Platzhalter für Profilbild

Cleopatra0103

Lesejury Star
offline

Cleopatra0103 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Cleopatra0103 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2026

Bittersüß und zwiegespalten

Träume aus Salz
0

Dieses Buch ist das zweite, das ich von der Autorin lese. Nach der Lektüre bin ich zugegebenermaßen etwas zwiegespalten. Nachdem mir die erste Hälfte mit der flirrenden Atmosphäre heißer Sommertage wirklich ...

Dieses Buch ist das zweite, das ich von der Autorin lese. Nach der Lektüre bin ich zugegebenermaßen etwas zwiegespalten. Nachdem mir die erste Hälfte mit der flirrenden Atmosphäre heißer Sommertage wirklich ausgesprochen gut gefallen hat, lässt mich die zweite Hälfte leider etwas ratlos zurück. Der Schreibstil und insbesondere die Beschreibung der Schauplätze, der Gefühle, Gedanken und Beziehung der Figuren gefällt mir sehr gut. Ich fühle mich selbst als stiller Beobachter in dieser Urlaubskulisse. Flo und Matty sind das perfekte Paar. Frisch verliebt und glücklich verbringen sie ihren ersten gemeinsamen Urlaub auf einer griechischen Insel. Da begegnet ihnen die junge Sofia. Auch ihre Figur gefällt mir gut. Sie ist vielschichtig, etwas geheimnisvoll und leider auch sehr einsam. Insbesondere Flo und Sofia kommen sich näher. Was zunächst wie eine erotische Anziehung wirkt, entpuppt sich zu einem tiefen Verständnis für die Gefühle und die Einsamkeit der jeweils anderen. Soweit so gut. Auch das Einbinden griechischer Mythologie und der Tarotkarten finde ich sehr originell. Dennoch kann ich die verschiedenen Überschriften, die Tarotkarten gewidmet sind, nicht so richtig dem Inhalt des jeweiligen Kapitel zu ordnen. Es wird auch kein Bezug zu den konkreten Karten wie dem Narren, dem Hohepriester und dem Tod genommen. Das verwirrt mich und wirkt etwas konstruiert. Eine Wendung, die mich gar nicht anspricht und die für mich auch nicht wirklich in die Handlung passt, ist der Genuss von Pilzen kurz vor Abreise von Flo und Matty. Ich frage mich, warum die Autorin dies so explizit in den Vordergrund stellt. Für mich hätte es das für den weiteren Verlauf der Handlung gar nicht gebraucht. Flo hätte ihr Geheimnis meiner Meinung nach auch ohne Drogen offenbaren können. Vielleicht fehlt mir da ja auch der persönliche Zugang. Jedenfalls kann ich mich in diesen Teil der Geschichte nicht hineindenken. Was mich wiederum sehr berührt, ist der Blick in die Vergangenheit. Insbesondere die Beziehung zwischen Flo und ihre Schwestern Nadine. Die große Entfremdung finde ich erschreckend und sehr traurig. Das tiefe Band zwischen den Schwestern ist sehr gut eingefangen, der Riss daher umso erschütternder. Warum Flo so viel vor ihrem Freund verbirgt, erklärt sich in ihrer zerrütteten Familiengeschichte. Ob die Liebe der beiden Bestand hat, wird sich zeigen. Ebenso wie es mit Sofia weitergeht. Mich lässt der Roman mit verschiedenen Gefühlen zurück, dennoch möchte ich die Lektüre nicht missen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2026

Erschreckend und hochaktuell

Die Praktikantin
0

Mein erster Thriller von Horst Eckert und gleich ein Volltreffer. Spionage- und auch Politthriller fand ich bisher oft etwas verworren und für mich am Ende oft etwas unbefriedigend, weil die großen Probleme ...

