte Nela, „weil sie nicht mit Fanfaren und Trompeten durch die Straßen ziehen und ihre Siege in die Welt hinausschreien. Wahre Kämpfer sind leise und vernarbt, und die Siege, die sie errungen haben, haben ihnen einen Preis abverlangt."《
S. 274f


Fazit:
„Dein fremdes Herz“ handelt von Nelas Suche nach dem Empfänger des Herzens von ihrem Vater. Am Meer und durch die Briefe in der Vergangenheit gefangen, setzt sie sich auch mit ihrer Beziehung zu ihrem Vater auseinander. Kati Seck beschreibt dies sehr eingehend und bildhaft, wodurch das Geschehen den Leser auch emotional trifft. Obwohl einige Dinge sehr vorhersehbar waren, verhindert der besondere Schreibstil jedoch, dass die Geschichte oberflächlich wurde.

Veröffentlicht am 24.02.2019

Roadtrip mit wunderbarem Schreibstil

50 Tage: Der Sommer meines Lebens
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"Wahres, reines, pures Glück lässt sich nicht in Worte fassen, man muss es einfach fühlen. Ich war glücklich. Glücklicher als glücklich. Übersprudelnd vor Glück." - Jade, S. 187


Charaktere:
Jade ist ...

"Wahres, reines, pures Glück lässt sich nicht in Worte fassen, man muss es einfach fühlen. Ich war glücklich. Glücklicher als glücklich. Übersprudelnd vor Glück." - Jade, S. 187


Charaktere:
Jade ist 17 und hat fürchterlichen Liebeskummer. Sie ist anfangs unsicher und manchmal auch naiv, wächst aber mit jeder Seite und ist am Ende eine junge Frau, die sich behaupten kann und Selbstsicherheit ausstrahlt.
Jason ist 19 Jahre alt und sehr verschlossen. Aber so wie Jade entwickelt er sich immer weiter und gibt im Laufe des Buches seinen Charakter, seine Familie und auch so manches Geheimnis preis.


Meine Meinung:
Jade soll in den Ferien in ein Sommercamp gehen. Doch statt sich darauf zu freuen, möchte sie dort auf keine Fall hin. Ihre beste Freundin hat ihren Freund geküsst, weshalb sie die beiden in den Ferien nicht sehen möchte. Als der Bus auf der Raststätte hält, versteckt sie sich kurzerhand in dem Auto eines Fremden – und beginnt so einen abenteuerlichen Roadtrip über die Route 66 quer durch Amerika.

Am Anfang des Buches findet der Leser den Prolog vor, der sofort erschütternde und traurige Gefühle auslöst. Mit einem „oh mein Gott, das kann doch nicht wirklich sein“ in meinem Kopf blätterte ich schnell zum ersten Kapitel und fing an zu lesen. Der Prolog weckt anfangs eine gewisse Neugier, ist später aber störend. Ich dachte durch diesen zu wissen, wie der Roman enden wird. Dadurch war das letzte Drittel des Romas nicht mehr so fesselnd. Ich konnte gar nicht mit Jade und Jason hoffen, weil der Prolog schon ein wichtiges Detail verraten hat. Fast schon lustlos blätterte ich durch die Seiten und war geschockt, als ich den Epilog las. Denn so wie ich glaubte, dass der Roman enden würde, tat er es eben nicht. Die überraschende Wendung ist wirklich gut, aber ohne den Prolog hätte ich mehr Lesespaß gehabt.

Die Geschichte wird mittels der Ich-Perspektive aus Jades‘ Sichtweise erzählt. Maya Shepherds Schreibstil ist sehr angenehm und leicht zu lesen. Sie spricht in dieser Geschichte auch so viel Wahrens und Wichtiges an, weshalb ich mir sehr viele Textstellen markiert habe. Die Autorin kann wirklich gut schreiben, was mir besonders an den Beschreibungen der Charaktere aufgefallen ist. Deren Gefühle werden dem Leser dadurch sehr gut vermittelt, sodass man sie fast selbst fühlen kann. Auch die Entwicklung der Protagonisten ist sehr gut geschildert. Jade zum Beispiel verändert sich sehr. Diese Wochen bilden nicht nur den schönsten Sommer ihres Lebens, wie der Untertitel es beschreibt, sondern auch den Sommer, in dem sie erwachsen wird. Auch wenn es mutig ist, in den Wagen eines Fremden zu steigen, ist es gleichzeitig auch dämlich und naiv. Von der unselbstständigen und unbedacht handelnden Jugendlichen reift Jade zu einer jungen Frau heran, die weiß was sie will, ihre Ängste überwindet und selbstsicher wird. Diese Entwicklung der Protagonistin und die schriftliche Darstellung haben mir sehr, sehr gut gefallen.

