Cover-Bild Grenzgänger
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12,99
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  • Verlag: Droemer Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Besondere Themen
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 02.12.2019
  • ISBN: 9783426306086
Mechtild Borrmann

Grenzgänger

Roman. Die Geschichte einer verlorenen deutschen Kindheit

Grenzgänger - ein ergreifender Roman über ein düsteres Kapitel deutscher Geschichte, meisterhaft erzählt von Spiegel-Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann.

Die 50er und 60er Jahre in Deutschland: In einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze verdienen sich viele Familien, so auch die Schönings, mit dem Schmuggel von Kaffee etwas dazu. Die 17-jährige Henni führt die Schmuggler, hauptsächlich Kinder, durch das tückische Moor-Gebiet des Hohen Venns. Doch eines Nachts geschieht das Unfassbare: Hennis Schwester wird erschossen. Ein Schicksal, das exemplarisch für viele steht: Henni wird daraufhin wegen Kaffee-Schmuggels in eine Besserungsanstalt gesteckt, ihre jüngeren Geschwister kommen als Heimkinder in ein kirchlich geführtes Heim, wo der kleine Matthias an einer Lungenentzündung verstirbt. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. 

Mechtild Borrmann gelingt es meisterhaft, ein düsteres Stück Zeitgeschichte lebendig werden zu lassen 

Mechtild Borrmann, Autorin der Spiegel-Bestseller Grenzgänger und Trümmerkind , erzählt mit soghaft-präziser Sprache die Geschichte einer lebenshungrigen Frau, die an Gerechtigkeit glaubt und daran verzweifelt. Ein packender wie aufwühlender Roman, eingebettet in ein düsteres Stück Zeitgeschichte, der das Schicksal der Heimkinder in den 50er und 60er Jahren beleuchtet.

»Als beeindruckende Chronistin durchdringt Mechtild Borrmann vielstimmig die Schattenwelten der deutschen Zeitgeschichte. 'Grenzgänger' handelt von der Suche nach Wahrheit und Wahrhaftigkeit in einer Zeit der kleinen und großen Lügen - ein starker Roman!« Hamburger Morgenpost

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2025

wie kann man Schuld definieren

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Mechtild Borrmann ist mittlerweile zu einer meiner Lieblingsautorinnen avanciert und verpasse kein Buch von ihr, da sie immer wieder Themnen aufgreift, die sehr wichtig sind und auch teilweise polarisieren. ...

Mechtild Borrmann ist mittlerweile zu einer meiner Lieblingsautorinnen avanciert und verpasse kein Buch von ihr, da sie immer wieder Themnen aufgreift, die sehr wichtig sind und auch teilweise polarisieren. Was aber alle sind.......sehr lesenswert.

In diesem Buch greift sie das Thema Schuld auf ohne mit dem Finger auf verschiedene Personen oder Institutionen zu zeigen. Sie vermischt Fakten mit einer fiktiven Geschichte und überlässt es dem Leser sich seine Gedanken zu machen und diese Gedanken , die ich beim Leser dieses Buches bekommen habe sind durchmische mit einer großen Portion Emotion.

Die Handlung dieses Romans spielt im Grenzgebiet zu Belgien und springt in verschiedenen Zeiten. Von den ersten Nachkriegsjahren bis in die ersten fünfziger Jahre, bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Erzählt wird die Geschichte einer Familie, deren Mutter durch eine Eileiterschwangerschaft und ihr harttes Leben früh stirbt und ihren Mann und die vier Kinder allein zurücklässt. Der Vater, durch den Krieg traumatisiert, wendet sich dem Glauben zu und vernachlässigt darüber seine Kinder. Die Erziehung und die Versorgung der Familie bleibt bei der ältesten Tochter " Henny" Diese will die Familie zusammenhalten, damit sie nicht ins Heim kommt und versucht mit Kaffeeschmuggel die Familie zu ernahren. Bis dann ein Unglück geschieht.

Das Buch springt immer wieder zwischen den Zeiten und den Personen, was die Aufmerksamkeit des Lesers fordert. Doch diese Aufmerksamkeit, die man der Geschichte widmet wird mit einer erschütternden Familiengeschichte belohnt, die den Leser sehr zum Nachdenken bringt. Nicht nur über die Verhältnisse in damaligen Kinderheimen wird berichtet, sondern es tut sich auch immer wieder die Frage auf: " Gibt es Schuldige, oder sind es alles nur Konsequenzen aus vorangegangenen Erlebnissen ?"
Die Kirche, ihre Angehörigen und ihre Machenschaften, sind ja in den letzten Jahren immer wieder in die Kritik geraten und man fragt sich auch hier immer wieder, wie können Menschen , sie sich für ein Leben im Glauben entschiedenen habe, so gegen ihnen anvertrtaute Personen agieren und wo fängt Schuld an und wo hört sie auf ?