Mein erster Thriller von Horst Eckert und gleich ein Volltreffer. Spionage- und auch Politthriller fand ich bisher oft etwas verworren und für mich am Ende oft etwas unbefriedigend, weil die großen Probleme und Intrigen zwar benannt, aber selten gelöst werden. Hier wird die düstere Aussicht eines Hyper War zwar auch nicht verhindert, aber das Buch lässt mich mit der Hoffnung zurück, dass guter, mutiger Journalismus aufmerksam beobachtet und aufmerksam macht. Die noch unerfahrene, mutige und sehr selbstbewusste Praktikantin Carla stößt auf eine spannende Geschichte, um einen russischen Journalisten. Es gelingt ihr den renommierten Reporter Jan ins Boot zu holen und gemeinsam decken sie nach und nach ein Geflecht von Geheimdiensten, Waffendeals und Lügen auf. Auch die kleineren Nebengeschichten sind gut und packend eingebunden. Die sehr interessanten Einblicke in die Welt der Redaktionen und Verlagshäuser großer Zeitungen geben zu denken. Was ist echter Journalismus noch wert, wenn es nur um Klicks, Reichweite und automatisierte Recherche und Texten durch KI geht? Durch die Perspektivwechsel zwischen den Kapiteln bleibt die Spannung hoch. Die kurzen Kapitel gefallen mir und passen zum rasanten Stil. Das Ende lässt für mich die Möglichkeit einer Fortsetzung offen, zumindest einem weiteren Thriller mit den sympathischen Journalisten. Carlas Vergangenheit bietet sicher noch einiges an Erzählstoff. Ein sehr packender, gut zu lesendes Politthriller, bei dem mich die Aktualität und wahrscheinlich auch Nähe zur Realität durchaus noch lange beschäftigen wird. Das einzige kleine Manko ist der Titel, der mir etwas zu beliebig daherkommt zwischen all den ähnlich klingenden Thrillern, die in den letzten Monaten auf den Markt gekommen sind. Das wird dem sehr starken Inhalt nicht wirklich gerecht. Es lohnt sich aber zuzugreifen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.03.2026

Eine Familie im Krieg

Vergiss nicht zu tanzen, Hanna
0

Der Roman „Vergiss nicht zu tanzen, Hanna“ erzählt die Geschichte des kleinen Mädchens Hanna unmittelbar vor und während des zweiten Weltkrieges. Große Geschichte wird hier im Kleinen, im ländlichen Umfeld ...

Der Roman „Vergiss nicht zu tanzen, Hanna“ erzählt die Geschichte des kleinen Mädchens Hanna unmittelbar vor und während des zweiten Weltkrieges. Große Geschichte wird hier im Kleinen, im ländlichen Umfeld Berlins lebendig. Der Leser erlebt diese schreckliche Zeit vor allem durch die kindlichen Augen von Hanna. Zunächst hatte ich etwas Sorge, dass die Handlung nicht richtig Fahrt aufnimmt und vor sich hin dümpelt. Das ist allerdings nicht der Fall der Fall. Das Leben von Hanna und ihrer katholischen Familie u ist sehr berührend und kurzweilig eingefangen. Es ist kein Leben im Luxus, aber die Familie kommt zurecht, richtet sich ein, über allem schwebt jedoch die Angst, dass die heranwachsenden Söhne in den Krieg müssen. Besonders bewegend fand ich die Freundschaft zwischen Hanna und dem Nachbarsjungen Martin. Sie katholisch, er evangelisch. Sein Vater überzeugter Nationalsozialist und wichtiges Parteimitglied. Doch die Freundschaft hat Bestand. Eine weitere Konstante in Hannas Leben ist ihr Großvater. Mutig, lebensklug und voller Liebe. In den letzten Wochen und Tagen des Krieges gerät Hannas bisher relativ heile Welt aus den Fugen. Erst stirbt der geliebte Großvater, am gleichen Tag rücken die Russen auf das kleine Städtchen vor. Die Familie muss fliehen. Die Männer der Familie sind im Krieg oder in Gefangenschaft. Die Frauen und der kleine Hermann machen sich auf den Weg in Richtung Berlin. Unterwegs geschieht das Unfassbare, die kleine, kranke Schwester Rosa verschwindet. Man kann sich gar nicht vorstellen, was die Geschwister, was die Mutter gefühlt haben, als Rosa plötzlich nicht mehr da ist. Dieses Schicksal, diese Tragik überschattet das Leben von Hanna. Kurz vor ihrem Tod schreibt sie die Erinnerungen auf und Rosa wird wieder zum Teil der Familie. Die letzten Tage des Krieges, die Flucht sind relativ schnell erzählt, das verwundert mich bei all der Detailtreue und sehr bildhaften Beschreibung über weite Teile des Buches. Auch die Suche nach der mittlerweile über 60-jährigen Rosa nimmt nur wenige Seiten ein. Das finde ich etwas schade. Auch das Schicksal von Martin wird nicht weiter verfolgt. Gemessen an der tiefen Freundschaft, die Hanna und Martin verbunden hat, verwundert mich dies etwas. Es wirkt fast so als es wäre der Roman plötzlich recht schnell zu Ende geschrieben worden. Das wird den Figuren Rosa und Martin nicht so ganz gerecht. Dennoch habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen und es hat mich insbesondere durch die sehr lebendige, feine Sprache in die Handlung hineingezogen. Das Cover passt für mich allerdings nicht so richtig zum Buch. Nicht nur, dass das Mädchen anders aussieht als Hannas Beschreibung vermuten lässt. Es macht auch den Eindruck, als wäre sie völlig allein und getrennt von ihrer Familie nur mit einem Koffer geflohen. Das ist nicht ganz rund.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.03.2026