Der Klappentext gibt an, dass der Roadtrip im Sommer 1965 stattfindet. Leider hat man das Flair dieser Zeit gar nicht gespürt. Es gibt einige Szenen, die man auf die 70er zurückführen kann, aber diese hätten auch im 21. Jahrhundert genau so passieren können. Ein paar Sätze und Beschreibungen mehr (z. B. über die Kleidung) hätten mir auch gut gefallen.

Es heißt ja immer „Der Weg ist das Ziel“, was bei einem Roadtrip wichtig und auch hier der Fall ist. Jade und Jason kommen an viele verschiedene Orte, wunderschöne Landschaften und erleben dort einmalige Situationen. Weiterhin treffen sie auf völlig unterschiedliche Charaktere, die sie nett, lustig oder auch unangenehm empfinden. Vor allem in einem Land wie Amerika ist jeder Bundesstaat plötzlich wie ein völlig anderes Land und bietet so viele Details, die die Autorin in sehr vielseitige Begebenheiten eingebaut hat.

Zum Ende des Romans konnte ich das Denken der Protagonisten nur teilweise verstehen. Zuerst versprechen sie oder tun etwas, das nicht zu späteren Handlungen passt (Jade: Jasons Ex, Jason: Kämpfen). Zunächst noch störend, wurde dies nach einigen Seiten wurde jedoch besser, weil Jade ihre Handlungen genauer beschrieben und somit begründet und auch oft die Unlogik ihres Verhaltens angesprochen und erklärt hat. Außerdem wurde mir mit jeder Seite klarer, warum die beiden so handeln. Die Zerrissenheit und Verzweiflung der beiden war spürbar und sehr präsent.
Das Ende war, wie schon erwähnt, überraschend und vor allem auch emotional.


Fazit:
„50 Tage – der Sommer meines Lebens“ ist ein toller Roadtrip-Roman, der durch die vielen Städte und Begegnungen mit völlig unterschiedlichen Charakteren ein großes Ganzes ergibt. Auch wenn der Roman ein paar kleine Schwachstellen aufweist, punktet er doch mit dem Schreibstil der Autorin und sehr angenehmen Charakterentwicklungen. Maya Shepherd hat einen wunderbaren Schreibstil, der den Leser mit viel Spaß und vielen Zitaten zum Markieren durch das Buch lotst. Auch wenn der Prolog völlig unnütz ist, wendet der Epilog die Geschichte und lässt ein völlig anderes Ende entstehen, als man erwartet hätte. Große Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 24.02.2019

Emotionen, Hungtinton und Abschied

Fünf Tage, die uns bleiben
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Die Geschichte wird mittels der personellen Erzählperspektive durch Mara erzählt. Hierdurch kann der Leser sehr gut den Prozess ihrer Krankheit mitverfolgen. Von den anfänglichen Symptomen, dem Leugnen ...

Die Geschichte wird mittels der personellen Erzählperspektive durch Mara erzählt. Hierdurch kann der Leser sehr gut den Prozess ihrer Krankheit mitverfolgen. Von den anfänglichen Symptomen, dem Leugnen ernsthaft krank zu sein, der Schock und der Kampf gegen die Krankheit und für ihre Selbstständigkeit, wurden hier gut durch Maras Gefühle dargestellt. Die Symptome und der Verlauf der Huntington-Krankheit wurden sehr realitätsnah in die Geschichte eingebaut, wodurch man viele medizinische Informationen darüber erhält.

Mara ist eine Powerfrau. Ihr Job steht an erster Stelle, weshalb sie erst sehr spät in Rente möchte und nach Laks Adoption kaum frei genommen hat. Dadurch ist sie aber keine schlechte Mutter, denn sie nutzt ihre freie Zeit stets um viel mit Laks zu unternehmen und plant deren Erziehung sehr genau mit ihrem Mann Tom. Da sie so selbständig und unabhängig ist, möchte sie am Ende der Krankheit nicht von anderen gepflegt werden und ihren Lieben Verantwortung und Arbeit aufdrücken. Deshalb hat sie sich dazu entschlossen, nach dem Auftreten eines bestimmten Symptoms ihr Leben selbst zu beenden. In dem Buch werden ihr Wunsch nicht als Pflegefall zu enden und ihr schlechtes Gewissen gegenüber ihrer Familie sehr gut miteinander in Konflikt gesetzt und ausbalanciert.

