Cover-Bild Ankica
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33,00
inkl. MwSt
  • Verlag: tredition
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Liebe und Beziehungen
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 572
  • Ersterscheinung: 12.12.2025
  • ISBN: 9783384739209
  • Empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Ruben Dellers

Ankica

Die Geschichte der letzten Vampirin
Eine junge Frau im Ungarn des 19. Jahrhunderts ringt mit Lust, Freiheit und den Zwängen der Dorfgemeinschaft. Ihre unkonventionell freie Lebensweise führt dazu, dass einige sie unverhohlen als Vampirin brandmarken. Sprachgewaltig und zärtlich zugleich erzählt dieser Roman aus Ankicas Perspektive von weiblicher Selbstbehauptung, unbändiger Neugier und dunkler Sinnlichkeit. Für Lesende, die das Poetische im Wilden suchen und keine Angst vor Tabubrüchen haben.
Das Buch vereint historischen Realismus mit der Vampirthematik und bietet eine starke weibliche Perspektive sowie eine vielschichtige Sprache, die gesellschaftskritische Aspekte aufzeigt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2026

Ein bewegender Roman - mutig und schonungslos.

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Mich hat der Titel neugierig auf das Buch gemacht, ich war gespannt darauf zu erfahren, wie die letzten Vampirin gelebt hat. Das Cover ist geheimnisvoll gestalte und gefällt mir sehr gut. Die Haptik des ...

Mich hat der Titel neugierig auf das Buch gemacht, ich war gespannt darauf zu erfahren, wie die letzten Vampirin gelebt hat. Das Cover ist geheimnisvoll gestalte und gefällt mir sehr gut. Die Haptik des Hardcover Buches ist ansprechend.



Es ist etwa 1841, die junge Ankica ist ein aufgewecktes Mädchen. Sie lebt in einem kleinen Dorf, ohne Vater und ihre Mutter scheint kein Interesse an ihr zu haben. Sie wird oft missverstanden und eckt dadurch an.

Früh lernt sie die Ungerechtigkeit gegenüber Frauen kennen und nimmt dies nicht hin, sie wächst zu einer starken Persönlichkeit heran, was natürlich zu der damaligen Zeit nicht gern gesehen wurden. Sie wird als Vampirin betitelt und angeprangert. Sie flieht, und dabei trifft sie auf Zsófia, diese bringt ihr einiges bei. Doch das Heimweh ist zu groß und sie kehrt in das Dorf zurück, bereit sich dem Widerstand zu stellen. Sie lässt sich nicht in eine Schublade stecken und möchte ihre Identität treu bleiben.

Das Buch hat mich sehr überrascht. Ich fand die Bezeichnung Vampirin sehr passend. Ankica war eine starke, raue und charakterfeste Persönlichkeit. Sie hat auf Unterschiede und Ungerechtigkeiten aufmerksam gemacht. Ihre Geschichte war spannend und emotional. Der Schreibstil war detailliert. Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Das Schicksal eines Dorfes

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Wir schreiben das 19. Jahrhundert irgendwo in den Tiefen Ungarns. Ankica ist ein aufgewecktes Mädchen, das in einem winzigen Dorf aufwächst und dort immer wieder aneckt. Mit einer nicht wirklich an ihr ...

Wir schreiben das 19. Jahrhundert irgendwo in den Tiefen Ungarns. Ankica ist ein aufgewecktes Mädchen, das in einem winzigen Dorf aufwächst und dort immer wieder aneckt. Mit einer nicht wirklich an ihr interessierten Mutter und ohne Vater wächst sie zu einer jungen Frau heran, die die Missstände im Dorf anprangert und damit erst recht den Unwillen der Bewohner erregt.

Als sie dann zur Vampirin erklärt wird, bleibt Ankica nichts anderes als die Flucht. Flucht in eine Welt, die so viel größer ist als sie bisher gedacht hat. Sie trifft auf ihrer Reise eine junge Frau etwa in ihrem Alter namens Szofia. Diese nimmt sich ihrer an und bringt ihr Benehmen und eine bessere Sprache bei. Und als das Heimweh zu groß wird, beschließt Ankica, ins heimatliche Dorf zurückzukehren ...

