November 1918: Der Erste Weltkrieg ist gerade zu Ende gegangen, da beginnen am Walchensee die Bauarbeiten für eines der bis dahin größten Elektrizitätswerke der Welt. Auch vor dem kleinen Ort Desselgrub macht der technische Fortschritt nicht halt. Seine Bewohner stehen den Neuerungen feindlich gegenüber, bis die Ersten begreifen, dass sich mit Oskar von Millers gewagtem Projekt gutes Geld verdienen lässt.
Nicht nur der Familienvater Hartl Lauber steht mit einem Mal zwischen den Fronten und muss einsehen, dass sich sein Freund Veit und auch seine Nachbarin Irmi längst der neuen Zeit verschrieben haben. Der Konflikt im Dorf spitzt sich immer weiter zu – bis eines Tages Gusti, die Frau des Fischers, spurlos verschwindet und alles auf eine große Katastrophe zuläuft.
Sandra Altmann gelingt in ihrem Roman ein unsentimentaler, atmosphärisch dichter Blick auf das oftmals harte Leben in einem Fischerdorf am Scheideweg zwischen Tradition und Moderne.
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Das Cover finde ich gut gestaltet, der Titel hat mich neugierig auf die Geschichte gemacht. Der Hintergrund mit den Umrissen gefällt mir gut. Die Haptik des Hardcover Buches ist sehr ansprechend.
In dem ...
Das Cover finde ich gut gestaltet, der Titel hat mich neugierig auf die Geschichte gemacht. Der Hintergrund mit den Umrissen gefällt mir gut. Die Haptik des Hardcover Buches ist sehr ansprechend.
In dem Buch geht es um eine Dorfgemeinschaft Ende 1918. Der erste Weltkrieg ist vorbei und die Folgen sind noch deutlich zu spüren. Es soll ein neues Elektrizitätswerk am Walchensee gebaut werden, auch im kleinen Dorf Desselgrub stehen Veränderungen an. Viele möchten diese Veränderungen nicht, obwohl das Leben im Dorf mehr als anstrengend und mühsam ist. Doch das Projekt von Oskar von Millers würde den Bewohnern auch die Möglichkeit geben gutes Geld zu verdienen. Die Lage im Dorf droht zu eskalieren und dann verschwindet auch noch eine Dorfbewohnerin...
Das Buch konnte mich sofort fesseln. Die Rauheit und Schwere wurde gut in dem Buch vermittelt. Die Charaktere hatten alle Ecken und Kanten. Der Schreibstil war treffend und schonungslos ehrlich. Für mich ein tiefgründiges Buch, ich empfehle es auf jeden Fall weiter.
Dieser sehr berührende historische Roman hat mir echt gut gefallen. Durch die bildhafte Sprache und die anschaulichen Schilderungen hat man beim Lesen ein lebendiges Bild vor Augen, kann sich alles gut ...
Dieser sehr berührende historische Roman hat mir echt gut gefallen. Durch die bildhafte Sprache und die anschaulichen Schilderungen hat man beim Lesen ein lebendiges Bild vor Augen, kann sich alles gut vorstellen.
In Bayern auf dem Land, kurz nach dem Ersten Weltkrieg, hatte die Dorfbevölkerung ein hartes Leben. Es war von Armut, Entbehrungen und oft menschlicher Härte geprägt. Das bekommen einige der Bewohner besonders stark zu spüren.
Jetzt, wo wenigstens der unbarmherzige Krieg zu Ende ist, soll es endlich wieder aufwärts gehen. Doch leider bahnt sich schon die nächste Katastrophe an.
In diesem nur 175 Seiten langen Roman von Sandra Altmann steckt jede Menge Inhalt. Die Autorin hat sich rund um das historisch belegte Ereignis um den Bau des Kraftwerkes am Walchensee eine sehr authentische ...
In diesem nur 175 Seiten langen Roman von Sandra Altmann steckt jede Menge Inhalt. Die Autorin hat sich rund um das historisch belegte Ereignis um den Bau des Kraftwerkes am Walchensee eine sehr authentische fiktive Geschichte ausgedacht, die leichte Krimielemente birgt.
Wir sind kurz nach dem ersten Weltkrieg im fiktiven bayrischen Dorf Desselgrub. Die Einwohner stehen dem Bau des neuen Kraftwerkes mehr als skeptisch gegenüber. Das Elektrizitätskraftwerk soll auch in das Tal endlich elektrischen Strom bringen. Doch die alteingesessenen Dorfbewohner wollen weder Strom, noch Zuzügler. Alte Bräuche, Aberglaube und harte Arbeit spielen in Desselgrub die Hauptrolle und Neuerungen sind nicht gern gesehen. Kompromissloses Festhalten am Althergebrachten ist im Bergdorf Alltag. Genauso möchte man auch keine Menschen im Dorf haben, die "nicht hierher gehören".
Sandra Altmann gelingt ein sehr authentischer Einblick in das schwere und harte Leben in einem abgeschiedenen Bergdorf kurz nach dem Ende des ersten Weltkrieges. Während die Kinder trotz Hilfe am Hof noch Kinder sein dürfen, werden die Erwachsenen schnell in das enge Korsett gezwungen. Wenn man nicht in die Dorfgemeinschaft passt, hat man es schwer. Der Ton ist rau und hart.
Der Schreibstil ist der damaligen Zeit angepasst. Die Autorin beschreibt die Gegend und vor allem die verschiedenen Charaktere wahnsinnig bildhaft und lebendig. Man findet sich als Leser schnell mittendrin in der dörflichen Gemeinschaft, deren Los harte Arbeit ist. Der mühsame Alltag voller Plackerei und der Aberglauben, der Anfang des 20. Jahrhunderts noch in den Bergdörfern herrscht, ist jederzeit greifbar.
Wir lernen einige der Familien aus Desselgrub besser kennen und ich muss zugeben, dass mir nur wenige sympathisch waren. Vieles ist mir aus anderen historischen Romanen bekannt, einiges kenne ich noch selbst und andere Verhaltensweisen kann ich so gar nicht nachvollziehen.
Zum Ende hin spitzt sich die Lage im Dorf immer mehr zu und man spürt das drohende Unheil kommen. Dieses kommt schlussendlich aber aus einer ganz anderen Richtung, als gedacht....
Fazit:
Viel Inhalt auf wenigen Seiten, tolle Charakterdarstellungen und ein überraschendes Ende machen diesen historischen Roman zu einer tollen Unterhaltung. Ich hätte mir allerdings noch ein paar Seiten mehr gewünscht und ein paar Fakten zum Ende, welches ein paar Fragen offen lässt.
„Triebwasser“ – so der Name des Romans von Sandra Altmann – ist das Wasser, das in einem Elektrizitätswerk das Wasser zur Stromgewinnung antreibt, vereinfacht erklärt. Um den Bau eines solchen geht es ...
„Triebwasser“ – so der Name des Romans von Sandra Altmann – ist das Wasser, das in einem Elektrizitätswerk das Wasser zur Stromgewinnung antreibt, vereinfacht erklärt. Um den Bau eines solchen geht es in dem Roman. Dieser sorgt unter den Einwohnern des kleinen Dörfchens am Wallersee für Konflikte. Da sind die, die am Fortschritt teil- und Nutzen von ihm haben wollen. Und da sind die anderen, die darin eine Gefährdung ihres Bestandes sehen. Allerdings geht es beiden Seiten weniger um den Nutzen, den der Fortschritt im Allgemeinen für die Gemeinschaft haben könnte, oder dessen Schaden. In der Regel geht es um persönliche Belange, um Gewinnsucht, Existenzangst, durchmischt von Aberglauben, der auch zur Erhaltung des Status quo und zur Erziehung eingesetzt wird. Schon die Kinder lassen sich in ihren Handlungen vom Aberglauben leiten, beschwören Naturgötter zur Heilung der kranken Mutter, sehen in Naturgewalten das Wirken von Naturgeistern. In der Regel zur Strafe für vermeintliche Sünden. Schon dadurch entsteht ein lastender Druck auf der Gemeinschaft. Liebe und Eifersucht, Neid und Missgunst, Trunksucht und Grobheit tun ihr übriges die Dynamiken im Dorf aufs äußerte zu spannen, bis sich in einem unerwarteten Ende die Spannung auf tragisch-komische Weise entläd. Jeweils abwechselnd wird die Handlung in einem Kapitel pro Monat entfaltet und dann in Anlehnung daraus eine der Figuren aus dem Dorf: sieben Männer, drei Frauen und sechs Kinder aus drei Familien vorgestellt, indem die Autorin sie aus ihrer eigenen Perspektive heraus erzählen lässt. So ergibt sich ein interessanter multiperspektivischer Blick auf die Geschehnisse. Dabei verleiht sie jeder Figur eine authentische Sprache, mit Hilfe der diese ungeschönt ihre Gedanken verrät. Dabei geht es häufig derb und lieblos zu, was schon eine gewisse abschreckende Wirkung auf den Leser hat. Die Kinder wirken häufig dumm, zänkisch oder auch vom Aberglauben hysterisch. Die Frauen sind verhärmt vom Schicksal, häufig gefühlskalt oder gar bösartig. Die Männer, die gerne über den Durst trinken, sind grob, lieblos, triebgesteuert oder auch von hinterlistiger Schläue. Es gibt kaum eine Figur, die den Leser zur Identifikation einläd. Man kann sich schon vorstellen, dass ein hartes, der Natur abgerungenes Lebens als Fischer oder Holzbauer Menschen so werden lässt, aber eigentlich möchte man sich das so gar nicht so gerne vorstellen. Dass es der Fortschritt schwer hat bei solchen Menschen, ist offensichtlich. Auch der Lehrer, der sich immer mehr der Dorfgemeinschaft assimiliert, vermag kaum, einen rationaleren oder humaneren Standpunkt zu vermitteln. Die Geschichte verliert sich immer mehr in der Atmosphäre eines düsteren Heimatromans à la Andrea Maria Schenkel oder Franz Xaver Krötz und verliert den Anbruch einer neuen Zeit zunehmend aus den Augen.
Eine nicht unspannende, düstere, allerdings wenig erbauliche Lektüre!
Sandra Altmann nimmt uns in ihrem historischen Roman 'Triebwasser' mit in eine kleine oberbayrische Ortschaft, genannt Desselgrub, gelegen am Walchensee. Kaum das der Erste Weltkrieg endlich vorbei ist, ...
Sandra Altmann nimmt uns in ihrem historischen Roman 'Triebwasser' mit in eine kleine oberbayrische Ortschaft, genannt Desselgrub, gelegen am Walchensee. Kaum das der Erste Weltkrieg endlich vorbei ist, er hat auch bei der hiesigen Bevölkerung körperliche als auch traumatische Spuren hinterlassen, müssen sich die Menschen neuerlich auf Veränderungen einstellen, die ihre Existenz scheinbar bedrohen. Ein Elektrizitätskraftwerk soll errichtet werden und zivilisatorischen Fortschritt in den abgelegenen Landstrich bringen. Wir verfolgen über zwei Jahre hinweg das Leben der Einheimischen, lernen ihre Gedanken, ihre Ängste, ihre Wünsche kennen und sehen den Konflikt zwischen dem Weg der Anpassung an die sich verändernden Verhältnisse einerseits und andererseits das kompromisslose Festhalten am Althergebrachten.
Die Autorin entwickelt eine fiktive Handlung rund um ein historisch belegtes Ereignis, dem Bau des Kraftwerks am Walchensee. Ihre detaillierten Beschreibungen der Örtlichkeiten ließen mich tief eintauchen in das Geschehen. Die authentische Darstellung ihrer Charaktere runden das Bild des Lebens in der dörflichen Gemeinschaft wunderbar ab. Das Buch hat neben seinem informativen Charakter einen hohen Unterhaltungswert.