"Das Tuten aus dem Hörer klang für Mara wie eine EKG-Nullienie, das Klagelied, das ankündigte, dass jemand gegangen war und jemand anders allein zurückblieb. Gab es einen traurigeren Ton? Und wie konnte sie nur darin einstimmen?" - S. 305


Neben der Geschichte über Maras Krankheit erzählt Julie Lawson Timmer auch über Scotts Lebensverhältnisse mit seinem Pflegesohn. Scott ist ein sehr engagierter Lehrer in einem Brennpunktgebiet. Durch einen ehemaligen Schüler, der es durch ein Sportstipendium auf die Uni geschafft hat, lernt er Curties kennen, den er schließlich für ein Jahr aufnimmt. Diese beiden Handlungsstränge sind durch einen Chatroom verbunden, in dem sich Eltern über Adoptiv- oder Pflegekinder austauschen. Hierdurch stehen Mara und Scott in regen Kontakt zueinander. Curties' Jahr bei Scott und Laurie neigt sich dem Ende zu und Scott ist sehr betrübt darüber, da er den Jungen in sein Herz geschlossen hat.

Dieses Buch hat eine wahnsinnige Tiefe. Neben der detailgetreuen Darstellung der Huntington-Krankheit und all den Problemen, die für die betroffene Person und deren Angehörigen auftritt, wird auch das Thema Adoption behandelt. Auch hier stellt die Autorin die Begebenheiten sehr einfühlsam und emotional dar. Ich habe ständig mit den Charakteren gelitten und gehofft. Während des Epilogs musste ich sehr weinen, denn die Emotionen, die während dem ganzen Buch aufgebaut wurden finden hier ein gewaltiges Ende.


Fazit:
„5 Tage, die uns bleiben“ beinhaltet sehr viel Informationen, Emotionen und wunderbare Charaktere. Die Hungtinton-Krankheit und das Thema Adoption bilden den Rahmen für die beiden Geschichten rund um Mara und Scott. Absolut empfehlenswert! Taschentücher bereithalten ;)

Veröffentlicht am 24.02.2019

Schönheit wird nicht nur durch das äußere definiert

DUMPLIN'
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Die 16-jährige Will hatte schon immer zu viele Pfunde, gestört hat sie das jedoch nie. Die Gemeinheiten der Mobber prallten an ihr ab und die unzähligen Diäten ihrer Mutter haben sie immer nur genervt ...

Die 16-jährige Will hatte schon immer zu viele Pfunde, gestört hat sie das jedoch nie. Die Gemeinheiten der Mobber prallten an ihr ab und die unzähligen Diäten ihrer Mutter haben sie immer nur genervt und einsehen lassen, dass ihr Körper so ist wie er ist. Doch dann interessiert sich ihr Kollege Bo für sie und Will sieht sich in einem anderen Licht. Will hat währenddessen auch noch mit der Trauer zu ihrer verstorbenen Tante zu kämpfen, da diese ihr sehr nahe stand. Durch sie wurde Will ein großer Dolly Parton Fan. Ihre Tante war ebenfalls dick und ist deshalb vor einigen Monaten an einem Herzinfarkt gestorben.

Anfangs lernen wir Will kennen – das selbstbewusste, zielstrebige Mädchen, das sich aus ihrem Gewicht nichts macht. Die von den unzählbaren Versuchen ihrer Mutter, sie zu einer Diät zu bewegen, und deren Schönheitswettbewerb nur genervt ist. Die sich durch Mobbing ihr gegenüber nicht aus der Ruhe bringen lässt und sich für andere einsetzt. Diese junge Frau findet den Mut und bewirbt sich bei dem örtlichen Schönheitswettbewerb. Mit einigen Freundinnen zeigt sie, dass dicke Menschen auch alles tun können, wie dünne und sich Schönheit nicht nur über Körpermaße definiert.

》Ich glaube, manchmal besteht die Vollkommenheit, die wir an anderen sehen, in Wahrheit aus vielen kleinen Unvollkommenheiten.《
Will, S. 392

Doch dann rückt diese Botschaft in den Hintergrund. Will nimmt den Wettbewerb nicht mehr wichtig, ihren Freundinnen, die sich ebenfalls dafür beworben haben, hilft sie gerade noch aus Pflichtgefühl. Viel wichtiger sind der heftige Streit mit ihrer besten Freundin und die zarte Beziehung zu Bo. Die körperliche Nähe zu dem Jungen ist für Will etwas Neues, Ungewohntes. Es ist anders, seine Pfunde akzeptiert zu haben und dann die Hand des Jungen, den man mag, an der Hüfte zu spüren. Wills Unsicherheit wurden sehr glaubhaft und nachvollziehend dargestellt. Trotzdem geht der rote Faden plötzlich verloren und peitscht nur noch in der Gegend umher. Wills Zweifel der Beziehung zu Bo gegenüber nimmt ihr ganzes Leben ein und den Streit mit ihrer besten Freundin bekommt sie einfach nicht aus der Welt geschafft, obwohl sie die Lage ganz realistisch sieht und weiß, was sie tun muss. Der Schönheitswettbewerb wird ihr zunehmend egal und mir fehlte die Zielstrebigkeit Wills.