Dieses Buch wirft viele Fragen, aber auch viele Emotionen auf und ich kann nur immer wieder sagen, Bücher von Mechtild Borrman hinterlassen beim Leser eine ganze Menge und es lohnt sich auf jeden Fall diese zu lesen, obwohl es meistens keine einfache Kost ist.

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Veröffentlicht am 28.06.2024

Von Schuld und Gerechtigkeit

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Ein erschütternder Roman, der sprachlich auf den Punkt ist und den Leser auf eine beklemmende Reise in die 50er und 70er Jahre nimmt. Die kleine Henni muss früh für die Familie sorgen, erst muss der Vater ...

Ein erschütternder Roman, der sprachlich auf den Punkt ist und den Leser auf eine beklemmende Reise in die 50er und 70er Jahre nimmt. Die kleine Henni muss früh für die Familie sorgen, erst muss der Vater in den Krieg, nach seiner Rückkehr ist nichts mehr wie es war. Gemeinsam mit ihrer Mutter bestreitet sie den Lebensunterhalt. Nachdem die Mutter stirbt, kümmert sie sich um die drei Geschwister, schmuggelt Lebensmittel, um die Familie über die Runden zu bringen. Der Vater ist passiv, hat aufgegeben. Als eines der Geschwister stirbt, muss Henni in eine Besserungsanstalt, die Brüder ins Heim. Was sie dort erleben, ist grausam und bewegt mich sehr. Letztlich kommt es zur Katastrophe und jeder muss mit der Frage nach Schuld und Gewissen leben. Die tragischste Figur ist für mich Thomas, ein Junge aus dem Kinderheim, der erst Freund und dann unter tragischen Umständen zum Verräter wird. Als Henni vom Schicksal ihrer Brüder erfährt, schwört sie Gerechtigkeit, dann Rache. Doch letztlich ist alles ganz anders als gedacht, die Katastrophe aber nicht mehr aufzuhalten. Der Vater lässt mich sprachlos und wütend zurück. So ohne Empathie und Vertrauen zu seinen Kindern zu sein, erschreckt mich. Ein wirklich berührender Roman, der mich sicher noch einige Zeit beschäftigen wird.

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Veröffentlicht am 06.05.2024

Berührende, tragische Familiengeschichte aus der Eifeler Nachkriegszeit

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Wenn Recht nicht Gerechtigkeit ist: Spiegel-Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann mit ihrem Meisterwerk "Grenzgänger" rund um ein düsteres Kapitel deutscher Nachkriegs-Geschichte:
Heimkinder in den 50er ...

Wenn Recht nicht Gerechtigkeit ist: Spiegel-Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann mit ihrem Meisterwerk "Grenzgänger" rund um ein düsteres Kapitel deutscher Nachkriegs-Geschichte:
Heimkinder in den 50er und 60er Jahren.

Die vielfach ausgezeichnete Autorin Borrmann, die mit ihren Zeitgeschichte-Romanen "Grenzgänger" und "Trümmerkind" monatelang auf der Spiegel-Bestseller-Liste stand, erzählt mit der ihr eigenen soghaft-präzisen Sprache die Geschichte einer lebenshungrigen Frau - ein ehemaliges Heimkind - , die an Gerechtigkeit glaubt und daran verzweifelt.

Die Schönings leben in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze. Wie die meisten Familien hier in den 50er und 60er Jahren verdienen sich auch die Schönings mit Kaffee-Schmuggel etwas dazu. Die 17jährige Henni ist, wie viele andere Kinder, von Anfang an dabei und diejenige, die die Schmuggel-Routen über das Hohe Venn, ein tückisches Moor-Gebiet, kennt. So kann sie die Kaffee-Schmuggler, hauptsächlich Kinder, in der Nacht durch das gefährliche Moor führen. Ab 1950 übernehmen immer mehr organisierte Banden den Kaffee-Schmuggel, und Zöllner schießen auf die Menschen. Eines Nachts geschieht dann das Unfassbare: Hennis Schwester wird erschossen.

Henni steckt man daraufhin 1951 in eine Besserungsanstalt. Wegen Kaffee-Schmuggels. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Die jüngeren Geschwister, die Henni anstelle der toten Mutter versorgt hatte, kommen als Heimkinder in ein kirchlich geführtes Heim. Wo der kleine Matthias an Lungenentzündung verstirbt. Auch das ist nur ein Teil der Wahrheit.

Spannung und Zeitgeschichte miteinander zu verknüpfen, versteht Borrmann wie keine andere deutsche Autorin. "Grenzgänger" ist ein packender wie aufwühlender Roman, eingebettet in ein düsteres Stück Zeitgeschichte - die 50er und 60er Jahre in Deutschland.

(Quelle: amazon)

Meine Meinung:

Dies ist der zweite Roman von Mechtild Borrmann, den ich gelesen habe: Sie schreibt wirklich sehr klar und schnörkellos, meist unter die Haut gehende Geschichten, die mehr als lesenswert sind:

Diese Geschichte ist nicht nur berührend, sondern richtig aufwühlend und zornig machend: Ich habe Anfang der 80er Jahre meine Examensarbeit zum Thema Heimerziehung in Deutschland geschrieben und viel Material und Dokumentationen, Fachbücher gelesen: Da überkommt einem das Grausen und die Haare stehen zu Berge!

Die Formen der Fremdplatzierung haben sich geändert, die Aufsicht darüber hoffentlich auch - und dennoch ist es als Lebenserfahrung noch immer mit Sicherheit sehr schwierig, prägend und sicher nicht in jedem Falle positiv, als Kind eine solche Lebenserfahrung machen zu müssen.

Interessant fand ich auch, dass die Autorin auf Flohmärkten Fotoalben kauft - und Familiengeschichten liest: Gutes Material für Buchideen. Dass sie dieses geschrieben hat, finde ich mehr als gut! Von mir eine absolute Leseempfehlung und 5*

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Veröffentlicht am 10.11.2022

Grenzgänger

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In dem Roman „Grenzgänger“ versucht die junge Henni nach dem frühen Tod der Mutter ,ihre Familie durch die schweren Nachkriegsjahre zu bringen. Der Vater, psychisch schwer vom Krieg gezeichnet, fällt als ...

In dem Roman „Grenzgänger“ versucht die junge Henni nach dem frühen Tod der Mutter ,ihre Familie durch die schweren Nachkriegsjahre zu bringen. Der Vater, psychisch schwer vom Krieg gezeichnet, fällt als Versorger aus, sodass Henni sich gezwungen sieht, andere Möglichkeiten zu finden. Gemeinsam mit anderen Kindern und Erwachsenen schmuggelt sie Kaffee von Belgien nach Deutschland. Als sie verhaftet und in eine Besserungsanstalt gesteckt wird, kommen ihre jüngeren Geschwister in ein kirchliches Kinderheim.

Das Buch hat mich von Anfang bis Ende gefesselt und tief beeindruckt. Mit klarer, schnörkelloser Sprache beschreibt M. Borrmann das Leben der Henriette Bernhard und ihrer Familie zwischen 1945 und 1970. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was ich sehr interessant fand.

Ich habe so sehr mit Henni mitgelitten. Ihre Wut und Verzweiflung konnte ich förmlich spüren. Immer wenn man meinte, ihr Leben könnte jetzt in die richtige Richtung gehen, folgte ein weiterer Schicksalsschlag oder eine weitere Ungerechtigkeit stellte sich ihr in den Weg.
Besonders berührt hat mich auch das Schicksal der Brüder, die unter entsetzlichen Umständen Jahre in einem Kinderheim verbringen mussten. Wieviel Ungerechtigkeit und wie viele Demütigungen kann ein Mensch ertragen !?

Fazit

Mechthild Borrmann hat einen großartigen Roman geschrieben, der uneingeschränkt empfehlenswert ist.

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Veröffentlicht am 31.05.2021

Ein kurzer Roman mit viel Emotionen

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Henni Bernhard sitzt auf der Anklagebank, sie soll ihre Vater und eine Ordensschwester getötet haben. "Grenzgänger" beschäftigt sich nicht nur mit dem Prozess, sondern vor allem auch mit den Hintergründen, ...

Henni Bernhard sitzt auf der Anklagebank, sie soll ihre Vater und eine Ordensschwester getötet haben. "Grenzgänger" beschäftigt sich nicht nur mit dem Prozess, sondern vor allem auch mit den Hintergründen, wie es überhaupt so weit kam. Die Erzählung reicht dabei bis in die Kindheit von Henni, die sehr früh ihre Mutter verloren hat und sich von da an allein um ihre drei Geschwister kümmern musste.
Obwohl der Roman so kurz ist (284 Seiten) schafft es Mechthild Borrmann die Emotionen in die Geschichte zu packen.

Es geht um Kinder der Nachkriegszeit, die durch Schmuggel versuchen zu überleben, es geht vom Heimerziehung in der BRD der 50er Jahre und es geht um Familie. Ein berührender Roman.

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