Eines möchte ich hier vorneweg stellen: Dieser Roman ist alles andere als leichte Kost. Was darin geschildert wird, ist nichts für schwache Nerven. Dieser Roman ist weit entfernt von den üblichen gehypten Vampirromanen, wie es nur geht.

Ankica hat es nicht leicht in ihrem Leben. Von Kind an lernt sie, dass ihr Vater gestorben sei, doch das scheint nicht der Fall zu sein, sondern eine Scheingeschichte, mit der ihre Mutter das uneheliche Kind und, vor allem, sich selbst schützen wollte. Dass die Mutter kaum Interesse an ihrem Sprössling hat zeigt sich in den ersten Kapiteln immer wieder. Selbst eine heranwachsende Ankica prallt ungebremst mit ihrer Mutter zusammen, die nichts weiter als Schimpfe und manchmal Schläge austeilt.

Was mich beeindruckte ist Ankicas Wille zum Leben. Stur geht sie ihren Weg, und merkt gar nicht, wie sehr sie ihr Umfeld mit ihrem Verhalten verändert. Ankica hinterfragt früh die Geschlechterrollen in ihrem Dorf: Warum dürfen die Jungen ihren Spaß haben und Mädchen nicht? Warum soll es einer Frau verboten sein, ihre Meinung zu äußern, sowohl in der Öffentlichkeit und erst recht zu Hause in ihren eigenen Vier Wänden?

Ankica, von einem inneren Feuer getrieben, trifft auf den als Vampir verschrienen Almos und schläft mit ihm. Was sie damit für sich selbst auslöst, ist ihr nicht bewusst, nur dass er das Feuer erst wirklich zum glühen gebracht hat.

Eine Zeitlang glaubte ich während der Lektüre, dass Ankica schlicht unter einem übersteigerten Sexualtrieb leidet, denn zumindest in der ersten Hälfte des Buches ist kaum ein Mann vor ihr sicher. Doch dann kommt nach und nach ihre schlimmes Geheimnis zum Vorschein, das mich persönlich sehr getroffen hat. Als Siebenjährige verging sich ein Mann an ihr - und das über zwei Jahre lang jeden Freitag bis Ankica schließlich Asyl in der Kirche suchte und der Pfarrer von der ganzen Sache erfuhr.

Missbrauch von Kindern ist immer noch ein brandaktuelles Thema, in dem regelmäßig neue Skandale an die Öffentlichkeit dringen. Was es für Auswirkungen auf das betroffene Kind hat, da bleibt meist nicht viel mehr als das übliche "es begab sich in Therapie". Nun, ich gehe offen mit meiner psychischen Erkrankung um und habe mehrmals solche Opfer getroffen bei meinen diversen Aufenthalten im Krankenhaus. Oftmals ist es nicht mit einem halben oder einem Jahr Therapie getan. Viele Opfer sind für den Rest ihres Leben psychisch geschädigt, einige schlopfen gar in die Täterrolle, wenn sie erwachsen sind. Ankicas Erlebnis, und das über Jahre hinweg, hat sie tiefer verletzt als sie den ganzen Roman über zugeben will.

Aber was hat es mit diesen "Vampiren" auf sich? Es sind keine Vampire, wie wir sie aus der Literatur, Film und Fernsehen kennen. Ankica stellt uns die Gruppe grob vor, als sie selbst Kontakt sucht. Es sind Menschen, die verstoßen wurden, Menschen, die aneckten und nun im nahen Wald leben. Das Beißen gilt bei ihnen als eine Art innitationsritual. Keiner von ihnen ist auf Blut angewiesen, eine der Vampirinnen hat sogar ein Kind, das sie selbst ausgettragen hat. Also keine jahrhundertealten Schimmer-Vampire, wie sie heute so typisch sind. Menschen, die entweder selbst die Dorfgemeinschaft verlassen haben oder dazu gezwungen wurden.

Doch der Aberglaube lebt weiter. Ankica muss fliehen, weil sie als Vampir verschrien wird. Sie zieht aus und schafft es bis in die nächste größere Stadt. Dort findet sie Anstellung als Wäscherin, aber es hält sie nicht lange an ihrem Arbeitsplatz. Mit Miau zusammen kehrt sie einfach von einem Sonntagsausflug nicht zurück. Miau wird von ihr ebenfalls zur "Vampirin" gemacht, doch sie ist anders. Miau mag keine Männer, sie liebt Frauen und verführt auf dem weiteren Weg der beiden jedes Mädchen, das sie finden kann. Ein Grund mehr für Ankica, sie an einer STelle zu verlassen, nachdem sie in Kontakt mit Szofia gekommen ist.

Szofia ist Ankicas Seelenverwandte, ein Freigeist, die Gedichte schreibt und in verlassenen Häusern lebt. Sie ist die erste, die an Ankicas Geheimnis rührt, was beinahe zum Bruch der Freundschaft führt. Ankica will die Sache einfach vergessen. Dann trennen sich die beiden Frauen und sie beschließt ins heimatliche Dorf zurückzukehren.

Dort allerdings warten noch immer die Anschuldigungen auf sie, und die "Vampire" im Wald wenden sich ebenfalls gegen sie, nehmen sie gefangen und sperren sie in einen Sarg. Ankica versuchte nach ihrer Rückkehr, sich anzupassen. Sie heiratete sogar einen Mann, den junge Bela, und ist schwanger von ihm. Die Gruppe im Wald droht ihr, ihr das Kind nach der Geburt wegzunehmen und ins Dorf zu bringen, wo es von Fremden aufgezogen werden soll.

Während dieser Gefangenschaft wird Ankica von zwei Priestern gefunden. Doch anstatt sie zu retten, versuchen sie den Vampir aus ihr auszutreiben. Als sie schließlich beichtet, dass sie schwanger und damit kein Vampir sein kann, geht der Jüngere der beiden sogar soweit, eine Abtreibung an ihr durchführen zu lassen.

Ich könnte an dieser Stelle weiter erzählen und den gesamten Inhalt des Romans wiedergeben, doch ich denke, ich bin nun weit genug gegangen, um meinen Eingangsabsatz zu erklären. Dieser Roman ist wirklich nicht leicht zu lesen. Zum einen das Thema, dann das, was mit Ankica passiert (und die Abtreibung ist NICHT das schlimmste, was ihr widerfährt von Seiten der Kirche), zum anderen aber auch der Stil und die Tatsache, dass dieses Buch in der Gegenwart geschrieben wurde, womit ich immer große Probleme habe. Der Stil ist ein wenig altertümlich, eben wie im 19. Jahrhundert geschrieben wurde. An für sich eine gute Wahl, denn auf diese Weise verschärft sich der Horror, den man liest, noch. Auf der anderen aber ebenfalls nicht der leichteste Stil zu lesen, gerade zu Beginn, als Ankica noch mächtig Gossensprache gebraucht.

Stellenweise war ich wirklich geschockt darüber, was Ankica passiert, und das ist schwer bei jemanden wie mir. Dieses Buch hat mich nachdenklich gemacht über einiges, vor allem aber darüber, wie dankbar wir Frauen von heute solchen Frauen wie Ankica dankbar sein sollten für das Martyrium, durch das sie gingen, damit wir heute so frei leben können, wie wir es tun. Ich zumindest möchte nicht im 19. Jahrhunder-Ungarn in irgendeinem Dorf landen, mich würde man vermutlich entweder hängen oder verbrennen (beides kommt im Roman vor).

Was mich vermutlich am meisten erschüttert hat war das Schweigen der Kirche darüber, was einer der ihren angerichtet hat. Einzig der Dorfpfarrer fühlte sich zumindest schuldig, doch er wusste es auch nicht besser und kannte die Hintergründe nicht. Einem solchen Menschen wie Melvin gehören nicht in die Öffentlichkeit, sondern in eine geschlossene Anstalt. Sein Hass auf Ankica war einfach unvorstellbar für mich - und ich hege seit 35 Jahren Rachegedanken einigen Personen meines früheren Umfeldes.