Am Ende wird der Faden wieder gestrafft, wodurch Will erneut Motivation für den Wettbewerb entwickelt und auch ihre innere Stärke wieder findet. Am Schluss laufen alle Stränge zusammen und bilden ein gutes Finale, was mir gut gefallen hat.

Das Buch bereitete mir aber trotzdem ein tolles Lesevergnügen. Julie Murphy hat einen intensiven Schreibstil, der die Charaktere sehr lebendig wirken lässt. Man ist stets mitten in der Geschichte und wird in die Gedanken von Will gezogen. Außerdem hat die Autorin eine detailreiche Geschichte geschaffen, in der die Charaktere wunderbar mit kleinen Details ausgestaltet wurden. Wie z. B. die Liebe Wills Tante zu der Sängerin Dolly Parton, was auch nach deren Tod noch eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt, oder Bos Kirschlollis.

》Ich weiß nicht. Ich glaube, man muss der sein, der man sein will, bis man das Gefühl hat, dass man derjenige ist, der man gerne werden wollte. Manchmal hat man etwas schon halb geschafft, wenn man so tut, als könnte man es.《
Mitch, S.256


Fazit:
Die Protagonistin in Dumplin‘ akzeptiert ihr Körpergewicht so wie es ist. Selbstbewusst bewirbt sie sich für den örtlichen Schönheitswettbewerb und möchte zeigen, dass sich Schönheit nicht nur aufs Äußere bezieht. Leider fehlte diese Zielstrebigkeit im Mittelteil und die Handlung plätscherte vor sich hin. Trotzdem wurde eine wichtige Botschaft vermittelt, wodurch das Buch sehr lesenswert ist.

Veröffentlicht am 24.02.2019

Liebe & Zeitreise

Ein Hauch von Schicksal
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Die 20-jährige Grace hat bei einem Unglück ihre ganze Familie verloren. Als Grace noch auf der Suche nach einem Hochzeitsgeschenk ist, stürzt das Flugzeug mit ihrer Schwester, deren Verlobten und ihren ...

Die 20-jährige Grace hat bei einem Unglück ihre ganze Familie verloren. Als Grace noch auf der Suche nach einem Hochzeitsgeschenk ist, stürzt das Flugzeug mit ihrer Schwester, deren Verlobten und ihren Eltern ab. Da ihr Vater ein bekannter Unternehmer ist, muss sie nicht nur mit Trauer und Schuldgefühlen, sondern auch dem Interesse der Öffentlichkeit zurechtkommen. Noch zwei Jahre danach verbringt sie die meiste Zeit zu Hause und kapselt sich von allem ab. Der Anwalt ihrer Familie fordert, dass sie zu einem Therapeuten geht, was sie ziemlich nervt und nicht hilft. Grace wünscht sich ein anderes Leben. Und dies gewährt ihr das Familienamulett.

Plötzlich befindet sie sich im 17. Jahrhundert wieder und soll dort eine Ehe mit einem unbekannten Mann eingehen. Grace kann sich nicht dagegen wehren und findet sich in einer Zwangsehe und dem Schiff ihres Gatten Rhys wieder. Langsam kommen sich die beiden näher, zuerst körperlich und dann emotional. Graces Liebe zu Rhys ging mir zu schnell. Ich konnte es gar nicht nachvollziehen und dem Buch hätten an der Stelle 50 Seiten mehr nicht geschadet. Trotzdem hat mich die Beziehung der beiden bald überzeugt und berührt. Da Rhys ein Freibeuter, also Pirat, ist, wird sein Schiff angegriffen und er mit Grace gefangen genommen. Somit gelangen sie in die Hände eines wahnsinnigen Plantagenbesitzers.

"Das verspricht mir mein Lächeln: Nichts ist jemals so schlimm, dass es nicht eines Tages gut wird. Ganz genau." - S. 170

In der Geschichte spielt viel Gewalt, das Leben im 17. Jahrhundert auf Plantagen, etwas Erotik und viel Liebe und Stärke der Protagonisten eine große Rolle. Grace ist viel stärker als sie glaubt und überwindet ihre tiefe Trauer. Die Geschichte besitzt viele grausame und schöne Details und hat einen tollen Handlungsverlauf. Der Schreibstil von Lara Wegner ist beschreibend und sehr flüssig zu lesen.

Fazit:
„Ein Hauch von Schicksal“ ist ein toller Jugendroman, der im 17. Jahrhundert spielt und viel Liebe, Trauer, Gewalt, Stärke, Spannung und Erotik beinhaltet.