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Veröffentlicht am 01.08.2021

Eine spannende Geschichte, die von den Charakteren und deren Beziehung lebt! Absolut lesenswert!

Verloren
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„Hier ist es so paradiesisch schön, dass es mir Angst macht! Träume ich vielleicht nur?“

Lacanau- Océan, 3 Juli



Was so traumhaft begann, endete schrecklich. Eine Gruppe von Freunden feierte das Studienende, ...

„Hier ist es so paradiesisch schön, dass es mir Angst macht! Träume ich vielleicht nur?“

Lacanau- Océan, 3 Juli



Was so traumhaft begann, endete schrecklich. Eine Gruppe von Freunden feierte das Studienende, doch einer von ihnen kam tragisch ums Leben.

16 Jahre später: Die Wege haben sich getrennt, die einstigen WG-MitbewohnerInnen und engsten Freunde haben kaum mehr Kontakt. Doch jetzt wollen sie einen gemeinsamen Urlaub am See verbringen. Haben sie sich noch etwas zu sagen?

Und dann treibt wieder einer von ihnen tot im Wasser…



Ich gebe es zu, ich bin ein absoluter Fan der Autorin und wenn ihr sie kennt, werdet ihr es verstehen!

Mit „Verloren - Memento mori“ hat Liv Morus wieder eine spannende, packende aber auch berührende Geschichte geschaffen. Ihre Personen wirken immer so real, die Plätze, die sie beschreibt, habe ich sofort vor Augen. Und mit dem Hof am See hat sie einen absoluten Wohlfühlort erschaffen, wer könnte nach diesem Jahr nicht eine Auszeit mit Freunden am Wasser genießen?!

Erst treffen die „Mädels“ von damals ein, die Vorzeigeehefrau Nicole mit ihrer Tochter Aurora, Jackie, die Geschäftsfrau, Rebecca, die allein erziehende Mutter mit Sophie und Viola, die etwas Schüchterne am Rande, die alle umsorgt. Jede auf ihre Weise ganz besonders, vor allem Rebecca und Viola mochte ich von Anfang an sehr gerne.

Als dann auch noch überraschend die „Jungs“ eintreffen, geht es richtig rund, es wird gelacht, gescherzt. Sie genießen das Wiedersehen, denken aber auch an die Geschehnisse von damals, den Freund, der nicht mehr in ihrer Runde mit dabei sein kann.

So wie damals endet die Freude dramatisch, und der jetzige Todesfall rückt den von damals in ein neues Licht, war es wirklich ein Unfall, oder doch Mord? Wer hätte ein Motiv, wem traut man diese schreckliche Tat zu?

Das macht diese Geschichte ganz besonders, denn so spannend es ist, die Tat zu beleuchten, viel aufregender ist es, das Wechselspiel der Personen, die Strömungen zu erkunden. Zwischendrin fühlte ich mich ein wenig wie bei „Das perfekte Geheimnis“, obwohl vieles offen auf den Tisch kommt, bleibt noch viel mehr ungesagt. Auf dem einsamen Bauernhof prallen die unterschiedlichen Charaktere aufeinander, alte Konflikte und Muster kommen wieder an die Oberfläche…

Die Auflösung war, wie gewohnt, überraschend und trotzdem stimmig, ein Spagat, der Liv Morus immer wieder gelingt!

Fazit: Eine spannende Geschichte, die von den Charakteren und deren Beziehung lebt! Absolut lesenswert!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.07.2021

So macht bügeln auch wieder Spaß!

Kreativ mit Bügelperlen
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Da macht bügeln wieder Spaß!

Ich kenne die Autorin ja schon von ihrem tollen Buch „Lieblingssteine“ und habe mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass sie auch ein Buch mit Motiven für Bügelperlen ...

Da macht bügeln wieder Spaß!

Ich kenne die Autorin ja schon von ihrem tollen Buch „Lieblingssteine“ und habe mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass sie auch ein Buch mit Motiven für Bügelperlen veröffentlicht hat!
Das Buch beginnt mit praktischen Tipps, angefangen von der Sortierung bis zur richtigen „Nachbehandlung“ nach dem Bügeln. Und endlich weiß ich, warum sich immer wieder mal meine Werke gebogen haben… Aber das ist ja das gute an diesen bunten Perlen, dass man vieles korrigieren, reparieren und sogar anfügen kann. Hier wird kurz und verständlich erklärt, wie man gängige Fehler verhindern bzw. korrigieren kann.
Dann geht es auch schon los mit lustigen Unterwassermotiven, die man auch zu einem Mobile zusammenfügen kann, aber auch Ideen für schöne 3-D-Bilder – wär ich nie drauf gekommen!
Ebenso werden praktische „Haushaltshelfer“ gezeigt, vom Schlüsselanhänger bis zum Gläsermarkierer, auch eine mir unbekannt Art, die Perlen zu backen, habe ich gelernt. Und daraus dann Schmuck zu machen wird unser nächstes Schlechtwetter-Projekt!
Die Vorlagen sind farbenfroh, und mir hat vor allem der bunte Mix gefallen – kleinere, einfache Objekte aber auch große, außergewöhnliche Motive.
Getestet habe ich die Anleitungen mit meiner Tochter und wir hatten beide sehr viel Spaß damit! Vor allem die erwähnten Gläsermarkierer haben es uns angetan und davon haben wir gleich welche gemacht.
Ergänzt wird das Buch noch durch Kopie-Blanko-Vorlagen, bei denen man seiner Kreativität noch mehr freien Lauf lassen und eigene Motive zeichnen kann – echt eine tolle Idee und eine schöne Abrundung für dieses Buch!
Fazit: Die nächste Schlechtwetterperiode kann kommen – und so macht bügeln auch wieder Spaß!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.07.2021

Ein interessanter, vielschichtiger Familienkurzurlaub, Humor und Liebe inklusive!

Erben wollen sie alle
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„Wird einem da nicht langweilig? Jeden Tag die gleiche Strecke?“, wollte Anja wissen.
„Was kann es Schöneres geben? Wenn man einen Ort liebt, kann man ihn sich doch nicht oft genug ansehen.“
Seite 177

Oder ...

„Wird einem da nicht langweilig? Jeden Tag die gleiche Strecke?“, wollte Anja wissen.
„Was kann es Schöneres geben? Wenn man einen Ort liebt, kann man ihn sich doch nicht oft genug ansehen.“
Seite 177

Oder doch? Denn irgendwie hat Bianca genug von der schönen Insel Mallorca, wo sie ihren Lebensabend verbringt. Sie beschließt, ihr Haus dort zu verkaufen und mit dem Erlös eine Weltreise zusammen mit ihrem neuen Bekannten Wolfi anzutreten. Doch die liebe Familie bekommt Wind davon und sieht ihr Erbe den Bach runtergehen… Und ein jüngerer Mann an der Seite ihrer Mutter, der kann doch nur das eine im Sinn haben, oder?
Obwohl sie sonst kaum Kontakt haben, packen Biancas Tochter Anja mit Lieblingsenkelin Luisa sowie ihr Sohn Steffen mit Frau Yvonne die Koffer und ab geht es auf die Insel, um den Heiratsschwindler Wolfi zu entlarven und den Gesundheitszustand Biancas zu überprüfen.
Doch sie haben die Rechnung ohne die Wirtin gemacht…

Wo fange ich an? Ich war noch nie auf Mallorca und Tessa Hennig, die mich auch schon ins südlichste Italien gelockt hat, bringt mir die Insel abseits des Ballermanns näher. Die Geschichte rund um die rüstige Bianca und ihre Erben erinnert ein wenig an ein humorvolles Theaterstück inklusive Missverständnisse, und das im besten Sinne.
Bianca ist eine rüstige Pensionistin vom alten Schlag, wirkt manchmal etwas ruppig. Ich mochte sie und habe gut verstanden, dass sie manches lieber für sich behält… Einerseits, um ihre Lieben zu schützen, andererseits haben sie sich in der letzten Zeit auch kaum um sie gekümmert.
Als wäre das nicht schon genug für eine interessante Geschichte, gibt es da aber auch noch den an Alzheimer erkrankten Nachbarn Alejandro und seinen ambitionierten Pfleger Felix, der gemeinsam mit Medizinstudentin Luisa versuchen will, seine Erinnerungen wieder zum Leben zu erwecken. Auch wenn mich das manchmal fast schmerzhaft an meine Großeltern erinnert hat, so war es doch schön zu lesen, dass es Menschen gibt, die sich mit Hingabe um deren Pflege bemühen.
Und gerade dieser Mix hat für mich „Erben wollen sie alle“ so besonders gemacht. Eine Partyinsel abseits der Klischees erforschen, einen anderen Zugang zur Pflege kennenzulernen, alte und neue Missverständnisse und Geheimnisse aufzuklären in einem schönen Ambiente mit einer Familie, die letzten Endes doch erkennt, was sie aneinander hat… Und das alles mit Tessa Hennigs flotter Feder zu einem lockeren und flüssig zu lesenden Roman verpackt, was will man mehr?
Fazit: Ein interessanter, vielschichtiger Familienkurzurlaub, Humor und Liebe inklusive!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.07.2021

Eine interessant erzählte Geschichte über Überforderung, Zusammenhalt, Familie, Freundschaft und Liebe!

Kaputte Herzen kann man kleben
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„Kann ich nicht“, erklärte ich schließlich und trank einen Schluck Sekt. „Also, über Wasser wandeln.“
„Nein? Du bist doch eine Frau und Mutter. Wir können alles“
Kapitel 8

Wenn es doch so einfach wär, ...

„Kann ich nicht“, erklärte ich schließlich und trank einen Schluck Sekt. „Also, über Wasser wandeln.“
„Nein? Du bist doch eine Frau und Mutter. Wir können alles“
Kapitel 8

Wenn es doch so einfach wär, denn Luisa kann einfach gar nicht mehr… Alleinerziehend kämpft sie ständig mit Geldsorgen. Sie ist Hebamme und seit einem traumatischen Ereignis bei einer Geburt in der Klinik zweifelt sie daran, ob sie ihren Beruf unter diesen Voraussetzungen noch weiter machen will. Als dann auch noch ihr Rücken Probleme macht, fährt sie zu ihrer eigenwilligen Tante Mimi nach St. Peter-Ording.
Der begnadete Physiotherapeut Tom hilft ihr mit ihrem Rücken, und als sie dann eine Gruppe Frauen trifft, die aus dem Mommy-Universum ausgestiegen sind, beginnt es ihr besser zu gehen.
Es ist keine leichte Geschichte, die uns Kerstin Günak hier erzählt, und gerade das hat mir so gut gefallen. Luisa ist wirklich am Ende, bricht in Tränen aus, hat keine Kraft mehr und das spiegelt sich in ihrem Körper wider. Von ihrem Partner allein gelassen, muss sie an alles denken und wird von den anderen Müttern noch mit zusätzlichen Aufgaben belastet. Der Besuch bei Mimi zeigt ihr, wie es ist, wenn einem jemand unter die Arme greift und man sich gegenseitig hilft. Aber es kommen auch andere Gefühle hoch und ein alter Konflikt, der nie aus dem Weg geräumt wurde, schwelt unter der Oberfläche.
Ihre neu gewonnenen Freundinnen tun ihr gut, mit ihnen lernt Luisa (und ich mit ihr) den Begriff Mental Load und es wird ihr immer klarer, dass sie etwas ändern muss. Sie ist ein herzensguter Mensch, gibt alles für ihr Kind und hat doch ständig das Gefühl, dass es nicht genug ist. Ihr Beruf ist Berufung doch erfährt er in der Gesellschaft kaum Wertschätzung und die Arbeitsumgebung macht es ihr immer schwerer, ihn so auszuüben, wie sie es mit Leib und Seele tun will. Auch ich kenne Hebammen nur aus den kurzen Stunden der Geburt, eine Betreuung vorher und nachher ist bei uns nicht üblich, obwohl das so wichtig wäre. Die Autorin beschreibt die Kräfte einer Geburt, die Stärke von Frauen so eindringlich, dass mir wieder mal bewusst wurde, was wir alles leisten und ließ mich mir selbst die Frage stellen, ob wir das wirklich alles müssen. Aber sie zeigt uns auch die andere Seite, Mütter, die die Väter gar nicht mit einbeziehen und gab mir auch hier einen interessanten Denkanstoß!
„Kaputte Herzen kann man kleben“, und solche Geschichten helfen ein Stück weit mit, wenn man nicht nur die unterhaltsame Oberfläche sondern auch die tieferen Töne erliest!
Fazit: Eine interessant erzählte Geschichte über Überforderung, Zusammenhalt, Familie, Freundschaft und Liebe!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2021