Dies ist ein eindringlicher Roman, der uns allen etwas zu erzählen hat. Dabei trägt er keine seidene Maske, sondern reisst sie uns herunter. Die ungeschönte Wahrheit schlägt dem Leser ins Gesicht. Ankica kann nur eines: weitermachen. Und zumindest teilweise verstehe ich, wie schwer das ist und auch, warum sie am Ende beschließt, dass es dieses letzte Mal zuviel war. Ein berührendes Buch, das zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Poetische Sprache

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Die Geschichte spielt im Ungarn des 19. Jahrhunderts. Anfangs muss man sich erstmal an die altertümliche Sprache gewöhnen. Doch genau das macht es meiner Meinung nach authentisch. Denn sobald unsere Protagonistin ...

Die Geschichte spielt im Ungarn des 19. Jahrhunderts. Anfangs muss man sich erstmal an die altertümliche Sprache gewöhnen. Doch genau das macht es meiner Meinung nach authentisch. Denn sobald unsere Protagonistin in ein anderes Milleu gelangt, ändert sich der Sprachstil, Ankica passt ihre eigene Sprache an. Ankica ist zudem auf ihre Art neugierig und trotzig, aber es passt zu ihrer Art und ihrem Alter.

An ein paar Stellen zieht sich die Handlung etwas, aber insgesamt passt das zur Stimmung und zum historischen Setting

Das Vampirmotiv spielt tatsächlich eine geringere Rolle als gedacht, bzw. auf eine andere Art und Weise als ich es antizipiert hatte. Und das hat mir gefallen. Denn wie man beim Lesen merkt fungiert dies eher als Symbol für verschiedene Aspekte, wie beispielsweise Fremdheit, für das, was Menschen nicht verstehen und deshalb bekämpfen, als ein Schutzschild oder ein Gefängnis, als Grenzen, die von außen gesetzt werden.

Veröffentlicht am 27.01.2026

Zwischen Blutchronik und Biografie – eine Erzählung mit Biss

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Ankica von Ruben Dellers ist keine klassische Vampirgeschichte, sondern eher die düstere Biografie einer ungarischen, weiblichen Dracula-Figur. Obwohl das Buch recht dick ist, liest es sich überraschend ...

Ankica von Ruben Dellers ist keine klassische Vampirgeschichte, sondern eher die düstere Biografie einer ungarischen, weiblichen Dracula-Figur. Obwohl das Buch recht dick ist, liest es sich überraschend schnell. Die Handlung ist intensiv, durchgehend spannend und stellenweise wirklich gruselig. Besonders gelungen fand ich die Atmosphäre: ein Dorf, förmlich im Blut gehalten, eine stetige Bedrohung und das Gefühl, dass Gewalt allgegenwärtig ist.



Das Cover ist wunderschön und steht in starkem Kontrast zur Brutalität im Inneren – genau das macht neugierig. Auch dass es sich um einen abgeschlossenen Band handelt, finde ich sehr angenehm.



Allerdings war mir die Sprache stellenweise zu derb. Sehr viele Beleidigungen, Schimpfwörter und gewalttätige Szenen, vor allem gegenüber Kindern, hätten für mich nicht in dieser Häufung sein müssen. Die permanente Härte nimmt der Geschichte etwas von ihrer Wirkung und wirkt manchmal unnötig.



Trotzdem überzeugt Ankica durch Originalität, Tempo und eine ungewöhnliche Perspektive auf den Vampirmythos. Wer harte, kompromisslose Horrorstoffe mag, wird hier definitiv fündig.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Ankica

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Mit diesem sehr umfangreichen Buch wurde ich leider bis zum Schluss nicht richtig warm. Die Geschichte ist nicht uninteressant, aber ich fand sie oft zu langatmig, zu brutal und zu grausam. Der Schreibstil ...

Mit diesem sehr umfangreichen Buch wurde ich leider bis zum Schluss nicht richtig warm. Die Geschichte ist nicht uninteressant, aber ich fand sie oft zu langatmig, zu brutal und zu grausam. Der Schreibstil lag mir auch nicht so, gerade am Anfang.

Es ist keine leichte Lektüre für zwischendurch, nicht für jeden Leser geeignet, wie ich finde.

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