Absolut packend von der ersten bis zur letzten Seite

Der Kastanienmann
0

Dieser Thriller ist wohl einer der besten, den ich in den letzten Monaten, wenn nicht im letzten Jahr gelesen habe. Ein absolut spannender Fall, vielschichtige, facettenreiche Ermittler, Wendungen, die ...

Dieser Thriller ist wohl einer der besten, den ich in den letzten Monaten, wenn nicht im letzten Jahr gelesen habe. Ein absolut spannender Fall, vielschichtige, facettenreiche Ermittler, Wendungen, die nicht an den Haaren herbeigezogen sind, sondern absolut logisch erscheinen und damit umso erschütternder sind. Im Mittelpunkt stehen mehrere Morde an Müttern, die ihre Kinder vernachlässigen oder sogar misshandeln. An jedem Tatort findet sich eine kleine Kastanienfigur. Die Frauen sind fürchterlich entstellt und wurden gequält. Das Buch ist hart, die Schilderung der Taten sehr brutal. Doch das Buch driftet an keiner Stelle, ins Voyeuristische ab. Der Schreibstil ist vielseitig und niveauvoll, durch die kurzen Kapitel äußerst spannend und kurzweilig. Schnell stoßen die Ermittler auf Parallelen zu einem Fall von Kindesentführung an einer Politikertochter. Der Fall scheint aufgeklärt, doch nach und nach verdichten sich die Indizien, dass die Lösung wohl doch nicht so einfach war wie gedacht. Das Thriller ist wirklich bis zum Ende spannend und hält die ein oder andere Überraschung bereit. Ich hoffe, dass es noch weitere Fälle, der etwas eigenwilligen und doch sehr menschlichen und sympathischen Ermittler geben wird. Ich bin Fan und freue mich schon auf den nächsten Teil. Eine absolute Leseempfehlung für Fans von Spannungsliteratur.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2026

Spritzig und warmherzig

Einatmen. Ausatmen.
0

Ich hatte keine konkreten Erwartungen an dieses Buch. Ich kannte auch noch keine anderen Romane des Autors, jedoch haben mich die Leseprobe und die Kurzbeschreibung neugierig gemacht. Marlene, ehrgeizige ...

Ich hatte keine konkreten Erwartungen an dieses Buch. Ich kannte auch noch keine anderen Romane des Autors, jedoch haben mich die Leseprobe und die Kurzbeschreibung neugierig gemacht. Marlene, ehrgeizige Managerin, aber ohne Empathie, soll vor ihrer Beförderung eine Art Achtsamkeitscoaching machen, um sich besser in sich und andere einzufühlen. Max, der Star unter den Lebenshilfecoachs, soll ihr dabei helfen und nebenbei seine verschuldete Luxusklinik retten. Der Selbstfindungstrip wird zur lebensverändernden Reise. Dabei beschreibt der Autor die Begebenheiten, Personen und Verhaltensmuster so witzig und treffend, dass ich oft laut lachen muss. Marlenes zugegebenermaßen sehr direkte Art und die bissigen Einschätzungen der Arbeitswelt sind stellenweise sehr passend, was sicher nicht jeder Leser so sehen wird. Aber bei mir trifft es einen Nerv. Auch Nebenfiguren wie Max Freundin, der eigenbrötlerische Mattissen und sogar die Krisenbeauftragte des Konzerns sind sehr einnehmend und treffen einen Nerv. Das Ende ist mir etwas zu aufgesetzt und halte ich für unrealistisch. Mir hätte es besser gefallen, wenn Marlene einen anderen Weg eingeschlagen hätte und mit ihrer neuen Kraft und Erkenntnissen ihren Traum verfolgt hätte. Aber vielleicht ist auch das eine Botschaft dieses Buches: Träume können sich ändern, genauso wie das, was wir als Glück empfinden. Ein kurzweiliges Buch, das mich sehr gut unterhalten hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere