Profilbild von jamjam

jamjam

Lesejury Profi
offline

jamjam ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jamjam über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2021

Eine wunderschöne Grundidee, mit der die Protagonisten nicht ganz mithalten konnten.

Für immer und ein Wort
0

„Vielleicht finde ich es doch nicht so abwegig, in den Notizbüchern anderer nach potenziellen Partnern zu suchen, die dich endgültig den Armen deines Ex-Mannes entreißen.“

Seite 62/63

Annie ist am Tiefpunkt ...

„Vielleicht finde ich es doch nicht so abwegig, in den Notizbüchern anderer nach potenziellen Partnern zu suchen, die dich endgültig den Armen deines Ex-Mannes entreißen.“

Seite 62/63

Annie ist am Tiefpunkt angelangt… Zusammen mit ihrer besten Freundin Hoola ist sie Gast – bei der Hochzeit ihres Ex-Mannes, an dem sie immer noch zu sehr hängt. Am Tag danach wandern sie ins Dartmoor, um die legendären Letterboxen zu finden. Und Annie entdeckt in einer ein merkwürdiges Notizbuch, voller Gedankenfetzen und Gedichten, zynisch und bewegend zugleich. Kurzerhand nimmt sie es mit, liest immer wieder darin und fühlt sich dem Autor so verbunden, dass sie sich auf die Suche nach ihm macht. So lernt sie Jack kennen, der ruhiger ist als gedacht, zurückhaltend – und sie auf ganz andere Weise berührt als erwartet.

Was können Worte bewirken? Können wir uns in Worte verlieben? Als leidenschaftliche Leserin antworte ich natürlich mit ja! Im Falle dieser Geschichte haben es die Gedichte in sich, immer wieder werden sie ins Geschehen gestreut und zeigten mir, warum Annie sie so mochte. Als sie und Jack einander treffen, ist es erst Mal ernüchternd. Er reagiert merkwürdig, still und ist ganz anders, als Annie es sich erträumt hat.

Dennoch bleiben sie lose in Kontakt, schreiben sich immer wieder mal Textnachrichten, die die Geschichte auflockern.

Die Grundidee fand ich so wunderschön, ein geheimnisvolles Buch, durch das man einen Unbekannten näher kennenlernt, als seine engsten Freunde ihn kennen. Aber die Protagonisten…

Annie, mit Annie tat ich mir sehr schwer. Sie steigert sich in ihre Gefühle für ihren Ex-Mann Finley, allein die Tatsache, dass sie zu seiner Hochzeit fährt, fand ich merkwürdig. Ihre Besessenheit für ihn lenkt sie nun auf Jack um, riskiert dabei ihre Freundschaft und verhält sich für mich oft völlig unverständlich. Warum Hoola das alles mit(er)trägt, obwohl sie offensichtlich selbst Probleme hat, verstehe ich bis jetzt nicht. Es zeigt sich auch, dass sie ihr wenig vertraut.

Jack hat sein Leben mit Schuldgefühlen verbracht, er gibt sich große Mühe, nicht zu sehr aufzufallen und weiß im ersten Moment gar nicht, wie er mit Annie umgehen soll. Ich fühlte sehr mit ihm mit. Dass sie sich dennoch immer wieder annäherten, war interessant zu lesen.

Die tollste Figur war für mich Annies Freundin Hoola, eine freche Ärztin. Warum sie Annie immer zur Seite steht, weiß ich nicht, aber letzten Endes kriegt diese doch noch die Kurve und ist endlich auch mal für sie da!

Schön war es für mich zu lesen, dass sie sich dann alle die Zeit nahmen, selbst zu heilen und sich zu entdecken, und so hat der letzte Abschnitt es für mich noch mal rausgerissen.

Am Ende des Buches ist ein freier Teil, der dazu einladen soll, sich selbst Notizen zu machen, seine Geheimnisse preiszugeben. Eine nette Idee, aber als Buchliebhaberin würde ich niemals etwas reinschreiben!

Fazit: Eine wunderschöne Grundidee, mit der die Protagonisten nicht ganz mithalten konnten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2021

Eine schöne Liebesgeschichte verbunden mit einer wundervollen Kreuzfahrt

Glück an Bord
0

Ich beziehe mich in dieser Rezension auf das Hörbuch zu diesem Buch

Olivia atmete tief durch: „Vermutlich ist es wirklich an der Zeit, etwas mehr auf euch zu vertrauen. (…) Vielleicht sogar auf meine ...

Ich beziehe mich in dieser Rezension auf das Hörbuch zu diesem Buch

Olivia atmete tief durch: „Vermutlich ist es wirklich an der Zeit, etwas mehr auf euch zu vertrauen. (…) Vielleicht sogar auf meine Gefühle.“

Zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes trauert Olivia noch sehr um ihren geliebten Hannes. Ihre Freundinnen überreden sie zu einer gemeinsamen Reise. Und so begeben sich Olivia, Rike und Chiara an Bord der „Lady of the Sea“ auf eine lange Kreuzfahrt. Was sie nicht wissen: Olivias Jugendliebe Alex ist Küchenchef auf dem großen Schiff und so schwankt Olivia zwischen der Trauer um Hannes und aufkeimenden Gefühlen für Alex.

„Glück an Bord“ trägt den Untertitel „Ein Kreuzfahrt-Liebesroman“, und das trifft es perfekt. Denn ungefähr gleich viel Raum wie die Geschichte rund um Olivia nimmt auch die Kreuzfahrt ein. Und so gehen wir an der Seite der so unterschiedlichen Frauen in vielen Ländern von Bord, erleben Paris, besichtigen riesige Buddhas, schnuppern an Kräutersäckchen etc. Dieser Mix machte dieses Hörbuch zu einem wundervollen Erlebnis für mich, eine Geschichte wie ein Kurzurlaub!

Olivia war mir von Anfang an sympathisch, man spürte ihre Gefühle, ihre Trauer, ihr Nicht-Loslassen-Wollen, aber auch, dass sie ihre Freundinnen nicht mehr damit belasten will. Ist sie nach zwei Jahren schon bereit für einen Neuanfang? Was würde ihr Hannes dazu sagen?

Immer wieder wird sie von Alpträumen geplagt, in denen sie teilweise mit Hannes spricht und so Antworten findet… Doch auch die aufkeimende Romanze mit Alex erweist sich alles andere als einfach. Gut, dass ihre Freundinnen an ihrer Seite sind, und sie unterstützen und unterhalten.

Mit Alex blickt sie (und ich) auch ein wenig hinter die Kulissen eines so großen Kreuzfahrtschiffes und das fand ich irrsinnig interessant.

Das Hörbuch wird von gesprochen von Sabine Fischer. Ihre Aussprache ist herrlich klar, sie betont wunderbar und haucht so den Personen noch zusätzlich Leben ein!

Fazit: Eine schöne Liebesgeschichte verbunden mit einer wundervollen Kreuzfahrt und tollen Sehenswürdigkeiten – eine berührender Roman wie ein Kurzurlaub.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.10.2021

Eine interessante Liebesgeschichte in einem tollen Setting mit außergewöhnlichen Protagonisten!

Winter im kleinen Cafe in den Highlands
0

„Du bist erwachsen und kannst tun und lassen, was du möchtest.“
„Schon, aber es gibt so viele Steine in meinem Weg.“
„Du lebst in den Highlands, war dir das nicht klar?“
Kapitel 26

Ja, Marcy lebt in Duncan, ...

„Du bist erwachsen und kannst tun und lassen, was du möchtest.“
„Schon, aber es gibt so viele Steine in meinem Weg.“
„Du lebst in den Highlands, war dir das nicht klar?“
Kapitel 26

Ja, Marcy lebt in Duncan, einem kleinen Ort in den schottischen Highlands. Sie träumt davon, auf der Bühne zu stehen, Theater zu spielen. Doch niemand scheint an sie zu glauben, meistens nicht einmal sie selber.
Als in der Nähe für eine bekannte Serie gedreht wird, landet Schauspieler Henry Lucas in Duncan, und er macht sich die Mühe, hinter die Fassade zu sehen. Marcy, die die Serie nicht kennt, lässt sich nicht von seinem Schein blenden sondern nimmt ihn als Person wahr…

Marcy ist einfach nur entzückend und liebenswert! Mit pinken Haaren, Tattoos und Pircings ist sie ganz anders als der schottische Durchschnittsbürger. Sie ist ein unglaublicher lieber Mensch, hilft jedem in ihrer Umgebung, ob im Cafe, der Bar oder der Bäckerei und lässt ihre Träume und Wünsche immer hintenanstehen. Ihr Äußeres schreit so laut, dass niemand sieht, wie ruhig sie ist und niemanden wirklich an sich ranlässt.
Henry Lucas ist vom Theater zur Serie War of Kingdoms gelangt und der gefeierte Star der Produktion. Doch eigentlich will er sich von diesem Trubel zurückziehen, sich um seinen Sohn kümmern.
Die Begegnungen der beiden sind intensiv, obwohl sie sich kaum kennen, sehen sie den anderen wirklich und nehmen sich auch die Zeit, Fragen zu stellen. So kommen sie sich in kurzer Zeit näher als erwartet…
Mir hat „Winter im kleinen Cafe in den Highlands“ sehr gut gefallen, obwohl ich den Vorgängerband „Das kleine Cafe in den Highlands“ nicht kannte. Auf den ersten Seiten waren es so für mich ziemlich viele Namen und Verbindungen der Bewohner zu einander, aber ich habe mich schnell zurecht gefunden in dem kleinen Örtchen mit seinen liebenswerten Menschen. Da wird noch zusammengehalten, gemeinsam gefeiert und etwas auf die Beine gestellt.
Vor allem Marcy fand ich wahnsinnig interessant, weil man von Anfang an spürte, dass unter der harten Schale ein weicher Kern ist und es war schön, ihn gemeinsam mit Henry Lucas zu entdecken.
Aber auch die anderen Bewohner tragen das Herz am rechten Fleck und ich werde sie wohl bald im ersten Band genauer kennenlernen!
Einziger kleiner Kritikpunkt: Das Buch verströmt nicht so viel Winterflair, wie das Cover vermuten lässt.
Fazit: Eine interessante Liebesgeschichte in einem tollen Setting mit außergewöhnlichen Protagonisten!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.09.2021

Lokalkrimi mit tollen Protagonisten, einer sprechenden Katze und einer wichtigen

Gourmetkatz
0

Er ging zu Mayer junior hinüber, der ihn am Ärmel nach unten zog.
„War des wirklich die Katz?“
„ Komm, Emil, du weißt doch, dass ich nicht mit der Katz reden kann“, grinste er (Kommissar Steinböck) süffisant.
Seite ...

Er ging zu Mayer junior hinüber, der ihn am Ärmel nach unten zog.
„War des wirklich die Katz?“
„ Komm, Emil, du weißt doch, dass ich nicht mit der Katz reden kann“, grinste er (Kommissar Steinböck) süffisant.
Seite 191

Denn wer würde schon mit der eigenwilligen Katze Frau Merkel sprechen wollen? ICH! Jederzeit!
Dieser Fall hat es wieder mal besonders in sich. Erst verunglückt ein berühmter Starkoch schwer auf dem Jakobsweg, dann taucht ein Film auf, der seinen Unfall in ein anderes Licht rückt. Als dann auch noch in München eine Leiche angeschwemmt wird, juckt Steinböcks Spürnase.
Warum sollte der Koch zum Schweigen gebracht werden? Er wollte sich aus dem Geschäft zurückziehen, was wohl nicht jedem gefiel… Und der junge Moldawier, der ausgerechnet Sokrates vor die Beine gespült wurde und dem ein paar Organe fehlen? Wem ist er zu nahe getreten und haben die beiden Fälle etwas miteinander zu tun?
Egal, wo er in diesem Fall hinsieht, geht es um den Handel mit Organen, das gekaufte Leben.
Als dann auch noch eine neugierige Reporterin verschwindet, spitzt sich die Lage zu!
Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, ich liebe die Krimireihe von Kaspar Panizza rund um den manchmal etwas kauzigen Kommissar Steinböck und seine Katze, die irgendwie immer an seiner Seite ist und mit ihm kommuniziert.
Auch in diesem Band spart der tiefsinnige Autor nicht mit den Komponenten, die ich so gerne lese: Da haben wir alte Bekannte, wie die putzende IT-Expertin Huong, die ganz wunderbare Rezepte auf Lager hat, den Flussphilosophen Sokrates, den Informanten Obstler und natürlich ihn, dessen Vornamen nicht genannt werden darf, Kommissar Steinböck. Und wie von ihm gewohnt, schafft Panizza es, mit kleinen Kommentaren seiner Protagonisten auch den werten Leser zum Nachdenken anzuregen.
Ich habe noch immer nicht ganz durchschaut, wie der Zaubertrick funktioniert, ganz ohne mit der Moralkeule zu schwingen doch die richtige Botschaft an den Leser zu bringen. In Österreich ist die Lage für Organspenden einfacher, in Deutschland, wo die Wiederspruchslösung abgelehnt wurde, warten zu viele Menschen vergeblich auf das passende Organ, bis es zu spät ist. So wird der Nährboden für das lukrative Geschäft mit Ersatzteilen noch gedüngt.
Und so tritt der spannende Fall etwas in den Hintergrund vor der wichtigen Botschaft und vor dem herrlichen Schlagabtausche zwischen Steinböck und Frau Merkel, die natürlich auch ihren Senf dazuzugeben hat!
Fazit: Ein rundum gelungener Fall für Frau Merkel und ihr Team!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2021

