Ein italienischer Bestseller: Triest, Liebe und Erinnerung im 20. Jahrhundert – für Fans von Francesca Melandri und Elena Ferrante
Verena von Koskull (Übersetzer)
Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Alma in ihre Heimatstadt Triest zurück - eine Stadt an der Grenze zwischen Ost und West. Hier begegnet sie Vili wieder, ihrer Jugendliebe, der ihr nun das väterliche Erbe übergeben soll. Zwischen den Erinnerungen an die Habsburger Kaffeehäuser ihrer Großeltern, an endlose Kindheitssommer und die Straße gen Osten, auf der ihr Vater einst immer wieder verschwand, wird Alma mit Fragen nach Herkunft, Liebe und Identität konfrontiert. Und da ist auch der Schatten des Krieges jenseits der Grenze, der ihre Liebe zu Vili vor vielen Jahren erschüttert hat ...
»Wer etwas wissen möchte über Triest und Italiens östliche Grenze, der muss Alma lesen. Ein perfekter Roman.« REPUBBLICA
»Federica Manzon schafft mit ganz eigenem, magischem Talent ebenso charismatische wie vielschichtige Figuren.« LA STAMPA
»Nur den ganz großen Romanen gelingt es, eine Welt zu erschaffen, in die die Leserinnen eintauchen können. Sie öffnen uns Zeit und Raum.« ELLE
»Federica Manzon malt ein Fresco aus Geschichten, die uns nicht mehr loslassen.« AVVENIRE
Alma ist ein interessantes Werk der italienischen Schriftstellerin Federica Manzon. Es ist ihr erster Roman, der auf deutsch übersetzt wurde.
Sie hat den Roman in Triest spielen lassen und in den Balkan.
Als ...
Alma ist ein interessantes Werk der italienischen Schriftstellerin Federica Manzon. Es ist ihr erster Roman, der auf deutsch übersetzt wurde.
Sie hat den Roman in Triest spielen lassen und in den Balkan.
Als Almas Vater stirbt, vermacht er ihr ein paar Unterlagen.
Da beginnen ihre Kindheitserinnerungen.
In der Schule wusste sie den Beruf des Vaters nicht und dessen Erklärungen waren lapidar. Da weiß man nicht, ist er ein Spion, oder warum verschwand er immer wieder. Da bringt er einmal den jungen Willi mit, der dann mit Alma aufwächst.
Alma erinnert sich an Fahrten mit dem Vater, bei denen sie Tito noch sah. Alma wird Journalistin und trifft viele dubiose Personen.
Man erfährt von mehreren Kriegen auf dem Balkan.
So erfährt man von den Grausamkeiten zwischen Kroaten und Serben.
Die Autorin lässt dieses Grenzgebiet spannend werden.
Es ist ein gutes Stück Zeitgeschichte.
"Sagt mir, wer ich bin! Welche Sprache soll ich sprechen? Gebt mir ein für alle Mal einen Ort, ehe ich verrückt werde."
Mit über 50 verliert Alma ihren Vater - den sie nie wirklich gehabt hat. Er war ...
"Sagt mir, wer ich bin! Welche Sprache soll ich sprechen? Gebt mir ein für alle Mal einen Ort, ehe ich verrückt werde."
Mit über 50 verliert Alma ihren Vater - den sie nie wirklich gehabt hat. Er war immer nur ein Gast in ihrem Leben, gekommen, um ebenso schnell unvermittelt zu verschwinden. Nun hat er ihr ein Erbe gegeben, dass sie nicht haben will. Sie muss Vili finden, um es zu erhalten. Vili, den ihr Vater eines Tages mitgebracht hat, nach Triest auf den Karst, weil er in Gefahr war. Vili, dem sie so nahe war, ohne ihm jemals wirklich nahe gekommen zu sein.
Deshalb kommt sie nach über 20 Jahren in die Stadt zurück und erinnert sich bruchstückhaft an ihre Kindheit und Jugend.
Alma ist in Triest aufgewachsen, der Grenze zwischen Ost und West. Und sie selbst war auch immer mittendrin, ohne irgendwo dazuzugehören. Ihr Großeltern gebildet, nehmen sie in schicke Lokale mit und lernen ihr, wie wichtig Geschichte ist. Auf der anderen Seite ihre Mutter, die kaum eine Rolle spielt, und ihr Vater, für den nur die Gegenwart zählt. Übergroß in ihrer Erinnerung, immer auf der Durchreise, ein ruheloser Slawe, der auch zu niemandem gehört, mit einer fragwürdigen Verbindung zu Marschall Tito. Sie war noch ein Kind, als der Jugoslawienkonflikt begann und Vili auf einmal im Haus auftauchte. Nebulös wie ihr Vater, zu keiner Seite zugehörig. Und Alma selbst weiß auch nicht, welche Wahrheiten sie glauben soll, die der Großeltern, des Vaters, der Nachrichten?
Das Buch hat es mir nicht immer leicht gemacht, die Zeiten wechseln oft, und es sind verschwommenen Erinnerungen, teilweise eines Kindes, an denen uns die Protagonistin teilhaben lässt. Erlebnisse, von denen sie sich manchmal selbst nicht sicher ist, ob sie stattgefunden haben. Und während sie erwachsen wird, tobt rund um sie der Krieg. Ein Krieg, von dem ich - ehrlich gesagt - nicht viel weiß, fand er doch zu einer Zeit statt, als ich selber jünger war als Alma damals. Das machte es für mich oft noch schwieriger, der sprunghaften Handlung zu folgen. Oft habe ich das Buch beiseite gelegt und nach den erwähnten Orten oder Begebenheiten gegoogelt, um den historischen Kontext zu begreifen.
Die Informationsfetzen sind erschreckend, erschütternd und lassen mich zutiefst betroffen zurück.
Was dafür umso präsenter war, war Almas Zerissenheit. Ihre Eltern wollten sie so frei wie möglich erziehen, dadurch gelang es ihr nie, Wurzeln zu schlagen, die ihr Halt geben könnten. Oft war sie mitten im Kriegsgeschehen, hat darüber Artikel geschrieben, und manchmal doch nicht wirklich die Zusammenhänge verstanden. Sie kann keine Nähe zulassen, vielleicht, weil sie erlebt hat, wie sehr ihre Mutter daran zerbrochen ist, dass ihr Vater ihnen nie nahestand. Auch keine Nähe zum Leser, denn auch nach der letzten Seite ist sie mir noch fern. Ihre Großeltern hatten so ganz andere Ansichten als er, welche Meinung ist richtig, welche zählt?
Vili war ab seinem Einzug im Haus auf dem Karst immer an ihrer Seite, und doch nie wirklich bei ihr. Sie kommen sich heimlich körperlich nahe, nie romantisch. Auch in ihren 20igern fanden sie wieder zueinander, doch ihr Auseinandergehen war dramatisch. Und so fällt es ihr jetzt umso schwerer, ihn zu aufzusuchen, um das letzte Erbstück ihres Vaters zu erhalten.
Warum sollte ausgerechnet ihr Vater, der nichts von der Vergangenheit hielt, ihr diese nun nach seinem Tod unterbreiten wollen? Auch Almas Mutter bleibt nebulös. Sie hat in der "Stadt der Irren" gearbeitet, angeblich, weil sie sich für das Leben der anderen interessiert. Aber irgendwie entstand der Eindruck, dass sie sich für ihre Tochter kein bisschen interessierte.
Die Sprache ist gewöhnungsbedürftig, sehr viele lange Sätze, die auch ich als versierte Leserin manchmal ein zweites Mal lesen musste, um sie zu verstehen. Vieles wird nicht beim Namen genannt, das machte es mir umso schwerer, die Geschehnisse zeitlich und räumlich einzuordnen. Es wirkt eben wie die Erinnerungen eines Kindes, es ist nur "die Stadt", "die Insel" und wenn dann ein Fetzen kam, anhand dessen ich vielleicht erfahren konnte, worum es geht, habe ich nebenbei recherchiert. Das machte die Lektüre langatmig und unterbrach den ohnehin trägen Lesefluss.
Das Ende hat mich eiskalt erwischt, der ganzen Geschichte einen neuen Kontext gegeben und mich sprachlos zurückgelassen.
Fazit:
Ein verwirrender Roman über eine zerrissene, wurzellose Protagonistin.
"Alma" von Federica Manzon hat mich auf vielfältige Weise beeindruckt.
Alma kehrt zurück nach Triest, der geschichtsträchtigen Stadt im Osten Italiens, der ehemaligen Grenze zu Jugoslawien. Dort trifft ...
"Alma" von Federica Manzon hat mich auf vielfältige Weise beeindruckt.
Alma kehrt zurück nach Triest, der geschichtsträchtigen Stadt im Osten Italiens, der ehemaligen Grenze zu Jugoslawien. Dort trifft sie ihre Jugendliebe Vili wieder, den ihr Vater einst aus Jugoslawien mitgebracht hat. In Gedankensplittern begleiten wir Alma, durch ihre Kindheit und Jugend, ihr jetziges Leben, den Rückblick auf den schrecklichen Krieg im ehemaligen Jugoslawien nach dem Tod Titos. Tito, zu dem ihr Vater ein besonderes Verhältnis hatte.
Ich hatte am Anfang leichte Schwierigkeiten, in das Buch hinein zu finden, dann hat es mich allerdings vollständig gepackt. Der Roman beschreibt in für mich wunderschöner und auch sehr bildhafter Sprache ein Kapitel der Geschichte, das mir so noch nie begegnet ist. Ein politisch interessantes Kapitel, das in der Literatur meines Wissens nicht (ausreichend) behandelt wird. Die Zerrissenheit der Menschen in der Region Triest, eben noch Grenze gen Osten und plötzlich mitten in einem Europa, das sich neu gliedert. Und dazwischen Alma, die als Journalistin tiefer gehen will.
Es ist ein Buch, das Aufmerksamkeit fordert, ein Buch, das in der Zeit springt. Nicht immer sofort und offensichtlich. Ein Buch, das die Menschen in Triest zum Leben erweckt. Der Vater Almas, der immer unterwegs ist, manchmal sehr lange. Die Großeltern, die in alter Zeit gefangen sind und Habsburger Traditionen leben. Dazwischen die Jugend auf der Suche nach Orientierung. Alma war mir sehr sympathisch bei ihrer Suche nach der Vergangenheit und ihren Erinnerungen.
Was ich mir gewünscht hätte, wäre ein Zeitstrahl am Ende des Buchs gewesen, der die Geschichte Jugoslawiens und seiner Nachfolgestaaten, aber auch die Geschichte Triests darstellt. Handelt es sich doch um einen Abschnitt der Geschichte, der nicht so bekannt ist, wie er es verdient hätte.
Der Roman ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert, ich habe allerdings zu einigen Ereignissen Goggle befragen müssen. Daher auch nur 4 Sterne!
Die Inhaltsangabe des Buches konnte mich sofort begeistern und generell gefiel mir die Handlung des Buches auch aber leider war es so komplex geschrieben dass ich die Geschichte nicht so genießen konnte. ...
Die Inhaltsangabe des Buches konnte mich sofort begeistern und generell gefiel mir die Handlung des Buches auch aber leider war es so komplex geschrieben dass ich die Geschichte nicht so genießen konnte. So wurden etwa Orte und Ereignisse nicht beim Namen genannt z.B. die Insel, die Stadt etc. Ich persönlich musste des Öfteren Google zu Rate ziehen um zu wissen wovon genau die Rede war. Ich mag es sehr durch Bücher mehr über historische Ereignisse zu erfahren hatte bei dieser Geschichte das Gefühl das mir Vorkenntnisse fehlen.
Fazit: Generell ein sehr spannende Handlung mit historischem Kontext aber sehr komplex geschrieben.
Zum Inhalt:
Nach dem Tod des Vaters kehrt in Alma in ihre alte Heimat Triest zurück. Hier begegnet sie ihrer alten Jugendliebe wieder, der ihr das Erbe des Vaters übergeben soll. In der alten Heimat holen ...
Zum Inhalt:
Nach dem Tod des Vaters kehrt in Alma in ihre alte Heimat Triest zurück. Hier begegnet sie ihrer alten Jugendliebe wieder, der ihr das Erbe des Vaters übergeben soll. In der alten Heimat holen sie die Erinnerung ein an endlose Sommer, die Kaffeehäuser ihrer Großeltern, aber auch an die Straße, auf der ihr Vater früher immer wieder verschwand.
Meine Meinung:
Das Buch ist komplexer als der Titel oder auch der Klappen zu vermitteln vermag, denn es gibt viele Zeitenwechsel und auch Wechsel der Schauplätze. Zudem wird auch ein Thema aufgegriffen, dass einem wahrscheinlich nicht mehr sehr präsent ist, die politischen Unruhen, die zu mehr als nur einer Auseinandersetzung geführt haben. Alma ist ein vielschichtige Figur, mit der ich trotzdem nicht wirklich warm geworden bin. Der Vater, der trotz seines dauernden Verschwindens eine sehr dominierende Stellung im Buch einnimmt, hatte es sicher auch nicht leicht, aber macht es der Familie auch nicht gerade einfach, ihm nahe zu kommen. Insgesamt hätte ich es gut gefunden, wenn es eine Karte im Buch gegeben hätte, um die Geschehnisse besser einordnen zu können.
Fazit:
Sehr komplex