Eine wunderschön erzählte Entwicklungsgeschichte in einem tollen Setting!

Liebe in bester Lage
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„Wie anders das Leben hier war als in Berlin. So ruhig, keine Hektik. (…) Es war immer laut. Hier war es bis auf das Summen ein paar emsiger Bienen still.“
6. Kapitel

Ella ist sehr erfolgreich in der ...

„Wie anders das Leben hier war als in Berlin. So ruhig, keine Hektik. (…) Es war immer laut. Hier war es bis auf das Summen ein paar emsiger Bienen still.“
6. Kapitel

Ella ist sehr erfolgreich in der Werbeagentur Spreegold, die sie mit ihrem Mann David aufgebaut hat. Auch wenn es stressig ist, alles passt doch soweit… bis sie erfährt, dass ihr Mann eine Affäre hat, die noch dazu von ihm schwanger ist. Ella fährt spontan nach Südtirol um in Bozen ein Seminar in einem kleinen Weingut zu besuchen. Dort findet sie wieder zu sich zurück, neue Stärke und neue Ideen… aber auch eine neue Liebe?

Wer öfter meine Rezensionen liest weiß, dass ich das Setting in einem Weingarten liebe, auch wenn ich kaum Wein trinke. Also schon alleine dafür gibt es bei mir den ersten Stern. Aber auch ohne diese positive Voreingenommenheit ist „Liebe in bester Lage“ ein einfach wunderschöner Entwicklungsroman. Wir begleiten Ella von dem Moment an, als sie von der Affäre erfährt, sich nach Bozen begibt und dort erst Mal die Ruhe genießt. In manch kurzen Rückblicken aber erleben wir auch ihr altes Ich, hektisch, voller Aufgaben in ihrer Agentur, und sehen, was sie dort eigentlich schon lange nicht mehr erfüllt hat.
In dem kleinen Weingut von Maria macht sie nicht nur ein Weinseminar, sie lernt auch neue Freunde kennen und findet eine alte Leidenschaft wieder. Schnell sprüht sie über vor neuen Ideen. Ich mochte es sehr, dass sie sich nicht im Verrat ihres Mannes gebadet hat. Ja, Ella ist verletzt und gekränkt, aber sie sieht rasch auch wieder das Schöne, das sie in ihrer Vergangenheit erlebt hat und auch die Chancen, die sich jetzt für sie auftun.
Die Weinbäuerin Maria, aber auch die anderen Teilnehmer des Seminars waren eine tolle Ergänzung zu Ella. Lustig und nett, manche auch gerade an einem Scheideweg und so wurde aus der Truppe schnell eine Einheit, die sich gegenseitig beraten und unterstützt hat. Eine schöne Gemeinschaft!
Wir dürfen aber auch einen von Ellas schwierigsten Kunden kennenlernen, den aufstrebenden Koch Joe, den sie schon in ihrer alten Agentur betreut hat und der auch jetzt gerne auf ihre Meinung und Erfahrung baut. Er brachte noch mal zusätzlichen Schwung in die Geschichte.
Wie gesagt, ich liebe Weingärten von ihrem landschaftlichen Aspekt her und auch, der Weinbau selber und Verkostungen sind nicht so mein Thema. Obwohl sich die Geschichte viel darum dreht, war es mir nicht zu viel und ich habe diesen Roman von der ersten bis zur letzten Seite genossen!
Fazit: Eine wunderschön erzählte Entwicklungsgeschichte in einem tollen Setting!

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