Eine von Tagebucheinträgen geprägte Entwicklungsgeschichte einer liebenswerten Protagonistin.

Für Glück ist es nie zu spät
0

„Ihre To-Do-Liste.
Danksagung, stand da. Erbschein beantragen. Grabstein aussuchen.
Was nicht da stand: Weiterleben. Und herausfinden, wie das geht.“
Seite 16

Seit sie ihn kennengelernt hatte, hat Johanna ...

„Ihre To-Do-Liste.
Danksagung, stand da. Erbschein beantragen. Grabstein aussuchen.
Was nicht da stand: Weiterleben. Und herausfinden, wie das geht.“
Seite 16

Seit sie ihn kennengelernt hatte, hat Johanna ihr Leben für ihren Mann Rene hintangestellt. Erst beruflich, dann, als er krank wurde, hat sie ihn aufopferungsvoll gepflegt, auch wenn die Liebe längst erloschen war. Dabei hat sie den Kontakt zu ihren Freunden, ihrer Tochter und vor allem zu sich selbst verloren.
Jetzt, nach seinem Tod, fühlt sie sich einfach nur leer. Da entdeckt sie unter den Trauerbekundungen ein leeres Buch von ihrer ehemals besten Freundin Ines. Es erinnert sie daran, dass sie früher intensiv Tagebuch geführt hat. Sie beginnt zu schreiben und so Stück für Stück ihr Leben zu reflektieren.
Das Buch beginnt am berührendsten Moment, bei Renes Beerdigung. Und Johanna tut sich schwer damit, große Trauer zu empfinden. Zu sehr hat Rene sie zeit seines Lebens verletzt und sie hat zugelassen, dass sie für ihn ihre Träume geopfert hat. Als sie beginnt, in das Tagebuch zu schreiben, erkennt sie, wo sie sich hätte durchsetzen müssen, aber auch, dass sie es nachträglich nicht ändern kann und nun vorwärts leben muss.
Dabei ist das Buch in drei Teile gegliedert, die passend mit „Abschied“, „Suche“ und „Leben“ bezeichnet sind.
Ich mochte Johanna von der ersten Seite weg, sie ist eine normale 50jährie, an der das Leben seine Spuren hinterlassen hat. Sie ergeht sich nicht in Selbstmitleid sondern erkennt klar, was falsch gelaufen ist und was sie verbessern will.
Erst mal entrümpelt sie das Haus, das stark durch ihren Mann geprägt ist, und gelangt zufällig wieder in Kontakt zu Makler Henry, mit dem sie früher schon mal eine Beziehung hatte. Dadurch muss sie an andere Verflossene denken und sucht wieder den Kontakt zu ihren Ex, was auch die eine oder andere lustige Szene ins Buch bringt.
Durch die Tagebucheinträge, die aktuellen aber auch die vergangenen, in denen Johanna zu lesen beginnt, wird das Buch einerseits sehr aufgelockert, andererseits erfährt man viel über ihre Vergangenheit und ihre Gefühle. Dadurch wurde die Geschichte greifbarer.
Sie nimmt ihr Leben selbst wieder in die Hand, lässt sich an den richtigen Stellen helfen und an anderen nicht beirren. Es war schön, ihr dabei zuzusehen, wie sie Stück für Stück vorwärts kommt, ihren eigenen Stil entdeckt und sich weiterentwickelt!
Fazit: Eine von Tagebucheinträgen geprägte Entwicklungsgeschichte einer liebenswerten Protagonistin.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere